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Plakat zur Veranstaltung in Düsseldorf

Die umstrittene Veranstaltung der Frauen-Union am Freitagabend in einem städtischen Gymnasium wurde von rechtsextremen Agitatoren dominiert.

Auf Einladung der Frauen-Union las die homophobe und rechtspopulistische Autorin Birgit Kelle am Freitagabend im Düsseldorfer Gymnasium Koblenzer Straße aus ihrem populistischen Bestseller "Gender-Gaga". Nach einem Bericht der lokalen Internetzeitung "report-D" wurde die Veranstaltung von Rechtsradikalen "als Plattform für ihre muslim- und amerikafeindliche Propaganda" missbraucht.

"Während im Saal ein Polizist Schutz zu gewähren glaubte vor den linken oder homosexuellen Angreifern – die niemals vorhatten, zu kommen – gingen rechtsextreme Agitatoren auf dem Parkplatz vor dem Saal völlig ungestört ans Werk", schreibt das Düsseldorfer Onlineportal. So seien Broschüren an die Autos geklemmt worden, in denen die Flüchtlingswelle als Mittel US-amerikanischer Geostrategen bezeichnet wurde.

Im Saal musste sich die CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der örtlichen Frauen-Union, Sylvia Pantel, laut "report-D" mehrfach von muslimfeindlichen Redebeiträgen distanzieren. Insgesamt waren rund 180 Menschen ihrer Einladung gefolgt. Kelle-Kritiker waren in der Minderheit.

Birgit Kelle, die u.a. für den "Focus" und die rechte Zeitung "Junge Freiheit" schreibt und mit ihren Thesen auf der homophoben "Demo für alle" ebenso begehrter Gast ist wie in Talkshows, behauptete in der Lesung, dass Lesben und Schwule der Mehrheit – "ganz normalen Familien" – ihre Werte und Lebensvorstellungen aufoktroyieren wollten.

Im Vorfeld hatte u.a. das Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen- und Trans*-Gruppe Pantel gebeten, die Lesung abzusagen und sich "nicht von Frau Kelle vor ihren Karren spannen" zu lassen, "damit diese auf Kosten der Volkspartei CDU Stimmung macht gegen eine moderne Gesellschaft" (queer.de berichtete). Zwischenzeitlich hatte sich auch das Schulamt eingeschaltet, die Veranstaltung jedoch zugelassen. (cw)



#1 SerkanAnonym
  • 22.08.2015, 15:19h
  • "...hat aber auch starke Diskussionsmomente."

    "...es gab spannende Ansätze an diesem Abend.
    Wenn es doch nur öfter gelänge, miteinander und nicht bloß übereinander zu reden."

    Na also.
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#2 MarcAnonym
  • 22.08.2015, 15:31h

  • Für jeden gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht in Deutschland ist "Kontroversität" vorgeschrieben: Was in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird, muss auch den Schülern in seiner "Kontroversität" vor Augen geführt und mit ihnen diskutiert werden. Diese Veranstaltung hier - in einer Schule! - war laut Titel und Teilnehmern an Einseitigkeit nicht zu überbieten. Keller musste sich ja argumentativ keiner Gegner erwehren, sondern bekam von der FrauenUnion ein dankbares, gleichgesinntes Forum. Wie verantwortet das der Schulleiter dieses Gymnasiums eigentlich? Wie bringt er das mit seinem gesetzlichen Bildungsauftrag zusammen?
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#3 hugo1970Profil
  • 22.08.2015, 15:35hPyrbaum
  • Die Folgen dieser erzreligiösen rechten neokonservativen neofaschisten kennen wir, vermehrt Angriffe auf Flüchtlingsheimen.
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#4 RalfAnonym
  • 22.08.2015, 15:57h
  • Seit Jahrtausenden oktroyieren miltante Heten wie Frau Kelle uns auf, wie und wohin wir uns sexuell, emotional und mental zu orientieren haben. Das akzeptieren wir heute halt nicht mehr. Und das ist Frau Kelles und ihrer Gesinnungsgenossen ganzes Problem: Freiheit und Vielfalt passen nicht in ihr christlich-totalitaristisches Weltbild.
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#5 Harry1972Profil
  • 22.08.2015, 15:57hBad Oeynhausen
  • Ist doch super, daß da ganz klar sichtbar wird, wessen Sympathien Kelle und Konsorten haben.
    Vielleicht denkt das Schulamt ja für zukünftige Auftritte dieser Art nochmal darüber nach, ob eine Schule der richtige Ort für rechte Propaganda ist.
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#6 YannickAnonym
  • 22.08.2015, 17:30h
  • Ist doch klar, dass braunes Gedankengut auch Nazis anlockt.

    Und sowas darf in einer staatlich finanzierten Schule stattfinden...

    So weit ist es in Deutschland schon...
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#7 Patroklos
  • 22.08.2015, 17:38h
  • Birgit Kelle selbst behauptete in der Lesung, dass Lesben und Schwule der Mehrheit "ganz normalen Familien" ihre Werte und Lebensvorstellungen aufoktroyieren wollten.

    Da sieht man mal wieder die Dumm- und Falschheit dieser Schreckschraube: "aufoktroyieren" gibt's als Wort, ist aber ein Pleonasmus und eine typische Stilblüte seichter Autoren! "Oktroyieren" bedeutet "aufdringen" bzw. "aufzwängen":

    www.duden.de/rechtschreibung/oktroyieren

    Frau Kelle, setzen, SECHS!!!
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#8 Robby69
#9 Dont_talk_aboutProfil
  • 23.08.2015, 01:11hFrankfurt
  • Dass Frau Kelle ordentlich einen an der Waffel hat, dürfte ja unstrittig sein. Trotzdem sollte das kein Ausschlußkriterium für Diskussionen sein, ansonsten müsste man ja auch hier den ein oder anderen User sperren
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#10 miepmiep
  • 23.08.2015, 01:42h

  • Ich hätte großes Interesse an einem Mitschnitt oder Transkript der Verabstaltung. Wurde gefilmt?
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