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  • 23.08.2015, 09:00h           97      Teilen:   |

Sachsen

Evangelischer Landesbischof gegen "gelebte Homosexualität"

Artikelbild
In Sachsen legt die Evangelische Kirche den Rückwärtsgang ein: Carsten Rentzing im Mai 2015 bei einer Podiumsdiskussion in der Dresdner Kreuzkirche (Bild: C. Peters / flickr / cc by-sa 2.0)

Für Carsten Rentzing, den neuen Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, verstoßen Lesben und Schwule "gegen den Willen Gottes".

Nicht nur die Katholische Kirche hat ein grundsätzliches Problem mit Lesben und Schwulen, auch bei Deutschlands Protestanten kann man mit einer homophoben Einstellung noch Karriere machen. Mit Carsten Rentzing tritt am kommenden Wochenende zum ersten Mal seit Jahrzehnten ein evangelischer Landesbischof sein Amt an, der grundsätzliche Vorbehalte gegen "gelebte Homosexualität" hat – und diese offen äußert.

"Die Bibel sagt, dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht", erklärte Rentzing in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". "Diese Aussagen der Bibel machen es mir persönlich schwer, jemandem zu raten, dass er seine Homosexualität leben solle." Grund: Die Kirche könne keine Aussagen treffen, die vor dem Wort der Bibel keinen Bestand hätten.

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Rentzing gegen Lesben und Schwule im Pfarrhaus

Entsprechend sprach sich Rentzing gegen homosexuelle Pfarrer aus: "Deshalb hielte ich es für falsch, durch die uneingeschränkte Zulassung homosexueller Partnerschaften im Pfarrhaus das Signal zu setzen, dass Gott der Herr die homosexuelle Lebensweise für die Bestimmung dieser Menschen hält", sagte er im "Welt"-Interview. Als neuer Landesbischof werde er dennoch zu der sächsischen Regelung stehen, die homosexuelle Ortspfarrer bei Zustimmung der Gemeinde ausnahmsweise erlaubt. "Das gehört zu der Last, die ein Bischof tragen muss. Man steht dann für Dinge ein, bei denen man teilweise theologisch anderer Auffassung ist."

Als "Sünder" wollte Rentzing Lesben und Schwule auf Nachfrage der "Welt" nicht direkt bezeichnen: "Ich versuche, den Begriff der Sünde in diesem Zusammenhang zu vermeiden, weil man damit schnell beim moralischen Verwerfen bestimmter Lebensweisen ist", sagte der neue Bischof im Interview. "Ich habe hohen Respekt vor denen, die für sich persönlich sagen, dass sie gelebte Homosexualität vor sich und Gott vertreten können."

Die Gewissensfreiheit habe in der evangelischen Kirche eine große Bedeutung und werde respektiert, meinte der designierte Landesbischof. Er schob jedoch nach: Die Freiheit des Bekenntnisses werde eingeschränkt, "wenn Bedenken gegenüber der Homosexualität als rückständig dargestellt werden".

Carsten Rentzing wurde 1967 in West-Berlin geboren, seit 2010 ist er Pfarrer in Markneukirchen. Am 31. Mai 2015 wurde er in einer Stichwahl im sechsten Wahlgang einer Sondersynode knapp vor dem sächsischen Landesjugendpfarrer Tobias Bilz zum Nachfolger von Landesbischof Jochen Bohl gewählt, der in den Ruhestand geht. Seine Amtszeit beträgt zwölf Jahre. Am 29. August soll Rentzing in der Dresdner Kreuzkirche in sein Amt eingeführt werden. (cw)

Links zum Thema:
» Das Interview mit Carsten Rentzing in der "Welt"
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Tags: carsten rentzing, sachsen, evangelische kirche, landesbischof
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Reaktionen zu "Evangelischer Landesbischof gegen "gelebte Homosexualität""


 97 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
23.08.2015
09:28:47


(+11, 13 Votes)

Von David77


Gibt es noch eine bessere Werbung für den Atheismus?
Man muss sich nur die Vita dieses Id***** durchlesen und seine Mission dahinter:

"Die Treue zum Wort Gottes ist dem in Berlin geborenen Rentzing, der erst als Student zum Glauben fand, sehr wichtig."

Aha. Ein Konvertit also...

"Die Bibel den Menschen näherzubringen versuchte der zurückhaltend formulierende Hobby-Triathlet mit leicht asketischer Anmutung vor seiner Markneukirchener Zeit elf Jahre lang in einer Plattenbaugegend im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz. Da lernte er, wie schwierig die Mission in einer schon fast traditionell säkularen Gegend ist."

Darum geht es mal wieder. Um Mission.
Vielleicht kann er mal erklären, warum und wie er Leute missionieren will, wenn er sie hiermit vor dem Kopf stößt:

"Mich beschäftigt, was wir als Kirche ihnen mit auf den Weg geben können. (Wie wäre es einfach mit: "gar nichts!!?")
Können wir ihnen sagen, dass es aus dem christlichen Glauben keine Fragen an diese Lebensform gibt? Das können wir meines Erachtens nicht. Die Bibel sagt, dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht. Diese Aussagen der Bibel machen es mir persönlich schwer, jemandem zu raten, dass er seine Homosexualität leben solle."

Aber ihn missionieren wollen und raten in die Kirche einzutreten? Sehr clever...

"Dies anzusprechen, müssen wir Christen uns vorbehalten."

Und dem zu widersprechen muss man sich auch vorbehalten.

"Die Menschen haben die Kirche in Scharen verlassen, wir werden sie nur als Einzelne zurückgewinnen", sagt Rentzing und fügt hinzu, dass es für die Verbreitung des Glaubens "alle Stimmen in der Kirche" brauche. "Die politischen, die liberalen, die konservativen und evangelikalen."

Wie blöd muss man sein um zu schnallen, dass man damit einen Teil der Leute weiter vertreibt, bzw. man keinen Anlass zum Eintritt hat? Wozu überhaupt?!
Die Leute missionieren wollen und ihnen eine Bringschuld auferlegen?!


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#2
23.08.2015
09:32:51
Via Handy


(+8, 16 Votes)

Von Ehla


In der Bibel steht so viel Widersprüchliches, das kann jeder Bibelforscher und Religionsforscher bestätigen. Auf der einen Seite zum Morden aufrufen, andererseits sagen Du sollst nicht töten. In erster Linie ist die Bibel das Menschenwerk eines jahrtausendalten Patriarchats. Das ist ein großer Indikator dafür, dass Männer in der biblischen Geschichte sehr einseitig die Realität darstellen wollen. Es gibt zu diesem Gesamtwerk keine weiblichen Autoren, denn hätten Frauen bei der Bibel mitgewirkt, würde sie ganz anders aussehen. Homosexualität gibt es unter Männern und unter Frauen, so lange man denken kann. Das ist ganz normal für das Individuum Mensch. Religionen sind schuldig an Homophobie und Diskriminierung. Das wird im 21. Jahrhundert offen gelegt, doch Gottesflüsterer als Theologen und Priester halten stets fest an ihrer absolutistischen Wahrheit, für die in der Religionsgeschichte etliche Menschenleben bereits ausgelöscht wurden.


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#3
23.08.2015
09:43:28


(+10, 12 Votes)

Von Finn


Und ich bin gegen "gelebte Religion". Denn sie schafft Unfrieden, diskriminiert, lehnt demokratische Grundprinzipien und Grundrechte ab.

Wie schon Albert Einstein sagte:
"Die beiden größten Gefahren für das Überleben der Menschheit sind die Waffenindustrie und die Religion."


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#4
23.08.2015
09:48:39


(+14, 16 Votes)

Von Heiner


Da sieht man wieder mal, dass die Evangelen keinen Deut besser sind als die Katholen.

JEDE Religion basiert auf Unterdrückung, Totalitarismus und Ausschluss aller, die sich nicht beugen.

Gegen Hassprediger hilft nur eines:
Kirchenaustritt

Link zu www.kirchenaustritt.de


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#5
23.08.2015
09:50:18


(+14, 14 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von David77


endlich mal wieder ein deutliches wort aus den reihen der ekd..
man war ja regelrecht eingenebelt von den erfolgsnachrichten unserer sendebewussten segnungsmissioinarin, dass man den eigentlichen hintergrund der protestantischen kirche hinter lauter verschwult/lesbischen pfarrhäusern übersehen konnte.
Erweitert sich nun die gegenliste jener sprengel ohne segnungsangebote gegenüber unserer markus44hoffungsliste.

Und was die erfahrungen unserer missionare anbelangt, sind sie da in der tradition des urschöpfers dieser religion, des liebpredigenden -gewaltverheißenden paulus.
Auch so ein gewandelter konvertit und späterweckter.. zur verfolgung seiner feinde aufrufender.

Beiden gleich die erfahrung im "feindlich-abwehrenden umfeld, dass als gegenmaßnahme den radikalen weg zur mission herbeisehnt.

Aber wie auch immer, gut beobachtet david77: die sammeln sich nun auch in der ekd.. pegidagisten im namen der bibel.. die stoßen dann zum marsch fürs leben und zur bildungskampagne.

Markus44, schau auf die kommende Ekd88, der liberale lack blättert ab, der braune untergrund schimmert durch!
Ein wort zum sonntag:
Herr, lass deinen blitz in derern häuser fahren!


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#6
23.08.2015
09:52:34
Via Handy


(+14, 14 Votes)

Von habemus_plemplem
Profil nur für angemeldete User sichtbar


... als hätte Dresden nicht schon mehr als genug Probleme mit Leuten, die gerade die Rolle rückwärts machen! Wie will eine Kirche mit solchen Leuten an der Spitze glaubhaft an Aktionsbündnissen teilnehmen, die versuchen, den "besorgten Bürgern" (*hust!*) etwas entgegenzusetzen und ein "buntes Dresden" aufrecht zu erhalten?

Ich hätte da schon einen Slogan parat: "Die evangelische Kirche in Dresden: entschieden gegen Rechts - und gegen schwule Paare im Pfarrhaus!"

(Man verzeihe mir die Polemik.)

Wie traurig ist das für diese Stadt!


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#7
23.08.2015
09:54:04
Via Handy


(+6, 10 Votes)

Von Lawrence
Antwort zu Kommentar #2 von Ehla


Es ist ein Märchen zu glauben in der Bibel stünde, du sollst nicht töten. Wörtlich heisst es du sollst nicht morden.


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#8
23.08.2015
09:56:38


(+13, 13 Votes)

Von Felix


Sollten die nicht lieber Armut, Hunger und Ungerechtigkeit bekämpfen statt Liebe?

Was sind das nur für Menschen, die Liebe verachten und Hass predigen?!


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#9
23.08.2015
09:57:37


(+9, 9 Votes)

Von GeorgFalkenhagen
Aus Bremen
Mitglied seit 21.05.2010


Ziemlich rantzig der Rentzing
sagt der Rentner in mir dazu.


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#10
23.08.2015
09:59:25
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von Marc


Mit der Einstellung passt er doch prima ins braune Sachsen!


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