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  • 24.08.2015, 12:48h           21      Teilen:   |

Homo-Gegner argumentieren mit "Religionsfreiheit"

USA: Immer noch Widerstand gegen Ehe-Öffnung

Artikelbild
In Frankfort versammelten sich Homo-Gegner, um sich an die "guten, alten Zeiten" zu erinnern

In Kentucky gehen tausende Homo-Gegner gegen die Ehe für alle auf die Straße – auch im Präsidentschaftswahlkampf spielt das Thema nach wie vor eine Rolle.

Am Samstag haben nach AP-Angaben mehrere tausend Menschen vor dem Parlamentsgebäude von Kentucky in Frankfort gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht protestiert. An der von der "Family Foundation of Kentucky" organisierten Veranstaltung sprachen auch drei Standesbeamte, die sich gegenwärtig weigern, Homo-Paaren Ehescheine auszustellen. Sie begründen das mit ihrem christlichen Glauben, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiere.

"Ich brauche ihre Gebete, damit wir an dem festhalten können, an das wir glauben", erklärte die Standesbeamtin Kim Davis auf der Demo. Davis wurde von vier Homo-Paaren verklagt, denen sie unter Verweis auf ihre Religionsfreiheit einen Eheschein verweigert hatte. Ein Richter hat bereits angeordnet, dass die Standesbeamtin Ehepaare nicht aufgrund der sexueller Orientierung diskriminieren darf. Derzeit läuft aber noch ein Berufungsverfahren.

Die Organisatoren fordern, dass der Gouverneur mit einem Erlass christlichen Beamten erlaubt, Schwule und Lesben zu diskriminieren. "Die Beamten können ihr Gewissen nicht verletzen, indem sie eine ihrer Meinung nach unheilige Allianz autorisieren", sagte Kent Ostrander von der Family Foundation. Es gebe ja genug Standesbeamte, die keine Probleme mit der Homosexuellen-Ehe hätten. Er kritisierte heftig, dass der Supreme Court mit seinem Urteil zur Ehe-Öffnung im Juni "das Geburtsrecht vieler Amerikaner kaputt macht – das Recht auf Religionsfreiheit."

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Auch Thema im Präsidentschaftswahlkampf

Senator Ted Cruz verteidigt bei einem Wahlkampfevent, bei dem für auch für die Schweinefleischindustrie geworben wird, seine Ablehnung der Ehe für alle
Senator Ted Cruz verteidigt bei einem Wahlkampfevent, bei dem für auch für die Schweinefleischindustrie geworben wird, seine Ablehnung der Ehe für alle

Auch unter den 17 republikanischen Präsidentschaftsbewerbern bleibt die Ehe für alle Thema. Keiner dieser Kandidaten hat die Ehe-Öffnung befürwortet. Mehrere Kandidaten werben nun dafür, durch eine Änderung der Bundesverfassung Homosexuellen das Ehe-Recht wieder zu entziehen.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitag in Iowa stellte die lesbische Schauspielerin Ellen Page den republikanischen Senator Ted Cruz für eine geplante Dokumentation zur Rede. Der Senator, der vom republikanischen Parteichef in Iowa als "Kandidat Gottes" bezeichnet wurde, befürwortet ein Eheverbot für Homosexuelle in der Bundesverfassung.

Page kritisierte in dem mehrere Minuten langen Gespräch die homofeindliche Politik des texanischen Senators. Cruz verteidigte aber Geschäftsleute, die aus ihrer religiösen Überzeugung keine Schwulen und Lesben bedienen wollten – diese "bibeltreuen Christen" würden diskriminiert. Außerdem griff er die Demokraten an, weil sie nichts gegen die Terrororganisation IS und den Iran unternehmen würden, obwohl dort Homosexuelle exekutiert werden. Während des Gesprächs erkannte er die Fragestellerin offenbar nicht.

Youtube | Der Dialog zwischen Ellen Page und Ted Cruz

Für Donald Trump ist "alles entschieden"

Andere Kandidaten wollen das Thema der Ehe für alle dagegen hinter sich lassen: Der derzeit in Umfragen führende Bewerber, der Multimilliardär Donald Trump, sagte am Wochenende, dass alles entschieden sei: "Manche hoffen auf eine Verfassungsänderung, aber die wird nicht passieren. Der Kongress kann ja nicht einmal einfache Gesetze beschließen, geschweige denn so etwas. Jeder, der dieses Thema erwähnt, tut das aus politischen Gründen. Der Supreme Court hat doch schon entschieden."

Demokratische Strategen haben in den vergangenen Wochen erklärt, das Thema Ehe-Öffnung ansprechen zu wollen, um die Republikaner für nicht parteigebundene Wähler unattraktiver zu machen. Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten – allen voran die Favoritin Hillary Clinton und der Hauptherausforderer Bernie Sanders – betonen ihren Einsatz für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Allerdings verweisen LGBT-Aktivisten darauf, dass sich insbesondere Clinton erst in den letzten Jahren für die Ehe-Öffnung ausgesprochen hat, nachdem Umfragen erstmals eine Mehrheit dafür ausmachten. (dk)

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Tags: ehe für alle, standesbeamte, kentucky, donald trump, ellen page, ted cruz, präsidentschaftswahlkampf
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in den USA
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Reaktionen zu "USA: Immer noch Widerstand gegen Ehe-Öffnung"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
24.08.2015
13:04:59


(+4, 6 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Republican presidential candidates are complete and utter EVIL motherfuckers! No exceptions!


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#2
24.08.2015
13:11:46


(-8, 10 Votes)

Von Markus44


Auch wenn ich Donald Trump als ätzend empfinde, so hat er zumindest hier die richtige Entscheidung und Weitsicht getroffen. In der Tat, das Thema ist in den USA zugunsten homosexueller Paare entschieden.

Egal wer Präsident wird, an der Eheöffnung wird der kommende Präsident nicht mehr vorbeikommen und sie auch nicht wieder aufheben können. Das Thema ist "durch" in den USA.

Andere Themen sind dort aktuell daher viel interessanter im US-Wahlkampf:

* Illegale Einwanderung über die mexikanische Grenze
* Umgang mit dem Syrien-Konflikt
* Waffengesetze
* wirtschaftlicher Aufschwung

LGBT Themen sind im kommenden Wahlkampf kaum noch von Bedeutung und das ist gut so.


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#3
24.08.2015
13:32:59


(+6, 8 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #2 von Markus44


"Auch wenn ich Donald Trump als ätzend empfinde, so hat er zumindest hier die richtige Entscheidung und Weitsicht getroffen. In der Tat, das Thema ist in den USA zugunsten homosexueller Paare entschieden."

Donald Trump hätte in etwa ein ähnliches gesamtpolitisches Gespür wie Kim Jong-un. Da interessiert mich herzlich wenig, dass er zumindest einsieht, die gleichgeschlechtliche Ehe nicht mehr aufhalten zu können.

"Illegale Einwanderung über die mexikanische Grenze"

Das du das als erstes, angeblich pressierliches Problem der USA angibst zeigt erneut, wessen Geistes Kind du bist.

"LGBT Themen sind im kommenden Wahlkampf kaum noch von Bedeutung und das ist gut so."

Sagt er sehenden Auges, während die Republikaner das Thema weiterhin für sich schröpfen, wo sie nur können.

Mal abgesehen davon ist ein Zurückdrehen der Uhren prinzipiell immer möglich. Es gibt keinen Grund sich zurück zu lehnen. Aber naja, für dich ist das Thema durch und da kannst du dich natürlich schön dem Immigranten-Bashing widmen. Ist ja auch viel schöner wenn man sich nun endlich als vollwertiges Mitglied der "gesellschaftlichen Mitte" ansehen kann und nun endlich auch mit voller Wucht auf andere Minderheiten eintreten kann. Sehr christlich, doch ...


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#4
24.08.2015
13:34:45


(+3, 5 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Leider gibt es immer noch welche in den USA, die es einfach nicht kapieren wollen, daß der Supreme Court die Eheöffnung durchgesetzt hat! Wenn sich immer noch einige Standesbeamte weigern, LGBTI die Eheschließung vorzuenthalten, dann haben die schlichtweg ihren Beruf verfehlt und sollten sofort aus dem Dienst entfernt, sprich fristlos gekündigt werden.


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#5
24.08.2015
14:23:33
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Felix


Manche Leute können sich einfach nicht mit demokratischen Grundprinzipien abfinden und wollen ständig der ganzen Welt ihren Willen aufzwingen.


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#6
24.08.2015
16:16:53


(-3, 5 Votes)

Von Isaak


Das Thema und seine Rezeption im republikanischen Lager ist doch zum reinen Schaufechten geworden und lohnt die ganze Aufregung schon lange nicht mehr. Erzkonservative Kräfte und Kandidaten wie Huckabee und Cruz kokettieren ja mit ihren Sentenzen von göttlichen und weltlichen Gesetzen vor allem damit, weil sie nun mal kaum etwas zu verlieren haben. Für die Nominierung sind sie krasse Außenseiter und ihre einzige Chance besteht darin, möglichst schnell möglichst viel Momentum aufzubauen. Die Vorwahlen in Iowa sind dafür entscheidend; wenn da nicht ausreichend performt wird (je nach Kandidat 8-15%), dann kann die Kampagne aber mal ganz schnell wieder vorbei sein und die Wahlkampfgelder dem Konkurrenten zufließen. Also kokettiert man mit juristisch hanebüchenem Unfug, um das Profil zu schärfen - schließlich ist die Wählerschaft in Iowa in den Primaries extrem konservativ, ja, konservativer als selbst in den allermeisten Südstaaten (Ich meine, Nate Silver hat das letztens etwas ausführlicher beschrieben). Gegen "richterlichen Aktivismus" zu schimpfen oder - analog dazu - Planned Parenthood anzuprangern ist also nicht unbedingt eine Überzeugungstat sondern vielmehr ein wahltaktisches Manöver um die Gunst der Rednecks aus den Kornfeldern hinter Cedar Rapids zu erlangen.

Mit dem eigentlichen Hauptwahlkampf hat das nichts zu tun. Ich gehe nicht davon aus, dass das Thema dort überhaupt noch zur Sprache kommt. Selbst in den letzten Wahlkämpfen hat das kaum jemanden so recht interessiert; für die Strategen allenfalls ein Nischenthema neben (a) Wirtschaft, (b) Innerer Sicherheit und mit Abstrichen (c) Einwanderung. Und jetzt noch nicht mal mehr das. Man muss sich nur entsprechende Präferenzerhebungen anschauen...


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#7
24.08.2015
16:46:17


(+7, 7 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #6 von Isaak


ich denke nicht, dass dort ein paar tausend menschen vor einem parlamentsgebäude herumstehen, weil das alles "kein thema mehr" ist.

es geht doch nicht allein darum, was genau nun wirklich in ein eventuelles neues gesetz gegossen werden könnte. es geht darum, dass jede einzelne homofeindliche äußerung zu einem politischen gesamtklima beiträgt, in dem die würde einiger menschen als nicht nur verletzbar, sondern geradezu als verletzensWERT angesehen wird.

das soll kein thema und keine aufregung wert sein?

und wenn nur ein einziger queerer jugendlicher diese massendemo sieht oder einen dieser präsidentschaftskandidat_innen hetzen hört und sich deswegen noch ein weiteres jahr lang nicht traut, mit irgendjemandem über die gefühle zu reden, die sich in ihm aufstauen (von schlimmerem nicht zu reden), dann wäre es für mich grund genug, mich aufzuregen.


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#8
24.08.2015
17:01:14


(+4, 6 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von Markus44


Was soll das denn schon wieder?
Eine versteckte Wahlempfehlung für die Republikaner?
Genauso wie bei der CDU und AFD (pardon, "neue Lucke Partei") "ich wähle sie, ich wähle sie nicht, ich wähle sie..."?!

"Andere Themen sind dort aktuell daher viel interessanter im US-Wahlkampf: * Illegale Einwanderung über die mexikanische Grenze "

Da iss ja wieder das Lieblingsthema...

Was ist mit der jahrhundertelangen illegalen Einwanderung über den Atlantik? Ist das auch ein Interessantes Thema?

Youtube-Video:


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#9
24.08.2015
17:12:39


(-8, 10 Votes)

Von Daniel Flaccus


Ich sehe das Thema etwas differenzierter:

Man bedenke man lebt in den USA:

a) Zum einen ist schon alles entschieden , da LGBT's auch Kuchen gebacken bekommen müssen von Bäckern , selbst wenn es gegen den Glauben der Bäcker verstießt und man am Liebsten nur Mann+Frau heiraten sehen möchte.
Queer.de berichtete darüber, dass das Gericgt geurteilt hat , dass Bäcker auch LGBT's Kuchen verkaufen etc. müssen.

Schlussfolgerung wie das Oberste Gericht entscheiden würde: Also dürfen auch andere aus religiösen Gründen od. persönlichem Glaubem LGBT's etwas verweigern.

b) Ich bin gegen die Todesstrafe und auch Abtreibungen möchte ich nicht gerne privat unterstützen , da es meinen persönlichen Glauben widerspricht.Also ich möchte auch nicht , dass meine Steuern für die Todesstrafe verwendet werden , was in den USA durchaus
häufig diskuttiert wird. Glaubensgemeinschaften möchten die Todesstrafe nicht mit Geldern unterstützen , Politiker, Organisationen etc.

Schlussfolerung: Also dürfen auch Bäcker aus religiösen /persönlichen Glauben LGBT's Kuchen verweigern.

Also es zeigt sich so einfach ist das Thema wirklich nicht abgehakt. Sehr wahrscheinlich wird ein oberstes oder das Oberste Gericht doch noch mal überprüfen müssen , was verfassungswidrig od. konform ist.


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#10
24.08.2015
17:17:45


(+9, 9 Votes)

Von Peer


Wie kann man nur so fanatisiert und vom Hass zerfressen sein, dass man demonstriert, weil andere Menschen nicht mehr diskriminiert werden sollen?!

Da kann ja mal wieder nur religiöser Fanatismus hinter stecken...


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