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Auf Grindr können sich Männer seit 2009 zu erotischen Abenteuern verabreden - das lockt auch Kriminelle an

Zwei Männer sitzen hinter Gittern, weil sie einen Mann auf Grindr erpresst hatten. Sie drohten, die Ehefrau ihres Opfers über seine Aktivitäten auf der schwulen Dating-App zu informieren.

Ein Gericht im südwestenglischen Swindon hat zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt, weil sie einen Nutzer der schwulen Dating-App Grindr erpresst hatten. Der 29-jährige Daniel E. erhielt nach Angaben der Zeitung "Daily Mirror" zwei Jahre und zehn Monate Haft, sein Komplize, der 30-jährige Kristofer W., wird ein Jahr und acht Monate absitzen müssen.

Die beiden Männer hatten ihre Tat zugegeben. Demnach hatten sie mit ihrem Opfer eindeutige Bilder und Mitteilungen ausgetauscht. Danach fragten sie den Mann, ob er mit einer Frau verheiratet sei. Als der nichtsahnende Grindr-Nutzer das bejahte, verlangten die Täter 2.000 Pfund (2.700 Euro). Ansonsten würden sie die Daten an die Ehefrau weiterleiten.

Am Ende händigte der Mann den Erpressern 1.500 Pfund (2.050 Euro) aus. Später alarmierte der Erpresste allerdings die Polizei, die schnell die Männer identifizierte und verhaftete. Im Auto einer der Täter konnten Beamte noch Ausdrucke der Gespräche sicherstellen. Richterin Maria Lamb erklärte, das Opfer sei durch die Erpressung sehr verzweifelt gewesen.

Androhung des Outings ist ein Hassverbrechen

"Dieser Fall zeigt, dass Homophobie selbst dort existiert, wo man sie am wenigsten vermutet", erklärte Chefanklägerin Kate Lewis nach der Urteilsverkündung. "Die Täter haben verstanden, wie heikel die Situation für das Opfer ist. Das haben sie auf grausame Art und Weise ausgenutzt". Der Fall sei daher als Hassverbrechen gewertet worden, was zu einem höheren Strafmaß geführt habe.

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Fälle von Erpressung aufgrund der sexuellen Orientierung. So wurden letztes Jahr in Osnabrück zwei Männer zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie einem Arzt gedroht hatten, dessen sexuelle Orientierung seinem Arbeitgeber mitzuteilen (queer.de berichtete). (dk)



#1 Patroklos
#2 miepmiep
  • 24.08.2015, 16:49h
  • 3 Aspekte:

    - "Outing" sollte wirklich bald ein Wort fürs HISTORISCHE Wörterbuch werden; wenn Akzeptanz und Respekt sexueller Vielfalt wirklich irgendwann selbstverständlich sein könnten, wären dann solche Erpressungsversuche (besonders bzgl. eines angedrohten 'Outings' an ARBEITGEBER - wie die RKK oder z.B. die sächsische ev.luth. Landeskirche(?)) völlig sinnlos und unmöglich.

    - Mit einem Coming Out kommt jede_r queer*e Mensch schon heute diesem Wahnsinn (wie im o.g. Beispiel) entgegen... proaktiv, befreiend, zum Selbstschutz und als Vorbild für Andere--- ....auch wenn dieser Weg riskant und schwierig sein mag... MEHR MUT ZU OFFEN EINGESTANDENER UND BEJAHTER BISEXUALITÄT, auch in monogamen Mann*-Frau*-Beziehungen!!!

    - Homophobe Hassverbrechen werden in Deutschland einfach noch gar nicht genügend als solche juristisch "anerkannt" und geahndet, das ist leider ein Problem.
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