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Die DAH fordert, dass sich Deutschland besser um Flüchtlinge kümmert

  • 26. August 2015, 15:33h, Noch kein Kommentar

Die Deutsche Aids-Hilfe hat am Mittwoch angekündigt, sich verstärkt für die Menschenrechte von Flüchtlingen zu engagieren.

Unter dem Motto "#Refugees welcome – wir sind dabei!" will sich die DAH für eine "erhebliche Verbesserung der Gesundheitsversorgung" von Flüchtlingen einsetzen. Durch wachsende Flüchtlingszahlen – dieses Jahr wird mit 800.000 Asylbewerbern in Deutschland gerechnet – und einen hohen Anteil von Asylsuchenden aus Ländern mit hoher HIV-Prävalenz werde das Thema dringender.

"Da HIV in vielen Herkunftsländern ein Tabu ist und HIV-Positive dort massiv ausgegrenzt werden, haben die Menschen meist große Angst, sich zu offenbaren. Anderen ist nicht bekannt, dass man Aids heute mit Medikamenten verhindern kann. Und wieder andere wissen nicht einmal, dass sie infiziert sind", erklärte DAH-Vorstandsmitglied Ulf Hentschke-Kristal. Diese Menschen müssten würdig empfangen werden. "Wir sind überzeugt: Deutschland kann das! Die wachsende Hilfsbereitschaft wollen wir mittragen. Hass, Rassismus und Gewalt treten wir entschieden entgegen", so Hentschke-Kristal.

Die Deutsche Aids-Hilfe kritisiert unter anderem, dass in Bayern und Sachsen neu angekommene Asylbewerber weiterhin auf HIV zwangsgetestet werden. HIV-positive Flüchtlinge hätten aber trotzdem kein Anrecht auf eine antiretrovirale Behandlung.

Flüchtlinge landeten zumeist in überfüllten Massenunterkünften. "Ihnen steht nur eine medizinische Notfallversorgung zu, eine angemessene psychologische Unterstützung fehlt meist. Manche finden zudem nicht den Weg in HIV-kompetente Einrichtungen, weil sie nicht in Großstädten untergebracht sind und Arztbesuche nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vom Sozialamt genehmigt werden müssen", so Hentschke-Kristal, die vor einer drohenden humanitären Katastrophe warnte. "Nicht selten hält Angst vor Stigmatisierung Menschen davon ab, sich testen, beraten und behandeln zu lassen."

Viele lokale Aids-Hilfen müssten sich zudem um zutiefst traumatisierte Menschen kümmern. "Wir sind längst an der Grenze unserer Belastbarkeit", erklärte etwa Natalie Rudi, die Geschäftsführerin der Aids-Hilfe Oberhausen. (dk)