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  • 28.08.2015, 16:22h           179      Teilen:   |

Homophobe User-Kommentare

Umgang mit Hass auf Facebook: Kahrs kritisiert "Enough is Enough"

Artikelbild
Der SPD-Politiker Johannes Kahrs ist seit 1998 stets direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Hamburg-Mitte (Bild: SPD Hamburg)

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs spricht sich gegen "öffentliche Pranger" und eine "Verfolgung durch private Aktivisten" aus.

Die lebendige Community-Diskussion über den Umgang mit homophoben Hasskommentaren auf Facebook und Co. hat die Politik erreicht. In einer Pressemitteilung (PDF) vom Freitag übte Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen, indirekt Kritik an der Initiative "Enough is Enough".

Die Facebook-Gruppe mit über 70.000 Fans sucht im Netz gezielt nach homophoben Äußerungen, bringt diese aber nicht nur zur Anzeige, sondern schaltet teilweise auch die Arbeitgeber der Verfasser ein und macht sie mit vollem Namen, Profilbild und weiteren Details einer breiteren Öffentlichkeit zugängig. Das Engagement von "Enough is Enough" hatte am Dienstag zur Entlassung von zwei jungen Erwachsenen geführt (queer.de berichtete).

Fortsetzung nach Anzeige


Politik und Polizei seien gefragt, nicht "private Aktivisten"

Das Problem von Hasskommentaren erkannte auch Kahrs: "Auch Lesben und Schwule müssen seit Langem damit leben, dass ihnen offener Hass, Beleidigungen und sogar Morddrohungen aus den Netzwerken entgegenschlagen", heißt es in seiner Pressemitteilung. Doch er schlägt andere Lösungen vor: "Wir sind als Gesellschaft aufgefordert, Wege zu finden, um dieser Tendenzen Herr zu werden", so der SPD-Politiker. "Eine Verfolgung durch private Aktivisten inklusive Veröffentlichung der Namen der Täter, wie sie erst kürzlich einem breiteren Publikum bekannt geworden ist, kann nicht die passende Antwort sein."

Anstatt eines "öffentlichen Prangers" müssten Politik und Strafverfolgungsbehörden "wirksame Strategien entwickeln, um zum Beispiel die Anzeige einer Internetstraftat einfacher zu gestalten", forderte der Bundestagsabgeordnete. Zudem müsse die Polizei personell so ausgestattet sein, dass sie den Hinweisen aus dem Netz "auch angemessen nachgehen kann".

Kahrs kritisierte allerdings auch Facebook: "Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Hassbotschaften nur halbherzig bis gar nicht gelöscht werden, obwohl diese ganz eindeutig in den Facebook-Gemeinschaftsrichtlinien benannt sind." Der Politiker aus Hamburg forderte Beratungen auf europäischer Ebene, "wie amerikanische Unternehmen nach dem Marktortprinzip dazu verpflichtet werden können, europäische Gesetze unter anderem zu Hassreden einzuhalten". (cw)

Mehr zum Thema:
» Hetero-Pärchen nach homophoben Posts gefeuert (27.08.2015)
» Kommentar: Berufsverbot für Homophobe? (27.08.2015)
Extra-Umfrage: Wie reagiert man am besten auf Hasskommentare auf Facebook? (Ergebnis)

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Tags: hasskommentare, enough is enough, facebook, internetpranger
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Reaktionen zu "Umgang mit Hass auf Facebook: Kahrs kritisiert "Enough is Enough""


 179 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
28.08.2015
16:39:18


(+17, 19 Votes)

Von Selbstkritik


Richtig, der Rechtsstaat hat versagt. Es ist Zeit, dass die CDU/SPD Regierung hier endlich tätig wird, damit solche Initiativen überhaupt nicht mehr nötig sind. Ein Armutszeugnis für CDU und SPD und Herrn Kahrs bisher hier nicht angemessen reagiert zu haben. Vor allen Dingen verstehe ich die Äußerungen von Herrn Kahrs als berechtigte Selbstkritik. Nun mal geschwind Herr Kahrs geeignete Maßnahmen in der Koalition umsetzen und nicht immer so lahmarschig und nicht weiterhin auf Muttis Bauchgefühl hören.


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#2
28.08.2015
16:44:31


(+15, 19 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


"Politik und Polizei seien gefragt, nicht "private Aktivisten""

Dann aber los, Kahrs! Ehe-Öffnung und umfassender Diskriminierungsschutz SOFORT, sonst kannst du dir deine Kritik ... an den Hut stecken!

"Eine Verfolgung durch private Aktivisten inklusive Veröffentlichung der Namen der Täter, wie sie erst kürzlich einem breiteren Publikum bekannt geworden ist, kann nicht die passende Antwort sein."

Auch für dich noch mal, Kahrs: Über die beiden Täter ist NICHTS veröffentlicht worden, was die nicht schon vorher völlig freiwillig auf Facebook veröffentlicht hatten. Aber OK, spätestens seit dem "100 % Gleichstellung nur mit uns!"-Debakel wissen wir ja, dass es deine Truppe mit der Ehrlichkeit nicht so genau nimmt.

"Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Hassbotschaften nur halbherzig bis gar nicht gelöscht werden, obwohl diese ganz eindeutig in den Facebook-Gemeinschaftsrichtlinien benannt sind."

LOL! Die Dimensionen eines sozialen Netzwerks wie Facebook sind dir offensichtlich absolut nicht klar, Kahrs. Ich nehme an als nächstes kommt dann die Forderung von dir und deiner Truppe, Facebook zu verbieten, weil dort Hassbotschaften nicht schnell genug gelöscht werden!
Jahaaa, ganz tolle Idee! Vor allem weil das Löschen von Kommentaren oder verbieten von sozialen Netzwerken (noch lauteres LOL) ja auch so viele Probleme löst ... NICHT! Aber egal, Hauptsache ein wenig Augenwischerei betrieben anstatt echter Lösungen. SPD halt!


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#3
28.08.2015
16:51:28


(+14, 16 Votes)

Von Fakten


1.
Von einem Pranger kann keine Rede sein:
Die Frau hat ihre Mordaufrufe in der Öffentlichkeit kundgetan. Für die Öffentlichkeit hat sie also selbst gesorgt.

Wer Dinge auf Facebook veröffentlicht, darf sich nicht wundern, wenn andere das auch sehen und wenn das auch weitergeleitet und kommentiert wird. DAS ist die Idee hinter sozialen Netzwerken...

Oder ist jetzt schon jemand, der Mordaufrufe veröffentlicht das arme Opfer, während die Leute, die das kritisieren die ach so bösen sind?

2.
Hier hat kein Aktivist irgendwen privat verfolgt. Es wurde ein Mordaufruf veröffentlicht und dann wurde das den zuständigen Ermittlungsbehörden weitergegeben, damit die sich darum kümmern. Genauso ist das im Rechtsstaat vorgesehen.

Wenn Herr Kahrs die Anzeige von Straftaten (also die Weiterleitung an die zuständigen Behörden) als "Pranger" oder "Verfolgung" ansieht, frage ich mich, was der für ein merkwürdiges Demokratie-Verständnis hat.

3.
Auch die Weiterleitung an den Arbeitgeber war unumgänglich: denn sie machte schließlich eine Ausbildung als Altenpflegerin. In diesem Beruf hätte sie auch irgendwann schwule und lesbische Senioren pflegen müssen. Also gerade die Leute, die sie tot sehen will. Will man wirklich Leute mit solchen Mordphantasien auf wehrlose Senioren loslassen?

Das sind genau die Fälle, die irgendwann als Schlagzeile in der Zeitung stehen und wo dann alle scheinheilig fragen, ob das keiner vorher gemerkt hat und warum da niemand schon lange vorher eingeschritten ist. Aber wenn man da vorher einschreitet, haben dieselben Leute auch was zu mosern.

Will Herr Kahrs wirklich Leute mit Mordphantasien auf Senioren loslassen?

Würde Herr Kahrs auch Pädophile als Kindergärtner einstellen?


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#4
28.08.2015
16:54:10


(+14, 16 Votes)

Von 123i


So wie die Homo-Hasser mit uns jahrzehntelang umgegangen sind, sollen wir da jetzt wollen, dass Homo-Hasser, die Homosexuellen den Tod wünschen im Job mit homosexuellen Menschen konfrontiert werden und diese homosexuellen Menschen einer Gefahr aussetzen, dass die weiterhin ihren Job ausüben?

Ich finde ganz klar nein.

Wer Volksverhetzung betreibt sollte seinen Job verlieren.


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#5
28.08.2015
16:56:18


(+15, 17 Votes)

Von Sveni Mausi


Unglaublich aber wahr!
Ich kann allen 3 Kommentaren vor mir zustimmen.


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#6
28.08.2015
16:56:42


(+13, 17 Votes)

Von Marco6
Aus MAnnheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 26.08.2015


Ausgerechnet kahrs, der rechtskräftig wegen telefonterrors gegen eine Kollegin verurteilt worden ist, spielt sich hier als oberdemokrat und Europa verpflichteter Staatsmann auf. Kahrs ist doch schon mit Silberlöffeln in den Händen auf die Welt gekommen, der weiß gar nicht, wie nicht-privilegierte schwule unter homophobie leiden müssen.
Die von enough is enough als homophob geouteten haben immerhin die Möglichkeit den Rechtsweg zu beschreiten und sich mit Mitteln des rechtsstaates gegen vermeintliches oder tatsächliches Unrecht zu wehren.


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#7
28.08.2015
16:57:00
Via Handy


(+17, 21 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich spreche Herrn Kahrs jegliche Legitimation ab Enough is Enough zu kritisieren solange er selbst einer homophoben Regierung angehört die weder ein Verbot von Homoheilern durchsetzt noch die Ehe öffnet, noch uns vor alltäglichen Diskriminierung wirksam schützt.

Es ist wirklich genug! Weiter so EiE, ihr handelt vollkommen richtig und mit der breiten Unterstützung der Community.


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#8
28.08.2015
16:57:36


(+14, 20 Votes)

Von Heiner


> Politik und Polizei seien gefragt,
> nicht "private Aktivisten"

Tja, Herr Kahrs,

wenn sie und ihre Partei nicht Bildungspläne verschieben oder gar verhindern würden, um sich bei der Union oder irgendeinem rechten Mob auf der Straße einzuschleimen, gäbe es vermutlich tatsächlich weniger junge Leute mit solchem Gedankengut.

Aber da sie das leider nicht tun...

Ihre Partei unterstützt die Union ja sogar dabei, dass homophobe Gewalttaten und Mobbing nicht mal statistisch erfasst werden, damit nur ja niemand die wahren Dimensionen erkennen kann. Und das in einem Land, wo ansonsten jeder Fliegenschiss statistisch erfasst werden.

Sie haben recht: die Politik ist gefragt. Aber wenn die Politik untätig bleibt, muss man halt (u.a. um Senioren vor mordlüstigen Betreuungspersonal zu schützen) die Sache selbst in die Hand nehmen.

Im übrigen hat ja niemans Selbstjustiz verübt, sondern es wurde nur Anzeige gegen strafrelevante Aussagen (Aufruf zum Mord) erstattet. Also der in einer Demokratie übliche Ablauf. Sie wissen schon: Demokratie - das wofür die SPD auch mal stand...

Was soll man denn ihrer Meinung nach stattdessen machen? Nichts unternehmen? Die Frau auf wehrlose Senioren loslassen? Schlagen sie doch mal vor, was statt der Anzeige ihrer Meinung nach angebracht gewesen wäre?


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#9
28.08.2015
16:57:54


(-11, 19 Votes)

Von menschlich


hass???
na ja, hass ist auch eine meinung, nur eine unhöflich formulierte ist menschlich eben.

ausserdem wird es hass immer geben, sonst würden wir in einer gesellschaft leben, wo gewisse gefühle generell verboten sind

wer zb vor sex zwischen männern ekel empfindet, darf das ruhig auch sagen, ganz egal ob das dem zeitgeist und der mainestream-meinung entspricht oder eben nicht.


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#10
28.08.2015
16:59:15


(+11, 17 Votes)

Von 56789


Herr Kahrs ist die Hämorrhoide der SPD.

Vor der Bundestagswahl 2013 hat er im Plenum des Bundestages auf das Rednerpult gehauen und laut gebrüllt, dass der Ausschluss gleichgeschlechtlicher Paare vom Recht auf Eheschließung verfassungswidrig und menschenrechtswidrig und eine nicht hinnehmbare Diskriminierung ist.

Nach der Bundestagswahl 2013 redet er die Diskriminierung, die seitdem auch von der SPD zu verantworten ist, klein.

Mehr Widerspruch geht nicht.


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