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Zufriedene Verleger: Ilona Bubeck und Jim Baker veröffentlichen bis zu 15 Neuerscheinungen pro Jahr (Bild: Sergio Vitale)

250 Bücher haben Ilona Bubeck und Jim Baker in Deutschlands erstem und einzigem lesbisch-schwulen Buchverlag seit 1995 veröffentlicht.

Die Zeit war reif. Als Jim Baker und Ilona Bubeck 1995 beschlossen, Deutschlands ersten lesbisch-schwulen Buchverlag zu gründen, waren beide von dem günstigen Zeitpunkt überzeugt. "Es war politisch an der Zeit, dass Lesben und Schwule nicht mehr getrennte Wege gehen, sondern aufeinander zugehen und schauen, welche gemeinsamen Ziele sie haben", so Bubeck.

Beide Branchenkenner, die bereits viele Jahre Erfahrungen im Buchhandel sowie im Verlagswesen gesammelt hatten, ließen sich nicht abschrecken von den Hürden, die eine Neugründung häufig präsentiert. Und nun, 20 Jahre und 250 Bücher später, freuen sie sich umso mehr, dass ihr Idealismus, Engagement und ihre Ausdauer sich ausgezahlt haben.

Ein schwul-lesbisches Gemeinschaftsprojekt

Dass sich ein Verlag ausdrücklich als schwul-lesbisches Gemeinschaftsprojekt versteht, war im Gründungsjahr 1995 eine Besonderheit – und ist es bis heute auf dem deutschen Buchmarkt geblieben. Rund zwölf bis 15 Neuerscheinungen entstehen Jahr für Jahr in den Verlagsräumen im Schöneberger Akazienkiez; seit nunmehr 20 Jahren bereichert der Berliner Querverlag die deutsche Literaturszene mit anspruchsvoller und zugleich unterhaltsamer Belletristik und Sachbüchern zu lesbisch-schwulen Themen.

Das Programm konzentriert sich seit Gründung auf die Entdeckung und Förderung deutschsprachiger Autoren und Autorinnen. Romane machen einen Großteil der Programmpolitik aus: erfolgreiche Autorinnen und Autoren wie z.B. Karen-Susan Fessel, Stephan Niederwieser, Tania Witte, Jan Stressenreuter und Corinna Waffender. Doch auch Sachbuch-Bestseller wie der lesbische Sexratgeber "Schöner Kommen!" von Manuela Kay und Anja Müller oder "Out! – 800 berühmte Schwule, Lesben und Bisexuelle" von Axel Schock und Karen-Susan Fessel haben gezeigt, dass es durchaus kommerzielle relevante Themen gibt, die über eine lesbisch-schwule Nische hinausgehen.

Der Sachbuchbereich umfasst Ratgeber und Nachschlagewerke bis hin zu wissenschaftlicher Grundlagenliteratur. Von der Krimi-Reihe "quer criminal" und akademischen Standardwerken wie Anne-Marie Jagoses "Queer Theory – Eine Einführung", Ratgeber wie Stephanie Gerlachs "Regenbogenfamilien" oder Titel über lesbisch-schwule Geschichte wie Lutz van Dijks "Einsam war ich nie – Schwule unter dem Hakenkreuz 1933-1945" dokumentiert mittlerweile die ganze Bandbreite queerer Lebenswelten und Geschichte.

Jim Baker meint dazu: "Grundsätzlich wollen wir Debatten fördern, deutschsprachigen Autoren und Autorinnen ein Forum bieten, queeres Leben in vielfältiger literarischer Form spiegeln und so auch für alle Leserinnen und Leser sowohl auf spannende, unterhaltsame als auch auf literarisch anspruchsvolle Weise erfahrbar machen." (cw/pm)