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Auf Instagram zeigt Sam Stanley auch künstlerisches Talent (Bild: samstannerz/Instagram)

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen outet sich in England ein prominenter Rugby-Spieler.

Der englische Rugby-Profi Sam Stanley hat sich in einem Interview mit der "Sunday Times" als schwul geoutet – als erster aktiver Spieler im sogenannten Rugby Union. Erst vor zwei Wochen hatte mit Keegan Hurst ein Spieler aus der weniger populären Rugby League sein Coming-out, ebenfalls durch ein Interview mit einer Sonntagszeitung (queer.de berichtete).

Stanley erklärte, dass ihm das Coming-out nicht leicht gefallen sei. In der Vergangenheit habe er sogar an Selbstmord gedacht, weil er Angst vor einem abrupten Karriereende gehabt habe. "Ich stand vor ungefähr vier oder fünf Jahren auf einer Brücke und habe auf eine Autobahn in [der Grafschaft] Essex gestarrt", sagte der 23-Jährige. "Rückblickend scheint die Idee albern, aber ich dachte damals, dass ich so den Schmerz loswerden kann." Nun glaubt er, dass in wenigen Jahren die Homosexualität im Rugby kein Thema mehr sein werde – es müssten sich nur genug Schwule outen.

"Ich dachte, dass das nur eine Phase ist"

Mit zehn oder elf Jahren habe er bemerkt, dass er anders ticke als seine Freunde, erklärte Stanley weiter. "Ich wollte das nicht akzeptieren", sagte der Profisportler. "Ich hatte eine Freundin und dachte, dass das wohl nur eine Phase ist."

Als Teenager heuerte Stanley 2010 beim Team Saracens F.C. im Norden Londons an, spielt aber inzwischen beim West-Londoner Ealing Trailfinders Rugby Club, einem Zweitligisten. Seit 2014 ist er auch für mehrere Turnieren in die englische Nationalmannschaft berufen worden.

Der Sohn einer Engländerin und eines Samoaners stammt aus einer Rugby-Familie. Sein Onkel gewann in den Achtzigerjahren mit Neuseeland die Rugby-WM, außerdem spielt sein Bruder für die Nationalmannschaft von Samoa.

Im britischen Rugby hat es bereits mehrere Coming-out gegeben. 2009 machte der walisische Superstar Gareth Thomas den Anfang (queer.de berichtete). Zwei Jahre später outete sich ein walisischer Spieler, damals unter Vertrag bei einem Rugby-Union-Fünftligisten aus Bristol (queer.de berichtete). Als erster Schwuler hatte sich bereits 1995 den australische Rugby-League-Spieler Ian Roberts geoutet. (dk)



#1 Patroklos
  • 31.08.2015, 12:20h
  • Herzlichen Glückwunsch zum Coming-Out und ich hoffe, es werden noch weitere Sportler in diesem Jahr aus dem Schrank heraustreten!
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#2 123456Anonym
  • 31.08.2015, 12:29h
  • "spielt [...] beim West-Londoner Ealing Trailfinders Rugby Club, einem Zweitligisten"

    Und wieder ist es kein Coming Out eines AKTIVEN Spielers in der ERSTEN Liga.
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#3 David77Anonym
  • 31.08.2015, 12:56h
  • Antwort auf #2 von 123456
  • MECKER MECKER MECKER!!!!
    Für manche ist das Glas immer halbleer!

    Dass sich durch diese laufenden Coming Outs irgendwann wahrscheinlicher wird, dass sich jemand von weiter oben outet, und dass man das irgendwann schulterzuckend zur Kenntnis nimmt und irgendwann die Normalität eintritt, für die man lange kämpft, erschließt sich dir nicht??
    Genau wegen dieses Gemeckers outen sich die Leute eben NICHT. Welchen Anlass zu outen sollen die denn haben, wenn nach dem Outing wieder das Gemecker losgeht und man es doch nicht Recht machen kann?! Dann lässt man es lieber!
    Hätte sich jetzt jemand von einer Liga drunter geoutet, ginge das Gemecker los, weshalb sich keiner von der 2. Liga outet.
    Wenn sich dann ein Aktiver von der ersten Liga outet, dann wird wahrscheinlich gemeckert, dass es nur ein Ersatzspieler ist, und nicht der Kapitän oder sonstwer...
    Tolle Unterstützung und tolle Logik!
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#4 34567890Anonym
  • 31.08.2015, 13:49h
  • Antwort auf #3 von David77
  • Das hat nichts mit Meckern zu tun.

    Das hat etwas mit analytischer Beobachtung zu tun. Kritisieren tu ich ja nichts. Ich schreibe einfach nur was mir auffällt.

    Bei jedem Coming Out stellt sich regelmäßig heraus, dass es sich immer entweder nicht um einen AKTIVEN Spieler oder nicht um einen ERSTLIGASPIELER handelt.

    Ich finde es ist aber nichts besonderes, wenn sich inaktive Spieler oder Spieler niedrigerer Ligen outen.

    Mediale Aufmerksamkeit bekam besonders das Coming Out von Michael Sam in den USA. Er war im Moment des Coming Outs aber kein Erstligaspieler. Die St. Louis Rams wählten ihn zwar später. Somit war Sam zwar kurzzeitig und aber auch nur formal der erste offen homosexuelle, "aktive" Profi in der NFL. Aber von Aktivität kann dann doch irgendwie nicht die Rede sein, denn gespielt hat er in der NFL kein einziges Spiel. Denn er wurde kurz vor Saisonbeginn wieder entlassen. Im September 2014 nahmen ihn die Dallas Cowboys zwar in ihrer Trainingsgruppe für kurze Zeit unter Vertrag. Aber auch da wurde er schon im Oktober 2014 wieder entlassen. Er hat somit kein einziges offizielles NFL-Spiel bestritten.

    Hitzlsperger hat sich erst nach Karriereende geoutet.

    Und so weiter...

    Wer es nicht auffällig findet, dass es im Moment des Coming Outs immer nur entweder kein AKTIVER Spieler oder kein Spieler eines ERSTLIGISTEN ist, der sollte mal kurz darüber nachdenken, dass die Häufung dieses Fakts kein Zufall sein kann, sondern System hat.

    Wenn ich etwas kritisieren würde, dann höchstens der fehlende Mut der aktiven Erstligaspieler sich zu outen.
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#5 MarekAnonym
  • 31.08.2015, 14:40h
  • Schön, dass immer mehr Sportler dieses unsägliche Schmierentheater der Selbstverleugnung beenden.

    Erst nach dem Outing wissen diese Leute, was sie sich all die Jahre angetan haben und was sie alles verpasst haben...
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#6 SmartakusProfil
  • 31.08.2015, 15:40hMöhnesee
  • Weiß eigentlich jemand welche Erfahrungen Keegan Hurst nach seinem Coming-out gemacht hat? Auch wie es mit Sam Stanley weitergeht würde mich interessieren. Aufjeden Fall toll die Beiden!
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#7 dem MarktAnonym
#8 Opa HoppenstedtAnonym
#9 Miguel53deProfil
#10 giliattAnonym
  • 01.09.2015, 00:50h
  • Das COMING OUT ist immer eine sehr persönliche Entscheidung.

    Egal, ob ich irgendwo als (schwules) "Bürschlein-Normalverbraucher" in der Pampa lebe, oder durch meinen Sport weltweit bekannt geworden bin: Niemand hat das Recht, Einzelheiten über mein Privatleben zu erfahren.
    Wenn ich mich oute, dann ist das das Ergebnis eines Reifeprozesses, der mich stabilisiert und mir die Ausgangsposition ermöglicht, von der aus ich meine Lebensansichten angehen und verteidigen kann.

    Niemand hat das Recht, ein Outing von mir einzufordern oder zu wähnen, dass ich mich - aus Karrieregründen vielleicht - "zu spät" outen würde.
    Wenn der damals achtzehnjähriger Sam Stanley sich von einer Brücke stürzen will, ist das keineswegs albern, sondern dokumentiert, was uns schwulen Teenagers in vermeintlich auswegloser Situation vorschwebte.

    Seine offenen Darlegungen zeigen nämlich, wie schwer ein coming-out ist. Erinnern mich (58), wie schwer es mir fiel, mich meiner Familie gegenüber zu outen.

    Bestätigt mich in meiner Meinung, dass Outing ein ganz ganz ganz persönlicher Akt ist, den wir als Promi-Unterstützung für die Schwulenbewegung nicht einfordern können und dürfen.

    Respekt gebührt all den (promi)-bekannten Leuten, die es dennoch tun...
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