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  • 02.09.2015, 06:45h           21      Teilen:   |

Sexualkunde

Studie: Große Mehrheit für LGBT-Aufklärung in der Schule

Artikelbild
Zumindest in der Mittel- und Oberstufe ist der Regenbogen bereits willkommen (Bild: Gays With Kids)

Nach einer neuen YouGov-Umfrage lehnen es nur sechs Prozent ab, dass Homosexualität im Sexualkundeunterricht erwähnt wird.

Was sollte im Sexualkundeunterricht behandelt werden und wann? Dies war das Thema einer neuen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov in Deutschland. Befragt wurden 1.207 Personen im Zeitraum vom 28. August bis 1. September 2015.

Das wichtigste Ergebnis: Nur ein kleiner Anteil der Befragten ist grundsätzlich dagegen, LGBT-Lebensweisen in der Schule zu thematisieren. Für sechs Prozent gehört Homosexualität nicht in den Sexualkunde-Lehrplan, sieben Prozent wollen den Kindern Transsexualität verschweigen.

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Große Vorbehalte gegen Aufklärung in der Grundschule

Sehr unterschiedliche Antworten gab es jedoch auf die Frage, ab wann man LGBT-Lebensweisen im Sexualkundeunterricht zum Thema macht. Nur für acht Prozent gehört Homosexualität in die Grundschule (bis Klasse 4), für 31 Prozent in die Unterstufe (Klasse 5-6) und bei 38 Prozent in die Mittelstufe (Klasse 7-10). 9 Prozent wollen Lesben und Schwule erst in der Oberstufe (ab Klasse 11) erwähnen.

Noch größere Vorbehalte gibt es, Kinder frühzeitig über geschlechtliche Vielfalt aufzuklären: Nur sechs Prozent der Befragten sprachen sich für eine Behandlung von Trans*-Themen in der Grundschule aus. Für 26 Prozent gehört Transsexualität in die Unterstufe, für 39 Prozent in die Mittelstufe und für 14 Prozent in die Oberstufe.

Neben Homo- und Transsexualität fragte YouGov auch nach der Thematisierung von Fortpflanzung, Verhütung und Geschlechtskrankheiten.



Wichtig für die Interpretation: In der Studie ging es nur um den Sexualkundeunterricht. Eine Erwähnung von LGBT in anderen Fächern wie beispielsweise Deutsch oder Geschichte war nicht Thema der YouGov-Umfrage. Insgesamt sprachen sich nur 23 Prozent der Teilnehmer dafür aus, Sexualkunde bereits in der Grundschule zu unterrichten – ein Prozent lehnte Sexualerziehung komplett ab.

Laut YouGov gab es bei den Antworten kaum Unterschiede zwischen den Altersstufen und der Religionszugehörigkeit der Befragten, auch die Haltung von Eltern schulpflichtiger Kindern und Nicht-Eltern unterscheide sich nicht.

Die politische Einstellung spielte bei den Antworten dagegen eine wichtige Rolle: "Allerdings sind die Anhänger von SPD und Grünen überdurchschnittlich oft dafür, schon in der Grundschule Sexualkunde zu unterrichten", heißt es in der Zusammenfassung der YouGov-Studie. "Jeweils knapp ein Drittel (SPD: 30 Prozent, Grüne: 34 Prozent) ist dieser Meinung. Und: Immerhin jeder sechste Anhänger der Grünen (17 Prozent) sagt, auch Homosexualität solle schon in der Grundschule thematisiert werden." (cw)

Links zum Thema:
» Zusammenfassung der YouGov-Umfrage
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Tags: sexualkunde, sexualaufklärung, sexualerziehung, bildungsplan, yougov
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Reaktionen zu "Studie: Große Mehrheit für LGBT-Aufklärung in der Schule"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
02.09.2015
08:01:41


(-12, 18 Votes)

Von lolol


Lol und manche Traumtänzer hier reden von einem Rollback


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#2
02.09.2015
09:01:48


(+5, 9 Votes)

Von Shinkaishi
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Zwei Dinge sind interessant:

1. Fortpflanzung und Verhütung haben, obwohl es sich hierbei um auch oder primär heterosexuelle Themen handelt nicht so unterschiedliche Tendenzen.
Ergo, es gibt einfach eine gewisse Zurückhaltung, sexuelle Themen überhaupt zu besprechen, oder genauer, sie überhaupt vor einem bestimmten Alter zu thematisieren.

2. Die Tatsache dass die Behandlung im Sexualkundeunterricht als kein zu großes Problem gewertet wird erklärt auch die Strategie, warum die Bildungsplangegner sich immer auf postulierte (mir in dieser konkreten Form nie aus offiziellen Quellen und als fertiges Projekt bekannte) Pläne berufen, die angeblich schon sehr früh sehr umfangreich und vor allem sehr stark auf den tatsächlichen Akt bezogene Themen umfassen.

Es zeigt uns sozusagen, wo diese Leute ihre Angriffspunkte gewittert haben, aber auch, wie wir vielleicht am ehesten die Basis dieser Proteste zerstören könnten.

Wir brauchen eigentlich eine Aufklärungskampagne die Daten aus jenen Bundesländern, die bereits solche Bildungspläne umgesetzt haben präsentiert und den Nährboden für weitere Panikmache bekämpft. Gibt es soetwas schon?

Persönlich finde ich wäre es nicht schlecht, wenn die grundsätzliche Existenz von sexueller Vielfalt auch in der Grundschule schon einmal erwähnt wird, vielleicht gerade im Zusammenhang der im übrigen Tierreich vorhandenen Variationen, aber solche Pläne dürfen nicht so gefasst werden, dass sie nachher Munition für Vorwürfe der Frühsexualisierung bieten.


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#3
02.09.2015
09:08:53


(+10, 10 Votes)

Von johannnes
Antwort zu Kommentar #1 von lolol


Diese Studie sollte man Hedwig von Beverfoerde und ihrer "Demo für alle", die man in "Demo für eine verklemmte Minderheit" umbenennen sollte, um die Ohren hauen.


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#4
02.09.2015
09:14:21


(+2, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von johannnes


Nicht nur der, sondern auch Frau Kelle sowie den Neofaschisten der AfD!


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#5
02.09.2015
09:18:49


(+9, 9 Votes)

Von Sebi


Auch hier wieder wie schon bei der rechtlichen Gleichstellung:
eine überwältigende Mehrheit der Bürger ist dafür (und die Fakten und Vernunft sprechen eh eine deutliche Sprache), aber auch hier stellt die Politik den Hass einer schrillen Minderheit über das was vernünftig ist.

Eigentlich ist in einer Demokratie das Volk der Souverän. Aber in Deutschland ist das Volk nur Wahlvieh, das alle paar Jahre die Politik absegnen darf und sich dann gefälligst wieder rauszuhalten hat.

Man muss sich schon fragen, warum in Deutschland die Politik immer wieder den Mehrheitswillen missachtet und immer wieder nur auf ganz kleine, aber offenbar mächtige, rechte Minderheiten hört.

Wer hat da die Politik womit in der Hand? Und sollte das nicht ganz schnell geändert werden? Denn mit Demokratie hat das offensichtlich nichts mehr zu tun.


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#6
02.09.2015
09:34:19


(+6, 12 Votes)

Von heiner
Antwort zu Kommentar #5 von Sebi


"Wer hat da die Politik womit in der Hand?"

Springer, Burda, Krupp, Thyssen, etc.

Halt die wenigen schwerreichen Dynastien, die Deutschland wirtschaftlich oder mit ihren Medien in der Hand haben und denen sich Merkel & Co als willige Marionetten anbieten um daraus persönliche Vorteile zu ziehen.


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#7
02.09.2015
09:37:27


(+10, 10 Votes)

Von GeorgFalkenhagen
Aus Bremen
Mitglied seit 21.05.2010


"Allerdings sind die Anhänger von SPD und Grünen überdurchschnittlich oft dafür, schon in der Grundschule Sexualkunde zu unterrichten"

Und was sagen die LINKEN? Ich bin da nämlich ziemlich dunkelrot: Unbedingt gehört die Sexualkunde zum Grundwissen und schon deshalb in die Grundschule!

Mir altem (65) Sack wäre es in meiner Grundschulzeit vermutlich besser gegangen, wenn ich eine objektive Aufklärung über mein "Sosein" erfahren hätte.

Egal, die Zeitläufte brachten es mir dann ja auch bei. Einmal durften mein Mann und ich sogar Schüler*Innen an einem Gymnasium ehrenamtlich an einem "alternativen Schultag" als Homo-Paar unterrichten.

In Bad Freienwalde war das. Nur "richtig" heiraten darf ich Jörg immer noch nicht. Frechheit sowas. Und schlimm, weil Doppeldeutschland (nicht nur in diesem Punkt) lahmt. Pongt.


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#8
02.09.2015
10:31:40


(+7, 9 Votes)

Von Timon


Die Mehrheit der Bürger will mehr Bildung und die Politik will weniger Bildung.

Warum will die Politik wohl weniger Bildung? Klar, dumme Menschen sind einfacher auf Linie zu bringen.


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#9
02.09.2015
11:38:15


(+8, 12 Votes)

Von Erschreckend


dass rund 40% der Befragten die Aufklärung über Homosexualität erst in der "Oberstufe" stattfinden lassen und damit größtenteils aus der Pubertät heraushalten wollen.

Dies ist ein Angriff auf die psychische und phyische Gesundheit aller homosexuell empfindenden Jugendlichen.

Und es offenbart einen weit verbreiteten und tiefsitzenden Heterosexismus in dieser Gesellschaft.

Wie auch die grundsätzliche Vorstellung, jungen Menschen wesentliches Wissen über menschliche Sexualität vorenthalten zu können und zu müssen. Siehe die massive Tabuisierung in der Grundschule und damit auch der Versuch der Tabuisierung und Unterdrückung kindlicher Sexualität (Selbstentdeckung, Erlebnisse mit Gleichaltrigen etc.).

Wenn sich homosexuell empfindende Jugendliche jemals gleichberechtigt entwickeln und entfalten können sollen ist es unbedingt notwendig - und teilweise lebensrettend - mit dieser reaktionären, institutionalisierten Tabuisierung (die über 90% der Befragten zementieren wollen!) zu brechen und der gesellschaftlich produzierten, heteronormativen Umwelt so früh wie möglich eine altersgerechte Aufklärung über sexuelle Vielfalt entgegenzusetzen.


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#10
02.09.2015
11:44:02


(+4, 8 Votes)

Von Erschreckend
Antwort zu Kommentar #9 von Erschreckend


Sorry, falsch gesehen - der entscheidende Punkt:

nur knapp 40% wollen eine Aufklärung über Homosexualität vor der Mittelstufe, über 60% lehnen das aber ab.


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