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Mike Huckabee tingelte durch die Nachrichtensender, um vor einer Diktatur der zu warnen

Mit der Verhängung von Beugehaft gegen Homo-Hasserin Kim Davis habe die Christenverfolgung in Amerika eingesetzt, meinen viele Bewerber für das Präsidentenamt.

Mit apokalyptischen Warnungen haben mehrere republikanische Präsidentschaftskandidaten auf die Anordnung eines Bundesrichters reagiert, Beugehaft gegen die Standesbeamtin Kim Davis zu verhängen. Grund war die Weigerung der konservativen Christin, schwulen und lesbischen Paaren in ihrem Bezirk in Kentucky Ehescheine auszugeben (queer.de berichtete).

Die 49-Jährige, die als "County Clerk" einen Amtseid geleistet hatte und gegen eine Anordnung des Gouverneurs sowie ein frühere Anordnung des Richters, Homo-Paare zu trauen, den Rechtsweg durch alle Instanzen bis zum Supreme Court erfolglos ausgeschöpft hatte, hatte am Donnerstag auch einen Kompromiss des Richters verworfen, die Ehebescheinigungen durch ihre Stellvertreter ausstellen zu lassen. Damit gab sie Homo-Paaren in ihrem Bezirk keine Möglichkeit, deren Recht auf Eheschließung zu nutzen. Als gewählte Amtsträgerin ist Davis weder versetz- noch kündbar, sondern nur im Rahmen eines langwierigen Impeachment-Verfahrens aus dem Amt zu heben. Sie hätte auch von ihrem Amt zurücktreten können.

"Ich denke, es ist absurd, jemanden ins Gefängnis zu stecken, weil er seine Religionsfreiheit ausübt", erklärte dennoch Senator Rand Paul kurz nach der Entscheidung im Nachrichtensender CNN. Er warf Befürwortern der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben vor, gläubigen Christen das Thema aufzuzwingen und sie so zu radikalisieren.

Laut Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee, dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas, seien nun alle Zweifel beseitigt, dass Christen in den USA kriminalisiert werden würden: "Wir müssen die Religionsfreiheit verteidigen und dürfen uns der juristischen Tyrannei niemals beugen. Wer ist das nächste Opfer? Pastoren? Fotografen? Caterer? Floristen?"

Der frühere Pastor bezieht sich mit dieser Aussage auf Urteile gegen private Geschäftsleute, die sich aus religiösen Gründen geweigert hatten, Homosexuelle zu bedienen und dafür wegen regionaler Antidiskriminierungsbestimmungen verklagt wurden (queer.de berichtete).

Youtube | CNN-Interview mit Rand Paul

Cruz: USA sind judeo-christliches Land


Nach der Verhaftung wurde dieser Mugshot von Kim Davis veröffentlicht

Senator Ted Cruz erklärte, der Staat habe eine Frau nur wegen ihres Glaubens verhaften lassen: "Diejenigen, die Kim Davis bestrafen wollen, glauben, dass Christen nicht in öffentlichen Ämtern dienen sollen", so Cruz. "Wir sind ein Land, das auf judeo-christlichen Wurzeln begründet wurde. Und zwar von Leuten, die vor religiöser Unterdrückung geflohen sind und ein Land gesucht haben, wo sie ihren Gott anbeten können, ohne dafür eingesperrt zu werden."

Auch Bobby Jindal, der Gouverneur von Louisiana, schloss sich gegenüber der "Huffington Post" dem Chor an: "Ich denke, man sollte seinen Job behalten können, auch wenn man seinem Glauben folgt." Er forderte für christliche Geschäftsleute das Recht, Homo-Paare aus religiösen Gründen diskriminieren zu dürfen.

Scott Walker, der Gouverneur von Wisconsin, ergänzte in der Radiosendung "Laura Ingraham Show", dass Religionsfreiheit ein in der US-Verfassung festgeschriebenes Grundrecht sei. Es müsse die wichtigste Aufgabe des nächsten Präsidenten sein, die Verfassung aufrecht zu erhalten.

Drei Kandidaten kritisieren Davis


Jeb Bush erinnert daran, dass sich Beamte an Gesetze halten müssen

Bislang haben nur drei der 17 republikanischen Kandidaten erklärt, dass sich Davis als Standesbeamtin an das Gesetz halten müsse, das nun einmal Homo-Paare im Eherecht gleichgestellt hat. Die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina und Senator Lindsey Graham haben bereits im Vorfeld erklärt, dass es nicht die Entscheidung der Standesbeamtin sei, wer heiraten dürfe und wer nicht.

Auch Wettbüro-Favorit Jeb Bush möchte christlichen Beamten keinen Freibrief ausstellen, aus religiösen Gründen ihre Dienste beliebig verweigern zu können. "Wir müssen einen Weg finden, dass sie nach ihrem Gewissen handeln kann, aber auch einen, der es schwulen Paaren ermöglicht wird, überall zu heiraten. Das ist schließlich jetzt Gesetz", so Bush. "Ich verstehe nicht so richtig, warum das nicht möglich ist."

Der augenblicklich in Umfragen führende Multimilliardär Donald Trump will sich überhaupt nicht äußern – angeblich aus Unwissenheit. Er sagte auf einer Wahlkampfveranstaltung: "Ist sie im Gefängnis? Ich kann nichts sagen, da ich nicht genug darüber weiß." (dk)

Youtube | Bericht der Lokalnachrichten


#1 David77Anonym
  • 04.09.2015, 11:40h
  • ""Ich denke, es ist absurd, jemanden ins Gefängnis zu stecken, weil er seine Religionsfreiheit ausübt", erklärte Senator Rand Paul kurz nach der Entscheidung im Nachrichtensender CNN"

    Was warum gibt es dann Guantanamo-Bay, Mr. Paul?
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#3 Harry1972Profil
  • 04.09.2015, 12:05hBad Oeynhausen
  • Hmm... wenn die Olle damit durchkommen würde, könnte ich ja in die USA auswandern, die "Church Of Motors" gründen und mich auf die Religionsfreiheit berufen, wenn ich mich nicht an Tempolimits halte!
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#4 schwarzerkater
  • 04.09.2015, 12:29h
  • "Ich denke, es ist absurd, jemanden ins Gefängnis zu stecken, weil er seine Religionsfreiheit ausübt", erklärte dennoch Senator Rand Paul kurz nach der Entscheidung im Nachrichtensender CNN."

    wann führt die USA dann endlich mal die sharia offiziell ein?
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#5 schwarzerkater
  • 04.09.2015, 12:35h
  • "Auch Bobby Jindal, der Gouverneur von Louisiana, schloss sich gegenüber der "Huffington Post" dem Chor an: "Ich denke, man sollte seinen Job behalten können, auch wenn man seinem Glauben folgt." Er forderte für christliche Geschäftsleute das Recht, Homo-Paare aus religiösen Gründen diskriminieren zu dürfen."

    yep, religionsfreiheit und SELBSTJUSTIZ für alle, das ist ja in hollywood und in den meisten fernsehserien der "common sense" in den usa mit einer ewig langen tradition. schlimm!
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#6 David77Anonym
#7 TheDad
  • 04.09.2015, 12:56h
  • Antwort auf #4 von schwarzerkater
  • ""wann führt die USA dann endlich mal die sharia offiziell ein?"".

    An dem Tag wie jeder andere Staat der Welt auch, an dem die "Religionsfreiheit" in die Verfassung aufgenommen wurde, ohne klarzustellen dass diese "Religionsfreiheit" für ALLE gilt..
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#8 ursus
  • 04.09.2015, 13:44h
  • hier geht es nicht nur um homo-rechte. wenn führende politiker_innen eines landes erklären, dass alle bürger_innen und sogar staatliche angestellte einfach den rechtsstaat aushebeln dürfen, wenn sie sich dabei nur auf eine religion berufen, dann ist das ein alarmzeichen für diese gesellschaft. hier geht es um den kern des rechtsstaates, der ausgerechnet von seinen vertreter_innen für nichtig erklärt wird.

    -
    davis' mitarbeiter_innen haben inzwischen erklärt, dass sie die papiere ausstellen werden. ein sprecher des weißen hauses erklärte, niemand stünde über dem gesetz.

    www.pinknews.co.uk/2015/09/03/homophobic-clerk-remains-in-jail-but-deputies-will-allow-gays-to-marry/
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#9 JeeensAnonym
  • 04.09.2015, 13:49h
  • Ich finde die Beugehaft auch nicht gut. So eskaliert die Situation doch nur noch weiter und für Gleichberechtigung ist damit gar nichts getan.

    Bobby Jindal, einen Konvertiten vom Hinduismus zum Katholizismus, halte ich übrigens für einen hervorragenden Präsidentschaftskandidaten.
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#10 NicoAnonym
  • 04.09.2015, 13:52h

  • Dass die Rechtspopulisten diese Fanatikerin jetzt zum angeblichen Justizopfer machen wollen um daraus politisch Kapital zu schlagen, ist klar.

    Aber Religionen stehen nicht über dem Gesetz. Wenn jemand, egal aus welchem Grund, Gesetze missachtet, dann bekommt er dafür dieselbe Strafe wie jeder andere auch. Ansonsten hätte man keinen demokratischen Rechtsstaat, sondern eine Anarchie.

    Das sollte eigentlich selbstverständlich sein und in jedem anderen Fall würde auch niemand daran rütteln wollen. Aber sobald es den Homohassern nicht passt, ist diese Selbstverständlichkeit dann angebliche "Christenverfolgung".

    Das beweist deren totalitäre Gesinnung. Ja, auch Christen stehen nicht über dem Gesetz.
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