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  • 08.09.2015, 11:14h           30      Teilen:   |

Hart und unfair

Birgit Kelle und Guido Wolf vereint gegen LGBT-Rechte

Artikelbild
Das evangelikale Magazin fasste den Auftritt von CDU-Mitglied Birgit Kelle auf einer CDU-Veranstaltung mit deutlichen Worten zusammen

Von der Öffentlichkeit unbemerkt trat die homophobe Autorin am letzten Freitag erneut auf einer CDU-Veranstaltung auf.

Von Norbert Blech

Viel Wirbel hatte es um die gestrige Sendung "Hart aber Fair" gegeben, in der erneut die Autorin und reaktionäre Aktivistin Birgit Kelle auftrat, die auf allen erdenkbaren Plattformen bis hin zur "Jungen Freiheit" gegen Feminismus ebenso polemisch austeilt wie gegen "Gender Mainstreaming" und LGBT-Rechte.

Vielzu unebachtet blieb hingegen, dass die 40-Jährige am letzten Freitag erneut auf einer CDU-Veranstaltung auftrat – zusammen mit einem Spitzenkandidaten der Partei für eine anstehende Landtagswahl. Guido Wolf, der Fraktionsvorsitzende der CDU in Baden-Württemberg, war dafür extra nach Bruchsaal bei Karlsruhe zu einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU gekommen.

Das evangelikale Magazin idea, dass "Gender-Ideologie zersetzt die Familie" als Fazit des Abends und Überschrift für seine Berichterstattung wählte, meldet, Kelle habe der "LSBTTI-Lobby" vorgeworfen, "immer dreister und totalitärer aufzutreten", um andere Meinungsäußerungen zu verhindern. Auch habe das CDU-Mitglied den "breiten Widerstand" gegen ein "staatliches Umerziehungsprogramm an Baden-Württembergs Schulen" gelobt.

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Wahlkampf gegen "Gesinnungsunterricht"

Der vermeintlich breite Widerstand drückt sich größtenteils in den homophoben "Demos für Alle" aus, die vom Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch organisiert werden. Zu dem Protestbündnis gehörten aber auch immer wieder mehrere evangelische Arbeitskreise der CDU, Birgit Kelle sprach einmal selbst vor den Demonstranten.

Wie seine CDU hatte sich Guido Wolf mehrfach selbst auf die Seite der Bildungsplan-Gegner gestellt. In Bruchsal kündigte er laut "idea" an, "im Fall seiner Wahl zum nächsten baden-württembergischen Ministerpräsidenten 'Politik für die Mitte und das Ganze der Gesellschaft' zu machen, statt Randgruppen zu hofieren".

Während der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach auf der Veranstaltung vor "politischen Ideologien" warnte, sprach der Theologe Michael Kotsch, Vorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft für Weltanschauungsfragen", vom Bildungsplan im Ländle als "staatlich verordneten Gesinnungsunterricht". "Die LSBTTI-Lobby versuche, mit ihrer Propaganda die Vorgaben des Grundgesetzes und der Landesverfassung außer Kraft zu setzen", so Kotsch in der Zusammenfassung von idea. Das Vorgehen verglich er demnach mit islamistischen Gruppen und Mitteln wie einer "Scharia-Polizei".

"Gekränkte Minderheiten"

Kelle war in den letzten Monaten mehrfach auf CDU-Veranstaltungen aufgetreten, darunter kürzlich in Düsseldorf mit einer örtlichen Bundestagsabgeordneten (queer.de berichtete) oder auch im Februar mit CDU-Generalsekretär Peter Tauber (queer.de berichtete).

Das war kurz vor der ersten "Hart aber Fair"-Sendung mit Kelle zum Rundumschlag-Thema "Gender", die eine derartige journalistische Fehlleistung wurde, dass sie vom Rundfunkrat als "unseriös" getadelt wurde. Der WDR entfernte die Sendung auch aus der Mediathek, nach einem "Zensur"-Aufschrei ließ er sie aber wieder veröffentlichen – und Plasberg lud die gleichen Gäste erneut zur Diskussion.



Das ging erneut in die Hose: Statt mit Experten über journalistische Qualität zu streiten und redaktionelle Entscheidungen verständlich zu erklären, ging es quälend lange um "Meinungsfreiheit" und "Debattenkultur" – was vor allem Populisten wie Kelle zu gute kommen wird. Und im inhaltlichen Teil, der in seiner Kürze erneut wenig Aufklärung brachte, konnte die erzreaktionäre Publizistin wieder homophobe Äußerungen absetzen: "Gender Mainstreaming" kümmere sich doch längst nicht mehr um das Verhältnis zwischen Männer und Frauen, sondern um eine "Vielzahl der Geschlechter" und in Wirklichkeit um eine Vielzahl der sexuellen Orientierungen, behauptete sie.

Dass der ganze Anti-"Gender"-Aufschrei von Rechts letztlich nichts anderes ist als Warnung vor einer Art gefährlichen Homo-"Propaganda", dass gezielt mit Vorurteilen Stimmung gemacht wird, wurde dann freilich nicht weiter analysiert, die Warnung Kelles blieb so stehen. Einen weiteren Punkt konnte sie landen, als sie von "gekränkten Minderheiten" sprach, die sich immer über TV-Sendungen beschwerten, auch von Minderheiten, "die sich diskriminiert fühlten". Diese Aussage einer Frau, die sich immer wieder über eine Diskriminierung Heterosexueller oder eine vermeintliche Zensur ihrer Meinungen beklagt, blieb ebenfalls größtenteils unwidersprochen.

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Tags: birgit kelle, guido wolf, demo für alle, hart aber fair
Schwerpunkte:
 Streit um Bildungsplan in Baden-Württemberg
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Reaktionen zu "Birgit Kelle und Guido Wolf vereint gegen LGBT-Rechte"


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
08.09.2015
11:30:07


(-7, 13 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


Heute, 8.9.15, ARD:

"Hart aber fair" mit Frank Plasberg: "Der Gender-Streit: Was darf zu Mann und Frau gesagt werden?"

Link zu www.fr-online.de


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#2
08.09.2015
11:57:54
Via Handy


(+16, 22 Votes)

Von Ehla


Die Aufgabe eines zivilisierten Landes ist es besonders Minderheiten zu schützen.

Sonst kommen wir wieder dorthin wo Deutschland vor 60 Jahren schon war. Wo die jüdische Minderheit vergast wurde, obwohl sie niemandem erwas getan hatten. Es wurden dann von den Deutschen 6,3 Millionen Menschen ermordet. "War halt nur eine Minderheit!"


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#3
08.09.2015
11:58:04


(-14, 22 Votes)

Von burgerberg
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 12.11.2014


Sorry - aber nachdem man die gestrige Sendung sah, war man geneigt zu sagen - Sorry, mit dem Quatsch möchte man sich wirklich nicht befassen. Egal von welcher Seite!

Diese Frau Sybille Mattfeldt-Kloth ist beste Beispiel für "Gender-Mainstreaming" sie entspricht genau dem, wie man sich den Durchschnitt der Personen vorstellt, die dieses Thema beackern! Ach so, und dazu noch von einer unglaublichen Arroganz! Wirklich nicht besser als Frau Kelle - nur aus einer anderen Richtung.

Frau Thomalla, na ja, wenigstens nicht verbissen und Beleidigend. Anne Wizorek - hat ein Buch geschrieben - ist Jung und mehr war da auch nicht - ach so, die Unisex-Klos - ganz wichtig!


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#4
08.09.2015
11:58:57


(+13, 17 Votes)

Von goddamn liberal


Wenn die CDU in BW weiter munter im reaktionär-evangelikalen und übrigen rechtsklerikalen Milieu fischen geht, dann ist die Wiederwahl des biederen, aber redlichen Schützenbruders Kretschmann, der seine erste Wahl ja der Reaktorkatastrophe in Japan verdankte, gar nicht so unmöglich.

Es muss der Öffentlichkeit nur vermittelt werden, dass weder die offiziellen Schüler- noch die Elternvertretungen in BW etwas gegen den angedachten Bildungsplan haben. Die Proteste werden von Reaktionären aus NRW (von Beverfoerde, Kelle) organisiert.


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#5
08.09.2015
12:41:34


(+16, 18 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Mir überkommt immer ein großes Unbehagen, wenn ich Birgit Kelle's fanatischen Blick sehe und ihre Argumente höre, weil sie realitätsfremd sind. Gibt es überhaupt ein Gender-Mainstream?
Meines Erachtens werden doch nur Tatsachen von den bisher unterdrückten LGBTI's hervorgebracht, um gegen die Lügen der Homophoben vorzugehen und um in den Genuß der bürgerlichen Rechte zu kommen, die jedem zustehen und um die Rehabiltation der LGBTI-Opfer durch die jahrhundertalte unrechtsmäßige Verfolgung durch die Justiz und christlichen Glaubensgemeinschaften endlich zu erhalten. Durch Aufklärung wird versucht, daß nicht wieder erneut unschuldige Menschen in Gaskammern landen. Das alles scheint Birgit Kelle offenbar nicht zu passen.


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#6
08.09.2015
12:46:29


(+8, 16 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von Jadughar


" Durch Aufklärung wird versucht, daß nicht wieder erneut unschuldige Menschen in Gaskammern landen. Das alles scheint Birgit Kelle offenbar nicht zu passen."

In Gaskammern und GULAGS wurden Menschen übrigens in totalitären Dikaturen vernichtet. Das zeigt, wie perfide Kelle den Begriff 'totalitär' gegen Bürgerrechtsbewegungen von potenziellen Opfer totalitärer Herrschaft instrumentalisiert.


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#7
08.09.2015
13:24:04


(+11, 13 Votes)

Von zitat
Antwort zu Kommentar #6 von goddamn liberal


»Die Menschen, die ihn salonfähig gemacht haben, sind die, die tatsächlich in den Salons unterwegs sind. Die extrem bürgerlich auftreten, auch Wert auf ihre hohe Bildung legen, sich selbst als Bildungsbürgertum bezeichnen, aber gleichzeitig dieses bürgerliche Auftreten mit sehr antibürgerlichem Hass, mit Ressentiments verbinden. «

Link zu www.daserste.de


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#8
08.09.2015
13:36:51


(+11, 11 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #1 von Pelayo


>"Was darf zu Mann und Frau gesagt werden?"

und mit nur einer unscheinbaren silbe ("darf") wird wiederum das ganze verschwörungsspektrum von "man wird ja wohl noch sagen dürfen" bis "man darf es ja nicht mehr sagen, aber..." als subtext wiederbelebt, als ginge es hier ernsthaft um ein problem mit der meinungsfreiheit. so bezieht bereits der titel der sendung schon wieder einseitig stellung.

dabei hat niemand jemals behauptet, man "dürfe" irgendwas nicht sagen. es geht nur darum, dass man, wenn man sexistischenn schwachsinn redet, sich auch anhören muss, dass das sexistischer schwachsinn sei. und dass eine sendung, die vorgibt, differenziert aufzuklären, dabei aber eine permanente verhöhnung der einen seite betreibt, zu recht kritisiert wird.

man kann nicht mal sagen, die plasberg-redaktion habe nichts gelernt. sie setzt die verhetzende skandalisierung von demokratischen gleichstellungsbestrebungen auf kosten von frauen und minderheiten in profit um, und sie hat gelernt, dass man dabei ein bisschen subtiler vorgehen muss, wenn diese strategie nachhaltig geld abwerfen soll.


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#9
08.09.2015
14:09:12


(+8, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von zitat


Klar.

Der war z. B. auch kein unbürgerlicher Outcast:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Treitschke


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#10
08.09.2015
14:17:32


(+9, 9 Votes)

Von anderswo


während das fernsehen mit dem "gesetzlichen bildungsauftrag" mal wieder gewalt- und hassverbreitern

eine plattform bietet und deren menschenverachtende hetze als "meinung" verharmlost und verkauft...

daytime, primetime, anytime:

Youtube-Video:


primetime:

Youtube-Video:


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