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Nach Prüfung der "Vorwürfe"

Köln: Rexhausen-Platz wird nun doch eingeweiht


Felix Rexhausen und der bald nach ihm benannte Platz am Kölner Hauptbahnhof (Bild: Georgia Gembardt, Axel Bach (BLSJ))

Der schwule Journalist Felix Rexhausen wird ab Dezember in der Nähe des Hauptbahnhofes geehrt – trotz einer dagegen gerichteten Kampagne von David Berger.

Von Norbert Blech

Der 1992 verstorbene Journalist und Aktivist Felix-Rexhausen wird in seiner Heimatstadt Köln nun doch mit einem nach ihm benannten Platz geehrt. Eine ursprünglich für den 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, geplante Einweihung des Platzes am nördlichen Ende des Hauptbahnhofes war verschoben worden, nachdem der Theologe und Publizist David Berger Pädophilie-Vorwürfe gegen Rexhausens Werk erhoben hatte (queer.de berichtete).

"Wir mussten erst die Reißleine ziehen und die Vorwürfe prüfen", so der grüne Bezirksbürgermeister Andreas Hupke gegenüber queer.de. Über die Sommerpause hatten die Mitglieder der Bezirksvertretung Köln-Innenstadt Zeit, sich anhand von Stellungnahmen ein Bild von Rexhausen zu machen. Die Vorwürfe hätten sich dabei für ihn "in Luft aufgelöst", meint Hupke.

Mit der Meinung steht er nicht alleine: Bei einer Besprechung der Fraktionsvorsitzenden des Bezirks am Donnerstag gab es keine Einwände, den weiterhin rechtskräftigen Beschluss zur Einweihung des Platzes nun umzusetzen. Diese Entscheidung war "glasklar" und "lange abzusehen" gewesen, meint Hupke. Manche Kollegen hätten gescherzt, dass man ansonsten sehr viele Plätze umbenennen müsste, etwa welche, die nach Thomas Mann benannt sind.

Der Platz soll nun am Donnerstag, den 10. Dezember offiziell und feierlich eingeweiht werden, voraussichtlich um 12 Uhr. Das ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Hupke meint, Rexhausen damit angemessen würdigen zu können. Schließlich machte er sich nicht nur als Journalist und Buchautor sowie als Aktivist für Homo-Rechte einen Namen, sondern auch als Mitbegründer von Amnesty International in Deutschland.

Doch kein "Sympathisant der Pädosexualität"


Das Buch "Berührungen", das für einen "Sturm im Wasserglas" sorgte – so das "Centrum Schwule Geschichte" in einer Zusammenfassung der Ereignisse

Im Mai hatte sich David Berger in einer u.a. in der "Huffington Post" veröffentlichten Polemik, die sich offenbar nur auf Sekundärquellen zu Rexhausens Buch "Berührungen" aus dem Jahr 1969 stützte, empört, dass der Journalist ein "Sympathisant der Pädosexualität" gewesen sei und diese in Büchern "verherrlicht" habe.

Mit der Ehrung schade man daher "der Akzeptanz und Integration homosexueller Menschen ganz enorm", da "krasse Homo-Hasser doch immer wieder mit einer besonderen Nähe Homosexueller zu Pädophilen" argumentierten, so Berger. Das war wohl recht scheinheilig: Über den Umweg des christlich-fundamentalistischen Blogs "Charismatismus", mit dem Berger immer häufiger zusammenarbeitet, fand seine "Kritik" an Rexhausen gar ihren Weg zum Hetzportal "Politically Incorrect".

Dort war dann vom "fanatischen Flügel in der homosexuellen Szene" und "Schönfärberei mancher Medien und Gruppen im schwulen Milieu" die Rede, Berger wurde als Kämpfer gegen das "rabiat-schwule bis ultralinke Medienspektrum" gefeiert. Mit der Rexhausen-Kritik hatte der entlassene "Männer"-Chefredakteur auch auf den "Bund Schwuler und Lesbischer Journalisten" (BLSJ) gezielt und in einem weiteren Text zusätzliche Einzeljournalisten und -aktivisten als "schwule Verharmloser von Pädophilie" verunglimpft.

Ehrung statt Diffamierung

Der BLSJ selbst hatte mit einer Stellungnahme reagiert und sich dagegen verwahrt, "dass ein verdienter Autor auf dem Altar einer populistischen 'Vergangenheitsbewältigung' geopfert" werde: "Rufmord und sexuelle Denunziation" seien zu verurteilen.

"Felix Rexhausen war unseres Wissens weder pädophil noch gibt es Hinweise darauf. Zudem hat Pädophilie in seinem Werk auch keine Relevanz", so der Verband. "Bei manchen brennen in ihrem inquisitorischen Furor offensichtlich alle rechtsstaatlichen Sicherungen durch."

Auch hatte der BLSJ zahlreiche Kommentare und Stellungnahmen zu den Vorwürfen veröffentlicht. So meinte der Journalist Jobst Knigge, er sei weiter "stolzer Träger" des vom BLSJ vergebenen Rexhausen-Preises (queer.de berichtete). Die Linke NRW kritisierte, Rexhausen habe "Ehrung verdient, nicht Diffamierung". Und auf queer.de rezensierte Micha Schulze das umstrittene Buch und befand, "Berührungen" sei "eine selbstironische Hymne auf den promisken Schwulen und lesenswertes Spiegelbild der späten 1960er-Jahre – ganz bestimmt aber keine Werbung für Pädophilie".

Den Kölner Politikern lagen viele dieser Stellungnahmen vor, darunter auch eine des Centrums Schwule Geschichte (CSG). Dessen Fazit: "Rexhausen mag für Jugendliche geschwärmt haben, die heute gültigen Gesetze verletzt er nicht, ist deshalb auch nicht als pädophil zu bezeichnen, höchstens als ephebophil." Das Buch beschreibe an drei Stellen Sex von Erwachsenen mit Jugendlichen, von denen keiner unter 15 Jahren sei, sowie "auf neun Zeilen pubertäre Sexspiele eines 14-Jährigen mit einem 11-Jährigen". Strafrechtlich relevant sei das alles nicht, so das CSG.

Sex mit Kindern lehne der Ich-Erzähler ab, außer "ungenauen Hinweisen" liefere Berger "keine Belege" für seine Vorwürfe.



#1 Harry1972Profil
  • 11.09.2015, 11:37hBad Oeynhausen
  • Natürlich haben sich die Vorwürfe "in Luft aufgelöst". Der versuchte Rufmord durch diese egozentrische Schreckschraube Berger hätte nie dazu führen dürfen, daß die Einweihung des Platzes verschoben wurde.
    Immerhin haben sie Berger jetzt als inquisitorischen Eiferer erkannt und dieser hat sich damit einen weiteren Sargnagel verpasst.
    Nach Berger wird sicherlich niemals ein Platz benannt werden, bestenfalls ein Altpapiercontainer für nicht verkaufte journalistische Erzeugnisse.
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#2 Homonklin44Profil
  • 11.09.2015, 11:39hTauroa Point
  • Wenn sich dieser Herr Berger nun schon den Charismatikern andient,muss man sich fragen,ob Mitgefühl oder leise Häme fällig sind.

    Wenn der bei dieser Sekte als zerlegtes Hirngemüse wieder rauskommt,muss er sich nicht wundern.
    Aus einer Transgender-Bekanntschaft haben die binnen weniger Jahre eine in sich zerfallene Persönlichkeit gemacht.

    Gut aber zu sehen,dass man mit der Pädo-Keule nicht Jeden posthum niederdreschen kann,der selbst nicht mehr mitreden kann.
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
#4 Patroklos
#5 miepmiep
#6 reiserobbyEhemaliges Profil
#7 Patroklos
#8 Harry1972Profil
  • 11.09.2015, 13:56hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #7 von Patroklos
  • Na, dann will ich mal für Dich hoffen, daß Volker Beck Deine Schimpftiraden nicht persönlich nimmt, die Du hier regelmäßig vom Stapel lässt.

    Weia, Sara-Rose, ich sehe Dich schon psychisch gefoltert, in einem Kerkerloch Deine Beugehaft absitzen!
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#9 DefragmentierungEhemaliges Profil
#10 Human RightsAnonym