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  • 12.09.2015, 11:44h           30      Teilen:   |

"Welt"-Interview

Edmund Stoiber feiert sich als tolerant



Er wetterte in Bierzelten gegen die Anerkennung homosexueller Partnerschaften, die "die Wurzeln unserer Gesellschaft kaputt" machten, und ließ Bayern in Karlsruhe als eines von drei Ländern mehrfach gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz klagen, das gegen das "Leitbild des Grundgesetzes" verstoße – gegen die 2006 eingeführte Stiefkindadoption für homosexuelle Paare war Bayern gar einziger Kläger.

"Wenn ich über die steuer- und erbrechtliche Anerkennung von homosexuellen Paaren diskutiere, kann ich gleich über Teufelsanbetung diskutieren", sagte Stoiber gar einmal. Dennoch sieht sich Edmund Stoiber, der als ehemaliger CSU-Chef und langjähriger bayerischer Ministerpräsident zu den führenden Gegnern einer Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Deutschland gehörte, als toleranter Mensch.

In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Welt", in dem es vor allem um den Umgang mit Flüchtlingen ging, meinte Stoiber auf die Frage, ob er "toleranter, offener geworden" sei:

Natürlich bin ich auch offener geworden. In vielen Bereichen. Ein Beispiel: Im Studium in den 60er-Jahren war es selbstverständlich, den Paragrafen 175 zu lernen, der gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellte. Es ist für mich heute unvorstellbar, dass diese Lebensweise strafrechtlich verfolgt worden ist.



Ob Stoiber nun Dankbarkeit erwartet, dass er Schwule und Lesben nicht (mehr) einsperren will, sondern ihnen nur noch die gleichen Rechte verweigert, wissen wir nicht. Wir wollen jedoch anmerken, dass seine Argumentation zutiefst unbayerisch ist.

Denn Bayern war einst Vorreiter und schaffte bereits 1813 die Strafbarkeit homosexueller Handlungen ab. Der Paragraf 175, der von 1872 bis 1994 existierte, war eine preußische Erfindung: Erst mit dem Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches in allen Reichsteilen war es mit der Freiheit in Bayern vorbei.

(mize)

(Foto oben: blu-news.org / flickr / cc by-sa 2.0)

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Tags: edmund stoiber
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Reaktionen zu "Edmund Stoiber feiert sich als tolerant"


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
12.09.2015
11:52:37


(+1, 9 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Edmund "Stotter-Ede" Stoiber ist DAS typische Beispiel von Selbstüberschätzung!


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#2
12.09.2015
16:40:45
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User DavidJacob


"Denn Bayern war einst Vorreiter und schaffte bereit 1813 die Strafbarkeit homosexueller Handlungen ab"

Stimmt nicht! Johann Anselm von Feuerbach verfasste hierzu den Gesetzesentwurf, welcher aber nie in Kraft getreten ist.


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#3
12.09.2015
18:24:25


(-4, 8 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von DavidJacob


Hier steht aber etwas Anderes:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_LGBT


sowie

Link zu www.sueddeutsche.de

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Paul_Johann_Anselm_von_Feuer
bach


Muß Geschichte neu geschrieben werden?


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#4
12.09.2015
19:00:45
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Ehla
Antwort zu Kommentar #2 von DavidJacob


Wikipedia über den § 175

"Unter Sodomie verstand man damals alles, was nicht den Koitus zwischen Mann und Frau darstellte. Damit war Preußen zu diesem Zeitpunkt noch Vorreiter und galt als aufklärerisch wurde indes schon bald von anderen Ländern in der Entwicklung überholt. So stellte der französische Code Pénal von 1810 nur noch solche Handlungen unter Strafe, die in die Rechte eines Dritten eingriffen, was zur vollständigen Legalisierung einvernehmlicher Sexualhandlungen zwischen Männern führte. Im Rahmen seiner Eroberungen exportierte Napoleon den Code Pénal und Code Civil in die annektierten linksrheinischen Gebiete"

"Auch Bayern orientierte sich am französischen Vorbild und ließ in seinem Gesetzbuch von 1813 alle opferlosen Straftaten ersatzlos fallen."


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#5
12.09.2015
19:36:16


(+9, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Da kam der Wolf und sagte, ab morgen reiß ich keine Schafe mehr!


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#6
12.09.2015
23:18:11


(+5, 9 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


warum gibt man(n) diesem abgehalfterten ... ähm ... ähm ... Hauptbahnhof ... ähm Stoiba noch ein Forum. Ab mit ihm in die Versenkung.


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#7
13.09.2015
13:09:03


(+7, 7 Votes)

Von Robby69
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"Natürlich bin ich auch offener geworden. In vielen Bereichen. Ein Beispiel: Im Studium in den 60er-Jahren war es selbstverständlich, den Paragrafen 175 zu lernen, der gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellte. Es ist für mich heute unvorstellbar, dass diese Lebensweise strafrechtlich verfolgt worden ist."
Ausgerechnet DER! DERJENIGE, der sich 1994 vehement GEGEN eine Abschaffung des Nazi-Paragrafen 175 ausgesprochen hat und gegen den wir mit Recht damals protestiert haben; ausgerechnet DERJENIGE tönt groß rum, der uns Schwule bis jetzt immer noch als "widernatürlich", "krank" etc. diffamiert hat! - Das ist ja zum Kotzen!
Glaubt der Schwulenhasser Stoiber allen Ernstes, dass ihm dieses "Toleranz"-Ammenmärchen auch nur EIN Mensch abkauft?! Ich fasse es nicht...


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#8
13.09.2015
22:18:19


(+3, 7 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Hoppla, was ist`n mit dem passiert?

Sollte er zu dem Prozentsatz Männer gehören, die im fortgeschrittenen Alter erst ihre Bi-Seite entdecken? Oder wie erklärt sich der Sinneswandel?

Vielleicht ist er mit seinem EU-Job ein bisschen aus seinem starren Weltbild heraus gekommen. Um was dazu zu lernen, ist es, ähm ... ähm ... nie zu spät!

Vielleicht wird er, wenn er jetzt mit seiner Frau im Garten sitzt, jetzt auch keine Blume mehr hinrichten, ähm ...ähm ... aufrichten.


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#9
14.09.2015
14:33:05


(-6, 10 Votes)

Von Markus45


Je älter ich wurde, desto besser finde ich Ihn.

Er gehört zu den wenigen Politikern, die Kostenkontrolle ernsthaft fordern und zum Sparen bei den öffentlichen Haushalten auffordern.

Bayern gehört zu den wenigen Bundesländern, die ernsthaft in den vergangenen Jahren Schulden abgebaut haben. Demgegenüber steuern SPD-geführte Bundesländer wie Bremen oder NRW in den tiefen Schuldensumpf, weil die SPD nunmal nicht mit Geldern der Steuerzahler ordentlich wirtschaften und umgehen kann.

Das Konzept von Linken und Sozialdemokraten lautet doch immer nur: da gibt es ein weiteres teures Sozialprojekt und dazu müssen halt Schulden gemacht werden oder die Steuer erhöht werden.

Und aufgrund dieser desolaten Finanzpolitik der Sozialdemokraten sind SPD regierte Bundesländer wie Bremen oder NRW tief verschuldet und lanjährig SPD regierte Kommunen wie Oberhausen oder Duisburg pleite.

Gestern konnte sich erstmals nach 60 Jahren (!!!) ein CDU-Oberbürgermeister in Oberhausen durchsetzen. Leider geschieht dies 30 Jahre zu spät in Oberhausen, wo eine SPD-Stadt finanziell schon vor Jahrzehnten gegen die Wand gefahren wurde.

Daher ein Lob von mir an Stoiber, der für solide Finanzpolitik in Bayern steht.


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#10
14.09.2015
15:17:33


(+4, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von Markus45


Ein erneuter Off-Topic-Kommentar der Deine Lern-Verweigerung bezeugt !

Woher das Geld stammt das Bayern einsetzt, um sich auf Kosten der anderen Länder zu "entschulden" ist Dir mehrfach erklärt worden, und die Tatsache das Du, "je älter Du wirst" nicht nur Stoiber "ins Herz schließt", sondern damit auch seine Bürgerrechtsfeindliche Grundeinstellung sagt ein Übriges über Dich aus..

Wer Dich als "langjährigen Aktivisten" in seinen Reihen weiß, braucht keine anderen Gegner mehr..


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