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Stefan Petzner, Jahrgang 1981, wurde 2004 vom damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (damals noch FPÖ, später BZÖ) als Pressesprecher und Spin-Doctor engagiert (Bild: Parlamentsdirektion / Wilke)

Sieben Jahre nach dem Tod von Jörg Haider hat Stefan Petzner das Buch "Haiders Schatten" veröffentlicht – die spannenden Fragen reißt er nur an.

Von Micha Schulze

Sein heulender Auftritt vor sieben Jahren auf einer Pressekonferenz bleibt unvergessen. Jörg Haider sei sein "Lebensmensch" gewesen, schluchzte Stefan Petzner, Pressesprecher des Rechtspopulisten, damals in die Kameras. In der Nacht zuvor war sein Chef und Mentor mit 1,8 Promille in den Tod gerast – nach einem feucht-fröhlichen Besuch der Klagenfurter Schwulenkneipe "Stadtkrämer".

Während "Lebensmensch" immerhin zum österreichischen Wort des Jahres 2008 gewählt wurde, stockte nach dem Tod des Landeshauptmanns die Karriere des jungen Haider-Freunds. Wegen seiner emotionalen Interviews durfte Petzner nicht BZÖ-Chef werden. Auch als Abgeordneter im Nationalrat hatte er nur mäßig Erfolg und verlor nach mehreren Skandälchen nach und nach an Einfluss. 2013 wurde er wegen "parteischädigenden Verhaltens" sogar aus dem BZÖ ausgeschlossen (queer.de berichtete).

Petzner: Haider stürzte durch Zufall in der Homokneipe ab


"Haiders Schatten – An der Seite von Europas erfolgreichstem Rechtspopulisten" ist vor wenigen Tagen in der Wiener "edition a" erschienen

Doch nun bringt sich Petzner mit einem Buch in Erinnerung. In "Haiders Schatten – An der Seite von Europas erfolgreichstem Rechtspopulisten" entzaubere der heute 34-Jährige Europas Neue Rechte, so behauptet es zumindest der Verlag, die Wiener "edition a". In Wahrheit sind die 224 Seiten vor allem eine eher mittelmäßig interessante und ermüdend geschriebene Dokumentation der Selbstzerfleischung der österreichischen Rechten.

Die wirklich spannenden Fragen reißt Petzner in seinem Buch nur an – etwa wie seine Beziehung zu Haider wirklich aussah und warum sein Chef ausgerechnet in Klagenfurts einziger Homokneipe abstürzte. Während queer.de wie andere Medien aufgrund einer von seiner Witwe angestrengten Einstweiligen Verfügung keine Berichte über das Liebesleben des toten "Feschisten" verbreiten darf, streitet Petzner, den queer.de-Mitarbeiter vor einigen Jahren beim LGBT-Festival "Pink Lake" mit männlicher Begleitung trafen, seine Homosexualität ab. In seinem Buch bleibt er auffallend asexuell, obwohl man auch viel Privates über Vati und Mutti und den heimischen Kuhstall erfährt.

Immerhin, in einem Absatz versucht sich Petzner an einer Erklärung, was er damals mit "Lebensmensch" gemeint habe: "Die Wahrheit war, dass Haider mein Mentor, mein Idol und der wichtigste Mensch in meinem Leben war, und ich war der Mensch für ihn, dem er am meisten vertraute, sein Berater, sein Stratege, sein Psychotherapeut. In diesem wechselseitigen Spannungsfeld war ein Ausmaß an Intensität entstanden, das im Rahmen eines Zeitungsinterviews zu erklären ein hoffnungsloser Versuch war. Alles, was dabei herauskommen konnte, war ein Zerrbild, das für jede Form der Interpretation offen blieb, und das in der oberflächlichen Betrachtung mit den Augen der Infotainment-Gesellschaft nur skurril wirken konnte."

Stefan Petzners verinnerlichte Homophobie

Immer wieder rechtfertigt Petzner seine verinnerlichte Homophobie mit den Medien, die seinen Lebensmenschen etwas vermeintliches Böses anhängen wollten: "War Haider wirklich in dem Schwulenlokal gewesen und danach betrunken in Richtung Bärental gerast, würde das übel aussehen", gibt er in seinem Buch seine Gedanken vor sieben Jahren wieder.

Offen beschreibt Petzner, wie er 2008 mit allen Mitteln versuchte, die Veröffentlichung der Information, dass Haider in einer Homokneipe soff, zu verhindern – er rief deshalb sogar die Justizministerin und den Staatsanwalt an. Im Buch heißt es dazu: "'Ich kann Sie nur ersuchen, es nicht zu tun', sagte ich. 'Sie wissen, was das auslösen würde. Unabhängig von allen politischen Differenzen, die wir hatten, spreche ich Sie als Mensch an. Vielleicht haben Sie auch Familie und können verstehen, was diese Veröffentlichung für Haiders Familie bedeuten würde. Meiner Meinung nach ist diese Veröffentlichung auch nicht gerechtfertigt. Sie hat nichts mit dem Unfallhergang zu tun.'"

Denn in den "Stadtkrämer" sei Haider nur durch Zufall geraten, schreibt Petzner. Dem Wirt habe auch das Lokal "Benvindo" gehört, zu dessen Eröffnungsfeier der Landeshauptmann eigentlich gewollt habe. Die Gäste seien jedoch bereits weiter in die Homobar gezogen, der Landeshauptmann habe sich spontan angeschlossen.

Nichtsdestotrotz riet Petzner dem Wirt zum Untertauchen: "'Die deutschen Medien sind gefährlich', sagte ich. 'Was immer du mit ihnen tust, wird falsch sein. Du schaltest einfach dein Handy ab und machst zwei Wochen Urlaub. Den Stadtkrämer sperrst du zu, wegen Betriebsurlaub oder Umbauarbeiten. Die Kosten trägt die Partei, die Verantwortung übernehme ich.'"

Völlig egal, was in dieser Klagenfurter Nacht vor sieben Jahren wirklich passierte und wer nun im "Stadtkrämer" was aus welcher Motivation auch immer suchte – mit diesen Passagen outet sich Petzner vor allem als jemand, der arge Probleme mit Homosexualität und große Angst vor der Wahrheit hat.

Redaktionskommentar

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#1 schwarzerkater
  • 14.09.2015, 18:34h
  • petzner braucht wohl kohle ... schön blöd, wer ihn finanziell mit so einem geschreibsel unterstützt ...
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#2 lucdfProfil
  • 14.09.2015, 19:30hköln
  • Schade dass sie beide Homophoben waren, sonst wären sie ein nettes Pärchen gewesen. Ähm... was schreibe ich da für einen Scheiß?
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#3 Patroklos
#4 Miguel53deProfil
  • 14.09.2015, 22:19hOttawa
  • Antwort auf #2 von lucdf
  • Ich denke mal, sie waren homophob aus den bekannten Gruenden. Das damalige Interview liess eigentlich keine Fragen offen. Bis auf das noch eindeutigere "ja, wir waren..." Dass die Witwe verbietet, ueber betimmte Dinge zu schreiben, will vernebeln. Nicht verhindern, was nicht zu verhindern ist.

    Das Buch kann nur der Versuch sein, nach so langer Zeit noch mal was in ein anderes Licht zu ruecken. Was damit keineswegs ein besseres Licht ist. Ganz im Gegenteil. Und schade.

    Und natuerlich geht es um's Geldverdienen. Vielleicht auch noch mal um die Karriere in der rechten Schmuddelecke. Denn da ist in Felix Austria ja reichlich Platz.

    Hier haette man einen Toten besser ruhen lassen. Oder Butter bei die Fische getan. So ist es nichts als langweilig - und ungut.
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#5 Homonklin44Profil
  • 15.09.2015, 02:36hTauroa Point
  • Ehrlich, Wayne ...?

    Dass dem Kerl ein paar Leute hinterher trauern, ist wohl üblich. Dieser Schreiberling scheint Haider aus lauter Liebe aus dem widersprüchlichen, homophob-homophilen Verhängniskreis schieben zu wollen. in den jenen sein Leben doch begleitete.
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#6 Miguel53deProfil
  • 15.09.2015, 04:33hOttawa
  • Antwort auf #2 von lucdf
  • Eigentlich schreibst Du keinen Scheiss, sondern drueckst auf sehr gute Weise Deine - allzu - menschlichen Gedanken aus.

    Sie haetten in der Tat ein nettes Paerchen sein koennen. Die Homophobie kommt dann daher, wenn man mit den falschen Mitteln stark und beruehmt und bedeutend werden will. Und das ist dann leider nicht mehr schade, sondern extrem tragisch.

    Was haetten die nicht Gutes tun koennen fuer diese Welt. Stattdessen entschieden sie sich dafuer, zu spalten, statt zu einen. Und da kann ich dann kein Mitgefuehl mehr aufbringen.
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#7 stromboliProfil
#8 Komischer VogelAnonym
  • 16.09.2015, 11:54h

  • Also bitte wenn zwei Homophobe Kerle rechter Gesinnung was mit einander haben ist das doch nicht schwul ... (... sondern eher bizarr)
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