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Auf eines ist Verlass: Wenn Menschen nach einer homophoben Äußerung in der öffentlichen Kritik stehen, fallen ihnen nach einiger Zeit – nie aber sofort – ihre "homosexuellen Freunde" ein, die sie angeblich haben. Quasi als Beweis: Sie selbst können ja gar nicht homophob sein. Wobei die "homosexuellen Freunde" stets unsichtbar bleiben…

Dieses durchsichtige Manöver hat nun auch Sachsens neuer evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing gefahren, bei einem Besuch eines "Bild"-Reporters in seinem neuen Amtszimmer in der Dresdner Frauenkirche.

Das Boulevardblatt zitiert den "freundlichen" Bischof mit den Worten:

"Ich fühle mich bei der Sexualethik, die ich für ein Randthema des christlichen Glaubens halte, missverstanden. Homosexualität ist kein Hinderungsgrund, bei uns zu arbeiten. Ich habe selbst homosexuelle Freunde."

"Missverstanden"? "Kein Hinderungsgrund"? Als Gemeindepfarrer im Erzgebirge hat Rentzing die Zulassung offen homosexueller Pfarrer aktiv bekämpft, und seine Äußerungen im "Welt"-Interview vor drei Wochen waren eigentlich sehr deutlich.

Dort sagte Rentzing:

"Die Bibel sagt, dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht. Diese Aussagen der Bibel machen es mir persönlich schwer, jemandem zu raten, dass er seine Homosexualität leben solle."

Und nur zähneknirschend akzeptierte er die in Sachsen geltende Regelung, dass Lesben und Schwule Ortspfarrer werden können, wenn die Gemeinde dies ausdrücklich unterstützt:

"Das gehört zu der Last, die ein Bischof tragen muss. Man steht dann für Dinge ein, bei denen man teilweise theologisch anderer Auffassung ist."

Was wohl Rentzings "homosexuelle Freunde" zu den Ausflüchten in der "Bild"-Zeitung sagen werden? Wenn sie dem Bischof nicht eh schon nach dem "Welt"-Interview die Freundschaft aufgekündigt haben, wäre jetzt vielleicht eine gute Gelegenheit, mit ihm über das achte Gebot zu diskutieren… (mize)

(Foto oben: C. Peters / flickr / cc by-sa 2.0)



#1 Patroklos
  • 15.09.2015, 09:46h
  • So sind die Homophoben: typische Alibiaussagen zu angeblichen "homosexuellen Freunden"! Der Mann ist sehr einsam!
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#2 PfoteAnonym
  • 15.09.2015, 09:55h
  • Antwort auf #1 von Patroklos

  • Vermutlich sind es die gleichen homosexuellen Freunde, die Erika Steinbach so hat.

    Was sind das für Menschen, die zulassen, dass ein angeblicher Freund offen gegen ihre Rechte und Interessen agiert?

    Aber vermutlich sind diese angeblichen Freunde genauso existent wie der Yeti.
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#3 AdamAnonym
  • 15.09.2015, 10:30h
  • Irgendwie lustig :P

    Mann bekommt immer gesagt von den Homophoben was für eine kleine Minderheit wir doch sind!

    Aber jeder Homophobe hat natürlich lauter Homosexuelle Freunde :P

    Ich bin ein Homosexueller und würde einer meiner Freunde solch ein mist loslassen und hetzen, wäre diese Freundschaft mehr als nur vorbei!
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#4 Homonklin44Profil
  • 15.09.2015, 10:42hTauroa Point
  • Was beim ertappten Braunsympathisanten die "jüdischen Freunde", das sind beim Religioten die "homosexuellen Freunde", soweit ich das recht verstehe.

    Interessanterweise sind das immer völlig anonyme, weil wahrscheinlich herbei konfabulierte Menschen. Sowas wie der imaginäre Behelfs-Kumpel.

    Dass Religioten, egal von welcher Abspaltung die nun kommen, praktisch einer Blume das Blühen nicht empfehlen können, wenn jene die nach ihrer Mythologie falsche Farbe zeigt, ist man zwar gewohnt. Aber leichter zu übersehen ist diese Wiederholschlaufe der Naturmissachtung noch lange nicht.
    Wenn er Homosexuellen nicht empfehlen kann, homosexuell zu leben, dann möge er sich doch bitte ... ja, mal empfehlen, und seinen Stuss für sich behalten.
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#5 HonestAbeProfil
  • 15.09.2015, 11:03hBonn
  • Antwort auf #3 von Adam
  • "Irgendwie lustig :P Mann bekommt immer gesagt von den Homophoben was für eine kleine Minderheit wir doch sind!"

    Wohlgemerkt eine kleine Minderheit, die in der Gedankenwelt der Homophoben einen GEWALTIGEN Stellenwert einnimmt. Fast so, als würden sie ständig darüber nachdenken wie es den wäre, selbst solche "verruchten" Dinge zu tun.

    Ehrlich, dieses Festhalten der Homophoben an Exklusivrechten ist einfach nur erbärmlich. Wenn wir schon so eine angeblich unbedeutende Minderheit sind, wäre die einzige Lösung uns einfach alle Rechte zu gewähren. Was würde es die angebliche "Mehrheitsgesellschaft" denn schon stören?
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#6 ursus
  • 15.09.2015, 11:35h
  • ich stelle mir manchmal vor, dass es da eine agentur geben muss, die homosexuelle als alibifreunde an hetzer_innen verleiht, "homos for hire" oder so. vermutlich leute aus der lsu, der huk oder der afd, die ein bisschen was dazuverdienen müssen. und weil fototermine extra kosten, sieht man nie einen davon wirklich auftauchen.

    vielleicht gibt es ja hier im forum ein paar hetzer-escorts, die genaueres berichten können?
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#7 CorumProfil
  • 15.09.2015, 11:57hHamburg
  • Antwort auf #6 von ursus
  • frag doch mal unseren multiplen Forentroll

    lsu, huk und afd sind doch genau seine Kreise und er ist ja auch in seiner Gemeinde so anerkannt ... evtl. verdient zahlt er ja als schwuler Mietfreund für Lucke und Co. sein Reihenhäuschen ab
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#8 ursus
#9 CorumProfil
#10 goddamn liberalAnonym
  • 15.09.2015, 14:20h
  • Tja, wo die Freundschaft hinfällt...

    Jedenfalls haben die homosexuellen Freunde der Homophoben mittlerweile die jüdischen Freunde der Antisemiten fast schon abgelöst:

    Z. B. bei Opus-Dei-nahen Klerikalphilozopfen Spaemann:

    "Unter meinen guten Freunden sind mehrere Homosexuelle. Mit denen bin ich darin einig, dass die Abwesenheit der Anziehungskraft des anderen Geschlechts ein anthropologisches Manko ist." (Die Welt)

    oder beim Katholo-Anarcho Mattusek:

    www.theeuropean.de/matthias-matussek/8042-homosexualitaet-al
    s-fehler-der-natur


    Bei denen werden die anonymen Freundes-Phantome sogar als Kronzeugen für die eigene Homophobie missbraucht.

    Aber das geht antizionistischen Juden ja genauso, wenn sie von Antisemiten instrumentalisiert werden.
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