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  • 15.09.2015, 15:14h           279      Teilen:   |

Heftig umstrittener Entwurf

BaWü stellt Bildungsplan vor – das steht zu "sexueller Vielfalt" wirklich drin

Artikelbild
Werden LGBT-Themen in Baden-Württemberg künftig endlich angemessen im Unterricht berücksichtigt? Ein Anfang scheint mit den nun vorgelegten Bildungsplänen gemacht.

Das Ländle modernisiert den Schulunterricht und nimmt ausdrücklich LGBT-Themen auf. Nun liegt erstmals ein umfassender Entwurf vor.

Von Norbert Blech

Was war das Geschrei groß: In einer Online-Petition machten Ende 2013 fast 200.000 Menschen ihrer Wut Luft über eine "pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung", die Baden-Württemberg in den Schulen plane, über "die Thematisierung verschiedener Sexualpraktiken in der Schule als neue Normalität" und die geplante "Werbung", Homosexualität zu akzeptieren (queer.de berichtete).

Der Grund: Erste interne Arbeitsentwürfe zu einer Reform des Bildungsplans hatten zu Einzelpunkten immer wieder unter dem Schlagwort "Akzeptanz sexueller Vielfalt" überprüft, welche Möglichkeiten es gibt, entsprechende Fragen zu thematisieren – vor allem, weil hier dringender Nachholbedarf besteht. Erzkonservative Gruppen sowie Union und AfD machten daraus hingegen eine Überbetonung des Themas, eine "Frühsexualisierung" der Kinder und einen Kampf gegen Ehe und Familie im Sinne eines Gender Mainstreamings – die entsprechende Mobilisierung dauert weiter an und läuft inhaltlich immer weiter aus dem Ruder. Im Oktober ist die nächste "Demo für alle" in Stuttgart geplant.

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"Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt"

Inzwischen wurde der Bildungsplan mehrfach überarbeitet, um ein Jahr verschoben und am Montag erstmals im Detail der Öffentlichkeit vorgestellt. Er steht nun unter mehreren fächerübergreifenden "Leitprinzipien", darunter nicht mehr "Akzeptanz sexueller Vielfalt", sondern "Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)". Zu diesem Punkt heißt es: "In der modernen Gesellschaft begegnen sich Menschen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, Nationalität, Ethnie, Religion oder Weltanschauung, unterschiedlichen Alters, psychischer, geistiger und physischer Disposition sowie geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Kennzeichnend sind Individualisierung und Pluralisierung von Lebensentwürfen."

Kernanliegen sei es, "Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit" zu fördern. Wobei der Folgesatz wirkt, als hätten ihn die "Besorgten Eltern" formuliert: "Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie."

Als Unterpunkte werden immerhin unter anderem "Personale und gesellschaftliche Vielfalt", "Toleranz, Solidarität, Inklusion, Antidiskriminierung", "Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen", "Formen von Vorurteilen, Stereotypen, Klischees" oder "Minderheitenschutz" genannt.


Kultusminister Andreas Stoch (SPD) stellt auf einer extra eingerichteten Webseite die Bildungspläne zur weiteren Diskussion vor


Von wegen Frühsexualisierung

Auf der neuen Webseite bildungsplaene-bw.de sind die Pläne einzeln gelistet nach Schulart, Alter und Fach, was die Debatte konkretisieren soll, aber eine schnelle Übersicht erschwert. Bei der Grundschule, also den ersten bis vierten Klassen, zeigt sich dennoch schnell, dass Vorwürfe über eine "Frühsexualisierung" ins Leere gehen: Sexualaufklärung ist überhaupt kein Thema.

Auch der Bereich der sexuellen Vielfalt wird nicht ausdrücklich erwähnt. Die Lehrpläne sehen vor, dass Schüler sich und andere kennenlernen, Verschiedenheit reflektieren, Konflikte erkennen und lösen. Mobbing ist ein Thema, auch die Prävention sexuellen Missbrauchs.

Ein Denkanstoß lautet: "Welche Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem 'Anderssein' und dem Erleben von Vielfalt als Normalität schafft die Schule?" Allerdings wird nur allgemein auf "Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen" verwiesen – es kommt wohl auf den jeweiligen Lehrer und die konkrete Klassensituation an, welche Schwerpunkte den Schülern vermittelt werden. Viel deutlicher geht der Bildungsplan für die Grundschule unter anderem auf "kulturelle Vielfalt" ein, macht etwa Migration zum Thema.

"Wertfreier" Unterricht über Homo- und Transsexualität

Eine richtige Rolle spielt "sexuelle Viefalt" erst in den späteren Stufen, vor allem in den Klassen 7 und 8, also zu Beginn und während der Pubertät. Dann ist auch eine verpflichtende Sexualkunde vorgesehen (Biologie, "Fortpflanzung und Entwicklung").

Als Ziel ist unter anderem festgelegt, dass Schüler "die Bedeutung der Verwendung von Kondomen für den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten (HIV) beschreiben" können. Auch muss der Unterricht dazu führen, dass sie "unterschiedliche Formen der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität wertfrei beschreiben" und "die Bedeutung der Sexualität für die Partnerschaft (auch gleichgeschlechtliche) beschreiben" können.

Eine weitere verpflichtende Behandlung des Themas findet sich in Gemeinschaftskunde (Klassen 8 bis 10), die Fragen des Sozialen, des Rechts und der Politik behandelt. Eines von sehr vielen Zielen ist, dass Schüler "unterschiedliche Lebensformen beziehungsweise Formen des Zusammenlebens charakterisieren" können, als Punkte werden etwa "Ehe, Eingetragene Lebenspartnerschaft, traditionelle Familie" und "Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen" genannt.

Die Schüler müssen auch "die besondere Stellung der Familie beschreiben (Art. 6 GG)" können, was zu aufklärenden Diskussionen führen könnte – ebenso wie die Erörterung von "Maßnahmen zur Überwindung spezifischer Benachteiligungen durch unterschiedliche Gender-Rollen". Unter dem Punkt "Grundrechte" müssen Schüler "Minderheitenschutz" erläutern, ausdrücklich genannt werden "Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Menschen mit unterschiedlicher geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung".


Bild von einer "Demo für alle" in Stuttgart: Ist nun Schluss mit dem überzogenen Kampf gegen Schulaufklärung über Homo- und Transsexualität?

Kultur: Aufklärung durch Werk und Künstler möglich

In den weiteren Fächern spielen Fragen der sexuellen Vielfalt keine größere verpflichtende Rolle mehr, im Plan zu Englisch als erster Fremdsprache wird etwa nur in Fußnoten darauf verwiesen, dass eine Unterrichtseinheit zur Rolle des Individuums auch auf "gender relations" oder auf "Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen" eingehen könnte. Hier kommt es folglich näher auf benutzte Schulbücher und Unterrichtsmaterialien an, auch auf behandelte Bücher oder Filme.

Für den Deutsch-Unterricht (7./8. Klasse) wird dieser Gedanke näher formuliert mit dem Ziel, dass sich Schüler "mit der Darstellung von Lebensentwürfen und Lebenswirklichkeiten in Texten auseinandersetzen (zum Beispiel mit unterschiedlichen kulturellen, historischen, religiösen Hintergründen oder unterschiedlichen geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen)".

Während der Bereich "Bildende Kunst" nur allgemein auf das Ziel der Erziehung zur Toleranz eingeht ("Bildende Kunst stellt Vorurteile, Stereotypen, Klischees und dogmatische Ansichten grundsätzlich in Frage"), schhlägt der Bildungsplan für das Fach Musik vor, "ausgehend von historischen und zeitgenössischen Musikstücken das Lebens- und Arbeitsumfeld von Komponisten und Musikern" zu benennen, zu vergleichen und einzuordnen, auch geschlechtliche oder sexuelle Identität kann thematisiert werden.

Unterschiede zwischen Religion und Ethik

An manchen Stellen vermeidet der Bildungsplan Kontroversen. Zum Leitprinzip Toleranz heißt es etwa in der Einleitung zur katholischen Religionslehre, es gehe um eine "Wertschätzung eines jeden Menschen, unabhängig von seiner Herkunft und Lebensform, Weltanschauung oder Religion." Der Unterricht für Altkatholiken hingegen will konkret Positionen "zu einer individualethischen Fragestellung (zum Beispiel Schwangerschaftsabbruch, Homosexualität und Ehe, sexuelle Vielfalt, Sterbehilfe) erläutern".

Im alternativen Ethik-Unterricht müssen Schüler lernen, "Aspekte eines selbstbestimmten und glücklichen Lebens erläutern und bewerten" zu können, was sich auch auf die sexuelle Identität bezieht. Ebenso sollen sie sich "mit verschiedenen Formen und Auffassungen von Liebe und Sexualität im Spannungsfeld von Freiheit, Verantwortung und Selbstbestimmung (zum Beispiel auch durch Medien geprägte Rollenbilder von Partnerschaft, Ehe, Familie, sexueller Identität) auseinandersetzen und hierzu einen Standpunkt vertreten".

In einigen weiteren Fächern, wie etwa "Alltagskultur, Ernährung, Soziales", das in Hauptschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen ab Klasse 7 unterrichtet wird, finden sich noch Hinweise, dass Themen wie "Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen" aufgegriffen werden können.

Wesentliche Änderungen erst 2017/2018

Insgesamt macht der Bildungsplan "sexuelle Vielfalt" an einigen Stellen zu einem nötigen wie längst überfälligen Pflichtthema. Die Grundlagen eines aufklärenden Unterrichts wie akzeptierenden Schulklimas sind gesetzt und begründ- wie durchsetzbar, eine umfassendere Weiterentwicklung ist darin angelegt.

Dennoch bleibt der jetzt vorgestellte Entwurf auch hinter den Erwartungen zurück – nicht nur mit dem fragwürdigen Verweis auf das "christliche Menschenbild". Denn vieles überlässt er der Lehrerausbildung, konkreteren Lehrplänen und individuellen Schulen und Lehrern. Es stellt sich zudem die Frage, warum die Schüler erst mit der siebten Klasse so richtig und verbindlich erfahren sollen, dass es so etwas wie Schwule, Lesben oder Transgender gibt – ein früheres, altersgerechtes Aufgreifen würde niemandem schaden, zumal Kinder ohnehin oft früh mit dem Thema in Berühung kommen. Auch die ständige Rollenzuweisung von LGBT als die "anderen Lebensformen" ist alles andere als emanzipatorisch.

Feinschliffe an dem Bildungsplan werden noch vorgenommen: Bis zum 30. Oktober können Interessierte per Online-Formular Stellung zu den einzelnen Plänen abgeben, auch 175 Organisationen und Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik sind für Rückmeldungen angefragt. Die ersten neuen Regelungen treten im Schuljahr 2016/2017 in Kraft, vorausgesetzt, ein Machtwechsel nach der Landtagswahl führt nicht zu einem Stopp der Pläne.

Auch treten die Pläne erst nach und nach in Kraft: Der Bildungsplan für die siebten und achten Klassen, der in Fragen der Sexualaufklärung wie auch der Thematisierung von sexueller Vielfalt die Hauptrolle spielt, wird erstmals im Schuljahr 2017/2018 und in dem danach angewandt – alle Änderungen beginnen mit dem Jahrgang 2016/2017 in Grundschule sowie Sekundarstufe 1 und werden ab dort mit ihm und nachfolgenden Jahrgängen fortgesetzt.

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Tags: baden-württemberg, schule, bildungsplan, sexuelle vielfalt
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Reaktionen zu "BaWü stellt Bildungsplan vor – das steht zu "sexueller Vielfalt" wirklich drin"


 279 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.09.2015
15:44:13


(+15, 15 Votes)

Von goddamn liberal


"...zumal Kinder ohnehin oft früh mit dem Thema in Berühung kommen. Auch die ständige Rollenzuweisung von LGBT als die "anderen Lebensformen" ist alles andere als emanzipatorisch."

Sehr wahr.

Das mit dem 'christlichen Menschenbild' ist aber in BW leider unausweichlich, weil die skurrile Landesverfassung, die schon in ihrer Enstehungszeit Anfang der 50er überholt war, von Frömmelei an allen Stellen nur so trieft. Ländle halt...

Da haben dann auch Nichtchristen nur die Möglichkeit ,sich "im Rahmen des christlichen Sittengesetzes" selbst zu verwirklichen.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass sich Konfessionslose in unserem Kirchenstaat endlich mal bemerkbar machen sollten.

Insgesamt zeigt der Entwurf: Wer jetzt noch dagegen demonstriert und stänkert (wie die CDU in BW) ist eben ein menschenfeindlicher Bräunling und kein besorgter Bürger.

Aber das war ja schon vornherein klar.


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#2
15.09.2015
16:22:55


(+17, 17 Votes)

Von ursus


ich glaube, ich habe noch nie erlebt, dass mal jemand konkret erklärt hat, was ein "christliches menschenbild" denn eigentlich genau sein soll. und ich habe auch noch nie erlebt, dass mal ein_e journalist_in nachgefragt hätte, wenn diese floskel fiel.

dabei würde sich vermutlich herausstellen, dass damit entweder ausschließlich werte gemeint sind, die ohnehin in unseren verfassungen festgelegt (und auch religionsfrei begründbar) sind, oder eben werte, die diesen widersprechen.

beides müsste dringend einmal aufgedeckt werden, statt das christliche pseudo-monopol auf "werte" noch immer weiter politisch zu festigen und so zu tun, als sei deutschland allen ernstes ein christlicher staat.


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#3
15.09.2015
19:26:55


(+14, 14 Votes)

Von Akam


Vielen Dank an Norbert Blech für diese sehr ausführliche und anschauliche Übersicht!


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#4
15.09.2015
19:35:05


(-10, 16 Votes)

Von Jeeens
Antwort zu Kommentar #2 von ursus


Christliches Menschenbild:

"Der Mensch [...] ist ein Geschöpf Gottes, von Gott gewollt und geliebt. Das Kind wird nicht erst zum Menschen, sondern ist es von Anfang an und besitzt somit eine unantastbare Würde. Diese Würde drückt sich in besonderem Maße
aus in der Aussage der Gottesebenbildlichkeit (vgl. Gen1,27). Der Wert einer Person errechnet sich deshalb nicht nach Alter, Bildungsstand, Geschlecht oder wirtschaftlichem Nutzen. Als einzigartige Person besitzt jeder Mensch eine eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten, Eigenarten und Begabungen.
[...]
- Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das über sich selbst hinaus denken kann.
Er stellt Fragen nach dem Woher, dem Wohin und nach dem Sinn des Lebens. Er ist lernfähig. Um ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben führen zu können, muss der Mensch in verschiedenen Lebensbereichen Kompetenzen erwerben.
[...]
- Der Mensch ist ein soziales Wesen und beziehungsfähig. Jeder Mensch ist auf
Beziehung angewiesen. Der Mensch braucht ein Gegenüber - ein Du - und eine Gemeinschaft, zu der er gehört. In Folge dessen ist der Mensch auch aufgerufen zu Solidarität und diakonischem Handeln.
[...]
- Der Mensch ist erlösungsbedürftig. Er macht Fehler und erlebt Gebrochenheit und Leid. Er ist nicht perfekt und ist deshalb auf Versöhnung und Verzeihung angewiesen.
Der Glaube an die Überwindung des Todes durch die Auferstehung Jesu Christi und die Erwartung eines neuen Himmels und einer neuen Erde (Reich Gottes) geben dem Menschen Zuversicht und Hoffnung.
[...]
- Der Mensch ist aufgerufen, die Welt zu gestalten (Gen 1,28) und Verantwortung zu
übernehmen. In der Nachfolge Jesu Christi sollen an seinem Handeln die Gaben des
Gottesgeistes erkennbar werden: Liebe, Freude, Gerechtigkeit, Friede, Güte, Treue,
Sanftmut und Selbstbeherrschung (vgl. Gal 5,22f).
[...]"

Quelle: www.ebfr.de/html/media/dl.html?v=117126

Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?


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#5
15.09.2015
21:56:13


(+9, 13 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Jeeens


""Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?""..

Äh ?

""Der Mensch ist erlösungsbedürftig.""..

Wenn ich jemals das Bedürfnis entwickle von irgendetwas "erlöst2 zu sein, dann von den Verdummbibelern..


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#6
15.09.2015
22:10:54


(+12, 14 Votes)

Von Ralf


Liebe, Gerechtigkeit, Sanftmut... das sind Begriffe, die ich nun so gar nicht mit dem Christentum in Verbindung zu bringen vermag.


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#7
15.09.2015
22:55:54


(+8, 10 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014
Antwort zu Kommentar #4 von Jeeens


Einige gute Gedanken sind da schon dabei, finde ich. ABER:

Menschliche Würde finde ich gut, aber wieso brauche ich dazu die Phantasie von einer "Gottebenbildlichkeit"?

Der Mensch mag Fehler machen, das sieht ja jeder ein. Aber wieso ist er deswegen "erlösungsbedürftig"? Ein Wort der Entschuldigung, eine Tat der Wiedergutmachung und des Ausgleichs (wo möglich), der Versuch, es künftig besser zu machen, letztlich auch das Strafrecht scheinen mir da sinnvoller.

Ich brauche auch nicht "Gott", um "Liebe, Freude, Gerechtigkeit" usw. gut zu finden. Dazu reicht ein bisschen common sense. Das übrigens Schnepfen wie Kuby, Davis, Storch, Petry, Kelle und wie sie alle heißen offensichtlich komplett abgeht. Ich brauche auch keine Bibelsprüche, um "Verantwortung in der Welt zu übernehmen" und ein Sozialleben und zu haben und zu genießen.

Übrigens steht da nichts von "heterosexuell ist gut" und "homosexuell ist schlecht" ...

Also, ehrlich gesagt, habe ich den Eindruck, dass, ohne das ich mich "Christ" nennen würde, mein Menschenbild christlicher ist als das von Kuby, Davis, Kelle usw., die alle geradezu mit ihrem "Christsein" aufschneiden ...


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#8
15.09.2015
22:58:07


(+5, 9 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #4 von Jeeens


Klingt wunderbar. Das erzaehlen Sie jetzt bitte noch dem christlichen Herrn Seehofer. Und dem Herrn Orband. Und legen Sie unbedingt die Betonung auf "Der Mensch ist vernunftbegabt." Das haben die und ihre katholischen Anhaenger ganz offensichtlich ueberleses.

Wobei - den ganzen Rest auch.

Schade, dass es kein Beispiel fuer die Verbindung dieses Textes mit irgendeiner realen Welt, einem realen christlichen Politiker gibt. Oder, vielleicht gab es doch einen, der sogar noch lebt. Der Ex-Praesident von Uruguay, Jose Mujica. Wobei man davon ausgehen darf, dass er diesem Bild entspricht, ohne ein Christ zu sein! Und das ist doch ein gutes Beispiel gegen die religioesen Eiferer.

Link zu www.spiegel.de


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#9
15.09.2015
23:01:10


(+5, 7 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Einige gute Gedanken sind da schon dabei, finde ich. ABER:

Menschliche Würde finde ich gut, aber wieso brauche ich dazu die Phantasie von einer "Gottebenbildlichkeit"?

Der Mensch mag Fehler machen, das sieht ja jeder ein. Aber wieso ist er deswegen "erlösungsbedürftig"? Ein Wort der Entschuldigung, eine Tat der Wiedergutmachung und des Ausgleichs (wo möglich), der Versuch, es künftig besser zu machen, letztlich auch das Strafrecht scheinen mir da sinnvoller.

Ich brauche auch nicht "Gott", um "Liebe, Freude, Gerechtigkeit" usw. gut zu finden ... Dazu reicht ein bisschen common sense. Das übrigens den Schnepfen wie Kuby, Davis, Storch, Petry, Kelle und wie sie alle heißen offensichtlich komplett abgeht. Ich brauche auch keine Bibelsprüche, um "Verantwortung in der Welt zu übernehmen" und ein Sozialleben zu haben und zu genießen.

Übrigens steht da nichts von "heterosexuell ist gut" und "homosexuell ist schlecht" ...

Also, ehrlich gesagt, habe ich den Eindruck, dass, ohne das ich mich "Christ" nennen würde, mein Menschenbild christlicher ist als das von Kuby, Davis, Kelle usw., die alle mit ihrem "Christsein" geradezu aufschneiden ...


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#10
15.09.2015
23:09:18


(+8, 12 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #4 von Jeeens


""Der Mensch [...] ist ein Geschöpf Gottes, von Gott gewollt und geliebt. Das Kind wird nicht erst zum Menschen, sondern ist es von Anfang an und besitzt somit eine unantastbare Würde. Diese Würde drückt sich in besonderem Maße
aus in der Aussage der Gottesebenbildlichkeit (vgl. Gen1,27). "

"Klingt doch gar nicht so schlecht, oder? "

Nö, es klingt höchst sonderbar, da die "Verteidiger des christlichen Menschenbildes" bei ihren Ansichten über Homosexuelle nicht daran halten und das hochgehaltene christliche Menschenbild hier vergessen.
Oder wo erkennen sie an, dass auch Homosexuelle "Geschöpfe Gottes" sind und "die Würde unantastbar" ist?

" Der Wert einer Person errechnet sich deshalb nicht nach Alter, Bildungsstand, Geschlecht oder wirtschaftlichem Nutzen. Als einzigartige Person besitzt jeder Mensch eine eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten, Eigenarten und Begabungen."

DAS IST EINE LÜGE!!!

Warum gilt das dann nicht für Homosexuelle?
Da gilt die "eigenständige Persönlichkeit", die "Eigenart" und die "Einzigartigkeit" auf einmal als verwerflich.
Und da wird plötzlich ein Wert gemessen nach wirtschaftlichem Nutzen, sprich, ob man Kinder für das Sozialsystem "wirft". Und das "Geschlecht" des Partners spielt auf einmal doch eine Rolle.

Was soll dieses Messen mit 2erlei Maß?
Aber so verlogen und bigott kennt man ja die Konservativen.
Danke, dass du uns aufgeklärt hast.
Wenn mal wieder ein Kauder mit dem "christlichen Menschenbild" argumentiert, kann man ihm das ja an den Kopf knallen.


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