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  • 20.09.2015, 17:40h               Teilen:   |

Freiwilliges Bezahlen

Wie gut wir sind, bestimmt ihr selbst!

Warum lässt sich ein journalistisches LGBT-Portal allein aus Werbeeinnahmen nicht finanzieren? Antworten von queer.de-Geschäftsführer Micha Schulze.


Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist seit 2004 Geschäftsführer von queer.de. Mit diesem Text versucht er, mögliche Fragen von Usern zur neuen Abo-Kampagne vorab zu beantworten


Am Sonntag hat queer.de den Aufruf "LGBT-Journalismus hat seinen Preis: Warum wir mehr Abos brauchen!" gestartet. Könnt ihr nicht wirtschaften?

So gut oder schlecht wie auch große Verlage, die journalistische Onlineportale betreiben. Alle leiden unter den sinkenden Werbeeinahmen. Obwohl die Zugriffe von queer.de kontinuierlich wachsen, gehen die Einnahmen aus Bannerverkäufen zurück. Das liegt vor allem an dem radikal gesunkenen Preis, den man für 1.000 Anzeigen-Einblendungen verlangen kann. Hinzu kommt, dass immer mehr User Adblocker einsetzen und der Traffic sich zunehmend auf die mobile Seite verlagert, wo es weniger Werbeflächen und -anbieter gibt.

Nicht zuletzt – und das unterscheidet uns von Mainstreammedien – haben wir mit Homophobie zu kämpfen: Adscale, ein großes deutsches Bannernetzwerk, das keine Probleme hat, auf anderen Seiten Anzeigen im Umfeld halbnackter Frauen auszuliefern, hat uns gekündigt, weil queer.de angeblich zu erotisch sei. Andere wollen uns erst gar nicht aufnehmen. Selbst zahlreiche Affiliateprogramme wollen ihre Banner nicht auf LGBT-Webseiten sehen.

Neben der Marktsituation, Homophobie und Adblockern macht uns der eigene Anspruch das Leben schwer. Die derzeitigen Umsätze würden reichen, um ein Portal mit vielen PR-Texten und seichten News-Häppchen zu finanzieren. Als Journalisten und LGBT-Aktivisten reicht uns das aber nicht aus.

Warum wird queer.de nicht komplett kostenpflichtig?

Den meisten Usern fehlt dafür noch das Verständnis. Warum auf einmal für etwas zahlen, was jahrelang umsonst war? Wir wissen, dass wir mit unserem Appell derzeit nur einen kleinen, aber besonders engagierten Teil der Leser erreichen.

Würden wir queer.de von heute auf morgen kostenpflichtig machen, würden wie enorm an Reichweite verlieren. Damit würden wir uns nicht nur selbst schaden, sondern der LGBT-Bewegung insgesamt. Von den Mainstream-Medien wird queer.de seit Jahren als schwul-lesbische Stimme wahrgenommen und von "Spiegel" bis "FAZ" zitiert. Es wäre falsch, auf diesen Einfluss zu verzichten.

Nicht zuletzt hat nicht jeder User dieselben finanziellen Möglichkeiten: Nur wenn möglichst viele für queer.de zahlen, kann das Portal grundsätzlich kostenlos bleiben.

Was bedeutet "freiwilliges Bezahlen" konkret?

Freiwilliges Bezahlen bedeutet anzuerkennen, dass journalistische Arbeit auch im Netz ihren Preis hat. Es ist aus meiner Sicht ein Beitrag zur Fairness im Internet. Per Flattr, Paypal oder Überweisung kann man uns einmalige Beiträge zukommen lassen – etwa wenn dir ein Artikel besonders gut gefallen hat. Über 500 Menschen haben uns seit 2013 mit mehr als 12.000 Euro unterstützt.

Am liebsten sind uns natürlich die Abos. Wir empfehlen einen Betrag von 5 Euro im Monat – das ist günstiger als viele gedruckte Monatsmagazine. Entscheiden soll aber jeder nach seinen Möglichkeiten. Wir ziehen den Betrag deiner Wahl monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich von deinem Konto ein. Abos können übrigens auch Vereine, LGBT-Referate oder Unternehmen abschließen, wir stellen auf Wunsch Quittungen und Rechnungen aus.

Warum kann man nicht per Handy, Kreditkarte oder Bitcoin bezahlen?

Die Dienstleister, die diese Services anbieten, verlangen leider recht hohe Grundgebühren und Provisionen, das würde sich bei vergleichsweise wenigen Transaktionen nicht lohnen. Da wir bei unserer Bank ein unbegrenztes Kontigent an Buchungsposten haben, sind Lastschriften und Überweisugen der beste Weg. Nur dann kommt 100 Prozent des Betrages auch bei uns an.

Hättet ihr nicht mehr Anzeigeneinnahmen, wenn queer.de besser aussehen würde?

Ein Relaunch von queer.de ist in der Tat allerhöchste Eisenbahn, und wir arbeiten im Hintergrund mit Hochdruck dran. Bei den vielen täglichen Aufgaben bleibt dafür leider nur eine begrenzte Zeit, deshalb sind wir arg im Verzug. Bitte gebt uns noch einige wenige Monate. Wir hoffen natürlich, mit einer besseren und zeitgemäßen Optik neue Kunden anzusprechen, den großen Bannernetzwerken ist es aber völlig egal, wie eine Seite aussieht. Allein die Reichweite zählt.



Vor Ort, wenn es wichtig ist, und bald im zeitgemäßen Layout: queer.de liefert einen wichtigen Dienst für die Community

Auch Mainstream-Medien berichten immer mehr über LGBT – wozu braucht man da noch queer.de?

Auch wenn es insgesamt mehr Berichterstattung über LGBT-Themen gibt, heißt das ja nicht, dass auch die Qualität gestiegen ist. Oft verbreiten sich nur unwichtige Agenturmeldungen über C-Prominente rasant, während queer.de als erstes und nahezu exklusiv etwa über die unsägliche Entgleisung des Schweizer Bischofs Vitus Huonder in Fulda berichtet hat. In unserer Berichterstattung gehen wir oft in die Tiefe und benennen Hintergründe.

In zwei wesentlichen Punkten sind wir den Mainstream-Medien voraus: Wir haben zum einen die Fachkompetenz, die teils jahrzehntelange Erfahrung und sind nah dran. Zum anderen informieren wir mit der klaren Haltung, dass Homophobie keine Meinung ist und sich die Gleichstellung von Lesben und Schwulen aus den Menschenrechten ergibt.

Innerhalb der Community ist auch unsere Unabhängigkeit ein großes Plus. Unsere GmbH wurde 2003 von Mitarbeitern der ehemaligen Zeitung "Queer" gegründet.

Manche werfen queer.de vor, ein "links-grünes" Portal zu sein…

Wir sind parteiisch für LGBT-Rechte, aber überparteilich. Auch der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer, der die Forderung nach dem Adoptionsrecht für Lesben und Schwule in Frage stellte, oder Thüringens linker Staatskanzleichef, der für eine Ehe-Öffnung das Grundgesetz ändern will, haben von uns eins aufs Dach bekommen. Und wenn es in der Union mal eine vernünftige Stimme gibt, wie neulich von Schleswig-Holsteins Fraktionschef Daniel Günther, dann berichten wir natürlich auch darüber.

Gab es auch schon Abo-Kündigungen?

Ja, einige wenige, weil wir konkrete Erwartungen nicht erfüllt, etwa über ein bestimmtes Thema nicht berichtet haben. Aber die übergroße Mehrheit der Abonnenten hält uns trotz mancher Schwächen seit über zwei Jahren die Treue. Mit unseren jetzigen Möglichkeiten können wir leider nicht jede wichtige Geschichte angemessen aufgreifen. Dazu brauchen wir eine viele größere Unterstützerbasis. Ich sage immer: Wie gut wir sind, bestimmt ihr selbst!

Wie kann man queer.de andersweitig unterstützen?

Wir empfehlen natürlich, queer.de im Browser zu bookmarken und täglich bei uns vorbeischauen! Wer sich nur auf Facebook verlässt, dem entgehen wegen der undurchschaubaren Algorithmen oft wichtige Geschichten. Dann kannst du unseren Tages- oder Wochennewsletter abonnieren, über den wir gelegentlich auch Werbe-Emails verschicken.

Ganz wichtig wäre, den Adblocker abzustellen bzw. dort zumindest das VG-Wort-Pixel freizugeben, so dass der Artikel für die jährliche Online-Ausschüttung gezählt wird. Und du kannst auf deiner eigenen Homepage zu queer.de verlinken.

Vielleicht bringst du in deinem Arbeitsplatz auch mal Werbung auf queer.de ins Gespräch. Was viele nicht wissen: Dank Geo-Targeting kann man Bannerwerbung auch regional begrenzt ausliefern. LGBT-Gruppen und andere gemeinnützige Organisationen können bereits für 50 Euro im Monat mit einem "Community-Banner" auf queer.de präsent sein.

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Tags: abo, freiwilliges bezahlen, onlinejournalismus, queer.de, micha schulze
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