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Skandalöse Anschuldigung

Zypern: Hotel schmeißt HIV-Positiven raus


Der idyllische Strand von Paphos (Bild: flickr / Alan Samuel / by 2.0)

Ein britischer Tourist soll laut der Boulevardzeitung "Daily Mail" bei einem Urlaub in Zypern nach einem Unfall von Ärzten gegenüber seinem Hotel als HIV-Positiver geoutet worden sein. Anschließend habe er zwangsweise sein Hotelzimmer räumen müssen.

Dem Bericht zufolge war der Mann Anfang des Monats ohnmächtig geworden und musste wegen leichter Verletzungen behandelt werden. In einer bei Touristen populären Privatklinik in Paphos habe er die Ärzte über seine HIV-Infektion unterrichtet.

Nach der Behandlung sei er in das Hotel zurückgekehrt und habe erfahren, dass die Klinik das Hotel telefonisch über die HIV-Infektion informiert und empfohlen habe, "die Bettwäsche zu verbrennen". Auch sei ihm mitgeteilt worden, dass er als Gast nicht länger willkommen sei.

Das Vorgehen der Klinik sei "ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht", kritisierte Stella Michaelidou von der zyprischen Aids-Organisation KYFA. Sie sagte, dass sie in den letzten 20 Jahren noch nie von einem solchen Fall gehört habe. "Das ist ja wie in den Achtzigern, bevor wir wussten, was HIV ist", so Michaelidou. "Man könnte diese Ignoranz von einer gewöhnlichen Person erwarten, aber ein Arzt?"

Der Name der Klinik und des Hotels sind bislang nicht bekannt gegeben worden. Nach Angaben des Mannes hätten sich danach weitere Hotels geweigert, ihm eine Unterkunft zu bieten. Auch einige Kliniken hätten ihn abgewiesen.

Das zyprische Gesundheitsministerium, die Ärztekammer und das Fremdenverkehrsamt haben Ermittlungen aufgenommen. Der örtliche Hotelverband wollte die Berichte nicht bestätigen.

Die Republik Zypern hat erst 1998 gleichgeschlechtliche Handlungen legalisiert. Das Schutzalter wurde schließlich im Jahr 2002 angeglichen. Noch immer müssen Homosexuelle in dem EU-Land mit Diskriminierungen rechnen. So dürfen LGBT beispielsweise nicht im Militär dienen. (dk)



Nordzypern schafft Homo-Verbot ab

Als letztes Land in Europa hat das Parlament der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern am Montag die Abschaffung des Verbots von Homosexualität beschlossen.
#1 ursus
  • 24.09.2015, 13:34h
  • >"Auch einige Kliniken hätten ihn abgewiesen."

    schlimm genug, wenn einige privatleute immer noch die aids-paranoia der achtziger pflegen. aber wenn da ärzte und kliniken genauso ignorant und ängstlich regieren, dann ist das unerträglich, weil im zweifelsfall lebensgefährlich für die betroffenen.

    auch in deutschland hört man immer mal wieder z.b. von zahnärzten, die hiv-positive patient_innen nicht behandeln wollen oder deren termine ans tagesende legen, weil danach angeblich "richtig gründlich" desinfiziert werden müsse. mit ärztlicher kompetenz hat das wenig zu tun, um es mal sehr höflich auszudrücken.
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#2 David77Anonym
#3 reiserobbyEhemaliges Profil
#4 ursus
  • 24.09.2015, 13:58h
  • Antwort auf #2 von David77
  • dieser offensichtlich psychisch labile user hat aber - hoffentlich - nicht den einfluss, durch seine menschenverachtende ignoranz anderer leute leben zu gefährden. wenn man die indirekten schäden beiseitelässt, die verbale gewalt anrichtet. okay, da widerspreche ich mir gerade selbst, aber ich glaube, du verstehst, was ich meine. von ärzten erwarte ich ein anderes maß an verantwortung und selbstaufklärung.
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#5 seb1983
#6 Patroklos
#7 Roman BolligerAnonym
  • 24.09.2015, 16:32h
  • Sollten das zypriotische Gesundheitsministerium und das zypriotische Fremdenverkehrsamt zur Beurteilung kommen, die Klinik, das besagte Hotel und die anderen Hotels hätten rechtmässig und vernünftig gehandelt, dann gehört der zypriotische Tourismus durch alle LGBT-Menschen boykottiert. Wir verbringen gerne unsere Ferien in modernen, aufgeschlossenen und sicheren Staaten, nicht in mittelalterlichen Schandflecken.
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#8 noch wasAnonym
  • 24.09.2015, 23:46h
  • Antwort auf #7 von Roman Bolliger
  • Dann gehört der Tourismus dort nicht nur durch LGBT-Menschen boykottiert, sondern durch alle Menschen, die ein Hirn haben und sich freuen, es zu benutzen. Es sollte dem zypriotischen Fremdenverkehrsamt dann ja auch eine Lehre sein, und die Welt ist anderswo sehr schön.
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#9 Miguel53deProfil
#10 Homonklin44Profil
  • 25.09.2015, 19:36hTauroa Point
  • Geht mir so wie Miguel schreibt. Verdammt viel Hörensagen. Aber wenn sich das wirklich so zugetragen hat, ist es gehörig traurig für so ein Land. Zypern ist doch eigentlich nicht grade in den letzten 100 Jahren stehen geblieben, möchte man denken.

    Ob die ärztliche Schweigepflicht überall in Europa gilt, und was die Ausnahmen sein mögen, ist fraglich. Es gibt ja so Gefahren-Klassifizierungen, und nach einigen müssen etwa Krankenhaus-Keime weiter gemeldet werden, nach anderen vielleicht ja noch krumme Zehen, weil das ein Hinweis drauf ist, dass die Patientin eine Hexe sein könnte.

    Was hier noch dazwischen stand, vielleicht eine Bekanntschaft zwischen Mediziner und der Hotel-Belegschaft, wissen wir nicht.
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