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Was hier Montage ist und ursprünglich ein Scherz zweier Komiker war, könnte nun doch wahr werden

Der russische Präsident sei für ein Treffen mit dem Popstar bereit, hieß es aus Moskau. Derweil spitzt sich die Lage für LGBT in dem Land zu.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag mit dem britischen Popstar Elton John telefoniert und sich zu einem gemeinsamen Treffen bereit erklärt. Das berichten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Putins Sprecher Dimitry Peskow.

Ein entsprechendes angebliches Telefonat hatte in der letzten Woche weltweit für Wirbel gesorgt: Nachdem John in einem Interview mit der BBC gesagt hatte, dass er gerne Putin treffen würde, um mit ihm über seine Politik gegenüber LGBT zu reden (queer.de berichtete), hatte er zwei Tage später auf Instagram berichtet, dass der russische Präsident ihn angerufen habe (queer.de berichtete). Nachdem der Kreml das Telefonat dementierte, stellte es sich heraus, dass zwei Komiker sich als Putin und sein Pressesprecher ausgegeben hatten (queer.de berichtete).

Nun habe der echte Putin John gebeten, den Scherz-Anruf nicht allzu ernst zu nehmen, sagte Peskow. Putin habe ihm versprochen, dass man sich treffen könne, wenn es der Zeitplan erlaube, und dass John mit ihm über alles sprechen könne, "über das er besorgt ist".

Verstärkte Repression


Während Putins Telefonat mit Elton John die Weltpresse bewegt, geht das mögliche Aus der Online-Community "Kinder 404" unter

John hatte die russische Politik gegenüber Lesben, Schwulen und Transsexuellen in dem Interview mit der BBC als lächerlich und "isolierend und von Vorurteilen durchsetzt" bezeichnet; bereits auf Konzerten in Russland hatte er sich öffentlich gegen das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" gewandt.

Während Putin das Gesetz immer wieder in der Öffentlichkeit und in der internationalen Diplomatie mit dem Schutz der Jugend und einem Einsatz für die Ehe verteidigte, wurde es in der Praxis vor allem für Verbote von Demonstrationen eingesetzt. Weil er dennoch einen CSD-Protest in Moskau abhielt, wurde in diesem Sommer der LGBT-Aktivist Nikolai Aleksejew erstmals zu zehn Tagen Haft verurteilt (queer.de berichtete).

Auch ansonsten zieht das Regime die Zügel an: Während mehrere LGBT-Organisationen in den letzten Monaten nach und nach zu "internationalen Agenten" erklärt wurden (queer.de berichtete), hat die Medienbehörde Roskomnadsor am Montag die Sperrung der Community "Kinder 404" im sozialen Netzwerk Vkontakte verfügt (queer.de berichtete). Der wichtigen Anlaufstelle für LGBT-Jugendliche, die auf fast 70.000 Follower kommt, droht damit in den nächsten Tagen die Entfernung – am Donnerstag sperrte das soziale Netzwerk nach einer Anordnung von Roskomnadsor bereits eine Community namens "Unsichtbares Pinkes Einhorn".

Kampf gegen Human Rights Watch und Facebook-Emojis


In St. Petersburg findet in diesem Tagen das Queerfest statt – einem örtlichen Politiker platzt wieder der Kragen

Am Donnerstag wurde zugleich bekannt, dass der St. Petersburger Abgeordnete Witali Milonow, der erst vor einer Woche von Putin mit einem der höchsten Orden des Landes ausgezeichnet wurde (queer.de berichtete), ein Verbot der Organisation "Human Rights Watch" gefordert hat, weil dessen internationaler Leiter für LGBT-Fragen, der in Berlin angesiedelte niederländische Aktivist Boris Dittrich, derzeit an einem queeren Kulturfestival in St. Petersburg teilnimmt.

Am Donnerstag wurde auch bekannt, dass das regionale Innenministerium von Kirow offiziell Ermittlungen gegen Facebook begonnen hat. Von dem sozialen Netzwerk angebotene Emojis für Chats, die u.a. auch gleichgeschlechtliche Paare zeigen, könnten einen Verstoß gegen das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" darstellen. Bereits vor wenigen Wochen hatte ein Politiker von der rechtspopulistischen Liberal-Demokratischen Partei Russlands Ermittlungen gegen den Konzern gefordert. (nb)

 Update  10.30h: "Kinder 404" geblockt, Medienbehörde trotzdem ausgetrickst

Inzwischen wurde die Online-Community "Kinder 404" im sozialen Netzwerk "Vkontakte" tatsächlich geblockt – Nutzer in Russland können die Seite (anders als Besucher aus dem Ausland) nicht mehr aufrufen. Die Betreiber von "Kinder 404" haben allerdings vorgebeugt und wenige Stunden vor der Sperre einfach eine neue Seite in dem sozialen Netzwerk angelegt – die meisten der fast 70.000 Follower sind mit umgezogen.



#1 -hw-Anonym
#2 paren1957Ehemaliges Profil
  • 24.09.2015, 21:48h
  • Lenin hat solche Leute mal als nützliche Idioten bezeichnet. Ich stimme ihm selten, aber hier ausdrücklich zu.
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