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  • 24.09.2015, 20:23h           21      Teilen:   |

Besuch in den USA

Papst: Basis der Ehe wird in Frage gestellt

Artikelbild
Papst Franziskus hatte einst die Obsession der Kirche mit Abtreibung und Homosexualität beklagt - bei seinem Amerika-Besuch ging er selbst vergleichsweise wenig auf die Themen ein

In seiner Rede vor dem Kongress erwähnte Franziskus Abtreibung und Homo-Ehe nur kurz und indirekt. Vor Bischöfen wurde er allerdings deutlicher.

Papst Franziskus hat am Donnerstag als erster Papst überhaupt eine Rede vor dem US-Kongress gehalten – und dabei nur wenige Worte zu den vermeintlichen Streitthemen verloren, die die römisch-katholische Kirche und auch die amerikanische Gesellschaft derzeit beschäftigen.

So ging Franziskus in einer langen Rede nur kurz auf das Thema Ehe und Familie ein: "Doch kann ich meine Sorge um die Familie nicht verbergen, die – vielleicht wie nie zuvor – von innen und von außen bedroht ist", sagte der Papst. "Grundlegende Beziehungen wie die eigentliche Basis von Ehe und Familie werden in Frage gestellt."

Das lässt sich als Kritik an der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare lesen, auch angesichts früherer Äußerungen zum Thema und angesichts des großen Widerstandes der amerikanischen Bischöfe gegen die Homo-Ehe. Ausdrücklich von gleichgeschlechtlichen Paaren sprach der Papst aber nicht, sondern ging vor allem auf junge Menschen ein, die keine Familie gründen könnten, weil ihnen "Chancen für die Zukunft" fehlten. Andere hätten hingegen so viele "Wahlmöglichkeiten", dass auch sie von der Gründung einer Familie abgehalten würden.

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Gegen Todesstrafe und Abtreibung

Großer Applaus im Kongress kam auf, als Franziskus an die "Verantwortung" erinnerte, "menschliches Leben in jedem Stadium seiner Entwicklung zu schützen und zu verteidigen". Doch anstatt die Frage der Abtreibung wörtlich zu erwähnen und dazu nähere Ausführungen zu machen, kritisierte er in Folge vor allem die auch in Teilen der USA noch praktizierte Todesstrafe.

Franziskus wandte sich gar allgemein gegen einen vereinfachenden "Reduktionismus, der die Wirklichkeit in Gute und Böse oder in Gerechte und Sünder unterteilt". Er lobte Martin Luther King für "Freiheit in der Vielfalt und Nicht-Ausschließung" und forderte eine "menschliche, gerechte und brüderliche" Reaktion auf die Flüchtlingskrise.

Bereits bei seiner Rede im Garten des Weißen Hauses war der Papst nicht auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder Abtreibung eingegangen, sondern hatte den Wert von Klimaschutz und Religionsfreiheit betont. Im Vorfeld hatte es Kritik daran gegeben, dass Obama auch LGBT-Aktivisten und einen schwulen Ex-Bischof der Anglikaner zu dem Empfang eingeladen hatte (queer.de berichtete).

Einsatz der Bischöfe gelobt

In weniger öffentlichen Reden war der Papst aber deutlicher geworden. So hatte er in einer Predigt vor der Bischofskonferenz den Bischöfen den Rücken gestärkt: "Ich freue mich über den ungebrochenen Einsatz eurer Kirche für die Sache des Lebens und der Familie, die der vorrangige Grund meines gegenwärtigen Besuches ist." Es sei bedeutend, "das Evangelium von der Familie zu verkünden", wozu sie und er beim bevorstehenden Weltfamilientreffen "nachdrücklich Gelegenheit" hätten.

Auch erwähnte er mit einem Halbsatz die "unschuldigen Opfer der Abtreibung" – nach der Predigt hatte er ausdrücklich Ordensschwestern besucht, die sich geweigert hatten, als kirchlicher Arbeitgeber ihren Angestellten eine Krankenversicherung anzubieten, die Kosten für Verhütungsmittel, für die Pille danach und für Abtreibungsmedikamente übernehmen. Eine entsprechende Klage hatte der Orden im Sommer vor einem Berufungsgericht verloren.

Noch hat der Papst Gelegenheit, zu den umstrittenen Fragen deutlich Stellung zu beziehen: Am Freitag wird er eine Rede vor den Vereinten Nationen halten, dann Ground Zero besuchen und eine Messe im Madison Square Garden abhalten. Am Samstag bis zu seiner Abreise am Sonntag hat er mehrere Termine beim "Welttreffen der Familien" in Philadelphia.

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Tags: papst, franziskus, römisch-katholische kirche,, usa
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 Römisch-katholische Kirche
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Reaktionen zu "Papst: Basis der Ehe wird in Frage gestellt"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
24.09.2015
21:22:01


(+8, 10 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es mutet schon skurril an, wenn der Führer der Katholen vor einer weltlichen Legislative Hassreden schwingen darf - und das in einem Land, in dem die ihm blökend folgende Schafherde eine kleine Minderheit von ca. 20 Prozent ausmacht.

Und jetzt komme keiner damit an, dass Bergoglio als Staatsoberhaupt gesprochen hätte, denn eine Trennung von Staat und Religion kennt der Vatikan nicht.


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#2
24.09.2015
22:21:03


(-3, 9 Votes)

Von o aus h
Antwort zu Kommentar #1 von userer


Och, Hassreden gegen die Todesstrafe darf er meinetwegen gerne vor dem amerikanischen Kongress halten. Andere Päpste hätten womöglich dazu gar nichts gesagt, sondern explizit auf einer Gefährdung der Moral in ihrem Sinne herumgeritten von mir ein +1 für Franziskus.


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#3
24.09.2015
22:57:18


(-12, 16 Votes)

Von Jeeens


Der richtige Papst zur richtigen Zeit. Deo gratias!

Dass queer.de trotzdem das Haar in der Suppe sucht, überrascht mich nicht.



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#4
24.09.2015
23:03:57


(-13, 15 Votes)

Von Markus45


Sorry aus den Worten im Kongress und vor den US-Bischöfen kann keine öffentliche Stellungnahme des Papstes zum Thema "gleichgeschlechtliche Paare" entnommen werden.

Der Artikelschreiber überzieht hier in seiner Interpretation, weil er eine atheistisch/agnostische Weltansicht vertritt und hier gerne möchte, dass Franziskus sich hier so entsprechend äußert - das hat Franziskus aber nicht gemacht, muss ich hier als Fazit festhalten.

Der Artikel ist daher leider inhaltlich falsch und von eigener Interpretationsansicht angetrieben geschrieben worden.

Es ist schon verblüffend, wie linke LGBT-Aktivisten darauf spekulieren, dass Franziskus sich entsprechend positioniert.


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#5
25.09.2015
00:14:10


(+6, 8 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #3 von Jeeens


Das Suchen soll auch nicht "überraschen"..

Aber das Finden..


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#6
25.09.2015
00:18:03


(-9, 11 Votes)

Von Lars


Man sollte nicht den Fehler begehen und argwöhnen, dass die Betonung des Wertes der Familie eine Abwertung der Homosexuellen bedeutet. Quatsch. Homosexuelle sind Teil von Familien und da, wo sie in deren Strukturen selbstverständlich eingebunden sind, schafft ihnen das Unabhängigkeit, Sicherheit und ein gutes "Zuhause" - ein besseres, als es ihnen z.B. eine kirchliche Organisstion oder ein geistlicher oder weltlicher Orden biten könnte.

Ich schätze Herrn Bergoglio - bei aller seiner strukturellen Befangenheit - und nehme an, dass ich ihn im oben genannten Sinne verstehen darf. Sonst hätte er bestimmt etwas gegenteiliges explizit ausgeprochen.


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#7
25.09.2015
00:20:15


(+6, 8 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #4 von Markus45


Ich war schon gespannt, was mein lieber Evangelist sagen wird. Und er hat mich nicht enttaeuscht.

Allerdings moechte ich doch gern daran erinnern: Wenn man von einer Redaktion etwas erwartet und sie kritisiert, aber ausdruecklich und erklaertermassen nichts dafuer bezahlen will, sind solche Beitraege mehr als billig.

Wie schon der Gruendervater des Christentums, Paulus, sagte: "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, haette aber die Liebe nicht, waehre ich droehnendes Erz oder eine laermende Pauke." (1 Kor 13,1 - 13)

Ohne Liebe, Liebelein, ist nichts. Und immer meckern ist nicht lieben.


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#8
25.09.2015
00:45:59


(+12, 14 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Der Papst, wie so viele andere Feinde der Ehe fuer Alle, reden gern von der Bedrohung der Ehe. Und behaupten allen Ernstes, die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren sei dabei die groesste dieser Bedrohungen.

Das wird auch durch Wiederholungen nicht richtiger.

Die Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch ueberhaupt nicht beruehrt. In keiner auch noch so kleinen Weise. Und es ist schon ermuedend, dass man das immer und immer wieder sagen muss.

Bedroht wird sie nur durch eine Gesellschaft, in der immer mehr Egoismus um sich greift. In der Besitz und Konsum immer wichtiger werden. In der der Turbo-Kapitalismus immer mehr Menschen verarmen laesst. In der Kinder von Gesellschaft und Politik vernachlaessigt werden. In der Gewalt immer staerker um sich greift und Rassismus, Faschismus und Nationalismus wieder gesellschaftsfaehig werden.

Eine moegliche Ehe zwischen zwei Menschen jegweder Hautfarbe und Herkunft ist hingegen ein Zeichen von Liebe, Vertrauen, Hoffnung und - und das nicht zuletzt - Respekt und Akzeptanz von Menschen untereinander.

Wenn der Papst allerdings immer noch davon ausgeht, dass die Basis der Ehe das Erzeugen von Nachwuchs ist, hat er immer noch nicht erkannt, wie falsch das ist und wie schaedlich fuer die Rettung des kleinen Planeten Erde. Wer nicht erkennen will, dass die Basis einer Ehe die Liebe ist und sonst gar nichts, lebt erschreckend rueckwaerts orientiert.


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#9
25.09.2015
08:27:19


(+10, 10 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Gerade in den öffentlich-rechtlichen TV-Medien wird viel zu viel Aufsehen mit dem Papst gehegt. Er will sich geradezu als Politiker geben.

Die Ehe zwischen Mann und Frau wird und wurde niemals bedroht, aber alle andere Lebensformen und Familienkonstellationen werden explizit vom Katholizismus bedroht und diskriminiert.

Beim Thema Todesstrafe sollte Franziskus sich mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wenn aus seinen eigenen Reihen Bischof Huonder aus der Schweiz das gewissenlose Morden an einer Menschengruppe durch das AT (Levitikus) in der Öffentlichkeit zitiert und weiterhin Homophobie und Hasskampagnen damit aufbaut.

Dazu gibt der Papst persönlich wie immer keine Stellungnahme ab.

Die Ehe für alle ist gem. der Verfassung genauso ein Menschenrecht wie Religionsfreiheit, das sollte Herr Präsident Obama dem Vatikanoberhaupt auch bitte in der Öffentlichkeit verdeutlichen. Menschenrechte sind universell und nicht unterteilbar, so wie der Papst es immer noch auszulegen pflegt.

Und Kapitalismus und Kirche sind ein eigenständiges Thema. Die Kirche kann in der Not von Menschen nur das Geld vom Staat verteilen, welches sie nicht selbst erwirtschaftet hat. Das Groß- und Gesamtvermögen der Kirche bleibt aber trotz allem unberührt und glänzt in aller Herrlichkeit.


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#10
25.09.2015
09:12:15


(+6, 8 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Lars


Lars: "Sonst hätte er [der "Papst"] bestimmt etwas gegenteiliges explizit ausgeprochen."

Er muss doch gar nichts aussprechen, seine Taten sagen bereits alles: die Berufung homophober katholischer Bischöfe oder das schweigend unterstützende Gewährenlassen von katholischen Bischöfen, die zur Tötung von Homosexuellen aufrufen etc. Bergoglio muss sich nicht mit Worten positionieren, dafür hat er seine Kinder missbrauchenden Bischöfe, die sich die Hände schmutzig und blutig machen.


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