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Zu den Höhepunkten des Comics gehört die Teilnahme von Eberhard und seinem gutbestückten Kumpel Fritte an einem Pornodreh - anschließend wird im Hotelzimmer gewichst

In seinem neuen Buch macht sich der schwule Comic-Meister über den merkwürdigen Umgang heterosexueller Männer und Frauen mit Pornografie lustig.

In verschiedenen Gesprächen hörte Ralf König immer wieder, dass Porno heute kein Tabu mehr sei. Ob das wohl stimmt, hat er sich gefragt und erzählt nun in seinem neuen Comicbuch vom verkrampften Umgang der Heteros mit "Erwachsenenvideos", der Ungleichheit der Geschlechter beim Pornokonsum und vom Medienwandel eines der gefragtesten Filmgenres.

"Pornstory" beginnt mit Super-8-Filmen, die Papa Schlüter sich heimlich ansieht, sobald der Rest der Familie aus dem Haus ist. Als sein heranwachsender Sohn eines Tages die Filmrollen zufällig entdeckt, springt der Pornokonsum auf die nächste Generation über.

Später, der Sohn ist selbst längst Familienvater und auf DVDs umgestiegen, muss er sich von seiner Frau fragen lassen, ob er die Pornofilmchen ihr eigentlich vorzieht? Die Freundinnen der Gattin schwanken zwischen Ermunterung, Schulterzucken und Frauenrechtsfragen. Der Einzige, dem Porno nicht peinlich zu sein scheint, ist der gemeinsame 11-jährige Sohn, der gerade die Kindersicherung auf dem iPad geknackt hat…

Königs Interesse am "alten Mann-Frau-Sex-Ding"


"Pornstory" ist am 25. September im Rowohlt Verlag erschienen

"Mein Ansatz war, bei dem Thema neutral zu bleiben, pornokonsumierende Männer und naserümpfende Frauen zu verstehen und eben nicht zu werten", sagt Ralf König über sein neues Buch – obwohl er sämtliche Protagonisten und Protagonistinnen ordentlich durch den Kakao zieht. Auch die große Angst heterosexueller Männer, für schwul gehalten zu werden, zieht sich als roter Faden durch den Comic.

Die gleichgeschlechtlich liebenden Leser bittet König wiederum um Verständnis, dass es in "Pornstory" ausschließlich um Heterosex geht: "Zu schwuler Pornografie wüsste ich nicht viel zu kommentieren, zwei oder mehrere Männer machen einvernehmlich Sex vor der Kamera, ok, und sonst? Was mich an dem Thema interessierte, war ja gerade der Geschlechterkampf, das alte Mann-Frau-Sex-Ding."

Ralf König, 1960 in Soest geboren, veröffentlichte seine ersten Comics Anfang der 1980er-Jahre in diversen Schwulenmagazinen. Seinen Durchbruch erzielte er 1987 mit "Der bewegte Mann", der als Comic wie als Film ein großes Publikum eroberte. Seine Bücher sind in 18 Sprachen übersetzt. König erhielt vielfache Auszeichnungen, darunter 2014 den Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk. (cw)

Leseprobe: Ralf Königs Geleitwort

Ein Thema, das doch sehr komplex,
ist und bleibt nun mal der Sex.
Verschiedentlich sind die Geschlechter,
denn das, was sie nicht möcht, das möcht er.

Pornographie kann sehr entzücken,
sieht man doch andern zu beim F…,
und des Lustgenusses wegen
kann man dabei Hand anlegen.

Wenn sie ungern blasen tut,
tut blasen g u c k e n auch sehr gut.
Doch was dem Manne ein Pläsier,
ruft Brechreiz bei der Frau herfür!

Sind Pornofilme, wie vermeintlich,
in jedem Falle frauenfeindlich?
Hat Alice Schwarzer wirklich recht,
die sagt, dass Pornos schlichtweg schlecht?

Ist Pornkonsum, weil so verderblich,
vom Vater auf den Sohn vererblich?
Die Story der Familie Schlüter
ist nichts für prüdere Gemüter.

Bewegt das Thema sowieso
sich auf niederem Niveau,
wird hier auf dem Tablett beschert,
was sonst man untern Teppich kehrt!



#1 Patroklos
#2 ursus
#3 LedErich
#4 ursus
  • 25.09.2015, 16:39h
  • Antwort auf #3 von LedErich
  • und wer ist dafür verantwortlich? niemand zwingt uns, bücher im internet zu bestellen.

    ich kaufe zwar nicht in einem schwulen buchladen, aber bei einer kooperative mit mehreren schwulen und mutmaßlich auch lesbischen mitarbeiter_innen. da weiß ich, dass die arbeitsatmosphäre stimmt (davon habe ich selber ja auch was, wenn beim kaufen noch eine nette unterhaltung drin ist und ich auch mal eine entspannte beratung bekomme), und die einnahmen werden auch fair verteilt.

    nebenbei war dieser laden immer ein guter kooperationspartner bei queeren veranstaltungen.

    amazon ist böse! ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Geht soAnonym
  • 25.09.2015, 17:46h

  • Etwas Klischee ist gut und schön und soll auch über Sachen lachen können.
    Aber so wie ich als Schwuler es nervig finde, wenn Heteros über Schwule einen stereotypen Witz nach dem anderen ablassen, ist es genauso dämlich als Schwuler alle Heteros über einen Kamm zu scheren und Klischees abseits der Realität zu produzieren.
    Natürlich ist Pornographie aus Konsumentensicht in erster Linie ein Männer- Ding und die meisten Pornos, sowohl im Hetero- wie Homobereich sind zum größten Teil für die männliche Zielgruppe produziert.
    Dennoch weiß ich von vielen Frauen, dass auch das weibliche Geschlecht Pornos konsumiert. Darunter auch( das wird einige Hetenmänner nicht so freuen) Schwulenpornos.)

    HeteroMänner als das Geschlecht darzustellen, welches nichts anders als Pornos im Kopf hat, während die brave, eifersüchtige Heterofrau nur Augen für den eigenen Mann hat und niemals nie anderen Männer hintergerguckt und Pornos nur vom heimlichen Blick auf den PC des Mannes kennt um ihn zu entlarven...das ist mehr als klischeehaft und einseitig.
    Auch ein Comiczeichner sollte mal im Jahr 2015 ankommen.
    Letztendlich sind Extrem- Stereotype über Geschlechter ( durch Homos) nicht besser als überzogene Stereotype über Schwule ( durch Heteros).
    Oder was meinen die andern Kommentatoren dazu?
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#6 MichaelTh
  • 25.09.2015, 18:23h
  • Antwort auf #5 von Geht so
  • Hallo Get so,
    hast Du den Comic schon gelesen? Darin kommen sehr wohl auch Frauen vor, die pro Porno eingestellt sind (und ja, auch Schwulenpornos mögen).
    Königs Sicht auf Heteros ist nicht "stereotyper" als seine Sicht auf Schwule. Natürlich lebt eine Geschichte davon, dass Charaktere auch überzeichnet und "sinnbildhaft" dargestellt werden.
    Im Übrigen habe ich das Buch heute beim Buchhändler um die Ecke gekauft :-) Gestern dort angerufen, heute Morgen um 9 Uhr abgeholt. Schneller ist amazon auch nicht.
    Mein Fazit: Wird sicher nicht mein Lieblingskönig, aber unterhaltsam ist das Buch allemal :-)
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#7 TheDadProfil
  • 25.09.2015, 20:36hHannover
  • Antwort auf #5 von Geht so
  • ""HeteroMänner als das Geschlecht darzustellen, welches nichts anders als Pornos im Kopf hat, während die brave, eifersüchtige Heterofrau nur Augen für den eigenen Mann hat und niemals nie anderen Männer hintergerguckt und Pornos nur vom heimlichen Blick auf den PC des Mannes kennt um ihn zu entlarven...das ist mehr als klischeehaft und einseitig.""..

    Nicht "hetero-männer" sondern MÄNNER denken alle 60 Sekunden an Sex..
    Und nicht nur wenn sie tagsüber wach sind, sondern auch Nachts..
    Des nachts hat der Mann bis zu 10 Erektionen..
    Mit denen er eher nichts anfängt..
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#8 Patroklos
#9 TheDadProfil
#10 Patroklos