Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 28.09.2015, 09:55h           26      Teilen:   |

Box Office Charts

"Stonewall" floppt an den Kinokassen

Artikelbild
Hauptdarsteller Jeremy Irvine in "Stonewall"

Am Eröffnungswochenende nahm der umstrittene Film von Roland Emmerich in den USA nur 112.414 US-Dollar ein.

Der Hollywood-Film "Stonewall" über die Ausschreitungen in der Christopher Street 1969 in New York hat es an seinem Eröffnungswochenende in den USA nur auf Platz 29 der Box Office Charts geschafft. Gestartet in 129 Kinos, nahm der Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich in den ersten drei Tagen nur 112.414 US-Dollar ein.

Der Film ist damit der schwächste Neustart des Wochenendes. Das Blog "Indiewire" berechnete, dass ihn pro Kino nur 107 Menschen sehen wollten – in allen Vorstellungen zusammen.

Damit hätte der in Montreal gedrehte Streifen am Eröffnungswochenende nicht mal ein Prozent seiner Kosten erspielt, die auf vergleichsweise geringe 17 Millionen US-Dollar geschätzt werden. Der Film verdiene damit die Bezeichnung "Desaster", sowohl in der kritischen als auch der kommerziellen Bewertung, kommentierte "Indiewire". "Er wird vielleicht in ein oder zwei Wochen aus den Kinos verschwunden sein."

Fortsetzung nach Anzeige


3,5 von zehn Sternen

Der schwule Regisseur Roland Emmerich wurde vor allem durch Action-Blockbuster bekannt - Quelle: Michael Mayer / flickr / cc by 2.0
Der schwule Regisseur Roland Emmerich wurde vor allem durch Action-Blockbuster bekannt (Bild: Michael Mayer / flickr / cc by 2.0)

"Stonewall" war bereits ab der Veröffentlichung des ersten Trailers in die Kritik geraten, weil für die Hauptrolle eine fiktive weiße Person ausgewählt wurde, die auch noch den ersten Stein der Krawalle wirft (queer.de berichtete). Spätere Kritiken monierten, dass echte Veteranen der Ausschreitungen, die in großen Teilen schwarz und transsexuell oder transgender gewesen seien, in dem Film nur Nebenrollen spielten und der Unterhaltung dienten.

Die Webseite "Rotten Tomatoes" hat aus 59 Filmkritiken eine Zustimmungsrate von nur acht Prozent der Kritiker ermittelt, in der Gesamtwertung kommt "Stonewall" auf einer Skala von eins bis zehn auf magere 3,5.

Auch Stonewall-Beteiligte wie Mark Segal kritisierten den Film öffentlich. "'Stonewall' ist desinteressiert an jederlei Geschichte, die sich nicht um seinen weißen, männlichen, klischeehaft attraktiven Protagonisten dreht", meinte Segal. "Er lässt die Frauen fast komplett aus, die an den Krawallen teilnahmen und halfen, die Gay Liberation Front zu gründen, die Jugendliche, Trans-Personen, lesbische Seperatisten und Menschen von all den anderen Teilen der Community umfassten."

Emmerich selbst hatte sich in einem Interview in der letzten Woche verteidigt, dass er nicht nur die LGBT-Community, sondern ein Massenpublikum erreichen wollte, dem die erfundene Hauptrolle zur Identifikation diene (queer.de berichtete). Kritiker verglichen das Vorgehen allerdings mit dem britischen Film "Pride", in dem auch ein erfundener Charakter, ein junger Schwuler auf dem Weg zum Coming-out, das Publikum in den Film über eine Verbrüderung zwischen Bergarbeitern und Schwulen in den 80ern hineinzieht. Er spielt letztlich aber eine untergeordnete Rolle, während alle anderen Charaktere und Geschehnisse ausgiebig recherchiert und detailgetreu wiedergegeben sind.

Dass "Stonewall", der mit dem Slogan "Where Pride began" beworben wird, in seinen Endtiteln den "unsung heroes" des Aufstandes gewidmet wird, sehen viele Kritiker als Hohn an: "Stonewall" hätte diese Helden durchaus besingen können. (nb)

Youtube | Trailer zu "Stonewall" - in Deutschland startet der Film am 19. November
Wochen-Umfrage: Roland Emmerichs "Stonewall" sorgt für Streit. Darf ein Film über den Aufstand in der Christopher Street einen weißen, "straightactenden" Hauptdarsteller haben? (Ergebnis)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 26 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 95             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: stonewall, roland emmerich, film, box office
Schwerpunkte:
 Roland Emmerichs Stonewall
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu ""Stonewall" floppt an den Kinokassen"


 26 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
28.09.2015
10:22:05


(-2, 26 Votes)

Von Pino


Ist die Strategie der Homohasser also aufgegangen.

Das wäre der erste Film gewesen, der wirklich breite Massen auch der Heteros hätte erreichen können und wirklich etwas hätte verändern können.

Genau davor hatten die Homohasser Angst und haben eine strategisch raffinierte Kampagne sondergleichen gestartet. Die haben erstmals versucht, nicht mit Homophobie erfolgreich zu sein, sondern innerhalb der Community Zwietracht zu säen. Und einige LGBTI sind prompt darauf reingefallen.

Im Film spielen Dragqueens, Transen, etc. eine wichtige Rolle. Nur weil der Hauptdarsteller ein straight-acting Schwuler ist und die Geschichte an ihm aufgehängt wird, heißt das nicht, dass andere Aspekte zu kurz kommen. Aber genau das wurde fälschlicherweise suggeriert und zig LGBTI haben das (ohne den Film gesehen zu haben) geglaubt.

Damit haben wir zweierlei erreicht:

- nie mehr wird jemand größere Summen in einen LGBTI-Film stecken, der wirklich was bei den breiten Massen bewegen soll, statt nur eine Handvoll Leute zu erreichen.

- die Homohasser haben gesehen, dass die neue Strategie viel erfolgreicher ist und werden die jetzt so richtig einsetzen. Und viele werden das erst durchschauen, wenn es zu spät ist.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
28.09.2015
10:26:25


(0, 20 Votes)

Von Heiner


Die Verrisse der Kritiker und gerade auch in schwul-lesbischen Medien haben also ihr Ziel nicht verfehlt.

Nur komisch:
wenn ich auf Rotten Tomatoes schaue, sind die Kritiken der professionellen Kritiker zwar mehrheitlich negativ. Aber der eigentlich wichtige Audience Score sagt das genaue Gegenteil:

95% liked it
Audience-Score: 4,7 von 5 möglichen Punkten

Aber wenn selbst wir Schwulen und Lesben schon eher auf massenpsychologische Tricks reinfallen statt uns selbst ein Urteil zu erlauben, ist uns wohl auch nicht mehr zu helfen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
28.09.2015
10:47:23


(+3, 17 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #1 von Pino


"nie mehr wird jemand größere Summen in einen LGBTI-Film stecken"

Das Ende Ist Nah!
Fürchtet den HERRN!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
28.09.2015
11:02:57


(-6, 12 Votes)

Von andreMuc


Was hat man denn erwartet?Lange Schlangen wie bei Camerons Titanic oder Spielbergs Jurassic Park? Man muß realistisch bleiben. Der Film wäre, bei diesem Thema, eh nur ein Nischenfilm gewesen. Das Thema interessiert fast niemanden. Ausser Szene eben. Noch dazu nur diejenigen, die damals dabei waren. Mehr Leute kaum. Es ist einfach so. Bei "Liberace" waren wenigstens mit Matt Damon und Michael Douglas, noch Superstars dabei. Die haben das ganze Bling Bling gerettet. Bei Stonewall u.a. Wilson Gonzalez Ochsenknecht. Was soll da rauskommen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
28.09.2015
11:07:17


(-4, 14 Votes)

Von SpeedyBK
Aus Kassel (Hessen)
Mitglied seit 17.04.2015


Hm, also den Trailer fand ich ziemlich aussagelos. Aber zum Film selbst etwas zu sagen ohne ihn gesehen zu haben, finde ich nicht gut. Genau wie ich die Frage ob "ein Film über den Aufstand in der Christopher Street einen weißen, "straightactenden" Hauptdarsteller haben" darf nicht beantworten möchte ohne den Film gesehen zu haben.

Bevor man also einen blinden Verriss schreibt, sollte man den Film erstmal schauen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
28.09.2015
11:52:09


(+1, 21 Votes)

Von Ich staune


Ich verstehe nach wie vor nicht, was hier abgeht:
ich habe den Film gesehen und da kommen weder Transsexuelle noch sonstwer zu kurz.

Ja, der Hauptdarsteller ist ein weißer, straight-acting Schwuler. Und? Darf man jetzt eine Geschichte nicht mehr aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen. Aber Fakten werden da an keiner Stelle verfälscht.

Ich dachte mal, dass jede zusätzliche Facette willkommen ist und dass gerade wir Vielfalt schätzen und als wertvoll erachten. Aber scheinbar ist dem nicht so.

Übrigens:
durch diesen "Trick" mit der Perspektive des Hauptdarstellers wollte Emmerich erreichen, dass auch Heteros, die sonst niemals diesen Film gucken würden, ihn sehen. Und wenn die dann erst mal was von Stonewall erfahren haben, informieren die sich auch weiter über die historischen Fakten und schauen vielleicht noch andere Filme und Dokus zum Thema. Jetzt wird Stonewall halt den meisten weiterhin kein Begriff bleiben.

Aber scheinbar wollen viele gar nicht die Massen erreichen, sondern lieber weiterhin kleine Filme, die nur in ein paar Arthouse-Kinos laufen und nur die Leute erreichen, die eh schon an dem Thema interessiert sind.

Schade, dass wir uns diese Chance selbst kaputt gemacht haben. Die meisten wohl nicht, weil sie den Film gesehen haben und wirklich schlecht fanden, sondern weil sie (wie so oft im Internet) einfach blind einem Shitstorm hinterherlaufen und sich über etwas aufregen wollen.

Wenn selbst bei CSDs die Mehrheit der Teilnehmer nicht weiß, wo der Name Christopher Street Day her kommt, aber dann blind einigen wenigen hinterherlaufen, dann merkt man langsam, wie leicht man die Massen führen kann.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
28.09.2015
12:02:57


(+1, 13 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von Pino


Wäre der Hauptdarsteller nicht nur weiß und heterolike, sondern auch noch Elite-Soldat und islamophober Leihmutter-Babyhändler, wäre der Film bestimmt ein Hit, wa?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
28.09.2015
12:05:08


(+1, 19 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #2 von Heiner


Aha, wenn man nur schon darauf hinweist, dass der Film bei Publikums-Abstimmungen im Gegensatz zu den Kritikern 4,7 von 5 Punkten erhält und zu 95% weiterempfohlen wird (Quelle: Rottentomatoes) dann gibt es dafür also schon rote Punkte.

Bei manchen darf wohl nicht wahr sein, was nicht ihrer vorgefertigten Meinung (ohne den Film selbst gesehen zu haben) entspricht.

Sagt mehr über die Leute, die dann mit Rot voten, statt über den Film aus.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
28.09.2015
12:16:02


(-1, 19 Votes)

Von Neddie


Der Film kann gar kein Boxoffice machen, da er nur in einer begrenzten Anzahl von Kinos läuft. Außerdem hat man den Film seit des Erscheinen des ersten Trailers systematisch fertig gemacht! Ständig kamen die Begriffe "whitewashing" sodass man schon glauben konnte, die wollen ein "blackwashing" damit betreiben. Ständig hörte man zu wenig "trans" und Transsexuelle waren es, die das starteten und es war eine Transe, die den ersten Stock geworfen hat! Selbst Leute, die damals dabei waren streiten darüber, was wo wirklich war und bei einigen einige "Ikonen" von Stonewall weiß man nicht mal sicher, ob sie überhaupt dabei waren! Ich habe die Schnauze voll von diesen verrückten Fanatikern, die nichts anderes rausbringen als "trans" und Emmerich vorwerfen, er halte sich nicht an die Geschichte und gleichzeitig basteln sich diese "trans"-Fanatiker ihr eigenes Fantasie-Stonewall! Und die Community war auch noch so bekloppt sich den Shitstorm anzuschließen und sich an jeder Ecke diskriminiert zu fühlen und dann wollen die auch noch ernst genommen werden????? Eine größere Intoleranz + Vorurteile kann man in dieser Sache kaum an den Tag legen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
28.09.2015
12:35:28


(+4, 10 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #6 von Ich staune


"durch diesen "Trick" mit der Perspektive des Hauptdarstellers wollte Emmerich erreichen, dass auch Heteros, die sonst niemals diesen Film gucken würden, ihn sehen."

Dem zahlungskräftigen heteronormativen Cis-Gender Publikum ist ein Film dessen Protagonist nicht aus ebendieser sozialen und ethnischen Schicht kommt schlicht nicht zuzumuten. Schlimm genug, das Mann sich themenbedingt überhaupt Neger und noch perversere Freaks anschauen muss, die dann noch nicht einmal wie es sich gehört fertig gemacht und weggesperrt werden, sondern auch noch erfolge feiern. Wieso ist so ein Schmutz überhaupt nicht erst ab 18 freigegeben? Kein wunder daß unsere Jugend kein interesse mehr an Heirat und Famieliengründung hat, wenn sie ständig mit so kranken Lebensentwürfen verwirrt wird.

---

Ich weiß nicht, was trauriger ist:
Das Emmerich solche "Tricks" glaubt anwenden zu müssen, oder was das über die westliche "Zivilisation" aussagt.

PS.: Es seien hiermit besonders die nicht angemeldeten User darauf hingewiesen das es sich bei diesem Beitrag nicht um eine Kritik am Film selbst handelt, den ich mir dazu natürlich erst einmal anschauen werde.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »


 KULTUR - FILM

Top-Links (Werbung)

 KULTUR



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung 25 Jahre "Schwulen-Verrat" im Fernsehen LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt