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  • 28.09.2015, 12:18h           3      Teilen:   |

Kein Zwang zur Entschuldigung

Moldawien: Homophober Bischof freigesprochen

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Bischof Marchel darf vorerst weiter hetzen

Der orthodoxe Bischof hatte behauptet, "92 Prozent der Homosexuellen" seien "Aids-HIV-Patienten".

Das höchste Gericht Moldawiens hat am Montag einen orthodoxen Bischof vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Marchel, der Bischof der Hauptstadtregion Chisinau, hatte 2012 öffentlich gefordert, Schwulen und Lesben eine Arbeit in Schulen, Kantinen und medizinischen Einrichtungen zu verbieten. Der Grund: "92 Prozent von ihnen sind Aids-HIV-Patienten". Auch hatte er erklärt, dass er Homosexuelle "nicht auf der Straße sehen" wolle.

Auf Klage der LGBT-Organisation "GenderDoc-M" hatte ein Gericht im Juni 2014 angeordnet, dass sich der Bischof öffentlich für die Äußerung entschuldigen müsse (queer.de berichtete). Auch habe er die Kosten des Verfahrens zu tragen und der Organisation rund 530 Euro zu zahlen, um die seelische Verletzung auszugleichen.

Auch ein Berufungsgericht hatte sich dem Urteil angeschlossen. Nun überlegt "GenderDoc-M", den Fall vor ein europäisches Gericht zu bringen.

Die moldawische orthodoxe Kirche gilt als äußerst LGBT-feindlich. So bekämpfte sie die Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes mit der Ankündigung, Abgeordnete notfalls zu exkommunizieren. Auch war sie maßgeblich an der Einführung eines Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" beteiligt, das inzwischen wegen der Annäherung des Landes an die EU wieder aufgehoben wurde (queer.de berichtete). (nb)

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Tags: moldawien, genderdoc
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Reaktionen zu "Moldawien: Homophober Bischof freigesprochen"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
28.09.2015
13:39:37
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Nico


In Moldawien darf man also ungestraft Lügen verbreiten und hetzen.

Die moldawische Justiz ist wohl fest in der Hand der Kirche.


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#2
28.09.2015
15:11:58


(+1, 5 Votes)

Von Patroklos
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GenderDoc-M sollte diese Niederlage nicht auf sich sitzen lassen und den Fall vor einem europäischen Gericht erneut verhandeln zu lassen! Es kann nicht sein, daß die Orthodoxe Kirche über dem Gesetz steht!


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#3
28.09.2015
15:13:40


(+6, 6 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Wenn Moldawien zu Europa gehören will, wäre es sicher nicht fehl am Platze, wenn der Fall vor einem europäischen Gericht neu aufgerollt würde.

Unter dem Verdacht, dass die Gerichtbarkeit in Moldawien von der orthodoxen Kirche entsprechend kontrolliert wird, wird das vielleicht sogar eine ernstere Sache.

Man könnte auch sagen, dass man die orthodoxe Kirche nicht Ernst nehmen kann, weil 90 % von denen latent pädophile Interessen verfolgen, aber das wäre bitterböse, oder nicht.


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