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Kasha Jacqueline Nabagesera setzt sich "trotz unerträglicher Einschüchterung und Gewalt" für LGBT-Rechte ein

Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpft Kasha Jacqueline Nabagesera unter dem Einsatz ihres Lebens für LGBT-Rechte – dafür wird sie mit dem prestigeträchtigen Preis ausgezeichnet.

Die ugandische LGBT-Aktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera ist eine von drei Preisträgern des "Right Livelihood Award 2015", der besser unter dem Namen Alternativer Nobelpreis bekannt ist. Das hat die Jury der Auszeichnung am Donnerstagvormittag in Stockholm bekannt gegeben. Mit dem Preis werden seit 1980 Menschen geehrt, die für eine "bessere Welt" kämpfen.

Die Jury erklärte, Nabagesera sei eine würdige Preisträgerin, "weil sie sich trotz unerträglicher Einschüchterung und Gewalt mit Mut und Hartnäckigkeit für das Recht von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen auf ein Leben ohne Vorurteile und Verfolgung einsetzt".

Neben Nabagesera wird in diesem Jahr die Kanadierin Sheila Watt-Cloutier für ihren Einsatz für die Rechte der Inuit ausgezeichnet. Dritter Preisträger ist der italienische Chirurg Gino Strada; er hatte die Organisation "Emergency" mitbegründet, die medizinische Notversorgung für die Opfer von Kriegen und Verfolgung bietet. Die drei Gewinner erhalten ein Preisgeld von jeweils einer Million schwedischer Kronen (rund 110.000 Euro).

Der Ehrenpreis geht an das Volk der Marshall-Inseln und deren Außenminister Tony de Brum, der die Atommächte verklagt hat, weil diese ihren Abrüstungsverpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag nicht nachkommen würden.

Einsatz trotz Morddrohungen

Die 35-jährige Nabagesera ist Mitgründerin der Initiative "Freedom And Roam Uganda" (FARUG), die seit zwölf Jahren Lesben und Schwulen Schutzräume zur Verfügung stellt. Außerdem setzt sich die Gruppe in einem homophoben Umfeld für eine Legalisierung von gleichgeschlechtlicher Liebe ein. Für ihren Einsatz erhielt sie Morddrohungen und wurde mehrfach überfallen. Außerdem ist sie für ihr Engagement mehrere Male verhaftet worden.

Höhepunkt der Verfolgung war 2010 die Veröffentlichung einer Liste von Homosexuellen in einer ugandischen Zeitschrift, die zu deren Ermordung aufrief (queer.de berichtete). Nachdem Nabagesera mit Erfolg gegen diese Veröffentlichung vor Gericht gezogen war, wurde ihr Mitstreiter David Kato Opfer eines Mordanschlages (queer.de berichtete). Seither muss sie ständig ihre Identität und ihren Wohnsitz wechseln.

Einer ihrer Erfolge war die Niederschlagung eines homophoben Gesetzes durch den Obersten Gerichtshof des Landes, gegen das sie und weitere Aktivisten geklagt hatten (queer.de berichtete).

Für ihren Einsatz ist Nabagesera bereits 2013 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).

Der Alternative Nobelpreis wurde 1980 vom schwedisch-deutschen Aktivisten Jakob von Uexküll gestiftet. Er hatte angesichts der ökologischen und sozialen Probleme in der Welt der Nobel-Stiftung zwei neue Preise in diesen Bereichen vorgeschlagen und erklärt, er würde sich an der Finanzierung beteiligen. Als die Stiftung dies ablehnte, verlieh er den Preis einfach selber, wodurch sich der inoffizielle Name "Alternativer Nobelpreis" etabliert hat. Eine Verbindung mit der Nobel-Stiftung besteht nicht. (dk)



#1 PascalAnonym
#2 Julian SAnonym
  • 01.10.2015, 11:09h
  • Diese Frau, die sich selbst von Inhaftierungen, Überfällen, Morddrohungen und dem Tod von Mitstreitern nicht einschüchtern lässt und weiterhin für das Gute und Richtige kämpft, ist eine wahre Heldin!

    Gut, dass ihr Mut und ihr niemals endendes Engagement belohnt werden und hoffentlich endlich auch mal die Augen der Weltöffentlichkeit auf den homophoben Faschismus in Afrika lenken.
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#3 HeinerAnonym
  • 01.10.2015, 11:26h
  • Antwort auf #2 von Julian S
  • Vor allen Dingen sollte die Weltöffentlichkeit endlich erfahren, wer da ganz fleißig im Hintergrund die Strippen zieht, um den Homohass zu schüren und die Gewalt anzuheizen:
    u.a. die katholische Kirche.
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#4 JadugharProfil
  • 01.10.2015, 12:10hHamburg
  • Sie wurde verhaftet nur um einer Minderheit ein menschenwürdiges Dasein mit rechtlichen Mitteln zu erkämpfen. Ich habe den Eindruck, daß sie als Einzelkämpferin gegen das Unrecht vorgeht. Ich wünsche ihr, daß sich viele Menschen ihr anschließen, damit sie aus ihrer lebensbedrohlichen Lage herauskommt und die politischen Betonköpfe und die Verantwortlichen des Unrechts zur Rechenschaft gezogen werden.
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#5 NicoAnonym
#6 no_name_01
  • 01.10.2015, 14:14h
  • Man kann für Ihr Engagement unter Einsatz Ihres Lebens nur den Hut ziehen. Ein Hoch auf Nabagesera!
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#7 hugo1970Profil
  • 01.10.2015, 20:51hPyrbaum
  • Sollche Menschen zeigen mir, das es doch noch Hoffnung gibt in einer Welt, die sich immer mehr menschlich verdunkelt.
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#8 Patroklos
  • 01.10.2015, 21:58h
  • Frau Kasha Jacqueline Nabagesera hat den "Right Livelihood Award 2015", also den Alternativen Nobelpreis, völlig zurecht bekommen! Ich wünsche Ihr weiterhin viel Erfolg und daß sie sich im Kampf um LGBT-Rechte nicht einschüchtern läßt!
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