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Hillary Clinton kritisierte aus Angst vor schlechten Kommentaren in konservativen Medien die Anerkennung von Regenbogenfamilien in einem Formular (Bild: flickr / Marc Nozell / by 2.0)

Sie will – auch mit den Stimmen von Schwulen und Lesben – erste Präsidentin der USA werden, doch in einer jetzt aufgetauchten vier Jahre alten Mail zeigt sie sich von einer wenig LGBT-freundlichen Seite.

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton war als Außenministerin im Jahr 2011 sauer auf Mitarbeiter, die veranlasst hatten, dass Regenbogenfamilien in Anträgen auf Kinder-Reisepässe integriert werden. Das geht aus einer vom Ministerium veröffentlichten E-Mail der Politikerin hervor.

Kurz vor Weihnachten 2010 hatte das State Department eine Pressemitteilung herausgegeben, nach der auf Antragsformularen die Bezeichnungen Mutter und Vater durch "Elternteil 1" und "Elternteil 2" ersetzt werden sollten. Damit sollten "verschiedene Typen von Familien" anerkannt werden.

Nach den Ferien zeigte sich Clinton in der Mail empört über diese Änderung: "Ich verteidige diese Entscheidung, die ich ablehne und über die ich nichts gewusst habe, nicht vor dem Kongress. Ich könnte damit leben, wenn wir nichttraditionelle Familien eine andere Bezeichnung nutzen lassen, so lange wir 'Mutter' und 'Vater' belassen", schrieb Clinton. "Wir müssen heute darüber reden oder werden einen von Fox [News] generierten riesigen medialen Sturm erleben, der von [Sarah] Palin und anderen angeführt wird."



Gleich nach der Veröffentlichung der Mail gab es Kritik von LGBT-Bloggern. So schrieb Mark Joseph Stern bei slate.com, dass Clinton für die Mail "wohl vergeben werden könnte, wenn sie sonst eine Erfolgsbilanz bei LGBT-Rechten" aufzuweisen hätte. Er verweist aber darauf, dass sie beispielsweise bis 2013 die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht abgelehnt hatte – erst als die Umfragen zugunsten der Ehe-Öffnung schwenkten und sie sich auf ihren Wahlkampf vorbereitete, änderte die Politikerin ihre Meinung (queer.de berichtete). Allerdings hatten Aktivisten sie in dieser Zeit auch gelobt, weil sie sich als Außenministerin international für LGBT-Rechte eingesetzt hatte (queer.de berichtete).

Auswirkungen auf Wahlkampf?

Die Mail könnte insbesondere im Vorwahlkampf ein Problem für Clinton werden, da ihr derzeitiger Hauptherausforderer, der parteilose Senator Bernie Sanders, eine praktisch perfekte Bilanz bei diesen Themen hat. So stimmte er 1996 als Kongressabgeordneter gegen das euphemistisch genannte "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (DOMA), das die staatliche Anerkennung von Homo-Paaren verboten hat und von Clinton jahrelang verteidigt wurde. Das Gesetz war damals mit erdrückenden Mehrheiten in beiden Kammern beschlossen und von Clintons Ehemann unterzeichnet worden.

Die Wahlkampfleitung Clintons hat sich noch nicht zu der nun aufgetauchten Mail geäußert – dafür gab es eine Reaktion aus dem Familienclan um die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin, die in Clintons Mail erwähnt wurde. Palins Tochter Bristol erklärte in ihrem Blog triumphierend: "Liberale wie Hillary Clinton verbreiten allerhand Lügen über meine Mutter. Aber hinter geschlossenen Türen finden wir die Wahrheit heraus, auch die Tatsache, dass Hillary die Macht meiner Mutter fürchtet."

Clinton wollte ursprünglich ihre E-Mails als Außenministerin nicht veröffentlichen, wurde aber nach einer Kampagne des Fox News Channel dazu gezwungen. Sie war von dem Sender dafür kritisiert worden, dass sie einen privaten Mail-Server in ihrer Wohnung unterhalten hatte, den sie dienstlich nutzte. (dk)



#1 Harry1972Profil
  • 02.10.2015, 08:56hBad Oeynhausen
  • Der offensichtliche Opportunismus wird sie etliche Stimmen kosten. Ob das nun gut oder schlecht ist, kann ich nicht beurteilen.
    Irgendwie ekeln mich diese Politiker alle nur noch an. Schmutzige Wahlkampagnen, Personenkult aber kaum Inhalte, die tatsächlich umsetzbar sind.
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 ollinaieProfil
  • 02.10.2015, 09:17hSeligenstadt
  • Das sie ihre Meinung bez. Eheöffnung erst relativ spät und auch in hinblick auf "Wählergruppenmanagement" optimiert hat ist ja schon seit längerem bekannt. Neue Belege dafür ändern daran auch nichts mehr.

    Trotzdem: Hätte ich die Wahl zwischen Merkel und Clinton müsste ich nicht lange überlegen!
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#4 Harry1972Profil
#5 willy wahlAnonym
#6 Patroklos
#7 reiserobbyEhemaliges Profil
#8 goddamn liberalAnonym
#9 BlutmondAnonym
  • 02.10.2015, 11:13h
  • Ich sag ja schon seit Jahren, dass diese Verehrung von Clinton durch LGBT-Menschen total hirnrissig ist, denn Clinton hatte jahrzehntelang die Eheöffnung abgelehnt und ihrem Mann dazu geraten ein Gesetz zu verabschieden, was homosexuelle Soldaten dazu zwingt im Job über ihre Sexualität zu schweigen und ansonsten gefeuert zu werden (Don't Ask Don't Tell). Genau diese Frau Clinton inszeniert sich nun als LGBT-freundlich, was sie innerlich nicht ist, und zwar genau in dem Moment hat sie damit begonnen sich für die Eheöffnung auszusprechen, als die Umfragewerte das erste Mal eine Mehrheit in der Bevölkerung für die Eheöffnugn widerspiegelten. Opportunistisch bis ins Mark ist diese scheiß Tussi.

    Das einzige was diese machtgeile Frau will ist Macht, sie will in die Geschichte eingehen als erste Frau im Präsidentenamt. Sie macht das für sich und offensichtlich nicht für die Menschen. Die Frau ist total geltungssüchtig.
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#10 2345r6trAnonym