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  • 02.10.2015, 18:00h           16      Teilen:   |

Eurobarometer

61 Prozent der EU-Bürger befürworten Ehe-Öffnung

Artikelbild
In der Europäischen Union werden die Menschen warm mit der Ehe-Öffnung (Bild: futureatlas.com / flickr / cc by 2.0)

In der EU gibt es eine deutliche Mehrheit für die Ehe für alle, wenn auch mit großen regionalen Unterschieden. Bei schwulen Zärtlichkeiten fühlen sich viele Europäer aber nach wie vor unwohl.

Die Bürger der Europäischen Union wollen mehrheitlich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen. Das ist das Ergebnis einer neuen "Eurobarometer"-Befragung zur Diskriminierung in der Europäischen Union, die am Donnerstag von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde.

Demnach sprechen sich in den 28 EU-Ländern 61 Prozent der Befragten dafür aus, dass in ganz Europa gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt sein sollten, 33 Prozent sind dagegen. 71 Prozent befürworten, dass heterosexuelle und homosexuelle Paare zumindest gleiche Rechte erhalten sollten.

Demnach hat sich die Zustimmungsquote in den letzten Jahren erheblich erhöht: Bei der gleichen Befragung im Jahr 2006 waren nur 44 Prozent der EU-Bürger in den damals 25 Mitgliedsstaaten für die Ehe-Öffnung, 49 Prozent aber dagegen (queer.de berichtete).

Unter den EU-Bürgern gibt es bei dieser Frage große Unterschiede: Am höchsten liegt die Zustimmungsrate für die Ehe-Öffnung in den Niederlanden (91 Prozent), Schweden (90 Prozent) und Dänemark (87 Prozent). Deutschland liegt mit 66 Prozent Zustimmung auf Rang elf – und damit knapp über dem EU-Durchschnitt. Im Vergleich zur Befragung vor neun Jahren ist die Zustimmungsrate damit um 14 Prozenpunkte angestiegen. In Österreich sind jetzt 62 Prozent für die Gleichbehandlung (plus 13 Prozentpunkte).

Am wenigsten begeistert von der Ehe für alle sind Länder des ehemaligen Ostblocks: Ganz hinten liegen Bulgarien (17 Prozent), Lettland (19 Prozent) und Rumänien (21 Prozent).

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13 Prozent wollen keinen LGBT-Arbeitskollegen

Mit weiteren Fragen wollte die Forscher herausfinden, wie weit die Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben sowie anderen Minderheiten reicht. So wurde gefragt, ob man etwas dagegen hat, dass ein Arbeitskollege schwul, lesbisch oder bisexuell ist. Insgesamt fühlten sich damit 13 Prozent der EU-Bürger und zehn Prozent der Deutschen unwohl – damit liegen LGB EU-weit gleichauf mit Muslimen. Noch unpopulärer als Kollege sind Transsexuelle (17 Prozent) und Roma (20 Prozent). Am populärsten sind dagegen Weiße, Christen und Personen unter 25 Jahren.

Am meisten Vorbehalte gegen schwule, lesbische oder bisexuelle Arbeitskollegen gibt es in den selben Ländern, die auch die Ehe-Öffnung ablehnen – also Lettland (44 Prozent), Rumänien (42 Prozent) und Bulgarien (37 Prozent). In den Niederlanden wollen dagegen nur ein Prozent der Bevölkerung nicht mit dieser Gruppe zusammenarbeiten.

Besondere Vorbehalte in der Bevölkerung gibt es, wenn schwule Paare in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen (als Beispiele wurden Küssen oder Händchenhalten genannt). Ganze 38 Prozent der EU-Bürger fühlen sich dabei unwohl – und auch 34 Prozent der Deutschen. Am wenigsten Probleme haben die Schweden: Von ihnen fühlen sich nur 13 Prozent unwohl. (dk)

Links zum Thema:
» Alle Zahlen auf der Seite der Europäischen Kommission
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Tags: euorpäische union, eurobarometer, ehe-öffnung, ehe für alle
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Reaktionen zu "61 Prozent der EU-Bürger befürworten Ehe-Öffnung"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
02.10.2015
19:53:16


(-5, 7 Votes)

Von Patroklos
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Wenigstens EINE gute Nachricht aus Brüssel!


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#2
02.10.2015
20:01:13


(+7, 7 Votes)

Von Jasper


Ich kann nicht verstehen, wieso nicht auf EU-Ebene die Ehe geöffnet wird.

In dieser zentralen Menschenrechtsfrage sollte die ganze EU einheitlich agieren. Erst recht bei dieser satten Mehrheit der EU-Bürger, die dafür sind. (Und dass das nach einer Öffnung sogar noch mehr werden, sieht man ja aus dem Video aus Spanien, was gestern hier auf queer.de war.)


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#3
02.10.2015
21:16:54


(+3, 5 Votes)

Von Alex


Immer mehr demokratische Staaten inner- und außerhalb der EU öffnen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Eine deutliche Mehrheit der EU-Bürger und auch eine noch deutlichere Mehrheit der Deutschen sind ebenfalls dafür. Und der demokratische Gleichheitsgrundsatz gebietet das eh.

Dennoch besteht unsere schwarz-rote Bundesregierung darauf, uns weiterhin zu diskriminieren und uns weiterhin grundgesetz-widrig unsere Rechte vorzuenthalten.

Eigentlich sollte in einer Demokratie das Volk der Souverän sein, aber Schwarz-Rot regiert weiterhin nach Gutsherrenart und stellt Angela Merkels diesbezügliche "Bauchschmerzen" über das Grundgesetz und über den Willen des Volks-Souveräns.

Und nicht nur, dass Union und SPD in Deutschland die Ehe-Öffnung blockieren, sondern sie blockieren auch auf EU-Ebene einen besseren Diskriminierungs-Schutz für LGBTI, der seit Jahren auf Verabschiedung wartet (queer.de berichtete).


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#4
02.10.2015
21:35:20


(+5, 5 Votes)

Von David Z


Ich finde es eine Frechheit, wie untätig die EU in LGBTI-Fragen ist.

Und ich finde es eine Frechheit, wie Union und SPD den Volkswillen ignorieren und uns als Menschen zweiter Klasse behandeln.


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#5
02.10.2015
21:42:47


(+3, 5 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #2 von Jasper


"Ich kann nicht verstehen, wieso nicht auf EU-Ebene die Ehe geöffnet wird."

1.
Deutschland ist ohne Zweifel der mächtigste Staat in der EU. Und Union und SPD haben da halt was dagegen.

2.
Die EU-Osterweiterung kam viel zu früh. Man hätte zunächst Homorechte in der ganzen EU etablieren müssen. Dann hätte jeder weitere Beitrittskandidat entscheiden müssen, ob er das akzeptiert oder ob er eben nicht EU-Mitglied wird.

Aber leider haben blauäugige Eurokraten das nicht getan und damit haben wir jetzt im Osten der EU eine mächtige Lobby (Polen, Slowakei, das Baltikum, etc.), die jeglichen Fortschritt auf EU-Ebene blockiert.


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#6
02.10.2015
23:18:06


(-6, 6 Votes)

Von Patroklos
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Antwort zu Kommentar #5 von Alex


"Deutschland ist ohne Zweifel der mächtigste Staat in der EU. Und Union und SPD haben da halt was dagegen."

Der erste Satz stimmt voll und ganz. Der zweite ist nur die halbe Wahrheit: Die Union allein hat etwas dagegen, die SPD nicht, muß aber wegen der sog. "Koalitionstreue" die Zustimmung zurückstellen.

David Z: "...und uns als Menschen zweiter Klasse behandeln."

FALSCH! Wir sind keine Menschen zweiter Klasse, also hier nicht einen auf Dramaqueen machen!


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#7
03.10.2015
08:15:11


(+3, 5 Votes)

Von sanscapote
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Antwort zu Kommentar #3 von Alex


Demokratie in der BRD?
Ich schaue 720° in die Runde und sehe keine.
Wir haben in der BRD eine Politikerkasten-Lobbyisten-Diktatur.
Wir waehlen alle 4 Jahre und dann machen die Politiker alles, um ihre Schaefchen ins Trockene zu bringen und wir Schwulen, denen sie (SPD) die Stimmen abgeschwatzt haben, sind nur noch Papiertiger.


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#8
03.10.2015
08:27:19


(+7, 7 Votes)

Von XDAS


"Besondere Vorbehalte in der Bevölkerung gibt es, wenn schwule Paare in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen (als Beispiele wurden Küssen oder Händchenhalten genannt). Ganze 38 Prozent der EU-Bürger fühlen sich dabei unwohl und auch 34 Prozent der Deutschen."

Das ist zwar eine klare Minderheit, aber immer noch zu viel.

Auch das ist eine Art von Homohass und Unterdrückung. Nach dem Motto: "Die sollen machen was sie wollen, aber bitteschön versteckt im kleinen Kämmerlein und nicht in der Öffentlichkeit."

Wieso sollten wir nicht händchenhaltend oder Arm in Arm durch die Straßen gehen oder auf einer Bank sitzen? Wieso sollten wir uns nicht in der Öffentlichkeit küssen?

Wir brauchen uns nicht zu verstecken und alles, was Heteros wie selbstverständlich in Anspruch nehmen ist auch unser gutes Recht. Wenn damit jemand ein Problem hat, ist das sein Problem - nicht unseres.

Wir alle sollten noch viel öfter in der Öffentlichkeit Händchenhalten, Küssen, etc., damit das ganz selbstverständlich wird und nicht mehr hinterfragt wird. Und auch, damit die Menschen sehen, wie viele wir sind.


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#9
03.10.2015
08:55:35


(+3, 3 Votes)

Von wilde 13


". Am wenigsten Probleme haben die Schweden: Von ihnen fühlen sich nur 13 Prozent unwohl."

Er findet die dortige Sozialisation auch interessant:" "Ich finde, man sollte sich das ansehen",....

Link zu www.spiegel.de


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#10
03.10.2015
09:38:50


(+5, 5 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von Alex


Zum Baltikum gehört auch Estland. Estland ist nicht Polen:

"Die Umfrage ergab eine ethnische Kluft: Während 54 Prozent der estnischen Esten die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare befürworten, tun das nur 38 Prozent der russischen Esten."

Esten sind konfessionsfrei oder evangelisch, Russen heute wieder orthodox.


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