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  • 04.10.2015, 10:17h           3      Teilen:   |

"Der ideale Mann"

Schein und Sein in der High Society

Artikelbild
Im Jahr der Urauführung von "An Ideal Husband" wurde Oscar Wilde 1895 aufgrund seiner Homosexualität verurteilt

Das Theater Ausgburg zeigt Oscar Wildes Stück "Der ideale Mann" in der deutschen Fassung von Elfriede Jelinek.

Alle Welt hält Sir Robert Chiltern für den "idealen Mann": reich, gutaussehend, integer, erfolgreich. Doch was weder seine Frau Gertrude noch die Öffentlichkeit ahnen: Der Türöffner für seinen kometenhaften Aufstieg in der britischen Politik war ein höchst zwielichtiges Geschäft.

Und ausgerechnet jetzt, kurz vor seiner Berufung ins Kabinett, taucht die intrigante Mrs. Cheveley auf, im Gepäck einen kompromittierenden Brief, der alles enthüllen und damit nicht nur Sir Roberts Karriere, sondern auch seine Ehe beenden könnte. Für ihr Schweigen fordert sie seine politische Zustimmung zu einem dubiosen Bauprojekt, in dessen Aktien sie viel Geld investiert hat. Doch sie hat die Rechnung ohne Sir Roberts besten Freund Lord Goring gemacht, der schon früher Zeuge ihrer Machenschaften geworden ist …

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Spiel mit öffentlichen und privaten Identitäten

Oscar Wilde zeigt in seiner espritsprühenden Salonkomödie "Der ideale Mann" eine Welt, in der Oberflächen alles sind, und inszeniert ein schillerndes Spiel mit Schein und Sein, öffentlichen und privaten Identitäten, mit makellosem Image und dunklen Flecken aus der Vergangenheit. Er konnte dabei auf seine eigenen Erfahrungen mit den Gewohnheiten der Londoner High Society zurückgreifen, in der er als Dandy und Salonlöwe ein gern gesehener Gast war, bis er 1895 – noch im Jahr der Uraufführung von "An Ideal Husband" – wegen seiner homosexuellen Beziehungen verurteilt wurde.

Elfriede Jelineks Überschreibung fällt bewährt bissig und sprachwitzig aus und schlägt einen Bogen zu tagesaktueller Politik und gesellschaftlichen Verhältnissen: Aus dem Panamakanal ist der "Hyperalpenkanal" geworden, Sir Robert jongliert mit Offshore Finance und Wandelanleihen, und der "ideale Gatte" hat sich nicht mehr nur in seiner öffentlichen Rolle, sondern auch als gesamtes Individuum als "ideal" zu erweisen.

Schirin Khodadadians Inszenierung am Theater Augsburg zeigt eine Gesellschaft, die sich fortwährend selbst feiert, und deren Figuren versuchen, an ihrer makellosen Upperclass-Idylle samt Pop- und Discohits festzuhalten, auch wenn die Fassade schon zu bröckeln beginnt. (cw/pm)

  Infos zum Stück
Der ideale Mann von Oscar Wilde. Deutsche Fassung: Elfriede Jelinek. Inszenierung: Schirin Khodadadian. Bühne und Kostüme: Carolin Mittler. Musik: Johannes Winde. Dramaturgie: Maria Viktoria Linke. Darsteller: Sebastián Arranz, Ute Fiedler, Jessica Higgins, Anton Koelbl, Kerstin König, Thomas Prazak, Lea Sophie Salfeld, Wiltrud Schreiner, Gregor Trakis. Premiere am Samstag, den 10. Oktober 2015 um 19:30 Uhr im Theater Augsburg (Großes Haus). Weitere Aufführungen am 13., 17. und 24. Oktober, 4., 12. und 29. November, 4. und 10. Dezember 2015 sowie am 22. und 30. Januar 2016. Kartenvorverkauf über die Theater-Homepage.
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Tags: oscar wilde, elfriede jelinek, theater, augsburg, der ideale mann
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Reaktionen zu "Schein und Sein in der High Society"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
06.10.2015
20:34:10


(-4, 4 Votes)

Von maksimilian


Frau Jelinek hat dem Originalstück nichts, aber auch gar nichts Neues hinzu gefügt. Ich kenne ihre Version gut. Schade ist, dass sich heutige Autoren einfach an den Klassikern bereichern. Wenn schon Wilde, dann doch bitte das Original - alles andere ist Nepp!


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#2
06.10.2015
22:13:45


(+5, 5 Votes)

Von marksist
Antwort zu Kommentar #1 von maksimilian


Und in welchem Lebensjahrzehnt wurde Ihnen Jelinek zu links, zu gut?


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#3
08.10.2015
21:15:29


(+2, 2 Votes)

Von antos
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Antwort zu Kommentar #1 von maksimilian


Na, offensichtlich sorgt Jelineks 'Überschreibung' - wie es in der PM in Anspielung auf Arnulf Rainers Übermalungen genannt wird - dafür, dass sich Leute überhaupt mit diesem alten, aber vielleicht doch nicht veralteten [und es gibt so viel komplett veralteten Scheiß!] Stück dieses sehr speziellen Dandys befassen. Egal. Die von dir hier nach- und vorgebeteten Gütesiegel - "Original", "Klassiker" - haben mit echtem Kunstverständnis so viel zu tun wie die Klamotten, die sich die modebewussten Frauen und Kinder in ihren Bangladesh-Sweatshops für uns ausdenken mit Haute Couture. - Ich kenne das Stück übrigens auch.


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