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  • 09.10.2015, 12:01h           24      Teilen:   |

Mordaufruf nicht nachweisbar

Verfahren gegen Huonder eingestellt

Artikelbild
Huonder beim Kongress "Freude am Glauben"

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hält die Äußerungen des Bischofs zur Todesstrafe für Homosexuelle für nicht eindeutig.

Der Churer Bischof Vitus Huonder wird wegen seiner Äußerungen über eine Todesstrafe für Schwule in der Schweiz nicht strafrechtlich belangt. Wie die Staatsanwaltschaft Graubünden am Freitag mitteilte, hat sie ein Ermittlungsverfahren gegen den 73-Jährigen eingestellt. Darin ging es um den Vorwurf der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalt.

Man sei zu dem Schluss gekommen, dass die Aussagen des Bischofs "nicht die für die Tatbestandserfüllung geforderte Eindringlichkeit und Eindeutigkeit aufwiesen", heißt es in der kurzen Mitteilung der Behörde. Sie hatte aufgrund von drei Anzeigen Ermittlungen aufgenommen, eine stammte von der LGBT-Organisation Pink Cross.

Huonder hatte am 31. Juli bei einem Kongress des Forums Deutscher Katholiken in Fulda ausgiebig aus dem Alten Testament zitiert, darunter Levitikus 20,13: "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen."

Diese Stellen zeigten die "göttliche Ordnung", die für den "Umgang mit der Sexualität gilt", so Huonder damals. "In unserem Fall geht es um die gleichgeschlechtliche Praxis. Die beiden Stellen allein würden genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben."

Fortsetzung nach Anzeige


Entschudligen und Rechtfertigungen kamen hinterher

Nachdem queer.de als erstes Medium über die Äußerungen Huonders berichtet hatte, hatte es einen Aufschrei vor allem in Schweizer Medien gegeben. Huonder reagierte mit einer Stellungnahme, in der er die Worte nicht zurücknahm (queer.de berichtete). Nach anhaltender öffentlicher Kritik veröffentlichte er eine weitere Stellungnahme, wonach er "selbstverständlich (…) nicht für die alttestamentarische Forderung nach der Todesstrafe für homosexuell empfindende Menschen" eintrete (queer.de berichtete).

Pink Cross hatte die Strafanzeige gegen den Bischof ausführlich begründet. Huonder habe öffentlich Bibelstellen zitiert, deren "Authentizität und Wahrheit" er immer wieder während der Rede bestätigt und in keiner Weise hinterfragt habe. Auch habe er sich nicht von der Todesstrafendrohung distanziert. Damit könne er "Stimmungen und Triebe der Massen dahin gehend beeinflussen, dass es zu gewalttätigen Übergriffen auf Homosexuelle kommt."

Die Schweizer Bischofskonferenz hatte sich später von Huonders Aussagen distanziert, zugleich aber festgestellt, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, die Todesstrafe einzufordern (queer.de berichtete). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, hatte die "fundamentalistische Bibelexegese" seines Glaubensbruders kritisiert (queer.de berichtete).

Bei dem dreitägigen Kongress "Freude am Glauben" war es in diesem Jahr vor allem um den Kampf gegen LGBT-Rechte gegangen, gegen eine Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare ebenso wie gegen Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt. Zu den Rednern gehörte auch Hedwig von Beverfoerde, die Organisatorin der "Demo für alle". (nb)

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Tags: vitus huonder, schweiz, volksverhetzung
Schwerpunkte:
 Römisch-katholische Kirche
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Reaktionen zu "Verfahren gegen Huonder eingestellt"


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
09.10.2015
12:13:07
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(+14, 14 Votes)

Von Nico


War doch klar. Das beweist nur wieder mal, dass die Macht der katholischen Kirche bis in höchste Kreise reicht...


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#2
09.10.2015
12:19:32
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(+12, 12 Votes)

Von Alex


Wie bitte?

Was war an den Äußerungen dieses Hasspredigers "nicht eindeutig"?

Die Entschuldigung für eventuelle Missverständnisse kam erst auf öffentlichen Druck und wurde im selben Satz relativiert. Und die religiösen Fanatiker hören eh nur auf den ersten Teil und tun die Entschuldigung als medial erzwungen ab.


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#3
09.10.2015
12:20:40


(+11, 11 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Bedauerlich, dass man nicht erfährt, welche Person(en) in der Staatsanwaltschaft so entschieden haben um ihren biographischen Hintergrund zu "würdigen". Der Arm der RKK scheint in diesem Fall ein ziemlich langer zu sein. Für mich waren die Äußerungen entwürdigend und hetzerisch und erfüllten die Voraussetzungen für eine gerichtliche Befassung.


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#4
09.10.2015
12:20:54


(+5, 5 Votes)
 
#5
09.10.2015
12:22:05
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(-13, 15 Votes)

Von Jogolein
Aus Aalen (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.10.2015


Ach bitte. Ich stehe der kath. Kirche ja auch kritisch gegenüber. Aber müssen solche kruden Verschwörungstheorien immer sein? Ich finde nicht. Ist doch so schon schlimm genug.


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#6
09.10.2015
12:26:33
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(+7, 7 Votes)

Von Komischer Vogel


Ja war abzusehen.
Im Prinzip hätte ein Urteil in dem Fall ja eigentlich die Bibel und andere vergleichbare Schriften (Den Koran ganz weit oben auf der Liste) wegen Volksverhetzung auf den Index setzen müssen.


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#7
09.10.2015
12:28:45


(+13, 13 Votes)

Von Borchi


Da solche Aussagen ja offenbar legal sind, wenn man sie relativiert, fordere ich hiermit die Todesstrafe für Bischof Vitus Huonder und alle anderen religiösen Hetzer.

Und eh ich das vergesse:
gleichzeitig möchte ich betonen, dass das nur rein akademische Überlegungen von mir sind und keine Mordaufrufe. Und entschuldige mich für eventuelle Missverständnisse, die aus meinen Aussagen resultieren könnten.


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#8
09.10.2015
12:31:12


(+12, 12 Votes)

Von Tanni


Wenn irgendein durchgeknallter Religiot die Mordaufrufe wahr macht, bringt es auch nichts, dass dieser Huonder sich dann angeblich missverstanden fühlt.

Die geistigen Brandstifter müssen endlich genauso hart bestraft werden, wie die Ausführer der Tat.


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#9
09.10.2015
12:37:27
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(+12, 12 Votes)

Von Luca


Der hat seine Aussagen doch in Deutschland getätigt. Kann man es hier nicht auch mit einer Klage wegen Aufruf zum Mord versuchen?!


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#10
09.10.2015
12:43:00


(0, 6 Votes)

Von frage
Antwort zu Kommentar #8 von Tanni


Man soll auch moderate Katholiban bestrafen?


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