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  • 10.10.2015, 09:26h           11      Teilen:   |

Neue Therapien

Hepatitis C: "Die große Mehrzahl wird geheilt werden"

Artikelbild
Der Kölner Facharzt Tim Kümmerle begrüßt die neuen Therapien gegen Hepatitis C, weist jedoch auch auf die Wichtigkeit der korrekten Einnahme der Medikamente hin

Die neuen Medikamente gegen Hepatitis C bringen große Heilungschancen bei spürbar weniger Nebenwirkungen. Facharzt Dr. Tim Kümmerle über das erste Behandlungsjahr.

Etwa ein Jahr sind die neuen Therapien gegen Hepatitis C auch in Deutschland im täglichen Einsatz. "Für unsere Patientinnen und Patienten hat sich die Situation extrem erleichtert", berichtet Facharzt Dr. Tim Kümmerle, der in der Infektionsambulanz der Universitätsklinik Köln und in einer HIV-Schwerpunktpraxis praktiziert.

Die Zahl der Hepatitis-C-Diagnosen sei seit einigen Jahren auf einem konstant hohen Niveau, sagt Dr. Kümmerle. "Wir beobachten gerade in den letzten Monaten einen Anstieg der Infektionen. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass viele Patienten mit einer chronischen Hepatitis C gewartet haben, um sich dann mit den neuen Therapien behandeln zu lassen. Dadurch bestand in den letzten Monaten eine erhöhte Infektionsmöglichkeit."

Bei Schwulen finde man die Infektion häufig früh. "Der sexuell aktive Mann, der zu uns in die Uni-Infektionsambulanz oder die HIV-Schwerpunktpraxis kommt, sagt, ich mache regelmäßig Tests, damit ich weiß, was los ist und mich behandeln lassen kann." Wer eine Diagnose bekommt, kann häufig benennen, wie er sich seine Hepatitis C geholt hat. "Der schwule Mann weiß, dass die Übertragungswege ähnlich wie bei HIV sind, dass winzige Blutmengen beim Fisten oder Drogengebrauch eine Rolle spielen." Viele seiner schwulen Patienten seien HIV-positiv. "Häufig kommen sie schon mit Doppelinfektionen zu uns, oder zu einer bestehenden HIV-Infektion kommt später noch eine Hepatitis C dazu."

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"Ein himmelweiter Unterschied"

Die alten und die neuen Behandlungsformen seien überhaupt nicht zu vergleichen, sagt der Spezialist. "Das ist ein himmelweiter Unterschied. Die meisten Patienten sagen, dass sie kaum Nebenwirkungen verspüren. Man sieht ganz schnell einen Erfolg, die Viruslast ist nicht mehr nachweisbar. Das ist auch für die Motivation der Patienten gut. Die Patienten müssen jetzt meist nur einmal im Monat zu Kontrollen kommen."

Bei den alten Therapien seien dagegen zum Teil wöchentliche Blutabnahmen erforderlich gewesen. "Viele Patienten haben gewartet, weil die bisherigen Medikamente schlecht verträglich waren und die Behandlung sehr kompliziert war. Manche haben die Therapie wegen zu starker Nebenwirkungen wieder abgebrochen. Andere haben gesagt, ich hatte vor Jahren schon mal so eine Therapie, das möchte ich nicht noch mal durchmachen. Die paar Monate bis zur Einführung der neuen Medikamente halte ich aus."

Behandlung in der Regel drei Monate

Die Patienten im Kümmerles Praxis reagieren ganz unterschiedlich auf ihre Diagnose. "Schwule Männer, die vielleicht auch andere Infizierte in ihrem Bekanntenkreis haben oder selbst schon mal wegen einer Hepatitis C behandelt wurden, wissen mehr darüber als die Leute, die das plötzlich von ihrem Hausarzt erfahren und aus allen Wolken fallen", erzählt der Facharzt. "Viele sind aber doch erschrocken. Sie haben große Sorgen, dass die Behandlung sehr kompliziert wird und sind dann positiv überrascht, wenn wir ihnen sagen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit geheilt werden können."

Doch müsse man bei der Behandlung der Hepatitis C noch mal mehr auf die korrekte Einnahme hinweisen als bei anderen Therapien. "Es ist ja eine vorübergehende, meist drei Monate dauernde Therapie, und die Medikamente sind nur maximal zweimal täglich einzunehmen", erklärt Dr. Kümmerle. "Wir sagen den Patienten, es ist ganz wichtig, dass ihr gut mitarbeitet und keine Einnahme vergessen wird. So ist sichergestellt, dass die sehr kostenintensive Therapie funktioniert."

Tim Kümmerle hofft wie seine Kollegen, "dass wenn jetzt mehr Leute behandelt werden, auch die Neuinfektionsraten mit ein wenig zeitlicher Verzögerung zurückgehen. Aber klar ist, wenn die Sexualität, die der Patient mag, ein Risiko beinhaltet, dann kann es auch erneut zu einer Ansteckung kommen. Da ist jeder gefragt, sich selbst zu schützen." (dd)

Das ausführliche Interview mit Dr. Tim Kümmerle erscheint in der nächsten Ausgabe der "LhivFE". Das Magazin für Menschen, die mit HIV und Hepatitis C leben, wird vom BioPharma-Unternehmen AbbVie herausgegeben und kann im kostenlosen Abo unter lhivfe-magazin@allround-team.com bestellt werden.

Links zum Thema:
» Wissen zu Hepatitis C und Sexualität
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Tags: hepatitis c, hcv, abbvie, tim kümmerle
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Reaktionen zu "Hepatitis C: "Die große Mehrzahl wird geheilt werden""


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
10.10.2015
12:57:48


(+5, 7 Votes)

Von Felix


Endlich mal wieder gute Nachrichten aus der Medizin.

Aber es sollte weiter geforscht werden, so dass dann irgendwann nicht mehr "nur" eine "große Mehrzahl" geheilt werden kann, sondern alle.

Und auch die Erforschung anderer Krankheiten (AIDS, Krebs, Alzheimer, Parkinson, etc.) sollte weiter vorangetrieben werden. Das Geld, was in Rüstung fließt, sollte lieber in die Erforschung und Bekämpfung von Krankheiten gesteckt werden...


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#2
10.10.2015
17:43:03


(-4, 6 Votes)

Von Bryan


beim fisting oder drogengebrauch wirds übertragen? damit hat man ja als gebildeter mann nicht wirklich was zu tun oder?!


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#3
10.10.2015
18:39:12


(+5, 5 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #2 von Bryan


dein beitrag ist hoffentlich satirisch gemeint.


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#4
10.10.2015
22:16:11


(+1, 5 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #2 von Bryan


""damit hat man ja als gebildeter mann""..

Sexuelle Spielarten sind also "bildungs-abhängig" ?

Interessanter Ansatz..

Welche Bildungsabschlüsse darf man dann für Blümchen-Sex vorrangig vermuten ?
Evangelische oder katholische Gymnasien ?


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#5
11.10.2015
00:57:46


(-3, 7 Votes)

Von Bryan
Antwort zu Kommentar #3 von ursus


nein, ernsthaft. als promovierender geisteswissenschaftler kann ich mir solche übersprungshandlungen nicht vorstellen bzw. sind sie nicht notwendig. ein normaler orgasmus ist völlig ausreichend zur sexuellen befriedigung. ich spüre mich auch so.

denken sie nicht, dass es einen zusammenhang gibt zwischen bildungs- und sublimationsniveau und sexualität?


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#6
11.10.2015
07:44:41


(-2, 6 Votes)

Von Mattze
Antwort zu Kommentar #4 von TheDad


lol. hier wird aber echt immer so getan, als wären fisting und slamming alltäglich. sind das nicht nur die " gay darkroom freaks", die das machen. die alternative zu blümchensex ist doch nicht junkietum und enddarm-quälen.


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#7
11.10.2015
10:25:04


(-1, 3 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #6 von Mattze


""die alternative zu blümchensex ist doch nicht junkietum und enddarm-quälen.""..

Von "quälen" kann nur jemand schreiben der es noch nie versucht hat..
Aber das nur nebenbei..

Der Begriff "sexuelle Spielarten" oder meinetwegen auch Fetisch stellt klar, dass es sich NICHT um "Alternativen", sondern um eine Ausweitung, und damit Bereicherung des eigenen Spektrums handelt..

Schon Studien in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wiesen nach das Analverkehr unter Heteros weiter verbreitet ist, als unter Schwulen Männern..
Hier diente er allerdings ganz profan der Empfängnis-Verhütung..

""hier wird aber echt immer so getan, als wären fisting und slamming alltäglich.""..

Ist es das nicht ?
Dann wird es Zeit für eine Kampagne der BzGA..

""sind das nicht nur die " gay darkroom freaks", die das machen.""..

Nöö..
Ich kenne auch keine solchen Freaks, und vor allem keine Darkrooms in denen man das ungestört ausleben könnte..


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#8
11.10.2015
10:45:00


(0, 2 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #5 von Bryan


""nein, ernsthaft. als promovierender geisteswissenschaftler kann ich mir solche übersprungshandlungen nicht vorstellen""..

Wow..
Auf so eine Begründung muß man erst einmal kommen..
Stellt hier der "promovierte geisteswissenschaftler" doch einerseits klar, das man nicht zu dem Klientel gehören will, dem man derlei Handlungen als kompensatorische Funktion unterstellt, andererseits macht der Verweis auch klar, wie wenig wissenschaftlich die Aussage daherkommen muß, weil sie an einer gruppenspezifischen Diskriminierung krankt..

Wer also sind nun diese Gruppen denen man bildungstechnisch das Abgleiten in sexuelle Praktiken nachsagt, die der Perversion nahe stehen müssen, wenn denn einem promoviertem Menschen durch die Klarheit seiner eigenen Bildung ein "normaler Orgasmus" durchaus genüge ?

Und welche Aussage trifft man damit gegenüber der Jugend auf dem Weg und der Suche zu ihrem eigenem Kick ?

"Achtung, wer sich beim wichsen auch nur den Finger in den Hintern steckt, taugt nicht zum Lehrer, bei der ganzen Faust ist das Abitur infrage gestellt, und wer sich dabei assistieren lässt, zeigt zwar Teamfähigkeit, schafft es aber niemals in eine Leitungsfunktion" ?

""denken sie nicht, dass es einen zusammenhang gibt zwischen bildungs- und sublimationsniveau und sexualität?""..

Doch, ganz sicher sogar..
Je mehr die Leut verdummbibelt sind, desto verklemmter sind sie, weil sie denken, eine frei ausgelebte Sexualität würde auf Missfallen bei einem Geistwesen führen, oder mindestens den Menschen der Umgebung stoßen..
Schließlich kann man solche Bedürfnisse doch nicht wirklich entwickeln, wenn man klar bei Verstand sei, und am Ende können man den Leuten ihren Perversionen an der Kleidung oder dem Glanz auf der Stirn ansehen..


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#9
11.10.2015
14:50:41


(+3, 3 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #5 von Bryan


>"denken sie nicht, dass es einen zusammenhang gibt zwischen bildungs- und sublimationsniveau und sexualität?"

ich denke, dass der zusammenhang zwischen bildung und einer abneigung gegen krude und haltlose thesen offenbar geringer ist als ich hoffte.


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#10
11.10.2015
17:22:57


(-3, 3 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hepatitis C: Medikamente wirksam, aber sauteuer!


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