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  • 10.10.2015, 11:20h           23      Teilen:   |

Mehrere Gegenproteste

Stuttgart wappnet sich für die "Demo für alle"

Artikelbild
Erneut wird die Polizei den homophoben Protest mit einem Großaufgebot schützen (Bild: Demo für alle / flickr / cc by sa 2.0)

Während die Homo-Gegner für Sonntag Gabriele Kuby als Hauptrednerin ankündigen, ließen Unbekannte bereits ein CDU-Parteibüro in Regenbogenfarben aufgehen.

In Stuttgart kommt es am Sonntag erneut zu einem Schaulaufen von homophoben Aktivisten. Die Polizei erwartet bis zu 4.000 Teilnehmer bei der bereits achten Demonstration gegen den Bildungsplan im Ländle, die sich inzwischen auch gegen die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare, gegen "die Gender-Agenda" sowie die "Sexualisierung unserer Kinder" richtet.

Organisiert wird die Demonstration von der "Initiative Familienschutz", die im Berliner Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch angesiedelt ist und von Hedwig von Beverfoerde, einem CDU-Mitglied, geleitet wird (auch wenn das Impressum inzwischen eine Adresse in Magdeburg als Sitz benennt). Den ortsfremden Einsatz in Stuttgart hatte von Beverfoerde bei einer Tagung des Forums Deutscher Katholiken Ende Juli mit der "Kampagnenfähigkeit" im Ländle begründet (queer.de berichtete).

Eine der Hauptrednerinnen bei der Kundgebung ab 14 Uhr am Schillerplatz wird wieder die katholische Publizistin Gabriele Kuby sein, für die Homosexualität eine "Sünde" und "Blockierung der heterosexuellen Anziehung" ist, die man "heilen" könne (queer.de berichtete).

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AfD und Union eröffnen Wahlkampf

Die "Initiative Familienschutz" freut sich über die Unterstützung vom rechten Rand der Gesellschaft - Quelle: Screenshot
Die "Initiative Familienschutz" freut sich über die Unterstützung vom rechten Rand der Gesellschaft (Bild: Screenshot)

Mit dem Protest wolle man den "Wahlkampf-Herbst ordentlich einheizen", heißt es in der Ankündigung der "Demo für alle". Und so sind auch Parteien vertreten, die mit Homophobie Stimmen holen wollen. Für die AfD reisen an Anette Schultner (Bundessprecherin der "Christen in der AfD") und Andreas Schumacher (Bundesvorstand "Junge Alternative"). Die CSU-Basisbewegung "Konservativer Aufbruch" schickt ihren Sprecher David Bendels.

Und auch die CDU ist vertreten: Mit Christian Steck, dem Vorsitzenden der Jungen Union Rems-Murr, und mit Christoph Scharnweber vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Heilbronn. Zusammen mit den Arbeitskreisen aus Karlsruhe-Land, Mannheim und Stuttgart ist man Bündnispartner der Demo.

Schwarnweber hatte kürzlich bei einem ersten "Demo für alle"-artigen Protest in Warschau teilgenommen (queer.de berichtete). Von dort reist nun im Gegenzug die Organisatorin Magda Czarnik an. Weitere internationale Redner: Amedeo Rossetti de Scander (Anti-Gender-Bewegung in Italien), Leni Kesselstatt (Mitgründerin der "Familienallianz" in Österreich) und Guillaume Got (La Manif Pour Tous, Frankreich).

Die Einladung verspricht noch "einen ganz besonderen Gast" sowie christlichen Deutsch-Rap von "fil_da_elephant". Nach all den Reden zieht die Demonstration zum Staatstheater, wo eine Abschlusskundgebung folgen soll.

Wie vorherige Proteste wird die "Demo für alle" derzeit von vielen rechten Seiten beworben, so gab es auf dem Hetzportal "Politically Incorrect" dazu einen Werbebanner und einen Artikel. Die "Junge Freiheit" produzierte gar ein eigenes Promo-Video, das die rechte Zeitung auf Facebook verbreitete. Aus mehreren Regionen Deutschlands werden Protestler mit Bussen nach Stuttgart reisen, so hat die AfD Ravensburg eine Fahrt organisiert.

Youtube | Man wolle nicht, dass Kinder ihre sexuelle Identität in Frage stellen: So bewirbt die "Demo für alle" ihren neuesten Protest

Mehrere bunte Gegenproteste

Der Stuttgarter CSD ließ 20 Fahnenmasten auf dem Marktplatz mit Regenbogenflaggen bestücken
Der Stuttgarter CSD ließ 20 Fahnenmasten auf dem Marktplatz mit Regenbogenflaggen bestücken (Bild: IG CSD Stuttgart e.V. / Twitter)

Bereits um 12 Uhr beginnt auf dem Schlossplatz eine erste Gegenveranstaltung, "Ein (r)echtes Problem", zu der u.a. mehrere linke und Antifa-Gruppen, Grüne Jugend, Jusos und Linksjugend, Die Partei und Piraten sowie ver.di aufrufen, auch der CSD Freiburg ist mit von der Partie. Nach Reden und Musik (ein Konzert von Jennifer Gegenläufer unter dem Motto "Glitzern gegen Homophobie" startet auf dem Platz schon um 11.30 Uhr) ist ein "Widerstand gegen den rechten Aufmarsch" geplant.

Zeitgleich zur "Demo für alle" lädt ein großes Bündnis ab 14 Uhr zum "Regenbogen für alle" auf den Marktplatz, der von "NO PEGIDA Stuttgart" organisiert wird. Zu dem Protestbündnis gehören mehrere LGBT-Organisationen, darunter der regionale LSVD und der Stuttgarter CSD. Nach Grußworten von Laura Halding-Hoppenheit (Kings Club Stuttgart) und Jürgen Kaufmann (Landesnetzwerk LSBTTIQ) sprechen u.a. Holger Edmaier (Projekt 100% Mensch), das Rosa Opossum, Alfonso Pantisano (Enough is Enough) und Kim Schicklang von der Aktion Transsexualität und Menschenrecht.

Mit weiteren kleineren Protesten gegen die Bildungsplan-Gegner und kleineren Ausschreitungen wird gerechnet. Bereits in der Nacht zum Freitag wurde das Heilbronner CDU-Parteibüro mit Farbbeuteln in Regenbogenfarben beworfen. Das Portal indymedia.org veröffentlichte dazu ein Bekennerschreiben von "Rechte Allianzen angehen!": "Mit der offenen Unterstützung einer rechten Massenbewegung auf der Straße hat die inhaltliche Nähe der Heilbronner CDU zu reaktionären und religiös-fundamentalistischen Massenbewegungen (…) eine neue Qualität erreicht." Dies bedürfe "des antifaschistischen Eingreifens".

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Tags: demo für alle, baden-württemberg, stuttgart, gabriele kuby, beatrix von storch, hedwig von beverfoerde
Schwerpunkte:
 Streit um Bildungsplan in Baden-Württemberg
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Reaktionen zu "Stuttgart wappnet sich für die "Demo für alle""


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
10.10.2015
11:32:26


(+11, 13 Votes)

Von Hinnerk


Wir brauchen einen starken Gegenprotest!

Gibt es ihn nicht, wird das in der Öffentlichkeit und in den Medien so rüberkommen, als gäbe es eine breite gesellschaftliche Allianz gegen Bildungspläne und als sei die Mehrheit dagegen...

Die anfängliche Fehleinschätzung, dass sich das von selbst erledigen würde und der Verzicht auf Gegendemos hat die überhaupt erst so stark gemacht. Wenn diese falsche Taktik weiter gefahren würde, würden sie noch stärker und ganz Deutschland überrollen...


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#2
10.10.2015
11:38:26


(+13, 13 Votes)

Von Julian S


Diese Fanatiker werden da wieder mal vor keiner Lüge und keiner Fakten-Verdrehung zurückschrecken, um der uninformierten Mehrheit Angst zu machen und Hass zu schüren.

Umso wichtiger ist es, dass wir all diese Lügen entlarven.

Nein, es wird keine Pornos im Unterricht geben. Nein, es wird keinen Gruppensex im Unterricht geben. Etc. etc. etc.


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#3
10.10.2015
11:49:00


(+9, 11 Votes)

Von Heiner


Immer mehr Menschen fallen auf die Lügen und Manipulationen der ewiggestrigen, vom Hass zerfressenen Homohasser rein.

Hass ist wie ein Virus, der sich immer weiter ausbreitet und die ganze Gesellschaft vergiftet, wenn man nichts dagegen unternimmt.


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#4
10.10.2015
11:53:40


(+10, 12 Votes)

Von Timon


Das sind größtenteils religiöse Fanatiker, die die Menschen weiterhin dumm halten wollen, damit sie ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen... Und Parteien, die auf dumme Bürger angewiesen sind, weil sie keine Argumente haben...

Jede einzelne dieser Demos ist ein weiterer Beleg dafür, wie überfällig mehr Aufklärung und mehr Bildung ist.


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#5
10.10.2015
12:04:13


(+11, 11 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #1 von Hinnerk


Wobei man auch sagen muss, dass auch die Politik für das Erstarken dieser Fanatiker mit verantwortlich ist.

Es gab ja bereits einen Bildungsplan, der verabschiedungsfähig gewesen wäre und der von Pädagogen, Didaktikern, Lehrern aus der Praxis, Medizinern und Psychologen entwickelt wurde.

Nach den ersten Protesten (die aber nicht mal 0,1 % der Baden-Württemberger ausmachten) hat die grün-rote Landesregierung von Winfried Kretschmann kalte Füße bekommen und wollte den Entwurf nochmal überarbeiten.

Hätte man den Bildungsplan (wie versprochen) damals gleich umgesetzt, hätte es noch ein paar Gegendemos dieser schrillen Minderheit gegeben, aber die Bürger hätten schnell gesehen, dass deren Behauptungen alle nicht stimmen und dann wäre nach ein paar Wochen Ruhe gewesen.

Erst durch die diversen Verzögerungen hat man den paar Gegnern indirekt Recht gegeben und diese erst richtig stark gemacht, so dass sich immer mehr anschlossen. Und vor allem: wenn die immer wieder ihre Lügen wiederholen, ohne dass die Menschen in der Praxis sehen, dass das nicht stimmt, bleibt natürlich immer mehr von diesen Lügen hängen.

Deshalb wäre es wichtig, das möglichst schnell umzusetzen, damit die Menschen sehen, dass diese Leute gelogen haben. Aber stattdessen hat die grün-rote Landesregierung das auf die nächste Legislaturperiode verschoben und damit auch zum Wahlkampfthema gemacht. Wer weiß, wer dann regiert und was dann noch verschoben oder ganz fallen gelassen wird...


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#6
10.10.2015
12:19:00


(+6, 8 Votes)

Von 2345


Das ist alles so religiotisch und dumm.


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#7
10.10.2015
12:19:29


(+6, 8 Votes)

Von Peer


Was diese Fanatiker mit ihren Hass-Aufmärschen den Steuerzahler schon wieder an Geld kosten... Alles nur, damit die weiterhin ungehindert ihre Lügen verbreiten können...


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#8
10.10.2015
12:24:16


(+9, 9 Votes)

Von Marina


Es ist nicht nur Pflicht eines jedes Demokraten (auch heterosexuellen) sich diesen Faschisten und ihrer totalitären Gesinnung entgegenzustellen.

Sondern ich erwarte auch, dass die Landesregierung deutliche Worte findet, deren Lügen enttarnt und deren Hass die Fakten und Argumente der Wahrheit entgegenstellt.


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#9
10.10.2015
12:40:43


(+7, 7 Votes)

Von Jasper
Antwort zu Kommentar #5 von Timon


In der Sache hast Du natürlich vollkommen recht: die grün-rote Landesregierung hat sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und ist ziemlich eingeknickt. Das was eigentlich schon zu Beginn der Legislaturperiode umgesetzt werden sollte und fest zugesagt war (auch dafür sind die gewählt worden), haben die innerhalb von 5 (!) Jahren immer noch nicht geschafft.

Dennoch plädiere ich in diesem Fall dafür, denen noch eine allerletzte Chance zu geben.

Denn:
was wären die Alternativen? Auch dank dieser Demos (wie gesagt ist da Grün-Rot mitschuld dran) ist die baden-württembergische CDU trotz all ihrer Skandale wieder im Aufwind. Und deren extrem rechter Spitzenkandidat hat bereits klargestellt, dass es mit ihm GAR KEINE Aufklärung geben wird.

Und nach aktuellen Umfragen käme auch die FDP in den Landtag. Wenn es für Schwarz-Gelb reicht, wird es gar keine Aufklärung geben. Und auch die AfD wird wahrscheinlich im Landtag einziehen und dieser CDU-Spitzenkandidat wird keine Skrupel haben, notfalls auch mit denen zu regieren. Und selbst wenn es zu Schwarz-Rot käme, würde die SPD dort genauso vor der CDU buckeln wie auf Bundesebene.

Um eine CDU-Regierung (die in jeder Konstellation das Ende jeder Aufklärung wäre) zu verhindern, müssen wir also Grüne und Linkspartei möglichst stark machen.

Auch ich sehe deren Mitschuld an der Situation, aber manchmal müssen wir auch mal eine Faust in der Tasche machen und aus strategischen Gründen den Mund halten. Deswegen plädiere ich dafür, den Grünen noch ein allerletztes mal zu vertrauen und die nicht zu lautstark zu kritisieren. Aber eines ist auch klar: wenn die die Wahl gewinnen und in der nächsten Legislaturperiode auch wieder dasselbe Spiel spielen, ist es endgültig vorbei.

Aber dieses letzte Mal sollten wir denen noch vertrauen - weil wir sonst noch weiter vom Ziel entfernt sind...


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#10
10.10.2015
12:44:06


(+8, 10 Votes)

Von Felix


Besonders schlimm ist das Ganze, weil es hier um Menschenleben geht....

Nach wie vor sind homophobe Schimpfwörter an den Schulen (auch bereits an den Grundschulen) die häufigsten Schimpfwörter.

Und weiterhin ist die Selbstmordrate unter LGBTI-Jugendlichen 5 x höher als bei Hetero-Jugendlichen.

Mehr Aufklärung kann nicht nur das homophobe Mobbing reduzieren und LGBTI-Jugendliche stark machen und ihnen zeigen, dass sie ganz normal sind. Sondern es macht auch heterosexuelle Schüler zu toleranteren, weltoffenen Menschen, die es im Leben einfacher haben.

Umso wichtiger sind diese Bildungspläne und umso perverser sind die Gegenproteste von Leuten, die für ihren Hass über Leichen gehen.


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