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Die Zahnärztin Corinna Herold ist Mitglied der achtköpfigen AfD-Fraktion im Thüringer Landtag (Bild: AfD-Fraktion Thüringen)

Mit einer absurden Kleinen Anfrage löst die AfD-Abgeordnete Corinna Herold im Landtag einen Proteststurm aus.

In Thüringen sorgt die Landtagsfraktion der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) für Gespött und heftige Kritik: In einer Kleinen Anfrage (PDF) an die rot-rot-grüne Landesregierung will die AfD-Abgeordnete Corinna Herold allen Ernstes wissen, wie viele homo-, bi- und transsexuelle Menschen im Freistaat leben.

Im MDR gab Herold zur Begründung das von Linken, SPD und Grünen angekündigte Landesprogramm für Akzeptanz und Vielfalt an. Als Mitglied des Ausschusses für Soziales und Gesundheit wolle sie wissen, welcher Personenkreis betroffen sei, so die 54-jährige Zahnärztin aus Hildburghausen.

Kritik aus allen anderen Fraktionen

Die drei Regierungsparteien nahmen Herold diesen Grund nicht ab. Thüringens SPD-Fraktionschef Matthias Hey warf der AfD vor, mit "unsinnigen Anfragen" Zeit und Geld zu verschwenden. "Da kann man nur den Kopf schütteln", sagte er gegenüber dem MDR.

Herold zeige mit ihrer Anfrage, dass sie Lesben und Schwule für eine "unnormale Minderheit" halten würde, erklärte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen Astrid Rothe-Beinlich gegenüber dpa. Linken-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow warf der AfD sogar vor, "Sittenpolizei" zu spielen und "den Menschen in die Schlafzimmer schauen" zu wollen. Die Neugier der Abgeordneten Herold sei "ein bisschen pervers".

Heftige Kritik kam auch von der oppositionellen CDU. "Die Zeiten, in denen sich Homosexuelle registrieren lassen mussten, sind zum Glück vorbei", meinte der CDU-Abgeordnete Henry Worm mit Blick auf die Verfolgung von Schwulen und Lesben im Dritten Reich. Der ehemalige AfD-Abgeordnete Oskar Helmerich sagte im MDR, die Anfrage erinnere ihn an die Dortmunder Neonazi-Partei Die Rechte, die schon einmal Namen und Anschriften von jüdischen Mitbürgern erfragt hätte.

Die Staatskanzlei selbst erklärte auf MDR-Anfrage, dass weder in Thüringen noch sonst in der Deutschland Listen über die sexuelle Orientierung von Einwohnern geführt würden. (cw)



#1 JarJarAnonym
#2 EmnidAnonym
#3 hugo1970Profil
  • 11.10.2015, 09:43hPyrbaum
  • Das zeigt wieder einmal mehr welchen Geis diese personen entsprungen sind.
    Sie spielen mit den Ängsten der Menschen, nur um ihren willen durchdrücken zu können.
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#4 hugo1970Profil
#5 paren1957Ehemaliges Profil
  • 11.10.2015, 09:47h
  • Für mich hört sich das so an, als ob da jemand wissen will, wie groß die KZ's sein müssen, sollten sie an die Macht kommen.

    Die Überfälle auf Flüchtlingsheime und -helfer zeigen ja, das mit diesen Leuten nicht zu spaßen ist. Nur lustig machen ist für mich die falsche Reaktion. Diese Leute sind brandgefährlich. Nicht wegen ihrer Mehrheitsfähigkeit, sondern wegen ihrer Gewaltbereitschaft.
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#6 FinnAnonym
  • 11.10.2015, 10:00h
  • Als nächstes sollen wir dann wohl in Datenbanken erfasst werden. Die AfD denkt wohl auch: wenn wir mal die Machtergreifung schaffen, können wir die Homos so bequem internieren.

    Solche Homo-Listen gab es ja im Dritten Reich auch schonmal.
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#7 goddamn liberalAnonym
#8 LogikAnonym
  • 11.10.2015, 10:23h
  • "Als Mitglied des Ausschusses für Soziales und Gesundheit wolle sie wissen, welcher Personenkreis betroffen sei, so die 54-jährige Zahnärztin aus Hildburghausen."

    Würde sie sich auch mal selbst informieren, statt nur anderen auf den Senkel zu gehen, wüsste sie, dass ca. 10-15% der Erwachsenen schwul bzw. lesbisch sind. Da kommen dann nochmal die Trans* dazu.

    Im übrigen:
    Menschenrechte sind unabhängig davon, wieviele Menschen betroffen sind. Im Gegenteil, sie dienen gerade zum Schutz von Minderheiten. Insofern ist das ewig gleiche Argument, das sei nicht die Mehrheit völlig irrelevant.
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#9 HeinerAnonym
#10 Roman BolligerAnonym
  • 11.10.2015, 11:10h
  • Die AfD als Karies der Gesellschaft. Die Zahnärztin als Betreiberin von Fäulnisprozessen. Erstaunlich.
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