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  • 11.10.2015, 09:10h           27      Teilen:   |

Bericht der "Kirchenzeitung"

Presserat: Keine Rüge für Vergleich von Homosexuellen mit Dieben

Artikelbild
Für eine Rüge der Kölner "Kirchenzeitung" fand sich im Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserates keine Mehrheit

Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserates lehnte eine Rüge für die Kölner "Kirchenzeitung" mehrheitlich ab.

Der Chefredakteur hatte sich entschuldigen müssen, der Text wurde auf der Homepage gelöscht, selbst Erzbischof Rainer Maria Woelki ging auf Distanz – doch der Deutsche Presserat sah keinen Grund, die Kölner "Kirchenzeitung" für einen im Mai veröffentlichten homophoben Kommentar zu rügen. Siegbert Klein, der Chef vom Dienst des im Abo erhältlichen offiziellen Wochenblattes des Erzbistums, hatte darin Lesben, Schwule und geschiedene Heteros mit Einbrechern und Dieben verglichen (queer.de berichtete).

Unter der Überschrift "Ist das ZDK verzichtbar?" hatte Klein die Forderung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) kritisiert, auch homosexuelle Paare und geschiedene Heterosexuelle zu segnen. Der Begründung des ZdK, man müsse die "Lebenswirklichkeit" akzeptieren, hielt er entgegen, dass man schließlich auch Verbrechen nicht tolerieren würde: "Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle steigt Jahr für Jahr, während immer weniger Täter überführt werden können. So erleben viele Menschen heute ihre Lebenswirklichkeit."

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"Verächtlichmachung einer bestimmten Personengruppe"

Ein queer.de-Leser hatte sich wegen des "Kirchenzeitung"-Kommentars im Juni mit einer Beschwerde an den Deutschen Presserat gewandt. Der Artikel sei diskriminierend nach Ziffer 12 des Pressekodex sowie herabwürdigend nach Ziffer 1. Die Argumentation des Autors sei nicht ansatzweise sachorientiert, sondern ziele allein auf Verächtlichmachung einer bestimmten Personengruppe.

Nachdem der Presserat sich zunächst für unzuständig erklärt hatte, da die "Kirchenzeitung" kein Presseorgan sei, befasste sich der Beschwerdeausschuss am 17. September doch noch mit Kleins Kommentar – und ließ ihn im Ergebnis unbeanstandet. Die Entscheidung erging mit fünf zu zwei Stimmen.

Die Beschwerde sei "unbegründet", heißt es in der schriftlichen Entscheidung des Presserats, die queer.de als PDF vorliegt. Die Mehrheit der Mitglieder des Beschwerdeausschusses halte "die Berichterstattung zwar für missverständlich und interpretationsfähig in verschiedene Richtungen, jedoch noch für akzeptabel im Rahmen einer als persönliche Meinung gekennzeichneten Kolumne".

Der Beschwerdeführer zeigte sich enttäuscht vom Presserat. Die Entscheidung verdeutliche, wie weit "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen…" mittlerweile gehe, erklärte er gegenüber queer.de. "Ein vergleichbarer Text über Farbige, Menschen mit Behinderungen oder über Juden wäre vermutlich nicht unbeanstandet geblieben." (mize)

Links zum Thema:
» Die Entscheidung zur "Kirchenzeitung" als PDF
» Homepage des Deutschen Presserates
Mehr zum Thema:
» "Kirchenzeitung" vergleicht Homosexuelle mit Dieben (25.05.2015)
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Tags: presserat, kirchenzeitung
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Reaktionen zu "Presserat: Keine Rüge für Vergleich von Homosexuellen mit Dieben"


 27 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
11.10.2015
09:32:47


(+8, 8 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Den Presserat kann man leider i.d.R. wohl eh vergessen: so wie hier ein berechtigtes Anliegen abgewiesen wurde, kenne ich auch Fälle, bei denen ein unflätiger Möchtegernjournalist eines regionalen Blogs wegen beleidigender Diffamierungen abgemahnt werden sollte, was ebenfalls abgelehnt wurde.

Besagter "Journalist" ist sogar dem Presserat angeschlossen, was ihm wohl den Freibrief erteilt, gegen politisch Andersdenkende massiv zu hetzen und sogar ehrenamtliche Flüchtlingshelfer anzugreifen!

Soviel zur Neutralität und Sachlichkeit des Presserats...


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#2
11.10.2015
09:48:11


(+6, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ein klares Zeichen was zeigt, das alle Organisationen von den religiös neoliberal konservativen hetzer durchschwemmt sind.


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#3
11.10.2015
10:03:07


(+5, 7 Votes)

Von Finn


Würden die auch nichts unternehmen, wenn man Schwarze, Juden, Moslems, etc. mit Dieben vergleichen würde?

Das zeigt wieder mal, wie groß die Macht der katholischen Kirche ist und was die sich alles rausnehmen können.

Es muss endlich etwas geschehen in diesem Land sonst wird das noch schlimm enden... Ich hatte mal die Hoffnung, dass sich die Dinge von alleine ändern, wenn die Zeit vergeht, aber es zeigt sich immer wieder, dass wir uns unsere Rechte nehmen müssen...


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#4
11.10.2015
10:06:54


(+7, 9 Votes)

Von Heiner


Okay, dann darf ich ja auch sagen, dass für mich alle Katholen Diebe sind. Ist ja freie Meinungsäußerung.


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#5
11.10.2015
10:14:42
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Lobbyist


Eine wirkliche Lobby haben wir nicht und werden wir nie haben.
Wir werden uns so lange mit Brosamen begnügen bis wir gesetzlich verankert in allen Belangen gleichgestellt sind.


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#6
11.10.2015
10:19:13


(+12, 12 Votes)

Von Sorge


So weit sind wir also schon in Deutschland...

Man darf Homosexuelle wieder als kriminell bezeichnen.

Wie sagt mein 85-jähriger Nachbar immer: "So hat es damals auch angefangen."


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#7
11.10.2015
10:19:39


(+6, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von Petrillo


Im Zweifel ist die deutsche Reaktion päpstlicher als der Papst bzw. der Kölner Kardinal.

Man ist in diesem Land homophober Hetze wehrlos ausgeliefert. Es ist eben das Land des rosa Winkels.

Trägerverein des Deutschen Presserats e.V.
Fritschestr. 27/28
10585 Berlin

Tel: 030- 367007-0
Fax: 030- 367007-20

E-Mail: info(at)presserat(dot)de


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#8
11.10.2015
10:39:08


(+8, 10 Votes)

Von Regierung
Antwort zu Kommentar #7 von goddamn liberal


>>Man ist in diesem Land homophober Hetze wehrlos ausgeliefert. Es ist eben das Land des rosa Winkels.<<

Leider wahr!

Und unsere schwarz-rote Bundesregierung weigert sich nach wie vor, für einen Diskriminierungsschutz zu sorgen.


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#9
11.10.2015
11:02:16


(+12, 12 Votes)

Von Ralf


Der letzte Satz des Artikels kann nur dick unterstrichen werden. Was gerügt würde, wenn es gegen andere gesellschaftliche Gruppen gesagt worden wäre, bleibt uns gegenüber als freie Meinungsäußerung erlaubt - eine Erfahrung, die Schwule und Lesben immer wieder machen müssen.


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#10
11.10.2015
12:09:27


(+11, 13 Votes)

Von Rescherschör


Lässt sich vieleicht redaktionell recherchieren, wie viele der Mitglieder des Presserats gleichzeitig Mitglied einer der christlichen Sekten wie Katholiban oder Evangelen sind?


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