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  • 13.10.2015, 13:33h           22      Teilen:   |

Kaum Angst vor Unterschieden

Shell-Studie: Deutsche Jugend wird toleranter

Artikelbild
Nachwuchsgewerkschafter bei einer Demonstration in Regensburg (Bild: flickr / IG Metall Jugend Regensburg / cc by 2.0)

Schlechte Nachrichten für Homo-Hasser: Immer weniger junge Menschen in Deutschland haben ein Problem mit Schwulen und Lesben.

Am Dienstag ist in Berlin die 17. Shell-Jugendstudie (PDF) vorgestellt worden. Daraus geht hervor, dass Jugendliche "immer weniger Vorbehalte" gegen Minderheiten haben. So erklärten nun lediglich zwölf Prozent der 15- bis 24-Jährigen, dass sie kein schwules oder lesbisches Paar als Wohnungsnachbarn haben wollten. Bei der letzten Jugendstudie vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei 15 Prozent.

Auch gegenüber anderen Gruppen ist die Ablehnung in den letzten Jahren gesunken. So wollen heute etwa noch 20 Prozent nicht neben einer türkischen Familie wohnen – 2010 äußerten noch 27 Prozent diese Einstellung. Auch die Ablehnung einer Aussiedlerfamilie aus Russland ist in den letzten fünf Jahren von 26 auf 17 Prozent gesunken.

Wie bisher zeigen junge Menschen aus den sechs östlichen Bundesländern (inklusive Berlin) mehr Vorbehalte als ihre Altersgenossen im Westen. Beispielsweise lehnen 30 Prozent der Ost-Jugendlichen eine türkische Familie als Nachbarn ab, aber lediglich 18 Prozent der Befragten aus der alten Bundesrepublik. Allerdings gibt es eine Ausnahme: "Keine relevanten Unterschiede ergeben sich in der Einstellung gegenüber einem homosexuellen Paar als Nachbarn", heißt es in der Studie.

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Wachsendes Interesse an Politik

Insgesamt zeichnet sich die junge Generation durch ein wachsendes Interesse an Politik aus – damit kehrt sich ein Trend um, der seit den Neunzigerjahren angehalten hat. Die Hälfte der Befragten gab an, dass ihr Interesse an politischen Themen in den letzten Jahren stark bzw. sehr stark zugenommen habe.

Beim Thema Zuwanderung gibt man sich betont gelassen – und fürchtet sich eher vor Fremdenfeindlichkeit als vor Ausländern. Obwohl in den letzten Jahren mehr Menschen aus Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, finden nur noch 37 Prozent, dass die Zuwanderung verringert werden soll – im Osten sind es allerdings fast die Hälfte. Dennoch bedeutet das eine erheblich Abnahme gegenüber 2006, als fast keine Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind: Damals sprachen sich rund sechs von zehn jungen Menschen für eine Verringerung der Zuwanderung aus.

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest hatte für die Shell-Jugendstudie Anfang des Jahres rund 2.600 Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren befragt. Die Umfrage wurde von Forschern der Universitäten Bielefeld und Dortmund sowie der privaten Hertie School of Governance in Berlin begleitetet. Der Mineralölkonzern lässt bereits seit 1953 Jugendliche nach ihren Einstellungen, Werten und Gewohnheiten befragen. (dk)

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Tags: jugendstudie, shell
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Reaktionen zu "Shell-Studie: Deutsche Jugend wird toleranter"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
13.10.2015
14:32:23


(+10, 10 Votes)

Von Marc


Wobei man dazu sagen muss, dass es in den letzten 10-15 Jahren den genau gegenteiligen Trend gab.

Wenn es jetzt also wieder ein bisschen besser wird, hat das immer noch nicht den Stand von vor 15 Jahren.

Aber dennoch natürlich gute Nachrichten. Hoffentlich bleibt das ein langfristiger Trend und nicht nur ein kurzes Strohfeuer...


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#2
13.10.2015
15:49:10


(+2, 12 Votes)

Von Lebenskuenstler
Aus Berlin
Mitglied seit 10.10.2014


Dass die Homophobie bei deutschen Jugendlichen wieder abnimmt ist sehr erfreulich.
Dabei dürfen wir aber folgendes nicht übersehen:

"In Deutschland sind homophobe Einstellungen unter Jugendlichen immer noch weit verbreitet. Dabei spielt der religiöse Hintergrund eine wichtige Rolle. So lehnen vor allem junge Muslime homosexuelle Lebensformen ab."

Der gesamte Bericht der "Deutschen Welle" ist unter folgendem Link zu finden:

Link zu www.dw.com

Es gilt also noch viel Aufklärung zu leisten und besonders in bestimmten "Communities" gezielt für Toleranz und Akzeptanz zu werben.


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#3
13.10.2015
16:06:13


(-5, 13 Votes)

Von Hennes
Antwort zu Kommentar #2 von Lebenskuenstler


nee, in den letzten 5-6 jahren hat sich echt viel getan. wahrscheinlich auch wegen der vielen unschrillen outings ala westerwelle und hitzlsberger usw. früher gab es doch nur so schrilles extrem-theater um so simple sachen wie beziehungen oder fickereien zwischen männern. echt schrööcklich.


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#4
13.10.2015
16:29:31


(+2, 8 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Schade, daß in den neuen Bundesländern immer noch viele junge Menschen Bedenken haben, eine türkische Familie zum Nachbarn zu haben. Da muß noch viel getan werden!


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#5
13.10.2015
16:48:43
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Nico


Bei jeder Befragung hat man das Problem, dass man nicht die wahre Meinung erfährt, sondern das, was gerade als akzeptable Antwort gilt.

Wer tagtäglich homophobes Mobbing auf den Schulhöfen erlebt, weiß dass die Realität leider anders aussieht.


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#6
13.10.2015
17:18:40


(-5, 11 Votes)

Von Bremen95


Ich kann nur lachen über die Menschen, die einen Rollback sehen. Es gab in den letzten Jahren keinen Rollback und den gibt es auch jetzt nicht.
Ich bin 20, in meinem Umfeld weiß man seit Jahren von meiner Homosexualität und dies stößt auf völlige Akzeptanz, selbst bei Russen oder Italiener. Also hört mit diesem Schwachsinn auf.


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#7
13.10.2015
17:35:45


(+1, 11 Votes)

Von boris2
Antwort zu Kommentar #6 von Bremen95


sei froh, dass du so spät geboren bist.


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#8
13.10.2015
17:49:54


(+12, 12 Votes)

Von UrsaMajor


Können wir bitte mal davon wegkommen, den Begriff "Toleranz" als etwas rein Positives zu betrachten?

***

"Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen."

Johann Wolfgang von Goethe

***

Die Anerkennung nennen wir heute eher Akzeptanz.


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#9
13.10.2015
18:20:01


(-3, 11 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #6 von Bremen95


Früher hatten die Menschen noch mehr Hoffnung, dass sich wirklich alles verändert, hier und auf der Welt. In der Nach-68er-Ära gab es schon eine unglaublich große optimistische Stimmung, ob es nun um Mondfahrt oder sexuelle Revolution ging. Wer sich vor 30 Jahren outete, war in gewisser Weise auch "freier" als heute, weil er die Erfahrung gemacht hat, wirklich alle gesellschaftlichen Normen trotz großer Anfeinung über Bord werfen zu können, egal wie schrill er gegenüber dem Mainstream war. Heute haben sich die Lebensstile der Homo- und Heterosexuellen viel mehr angenähert, die Emanzipationsziele sind kleiner, bürgerlicher geworden. Das ist für viele Ältere desillusionierend und erscheint ihnen als zu angepasst, arglos und daher als falsche Entwicklung. Als Mahnung kann man das gelten lassen. Freiheit muss man pflegen und erhalten.

Trotzdem erscheint mir der Ton oft viel zu verbiestert. Schade. Manche Leute sind halt so: Auch wenn man unterdrückt war , früher war eben alles besser - auch die Zukunft.

Ich persönlich reibe mir immer wieder die Augen, wie viel sich in der Gesellschaft, gerade in den Medien in den etzten zehn Jahren zum Positiven verändert hat, was ich in dieser Geschwindigkeit nicht erwartet habe. Deshalb sind auch die Aufschreie derer, die das gar nicht so gut finden, lauter geworden. Aber das sind Leute, die früher nicht mal das Wort "Sex"
in der Öffentlichkeit in den Mund genommen hätten.


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#10
13.10.2015
19:04:05


(+9, 9 Votes)

Von viel viele
Antwort zu Kommentar #4 von Patroklos


Die 20% mit offen rassistischen Einstellungen im Westen sind auch nicht gerade wenig.


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