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Auch im idyllischen Passau gibt die Kirche den Widerstand gegen ein etwas liberaleres Arbeitsrecht auf (Bild: flickr / Heribert Pohl / by 2.0)

Ab kommendem Jahr wird in allen 27 Bistümern das neue Arbeitsrecht gelten, mit dem unter anderem homosexuelle Arbeitnehmer weniger diskriminiert werden sollen.

Das im im Mai von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossene Arbeitsrecht sieht vor, dass in kirchlichen Betrieben angestellte verpartnerte Schwule und Lesben sowie wiederverheiratete Heterosexuelle nicht mehr zwangsläufig entlassen werden müssen. Es war zunächst im August in 24 Diözesen in Kraft getreten, aber nicht in Passau, Regensburg, Eichstätt und Berlin.

In der Bundeshauptstadt wurde es nur aus rechtlichen Gründen verzögert, weil zu dieser Zeit ein Bischofswechsel stattfand, ist aber inzwischen in Kraft. In den drei bayerischen Diözesen hatten die Bischöfe Stefan Oster, Rudolf Voderholzer und Gregor-Maria Hanke grundlegende Bedenken gegen Homosexuelle und wiederverheiratete Heterosexuelle (queer.de berichtete). Diese Bedenken seien laut BR zwar nicht ausgeräumt, die Bistümer hätten sich aber dem Druck beugen müssen und werden das neue Recht am 1. Januar 2016 in Kraft setzen.

Die katholische Kirche beschäftigt derzeit über 700.000 Angestellte in Deutschland. Die meisten dieser Arbeitsplätze werden teilweise oder vollständig aus Steuergeldern und anderen allgemeinen Abgaben finanziert. Dennoch haben diese Mitarbeiter weniger Rechte – so können sich Schwule und Lesben etwa nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz berufen, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz diskriminiert oder gekündigt werden.

Auch nach dem neuen Recht müssen Schwule und Lesben weiter um ihren Arbeitsplatz bangen. Bei bestimmten Berufsgruppen, etwa Gemeindereferenten oder Lehrern, haben Schwule und Lesben weiterhin einen besonders schweren Stand, da dort "erhöhte Loyalitätserwartungen" herrschen. (dk)



#1 Johannes45Anonym
  • 14.10.2015, 14:18h
  • Es ist zu bgegrüßen, dass ab 1. Januar 2016 nunmehr auch die letzten drei Bistümer in Bayern nachziehen und die kirchliche Arbeitsrechtsreform umsetzen.

    Im Sommer diesen Jahres hatte auch die Caritasleitung diese Reform ausdrücklich begrüßt.

    Damit sind jetzt Krankenpfleger, Ärzte, Friedhofsgärtner, Altenpfleger, Hausmeister, Kirchenmusiker, Raumpfleger, Mathe- und Deutschlehrer an Schulen in rk Trägerschaft oder auch Kindergärtner an Kindergärten in rk Trägerschaft rechtlich auf der sicheren Seite.

    Sie können nicht mehr entlassen werden, wenn Sie sich am Standesamt verpartnern oder Ihre Homosexualität dem rk Arbeitgeber bekannt wird. In den "sonstigen" Berufsfeldern sind die Mitarbeiter der rk Kirche nunmehr vor einer erfolgreichen arbeitsrechtlichen Kündigung geschützt und bekommen bei einer solchen gleichwohl ausgesprochenen Kündigung vor den Arbeitsgerichten Recht und können sich dagegen wehren.

    --------------------------

    "Bei bestimmten Berufsgruppen, etwa Gemeindereferenten oder Lehrern, haben Schwule und Lesben weiterhin einen besonders schweren Stand, da dort "erhöhte Loyalitätserwartungen" herrschen."

    In der Tat NUR in den Berufen, wo erhöhte Loyalitätspflichten bestehen, bleibt es weiterhin schwierig. Aber falsch an diesem Satz der Queer ist, dass es Lehrer insgesamt trifft. NEIN es sind Religionslehrer ("missio canonica"), die hier betroffen sind. Wer als Mathe-, Physik-, Geschichts- oder Deutschlehrer bei einer Schule in rk Trägerschaft arbeitet, ist nicht von einer erhöhten Loyalitätsanforderung betroffen.

    Höhere Loyalitätsanforderung haben:

    1. Religionslehrer/Religionsprofessoren ("missio canonica")
    2. Schriftliche Beauftragung im Arbeitsvertrag durch den Bischof (bestimmte spezielle Berufe in der Bischofsverwaltung)
    3. katechetische und pastorale Berufe (Diakon, Pastoralreferent, Gemeindereferenten/-helfer)
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#2 AnthrazitProfil
#3 Harry1972Profil
  • 14.10.2015, 15:13hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #1 von Johannes45
  • "Sie können nicht mehr entlassen werden,... "

    Falsch. Sie "müssen" nicht mehr entlassen werden.
    Damit sind sie alles andere als auf der rechtlich sicheren Seite.

    Ja, mir ist schon klar, daß man Dir diesen Unterschied hier schon einige Male erklärt hat und Du trotzdem unbeirrt immer wieder denselben Quatsch schreibst und nein, ich bin kein linksideologisch versiffter Spion.
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#4 MarcAnonym
  • 14.10.2015, 15:17h
  • Was bringt ein bisschen weniger Diskriminierung? Gar keine Diskriminierung wäre das einzig richtige.

    Wieso hat die Kirche überhaupt ihr eigenes Arbeitsrecht? Es sollte nur ein Arbeitsrecht geben, was dann für alle Arbeitgeber und -nehmer gleichermaßen gilt.

    Diese ständigen Sonderregeln für Religionen sind undemokratisch...
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#5 Johannes45Anonym
  • 14.10.2015, 15:39h
  • Antwort auf #3 von Harry1972
  • @Harry1972
    "Falsch. Sie "müssen" nicht mehr entlassen werden.
    Damit sind sie alles andere als auf der rechtlich sicheren Seite."

    Schlichtweg falsch, aber da Du auch keine Rechtskenntnisse besitzt, bist Du halt dort schlecht informiert.

    Sie können nicht mehr entlassen werden, weil vor den Arbeitsgerichten bei Einhaltung der kurzen arbeitsgerichtlichen Fristen erfolgreich nunmehr das neue kirchliche Arbeitsrecht hier einer Kündigung von rk Mitarbeitern in den "sonstigen" Berufen entgegensteht; anders schaut es in den Berufen mit "höherer Loyalitätsanforderung" aus.

    Aber Du bist hier ein beratungsresistenter Fall, der hier in Wahrheit seine linksideologische Gesinnung auch hier offenbart, da Du überhaupt nicht willst, dass sich die rk Kirche ein "kleines" Stück "verbessert" hat; und so stellst Du die Rechtslage falsch da, aber das ist typische linksideologische Taktik von Typen wie Dir.
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#6 ursus
#7 Harry1972Profil
  • 14.10.2015, 15:57hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #5 von Johannes45
  • "Das im im Mai von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossene Arbeitsrecht sieht vor, dass in kirchlichen Betrieben angestellte verpartnerte Schwule und Lesben sowie wiederverheiratete Heterosexuelle nicht mehr zwangsläufig entlassen werden müssen."

    Was an dem Satzteil "... nicht mehr zwangsläufig entlassen werden müssen." hast Du nicht begriffen?
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#8 ursus
  • 14.10.2015, 15:57h
  • der lsvd sagt dazu:

    >"Zur zweiten Gruppe [ohne besondere Loyalitätspflichten] gehören alle weiteren katholischen Beschäftigten. Bei ihnen stellt die Eingehung einer Lebenspartnerschaft nur dann einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß dar, wenn diese Handlung nach den konkreten Umständen objektiv geeignet ist, ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis zu erregen und die Glaubwürdigkeit der Kirche zu beeinträchtigen (Art. 5 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. d i.V.m. Bucht. c).

    Wenn die Beschäftigten ihre Lebenspartnerschaft geheim halten, ist sie nach den konkreten Umständen des Falles objektiv nicht geeignet, [...] ein erhebliches Ärgernis zu erregen. [...]

    Wenn Beschäftigte ihre Partnerschaft geheim halten, können sie außerdem darauf verweisen, dass eine Partnerschaft, von der niemand etwas weiß, nach den konkreten Umständen des Falles objektiv nicht geeignet ist, die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche zu beeinträchtigen.
    [...]

    Wenn die Beschäftigten ihre Lebenspartnerschaft nicht geheim gehalten haben, die Verpartnerung aber schon länger bekannt war, und weder bei den Kolleginnen und Kolleginnen noch im beruflichen Umfeld (z.B. Eltern der betreuten Kinder) und in der Pfarrei zu negativen Reaktionen geführt hat, ist sie nach den konkreten Umständen ebenfalls nicht geeignet, ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis zu erregen und die Glaubwürdigkeit der Kirche zu beeinträchtigen, so dass eine Kündigung ebenfalls nicht in Betracht kommt."

    und jetzt kommt der spannende teil:

    >"In allen anderen Fällen hängt die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung von der Abwägung der Einzelfallumstände ab, siehe Art. 5 Abs. 3. [...]
    Man muss abwarten, wie die katholische Kirche in Zukunft reagiert, wenn ihre lesbischen oder schwulen Beschäftigten nicht mehr wie bisher heimlich, sondern offen heiraten. Werden Sie ihre Frau und ihren Mann zum Pfarrfest mitbringen können?"

    www.lsvd.de/recht/ratgeber/kirchen/katholische-kirche-neue-g
    rundordnung.html#c10714


    --

    das heißt: wer seine partnerschaft versteckt und verschweigt, ist auf der sicheren seite. wer das glück hat, dass seine partnerschaft schon bekannt und akzeptiert ist, muss sich auch nicht unbedingt sorgen.

    wer aber eine neue partnerschaft begründet oder sie erst neuerdings bekanntgibt und wer das pech hat, dass seine vorgesetzen und kolleg_innen seine partnerschaft ablehnen, der muss befürchten, dass diese als "erhebliches ärgernis" eingestuft wird und zur kündigung führt.

    rechtssicherheit ist das nicht. es ist eine offene pforte zur willkür.
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#9 ursus
#10 LorenProfil