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  • 15.10.2015, 11:31h           114      Teilen:   |

"Demo für alle" quasi als Stand

Homo-Hass auf der Frankfurter Buchmesse

Artikelbild
Kelle, von Beverfoerde und Pirinçci (v.l.n.r.) dürfen an diesem Donnerstag und Samstag allerlei Unsinn und allerlei Hass von sich geben

Birgit Kelle, Hedwig von Beverfoerde und Akif Pirinçci treten am Stand der "Jungen Freiheit" auf. Ihr Thema ist der "Widerstand" gegen den "Gender-Irrsinn".

Von Norbert Blech

Die Frankfurter Buchmesse befasst sich in diesem Jahr auch mit den aktuellen homophoben und anti-emanzipatorischen Bewegungen, allerdings aus der falschen Perspektive. Ein Vortrag steht gar unter dem Titel "Gender Mainstreaming – den Widerstand organisieren".

Halten wird ihn Hedwig von Beverfoerde, die Organisatorin der "Demos für alle", am Samstag am Stand der rechten "Jungen Freiheit". Der letzte Protest der Bewegung hatte erst am Sonntag in Stuttgart stattgefunden, auf ihm ging es gegen den Bildungsplan im Ländle ebenso wie gegen die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare (queer.de berichtete). Quasi als Gegenentwurf wurde zudem ein junger Schwuler präsentiert, der seine Homosexualität nicht auslebt – er gehört zur "Bruderschaft des Weges" aus dem Umfeld der Homo-"Heiler"-Organisation "Wüstenstrom".

Von Beverfoerde hatte bereits vor einigen Wochen beim Kongress "Freude am Glauben" des Forums Deutscher Katholiken über den Widerstand gegen LGBT-Rechte referiert (queer.de berichtete, der Termin machte vor allem durch ein Todesstrafenzitat des Bischofs Vitus Huonder Schlagzeilen). Man habe vom "weltweit finanzstarken Unterstützernetzwerk" der "Homo- und Genderbewegung" gelernt, meinte sie damals, kämpfe etwa um eine mediale Deutungshoheit und platziere Partner in der Politik. Beim Bildungsplan habe man eine "Kampagnenfähigkeit" gespürt, man müsse aber alles bekämpfen, was irgendwie mit "Gender Mainstreaming" zu tun habe, "weil alles zusammengehört. Wir müssen das ganze Paket bekämpfen." So meinte sie damals: "Man kann die Ehe für alle noch verhindern."

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Stargast Gaga-Kelle

Die "Junge Freiheit" nutzt den Kampf gegen alles, was für rechte Kreise zum Thema "Gender" gehört, zur Akquise neuer Leser
Die "Junge Freiheit" nutzt den Kampf gegen alles, was für rechte Kreise zum Thema "Gender" gehört, zur Akquise neuer Leser

Bei dem Kampf gegen "Gender Mainstreaming", der sich gegen LGBT-Rechte ebenso richtet wie gegen Schulaufklärung über Homosexualität oder eine Gleichstellung von Mann und Frau, ist die rechte Zeitung "Junge Freiheit" weit vorne dabei – sie verbindet ihn gar mit einer Abo-Kampagne, hat dazu eine "Aufklärungsbroschüre" drucken lassen, die sicher auch bei der Buchmesse ausliegen wird. "Asyl-Krise sowie der Gender-Irrsinn" seien die Schwerpunkte des Standes in diesem Jahr, schreibt die Zeitung auf ihrer Homepage. Zum Thema Asyl wird etwa der umstrittene Publizist Udo Ulfkotte aufgefahren.

Bevor sie am Samstag wieder bei der CDU zu Gast ist, tritt am JF-Stand der Buchmesse bereits am heutigen Donnerstag um 17 Uhr die ebenfalls rechtspopulistische Autorin Birgit Kelle auf. Sie stellt sich einem "Streitgespräch" mit Felix Krautkrämer, dem Chef des Innen-Ressorts der Zeitung, unter dem Titel: "Gender Mainstreaming – der große Irrsinn".

Die homophobe Autorin, die sich von der Zeitung bereits mit einem "Journalistenpreis" auszeichnen ließ, zieht derzeit mir ihrem aktuellen Buch "Gender Gaga" durch die Lande und durch die Talkshows – immer mit einem homophoben Sprüchlein auf der Zunge, etwa dass "Hetero" an Schulen zum Schimpfwort werde (queer.de berichtete). Zur Veröffentlichung des Buches hatte es bereits im März ein Gespräch zwischen Krautkrämer und Kelle gegeben, das auch auf Youtube veröffentlicht wurde – dort sollen in den nächsten Tagen Mitschnitte der Buchmessen-Termine erscheinen.

Präsentation der neuesten Hetze

Pirinçcis neuestes Hetzwerk, nun geadelt durch eine Vorstellung auf der Buchmesse
Pirinçcis neuestes Hetzwerk, nun geadelt durch eine Vorstellung auf der Buchmesse

Noch einen Ton rauer und wirrer als Kelle ist der deutsch-türkische Schriftsteller Akif Pirinçci, der am Samstag am JF-Stand sein neues Buch "Die große Verschwulung" vorstellen wird. Der ehemalige Kriminalbuchautor hatte im letzten Jahr in seinem Buch "Deutschland von Sinnen" vor einer "Überhöhung der abnormalen Sexualität" gewarnt und schwule Männer gebeten, die Öffentlichkeit nicht zu "belästigen".

"Gender Mainstreaming ist ein von geisteskranken und faulen Lesben, die komplett vom Staat alimentiert werden, erfundener Scheißdreck", sagte er in einem Interview. Für Facebook-Flüche gegen den Wissenschaftler Heinz-Jürgen Voß, den er u.a. einen "geisteskranken, durchgeknallten Schwulen mit Dachschaden" genannt hatte, war er mit einer Geldstrafe belegt worden (queer.de berichtete).

Angriffe auf die Wissenschaft finden sich auch in der Ankündigung zum neuen Buch, das in der nächsten Woche erscheint: "Bienchen und Blümchen weichen den Aufklärungsmethoden aus den Laboren Dr. Frankensteins", heißt es darin. Und: "Der nächste Bundespräsident wird ein Travestiestar sein, der im Falsett auf Schlagerparaden die Nationalhymne singt." Pirinçci kämpfe gegen "die Verweichlichung der Männer, das Elend der Gleichmacherei und die Ideologen der grausamen Gender-Propaganda".

Mehr zum Thema:
» Lesbisch-Schwule Lesenacht zur Frankfurter Buchmesse (13.10.2015)
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Tags: buchmesse, frankfurt, birgit kelle, hedwig von beverfoerde, akif pirinçci, demo für alle, gender
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Reaktionen zu "Homo-Hass auf der Frankfurter Buchmesse"


 114 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.10.2015
12:10:07
Via Handy


(+12, 16 Votes)

Von Nick


Jämmerliche Würstchen, die sich einmischen wie andere zu leben und zu lieben haben.
Eigentlich könnte ich über die nur lachen, weil die soviel Energie dafür verbrauchen.
Wie wenig Selbstbewusstsein muss man haben, dass man sich durch Schwule, Lesben, Transgender und auch durch nicht geschlechtskonforme Heterosexuelle bedroht fühlt?


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#2
15.10.2015
12:16:17


(+6, 10 Votes)

Von Cygnus2015
Aus Nähe Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 22.07.2015


Hilfe, die Beverfoerde schon wieder. Unter den dreien ist ja sie diejenige, die am meisten bewiesen hat, dass es ihr nicht nur um eine vermeintliche überhöhte mediale Präsenz von LGBT-Gruppen oder um den besonderen Stellenwert ihrer (Hetero-)Ehe geht, sondern sie auch ganz klar gegen ausgelebte Homosexualität ist. Bei "Zur Sache Baden-Württemberg" sagte sie ja, der homosexuelle Mensch sei zu respektieren, nicht jedoch das Sexualverhalten. Von dieser angeblichen Achtung kann ich mir allerdings nichts kaufen, weil ihre ewiggestrige Haltung, Homosexualität dürfe nicht ausgelebt werden, schlimm genug ist. Und wie sie am Sonntag den Marcel für seine Enthaltsamkeit als Vorzeige-Schwulen präsentierte, zeigt ebenfalls, welche intolerante Haltung sie gegenüber gelebter Homosexualität sie hat.

Am liebsten wäre mir, diese Frau würde außer in ihren eigenen Reihen, wo man sowieso ihre Meinung teilt, nirgendwo mehr eine Bühne bekommen. In keiner Talkshow mehr, in keiner Nachrichten-Sendung.... nirgendwo, wo sie damit Leute fangen kann, die noch nicht zu ihren Reihen gehören.

Andererseits würde ihr Ausschluss aus öffentlichen Talkshows das Gegenteil von dem bewirken, was in unserem Sinne wäre: Sie wäre dann in der Opferrolle, in der Rolle des Opfers, das man wegen seiner Meinung diskriminiert (in der Rolle sehen sich ja gerne Leute wie sie), was sie nur noch stärker machen und ihr Fans bescheren würde. Umso wichtiger ist, ihr zwar weiterhin einen Platz in Talkshows zu geben, ihr aber souveräne Diskussionspartner mit konträrer Meinung gegenüberzustellen. Dann merken auch die Zuschauer, dass ihr die Argumente ausgehen. Ich hatte sowohl bei "Zur Sache Baden-Württemberg" als auch bei "Anne Will" den Eindruck, dass sie irgendwann auflief, weil sie einfach zu wenig schlagkräftige Argumente hatte und sich irgendwann verrannte. Dürften auch die Zuschauer gemerkt haben.


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#3
15.10.2015
12:16:39


(-3, 15 Votes)

Von Heiner7


Amazon schreibt zu dem Buch:

"Deutsche! Irre Wissenschaftler wollen Euch Eure Geschlechter wegnehmen! Fragen Sie sich auch, ob Sie Mann oder Frau sind? Sie wissen nicht, ob Sie Ullrich oder Ulrike heißen wollen? Ob der neue Lippenstift zu Ihrem Bart paßt? Sie sind ständig verwirrt, aber Gender Mainstreaming kann Ihnen nicht helfen? Oder schämen Sie sich, noch normal zu sein? Das Chaos wächst, im Dickicht der Geschlechter gibt es kein Halten mehr. Gewißheiten werden abgeräumt, und auch die letzte Unterhose wird zum Kampfgebiet erklärt. Bienchen und Blümchen weichen den Aufklärungsmethoden aus den Laboren Dr. Frankensteins. Zwischen Drehbank und Wickeltisch stehen verängstigte Männer und trauern um vergangene Zeiten, während Frauen in Hosenanzügen in der Burn-Out-Hölle schmoren. Der nächste Bundespräsident wird ein Travestiestar sein, der im Falsett auf Schlagerparaden die Nationalhymne singt. Akif Pirinçci zieht wieder ins Feld! Er kämpft gegen die Verweichlichung der Männer, das Elend der Gleichmacherei und die Ideologen der grausamen Gender-Propaganda. Der Feind lauert überall: im Parlament und an der Universität, in Schulen, KiTa's und im eigenen Bett. Pirinçcis neues Buch ist hart, aber gerecht. Nirgendwo sonst wird sie dem Leser so deutlich vor Augen geführt: Die große Verschwulung."


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#4
15.10.2015
12:17:15


(+14, 18 Votes)

Von CarstenFfm
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Immerhin beruhigend, dass kein seriöser Verlag denen einen Plattform bietet, sondern die rechtspopulistsiche "Junge Freiheit".


Da stehen sie gleich in der Schmuddelecke beim AfD und Pegida Pack, wo sie auch ihre Leser finden.


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#5
15.10.2015
12:31:46


(+13, 15 Votes)

Von CarstenFfm
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Antwort zu Kommentar #3 von Heiner7


Naja, Amazon schriebt - wie sonst auch - selbst gar nichts, sondern setzt den Verlagstext rein, der entsprechen bekoppt ist.

Die haben auch noch gute Rezessionen - was ja auch kein Wunder ist, denn die kommen ja von dem Pack, die diesen Sch*** lesen.

So jetzt hab ich den Mist auf Amazon angeklickt und krieg das wahrscheinlich wochenlang als Vorschläge


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#6
15.10.2015
12:33:31


(+17, 19 Votes)

Von SOWAS


kommt von sowas!

Im Nachfolgestaat des Faschismus, der bis heute die Entrechtung von Schwulen und Lesben fortsetzt und zementiert, die Opfer des §175 bis zum heutigen Tage nicht rehabilitiert und entschädigt hat, schwule und lesbische ProtagonistInnen nahezu vollständig aus den Massenmedien mit so genanntem "gesetzlichem Bildungsauftrag" ausgrenzt und keinerlei wirksamen Antidiskriminierungsschutz (siehe Sonderrechte auf Diskriminierung, von den Blockaden auf EU-Ebene ganz zu schweigen) sowie keinerlei Gesetze gegen homophobe Hassverbrechen und Hassrede implementiert hat.

Kein Wunder, dass da Homo-Hasser und Rassisten auf sämtlichen verfügbaren Plattformen munter und unbehelligt hetzen und ihren asozialen, psycho-soziopathischen Gender-Wahnsinn der Unterdrückung und Verachtung von menschlicher und sexueller Vielfalt und wissenschaftlicher Aufklärung verbreiten können, gern auch in Kombination mit Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus.

Wenn es gegen irgendetwas ein Widerstandsrecht und eine -notwendigkeit gibt, dann gegen diesen "Irrsinn" und diese Menschenverachtung, die immer wieder ganz konkrete, auch rohe Gewalt gegen Schwule und Lesben produzieren!


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#7
15.10.2015
12:35:20


(+13, 17 Votes)

Von miepmiep
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Ein Wort: Scheißpack.


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#8
15.10.2015
12:46:29


(+13, 13 Votes)

Von verheerend


ein verheerendes signal, wenn solche hass und gewalt verbreitenden asozialen auch noch hofiert werden und ihre homophobe und rassistische hetze völlig unbehelligt verbreiten können.

die lgbt-community muss endlich gemeinsam mit anderen aufrechten demokraten dafür sorgen, dass solche auftritte nirgendwo mehr ungestört stattfinden und nirgendwo ohne folgen für die aggressor*innen bleiben!


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#9
15.10.2015
13:07:56


(-2, 14 Votes)

Von Lars


Es ist in Ornung über jede homophobe Veröffntlichung in Kenntis gesetzt zu werden, aber wie sieht es auf der anderen Seite aus? Welche Themen und Schwerpunkte werden gerade besonders diskutiert? Ich würde mich freuen, auch über die sicher sehr viel zahlreicheren und sicher interessanten und vielfältigen Veröffentlichungen zum Thema LGBT-Emanzipation zu informieren. Am besten auch zeitgleich.


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#10
15.10.2015
13:26:28
Via Handy


(+14, 16 Votes)

Von Ehla


Ich werde mich bei der Frankfurter Buchmesse hinstellen und ein Stand eröffnen mit dem Thema "Widerstand gegen die >>Gleichmacherei<< von Schwarzen und Weißen"! Da würde sicher die heuchlerische Frankfurter Buchmesse sofort einschreiten! Aber wenn man Homosexuelle diskriminiert ist es anschrinend O.K.?!


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