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  • 15.10.2015, 13:16h           13      Teilen:   |

Folge von Putins Politik

Russland: Homophobes Trauerspiel um Adoption eines Waisenkindes

Artikelbild
Mit Medienberichten und einer Online-Petition wollen Ali und Julia für die Adoption von Elja kämpfen. Der Name ist eine Kurzform von Eleonora. (Bild: privat)

Ein heterosexuelles Paar aus Deutschland darf kein behindertes Mädchen adoptieren, weil das Paar sterben und Homosexuelle das Kind übernehmen könnten.

Die homophobe Politik Russlands hat auch Konsequenzen für Heterosexuelle und speziell für Kinder. Wie die Tageszeitung "Wedomosti" berichtet, hat im September ein Bezirksgericht der Region Primorje einem heterosexuellen Paar aus Deutschland die Adoption eines Kindes verweigert.

Das Ehepaar war vor 13 Jahren von Kasachstan nach Deutschland gezogen und wollte das vierjährige, behinderte Mädchen Elja aus einem Waisenhaus adoptieren, auf das sie in einer Adoptionsdatenbank aufmerksam wurden. Obwohl ein Kinderarzt, das Management des Waisenhauses und sogar die Staatsanwaltschaft die Adoption von Elja befürworteten, lehnte sie das Gericht ab. Sollte sich das Paar trennen oder sterben, könne das Kind an homosexuelle Eltern gegeben werden, begründete es die Entscheidung.

Obwohl es in Russland zahlreiche Waisenkinder gibt, die keine Eltern finden, hatte das Land im April 2014 ein Gesetz verabschiedet, das eine Adoption durch homosexuelle Paare aus dem Ausland verbietet (queer.de berichtete). Auch Einzelpersonen wurde eine Adoption verboten, sollten sie aus einem Land kommen, das die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat oder in denen es eingetragene Partnerschaften gibt.

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Nicht der einzige Fall

Die Justiz hatte diese absurd-homophobe Politik ausgeweitet. Wie "Wedomosti" berichtet, war im letzten Jahr bereits einem heterosexuellen russisch-schweizerischen Paar die Adoption eines behinderten Jungens von einem Gericht verboten worden. Der oberste Gerichtshof Russlands hatte die Adoption allerdings später erlaubt.

Das Paar aus Deutschland, das bereits drei eigene Kinder zweisprachig aufzieht und von deutschen Behörden Zusicherungen für das russische Gericht erhalten hatte, hofft nun ebenfalls auf das Höchstgericht. In einer Online-Petition hat es zudem rund 108.000 Unterschriften von Unterstützern gesammelt und sich mit dem Fall an die Medien gewandt.

Die Versorgung und Integration behinderter Kinder in Deutschland sei auf einem hohen Niveau, schreibt das Paar, das sich bereits seit Jahren ehrenamtlich um Waisenkinder kümmert, im Petitionstext. Man biete eine Familienatmosphäre, die von Liebe und Akzeptanz geprägt sei – und wolle notfalls notariell versichern, dass das Mädchen an ein russischsprachiges, heterosexuelles Paar gegeben werde, sollte man aufgrund von Todesfällen oder ähnlichen Unglücken nicht mehr in der Lage sein, es aufzuziehen. (nb)

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Tags: russland, adoption, homophobie
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Reaktionen zu "Russland: Homophobes Trauerspiel um Adoption eines Waisenkindes"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
15.10.2015
14:00:15


(+12, 12 Votes)

Von ursus


eigentlich brauchen wir ja keine weiteren belege, dass es den homohasser_innen niemals wirklich um das kindeswohl geht, aber das hier ist wieder einer.

>"Man biete eine Familienatmosphäre, die von Liebe und Akzeptanz geprägt sei und wolle notfalls notariell versichern, dass das Mädchen an ein russischsprachiges, heterosexuelles Paar gegeben werde"

ich will die guten absichten des paares nicht in frage stellen. es ist aber traurig, dass es so bereitwillig auf die erpressung russlands eingeht, ihre "liebe und akzeptanz" gegenüber schwulen und lesben gegen ihre liebe zu diesem kind ausspielen zu lassen.


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#2
15.10.2015
14:55:25


(+12, 12 Votes)

Von Alex


Der Homohass dieser Fanatiker geht so weit, dass nicht mal mehr Heteros Kinder adoptieren dürfen.

Dieses behinderte Mädchen hätte eine Chance verdient, aber die Russen verwehren diesem hilflosen Geschöpf seine Chance...


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#3
15.10.2015
15:47:36


(+6, 6 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012
Antwort zu Kommentar #1 von ursus


Das Russland mit dieser Adoptionspolitik zu weit geht steht außer Frage.

Aber ich kann verstehen das das Paar so reagiert und lieber das Kind retten will als auf uns Schwule und Lesben zu achten.
Das Kind geht auf alle Fälle vor.

Wir sind nicht der Nabel der Welt. Unsere Rechte ja, aber nicht um jeden Preis.

Wenn dem Kind geholfen werden kann indem die beiden das eben notariell Versichern, dann kann ich das voll und ganz akzeptieren.

Schönen Tag noch


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#4
15.10.2015
15:53:52


(+11, 11 Votes)

Von AEMR1948


Das kommt halt dabei heraus, wenn ein Land und seine Justiz sich nicht an den Menschenrechten ausrichten. Bzw. sich nicht eine Verfassung auf Grundlage der Menschenrechte gibt und Demokratie, sowie Gewaltenteilung umsetzt. Deutschland war ja einst von 1933 - 1945 führend darin, sich von diesen Grundsätzen zu entfernen. Momentan entfernen sich erneut immer mehr Länder auf der Welt von diesen Grundsätzen, wie man bei Amnesty International gut nachlesen kann. Daher wird es auch immer wichtiger bei uns für diese Grundsätze einzutreten und auf deren Bedeutung und Umsetzung, sowie Einhaltung aufmerksam zu machen und zu beharren!


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#5
15.10.2015
16:14:32


(-1, 3 Votes)
 
#6
15.10.2015
16:15:33


(+10, 10 Votes)

Von PFriedrich
Aus Trier (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 19.02.2015


Das arme Kind muß jetzt ohne liebvolle Eltern im Waisenhaus aufwachsen, eine Ungeheuerlichkeit. So sieht also der Background der "Besorgten" "Kinderschützer" aus...


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#7
15.10.2015
17:07:29


(0, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man über Rußland nur noch lachen!


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#8
15.10.2015
17:08:28


(+6, 6 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #3 von Stretchingmaster


wenn sich das paar, vor die wahl gestellt, so eine notarielle notiz zu unterschreiben oder das kind nicht adoptieren zu können, für die notiz entscheidet, dann kann ich das verstehen. sie wollen sich vermutlich nicht vorwerfen, irgendetwas unversucht gelassen zu haben.

die frage ist, ob diese vorauseilende unterwerfungsgeste effektiv und notwendig war. ich möchte bezweifeln, dass sie damit erfolg haben.


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#9
15.10.2015
17:28:30
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Ehla


Arme Waisenkinder!

Wenn Russland alle Länder ausschließt, wo es gleichgeschlechtliche Ehen oder LP gibt. Dann sind die guten Länder mal weg.

Ps: Ob die Eltern auch ein "Vertrag" unterschrieben hätten, wo sie sich verpflichtet hätten, dass das Kind in gar keinen Fall zu schwarze Eltern zu geben?!


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#10
15.10.2015
21:25:22


(0, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von ursus


""die frage ist, ob diese vorauseilende unterwerfungsgeste effektiv und notwendig war. ich möchte bezweifeln, dass sie damit erfolg haben.""..

in dem Zusammenhang möchte ich mal auf de Artikel verweisen..

""Das Ehepaar war vor 13 Jahren von Kasachstan nach Deutschland gezogen""..

Die von dort nach Deutschland emigrierten Menschen sind zu großen Teilen entweder "christlich" oder jüdisch..

Die können wahrscheinlich gar nicht anders, als diesen vorauseilenden Bückling anzubieten..
Und genau dieser vorauseilende Bückling ist der Türöffner für das zu entscheidende Gericht..

"Denkt" man nämlich diese "Begründung" der russischen Behörden einmal konsequent zu Ende, kann man keinem heterosexuellem Paar mehr "anraten" Nachwuchs zu erzeugen, wenn die "Gefahr" besteht, in einem Land zu leben,und sei es auch nur zeitweise, welches die Gleichstellung durch Ehe-Öffnung durchgeführt hat..
Wie der Artikel zeigt, ist ja nicht einmal mehr die Schweiz wirklich "sicheres Terrain" für die intitutionalisierten Homophobiker der russischen Administrative..


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