Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?24835

Der Stylist und Hobby-Fotograf Armin Morbach stellt unter dem Titel "Position before Pose" noch bis zum 7. November seine Model-Porträts in der Galerie des Berliner Departmentstores Quartier 206 aus

Der Juror bei "Germany's Next Topmodel" fordert die Öffnung der Ehe und ein Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare.

"Auf den ersten Blick sieht es für viele Menschen so aus, als hätten Homosexuelle dieselben Rechte wie alle anderen", sagte Promi-Stylist Armin Morbach in einem Interview mit dem Magazin "Focus". "Jedoch muss ich sagen, dass ich aufgrund meiner Homosexualität schon häufig diskriminiert wurde – ich wurde angespuckt, beschimpft und verprügelt." Der schwule Visagist weiter: "Wir haben eine Kanzlerin, die die Grenzen für Flüchtlinge öffnet, aber wie wäre es, wenn sie auch einmal die Grenzen für Andersdenkende öffnen würde?"

Vor allem störe ihn. dass lesbische und schwule Paare keine Kinder adoptieren dürfen. "Ein alkoholabhängiger Hartz-IV-Empfänger darf ein Kind haben, aber ich nicht. Andere vergessen die Pille oder zeugen Kinder in einer Suffnacht und sind dann aber berechtigt ein Kind zu bekommen, ich jedoch nicht. Kinder werden nicht schwul, nur weil sie zwei Väter oder zwei Mütter haben, und wer sagt, dass ich kein guter Vater sein kann?"

Auch den Vatikan kritisierte Morbach in dem "Focus"-Interview: "Wenn es um die katholische Kirche geht, frage ich mich, ob denn nicht auch ein Jesus, der im Jahre 2015 lebt, anders denken würde als noch vor 2000 Jahren? Wir hecheln irgendwelchen uralten Gesetzen hinterher. Das ist doch Schwachsinn." (cw)



#1 FinnAnonym
  • 16.10.2015, 10:30h
  • Toll, dass er so klar Stellung bezieht und seine Kritik so offen formuliert.

    Daran könnten/ sollten sich manch andere Promis ein Beispiel nehmen!

    Die meisten Promis sagen gar nichts oder wenn, dann kommen immer gleich im selben Satz die Relativierungen, dass man auch Verständnis für andere Positionen habe und ähnliches pseudo-liberales Gesülze. Oder es wird alles nur angedeutet, umschrieben, aber nichts so offen gefordert und vor allem auch nicht so offen kritisiert.

    Insofern:
    Vielen Dank Armin Morbach. Für Ihr Rückgrat, ihren Anstand und dafür, dass Sie sich noch im Spiegel ansehen wollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RobinAnonym
  • 16.10.2015, 10:44h
  • "Auf den ersten Blick sieht es für viele Menschen so aus, als hätten Homosexuelle dieselben Rechte wie alle anderen"

    Da spricht Armin Morbach etwas wichtiges an: viele Menschen denken tatsächlich dass wir längst gleichgestellt sind. Das liegt zum einen daran, dass die Medien die Eingetragene Lebenspartnerschaft immer gerne als "Homo-Ehe" bezeichnen. Und zum anderen an den diversen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts, die aber immer noch keine volle Gleichstellung bringen und teilweise nicht mal richtig umgesetzt werden.

    Die meisten Bürger haben nicht den Hauch einer Ahnung, wo Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle und Regenbogenfamilien rechtlich diskriminiert werden. Und ohne einen Abbau rechtlicher Diskriminierung wird auch die gesellschaftliche Diskriminierung nicht zurückgehen. Man sieht ja am Beispiel USA, wie sich in kürzester Zeit auch eine Gesellschaft ändern kann, wenn die rechtliche Gleichstellung kommt.

    Wir müssen die Wahrheit und die Fakten noch viel mehr in die Öffentlichkeit tragen. Danke an queer.de dass Ihr einen Beitrag dazu leistet. Denn viele "klassische" Medien fallen auf die Vernebelungstaktiken der Politik rein oder bekräftigen diese sogar absichtlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 HeinerAnonym
  • 16.10.2015, 10:54h
  • Zunächst mal muss ich vorausschicken, dass ich "Germany's Next Topmodel" nicht gucke und zum ersten mal von Herrn Morbach höre.

    Aber ich muss gestehen, bei "Promi-Stylist", "Modelshow-Juror", etc. kommen mir erst mal Klischees in den Kopf. Und zu diesen Klischees gehört nicht unbedingt ein politisches Interesse und erst recht nicht Engagement in diesem Bereich.

    Aber wie dumm solche Klischees sind, wurde mir wieder mal bewiesen:

    Da muss erst ein Modelshow-Juror und Promi-Stylist kommen, um das deutlich auszusprechen, was viele andere Promis in ihrer Lethargie nicht sagen oder auch sich nicht zu sagen trauen, weil sie sich in vorauseilendem Gehorsam einer Selbstzensur unterwerfen.

    Und er nennt die Dinge so deutlich beim Namen, wie man es nicht nur von anderen Promis sondern auch vom politischen Gegner selten in dieser Klarheit hört.

    Entschuldigung Armin Morbach, dass ich so idiotisch war, nur anhand von Berufen oder Etiketten auf eine Person zu schließen.

    Und Danke Armin Morbach, dass Sie mich eines besseren belehrt haben, so dass ich hoffentlich in Zukunft nicht mehr vorgefertigte Meinungen habe, wenn ich "Promi-Stylist" o.ä. höre.

    Und vor allem auch Danke Armin Morbach, für Ihre klaren und deutlichen Worte! In einer Zeit, wo kaum noch jemand klar Position bezieht und das herumlavierende Wischi-Waschi ohne sich auf etwas festzulegen, Konjunktur hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TheDadProfil
#5 Just meAnonym
  • 16.10.2015, 11:08h
  • "Kinder werden nicht schwul, nur weil sie zwei Väter oder zwei Mütter haben"

    Wieso kommt immer wieder dieses von internalisierter Homophobie gekennzeichnete Argument? Wieso wird immer hervorgehoben, dass die Kinder nicht schwul (oder lesbisch) werden, anstatt zu fragen, was daran eigentlich so schlimm wäre?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Matthäus46Anonym
#7 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 16.10.2015, 12:05h
  • Kurz gefasst: Dumme Schwuchtel mit zuviel Freizeit und Geld kann nicht schwanger werden und schiebt Flüchtlingen und Armen die Schuld dafür in die Schuhe:
    "Wir haben eine Kanzlerin, die die Grenzen für Flüchtlinge öffnet, aber wie wäre es, wenn sie auch einmal die Grenzen für Andersdenkende öffnen würde?"
    Ein alkoholabhängiger Hartz-IV-Empfänger darf ein Kind haben, aber ich nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 reiserobbyEhemaliges Profil
#9 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 16.10.2015, 12:35h
  • Bei Typen, die so dämliche Interviews geben, muss man sich echt zusammen reißen, um sie nicht sexistisch zu beschimpfen... Echt anstrengend. Dass mit der "Schwuchtel"-Beschimpfung tut mir also leid, ist mir so rausgerutscht, ekelig finde ich die Haltung des Mode-Starlets aber trotzdem, weil er Menschengruppen gegeneinander auszuspielen versucht.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Patroklos