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  • 16.10.2015, 12:58h           29      Teilen:   |

Keine wissenschaftlichen Belege für Erfolg

USA warnen vor Homo-"Heilern"

Artikelbild
Auch in Deutschland sind Homo-"Heiler" wie "Wüstenstrom" aktiv. Ein von der Organisation "beratener" Schwuler trat am letzten Sonntag bei der "Demo für alle" in Stuttgart auf. (Bild: demo fuer alle / flickr / cc by 2.0)

Die sogenannte "Konversionstherapie" ist schädlich und gehöre verboten, meint die Gesundheitsbehörde. In Deutschland bleibt sie erlaubt.

Von Norbert Blech

Das Ministerium für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten hat am Donnerstag einen neuen, umfassenden Bericht (PDF) vorgestellt, der sogenannte "Konversionstherapien" unter die Lupe nimmt. Entsprechende Behandlungen, die auf eine "Änderung" der sexuellen Orientierung abzielen, werden im Volksmund oft Homo-"Heilung" genannt, weil sie zumeist von religiösen Organisationen angeboten werden.

Das Ziel müsse sein, solche Therapieangebote zu beenden und stattdessen LGBT-Jugendliche zu unterstützen und zu bestätigen, heißt es bereits in der Überschrift des 76-seitigen Berichts. Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass eine Konversionstherapie – "Versuche, die sexuelle Orientierung, die Gender-Identität oder den Ausdruck des Geschlechts eines Individuums zu ändern" – nicht von "plausiblen Belegen" unterstützt werde.

Vielmehr riskierten entsprechende Therapien, die Jugendlichen ernsthaft in ihrer Gesundheit zu gefährden. Unter anderem die American Psychiatric Association, die American Psychological Association und die National Association of Social Workers lehnen daher solche Behandlungen ab.

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Positive Begleitung statt Intervention

Der Bericht der Gesundheitsbehörde enthält zahlreiche Empfehlungen zum bejahenden Umgang mit LGBT-Jugendlichen
Der Bericht der Gesundheitsbehörde enthält zahlreiche Empfehlungen zum bejahenden Umgang mit LGBT-Jugendlichen

Der von der Unterbehörde zu mentaler Gesundheit verfasste Bericht hält als wissenschaftlichen Konsens fest, dass eine gleichgeschlechtliche Orientierung und Variationen der Geschlechtsidentität "Teil des normalen Spektrums der menschlichen Vielfalt sind und keine Geistestörung darstellen". Keine Untersuchung habe bislang ergeben, dass Therapien zur seelischen Gesundheit oder zum Verhalten eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität ändern könnten.

Entsprechende Interventionen mit einem vorgebenen Ziel verstärkten gefährliche Vorurteile und seien gefährdend, zumal Jugendliche ein besonders verwundbarer Teil der Bevölkerung seien und vor unfreiwilligen oder erzwungenen Therapien kaum geschützt sind.

Der Bericht schlägt vor, entsprechende Therapien an Jugendlichen zu verbieten – vier Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk haben das bereits getan, Präsident Barack Obama hatte im April alle Staaten dazu aufgerufen (queer.de berichtete). Jugendliche sollten stattdessen in ihrem Recht, die eigene Identität zu entdecken, zu definieren und zu äußern, unterstützt werden, heißt es in dem Bericht weiter; er enthält zahlreiche Empfehlungen, wie diese "positive" Unterstützung ausgebaut werden könne.

Homo-"Heilung" in Deutschland

In diesem Jugendmagazin der evangelikalen Organisation "Die Apis" durften Organisationen wie "Wüstenstrom" 2011 ihre Arbeit vorstellen, zwei Jahre später besuchte die Bundeskanzlerin den Verein (queer.de berichtete)
In diesem Jugendmagazin der evangelikalen Organisation "Die Apis" durften Organisationen wie "Wüstenstrom" 2011 ihre Arbeit vorstellen, zwei Jahre später besuchte die Bundeskanzlerin den Verein (queer.de berichtete)

In Deutschland hatten sich die aktuelle wie die vorherige Bundesregierung bislang geweigert, Konversionstherapien zu verbieten (queer.de berichtete). Eine NDR-Reportage hatte zugleich ergeben, dass manche Ärzte entsprechende Therapien bei den Krankenkassen abrechnen (queer.de berichtete).

Für die "Heilung" Homosexueller in Deutschland setzen sich insbesonders evangelikale Organisationen wie das "Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft" unter Dr. med Christl Ruth Vonholdt und das "Weiße Kreuz" ein, größtenteils mit Unterstützung der Dachverbände wie der "Evangelischen Allianz".

Besonders bekannt ist die evangelikale Organisation "Wüstenstrom" mit Sitz in Baden-Württemberg, von der man gerichtsfest behaupten darf, dass sie versucht, Menschen "umzupolen". Homosexualität wird in den "Therapien" als Symptom eines entwicklungspsychologischen Konflikts dargestellt.

Inzwischen geht "Wüstenstrom"-Chef Markus Hoffmann neben der "Heilung" einen weiteren Weg: Er hat die "Bruderschaft des Weges" gegründet, deren Mitglieder ihre Homosexualität zwar akzeptieren, aber nicht ausleben wollen. Ein Mitglied der Gruppe machte in dieser Woche Schlagzeilen, indem es bei der homophoben "Demo für alle" in Stuttgart auftrat (queer.de berichtete).

Marcel, der sich ursprünglich an "Wüstenstrom" gewandt hatte, um dort seine Homosexualität "wegzukriegen", sagte dort, dass seine Sexualität durch Missbrauchserfahrungen in der Kindheit geprägt sei (in einem früheren Zeitungsbericht ist dazu von Gewalt durch die Mutter die Rede). Inzwischen sei ihm klar, dass er "in einem homosexuellen Kontakt nur die Abneigung gegen mich selbst überwinden" wollte – was nach einer sehr kritikwürdigen "Therapie" durch "Wüstenstrom" klingt. Er sei nun Teil einer Gemeinschaft von Männern, die "ihre Homosexualität aus Gründen eigener Einsicht oder ihrer christlichen Glaubensüberzeugungen nicht leben".

Youtube | Die "Demo für alle" verbeitet inzwischen ein Video von der Rede Marcels, für die er viel Applaus erhielt
Links zum Thema:
» Der US-Bericht als PDF
Mehr zum Thema:
» "Demo für alle" beklatscht "enthaltsamen" Schwulen (11.10.2015)
» Das Schweigen der EKD zu Homo-"Heilern" (08.04.2015)
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Tags: homo-heilung, konversionstherapie, wüstenstrom
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Reaktionen zu "USA warnen vor Homo-"Heilern""


 29 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.10.2015
13:12:57


(+17, 17 Votes)

Von SchleicheR74
Aus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 07.02.2014


[ Er sei nun Teil einer Gemeinschaft von Männern, die "ihre Homosexualität aus Gründen eigener Einsicht oder ihrer christlichen Glaubensüberzeugungen nicht leben" ]

Bis in dieser Gemeinschaft der Richtige dabei ist und die große Liebe ausbricht. Da bin ich mal gespannt, wie man dann dagegen kämpft und wie erfolgreich und schmerzhaft dieser Kampf dann wird. Viel Spaß wünsch ich da ganz sicher nicht aber der Liebe wünsch ich einen schnellen Erfolg :)


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#2
16.10.2015
13:30:52


(+6, 8 Votes)

Von Mann und Frau


"Hedwig, du bist das Schärfste, was mir jemals zwischen Heringsdorf und Borkum begegnet ist."

Youtube-Video:


Der arme Junge, den haben diese verstrahlten Gartenzwergapostel aber gewaltig im Schwitzkasten gehabt.


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#3
16.10.2015
13:40:34


(+9, 9 Votes)

Von no_name_01
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Inzwischen sei ihm klar, dass er "in einem homosexuellen Kontakt nur die Abneigung gegen mich selbst überwinden" wollte was nach einer sehr kritikwürdigen "Therapie" durch "Wüstenstrom" klingt. Er sei nun Teil einer Gemeinschaft von Männern, die "ihre Homosexualität aus Gründen eigener Einsicht oder ihrer christlichen Glaubensüberzeugungen nicht leben"."

Die "Heilung" in einem Umfeld nur mit Männern ist sehr erfolgsversprechend

Ach Marcel, entweder bist Du eine miese "Attention-Whore" oder ein Mann hat Dir übel mitgespielt und Dein Herz gebrochen. Diese Erfahrung gehört dazu! Nicht gleich auf den Selbsthass- und Verleugnungszug aufspringen. Und wenn, bist Du eigentlich bestens qualifiziert für die Priesteranwärterschaft in der kath. Kirche

Zum eigentlichen Thema: Ich hoffe, dass andere US-Staaten dem Beispiel der "fünf" folgen. Der Umstand, dass sowas noch in einer freien, demokratischen Gesellschaft möglich ist, ist unerträglich.
Und was macht die hiesige Bundesregierung? Mal wieder alles absitzen, bis eine höhere Instanz sie zu entsprechenden Gesetzen dazu verdonnert?


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#4
16.10.2015
13:40:55


(+8, 10 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"In Deutschland hatten sich die aktuelle wie die vorherige Bundesregierung bislang geweigert, Konversionstherapien zu verbieten..."

Von Dreck und Abschaum, der andere Menschen gerne weiter diskriminiert und im Wahlkampf Minderheiten nur braucht, um ihnen Versprechungen zu machen, die dann ohnehin nicht gehalten werden, ... ja von solchem Dreck, der nur scharf darauf ist, seine Ärsche in möglichst weiche Ministersessel zu drücken, da erwarte ich auch nichts anderes. Die gestrige Abstimmung hat doch gezeigt, was wir von dieser Regierung zu halten haben, denn nun wissen wir, dass nicht nur die Union moralischer Abschaum ist, nein , die SPD steht in hartem Wettbewerb um den Titel!

Da wundert man sich dann auch nicht mehr darüber, wenn es erlaubt wird, dass schwachsinnige Religioten versuchen dürfen, Menschen 'umzupolen'!


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#5
16.10.2015
14:02:25


(+7, 7 Votes)

Von Cygnus2015
Aus Nähe Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 22.07.2015


Schade, dass man diese Homo-Heiler nicht auch bei uns verbieten kann. Zum Deckmantel der Wissenschaftsfreiheit gehört leider auch, jeden noch so pseudowissenschaftlichen Mist verbreiten zu dürfen. Und er erlaubt eben auch, Leuten wie Stürzenberger oder Ulfkotze (auf anderen Themengebieten) ihre schwachsinnigen Verschwörungstheorien zu verbreiten. Weshalb mich letztendlich nicht wundert, dass auch die Homo-Heiler ihren pseudowisssenschaftlichen Humbug als Wissenschaft verbreiten dürfen. Nicht zu vergessen ist ja noch, dass im Bereich "Heilung" und Therapie alle möglichen Methoden erlaubt sind, deren Wissenschaftlichkeit die Schulmedizin klar widerlegt.

Was aber auch zur Wissenschaftsfreiheit gehört, ist die Vorgehensweise, bestehende wissenschaftliche (oder pseudowissenschaftliche) Thesen auf den Kopf zu stellen und die Methodenfehler anderer Wissenschaftler offen zu legen. Da wäre es doch zum Beispiel wünschenswert, wenn diejenigen Wissenschaftler, die klar belegen, dass Homosexualität klar angeboren und eben NICHT umpolbar ist, ihre Kompetenzen nutzen, um auch einmal in aller Deutlichkeit die wissenschaftlichen Methodenfehler der Homo-Heiler öffentlich wirksam aufdecken.

Wenn man diese Homo-Heiler schon nicht verbieten kann, muss wenigstens öffentlich wirksam deren Lügenpropaganda entlarvt werden.


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#6
16.10.2015
14:05:26


(-4, 10 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dann verbietet sie doch und schießt die ganzen Konversionstherapeuten auf den Mond!


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#7
16.10.2015
14:25:02


(+9, 9 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #5 von Cygnus2015


>"Schade, dass man diese Homo-Heiler nicht auch bei uns verbieten kann. Zum Deckmantel der Wissenschaftsfreiheit gehört leider auch, jeden noch so pseudowissenschaftlichen Mist verbreiten zu dürfen."

ich würde da nicht bei der wissenschaftsfreiheit ansetzen, sondern beim verbraucher_innenschutz bzw. bei den richtlinien für therapie. auch heilpraktiker_innen dürfen zwar wirkungslosen firlefanz verkaufen, sie dürfen aber ihre klient_innen nicht aktiv schädigen.

die potentielle schädlichkeit von "reparativ"-therapien (oder wie immer das benannt wird, um den eigentlichen kern zu verschleiern), ist mittlerweile durch ausreichende fakten belegt.

ebenso belegt ist, dass diese scharlatanerien den üblichen therapiestandards widersprechen: keine gültige diagnose, keine valide kontrolle von wirksamkeit oder schädigungspotential, keine ergebnisoffenheit des therapiezieles.

man könnte das mit vielen guten argumenten verbieten. es fehlt allein der politische wille, es auch zu tun.


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#8
16.10.2015
14:28:13
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Luca


Leider nur eine Warnung und kein Verbot. Da solche Gehirnwäsche-Praktiken schwerste psychische Schäden bis hin zum Selbstmord verursachen, sollte das verboten werden.

Aber immerhin sind die USA schon mal weiter als Deutschland. Hierzulande haben ja noch vor wenigen Monaten auf eine diesbezügliche Bundestagsanfrage von Grünen und Linkspartei die Gurkentruppe von CDU, CSU und SPD erklärt, man sehe "keinen Handlungsbedarf".


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#9
16.10.2015
14:51:43


(+6, 6 Votes)

Von Cygnus2015
Aus Nähe Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 22.07.2015
Antwort zu Kommentar #7 von ursus


Heißt das also, wenn Therapien oder Behandlungsmethoden nicht nur Wirkungslosigkeit, sondern auch negative Folgen haben, fallen sie aus der Therapiefreiheit heraus und dürfen nach unserer Rechtsordnung verboten werden?

Das würde zum Beispiel auch erklären, warum die Homöopathie (um einen Vergleich im pseudowissenschaftlichen Bereich zu ziehen) bis in die Mitte der Gesellschaft gelangt ist und wohl auch zweifellos erlaubt ist: Die Inhaltsstoffe sind so gering dosiert, dass sie weder heilend noch schädigend wirken, allenfalls ein Placebo-Effekt heilende Wirkung haben kann. Also kein Grund sie zu verbieten.

Dagegen sind die Konsersationstherapien schon nachweislich schädlich, was eigentlich ein Grund wäre, sie zu verbieten. Aber wenn man bedenkt, dass ausgerechnet der FRAKTIONVORSITZENDE einer regierenden Fraktion angeblich eine Nähe auch zu Evangelikalen hat, wundert es mich nicht, dass da die Politik nicht handelt.


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#10
16.10.2015
15:26:19


(+9, 9 Votes)

Von Vorgestellt
Antwort zu Kommentar #3 von no_name_01


-- Die "Heilung" in einem Umfeld nur mit Männern ist sehr erfolgsversprechend :-) --

homosexueller Männer wohlgemerkt!!

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die Stimmung
in der Truppe ist.
Jeder macht auf geheilt und in Wahrheit
wird sich gierig begeiert...
Masturbation ... und wenns dann doch mal ein Schlückchen unchristlichen Alkohol gibt, wird übereinander hergefallen und die ganze schöne Therapie ist für den Arsch. Im wahrsten Sinne des Wortes....


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