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  • 17.10.2015, 07:27h           29      Teilen:   |

Aserbaidschan

Neues Video-Experiment zeigt homophobe Gewalt in Baku

Artikelbild
Eine Szene aus dem Video. Sie könnte gestellt sein, was die Sache nicht besser macht.

Mit versteckter Kamera ließ sich ein junger Mann filmen, der Passanten anflirtete. Er wurde mehrfach attackiert.

Von Norbert Blech

Es sind erschreckende Szenen, die gerade auf Youtube und im russischsprachigen sozialen Netzwerk VK die Runde machen: Ein junger Mann spricht auf den Straßen von Baku einige Männer flirtend an und wird von ihnen gewaltsam angegriffen.

Das mit versteckten Kameras gedrehte Video hat inzwischen fast 150.000 Aufrufe erzielt und scheint eine Alltagshomophobie zu zeigen, die schnell in Gewalt umschlägt.

Youtube | Das Video
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Freude über die homophoben Reaktionen

Den erschreckendsten Moment hat sich das Video allerdings für den Schluss aufbewahrt. "Wir haben das aufgenommen, um die negative Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen zu bestätigen", heißt es im Abspann. "Und wir sind froh, dass die Leute in Baku so reagiert haben."

Diese Intention lässt auch die Frage aufkommen, ob die Szenen nicht doch inszeniert waren, gelegentlich wirken sie so. In den letzten Monaten hatte es einige Experimente mit versteckter Kamera gegeben, sie schienen aber echt zu sein: In Moskau wurden zwei händchenhaltende Männer auf der Straße mehrfach angegriffen und beleidigt, in Kiew lief bei gleicher Konstellation zunächst alles gut, bis eine Gruppe junger Neonazis auftauchte. Ein Video aus Madrid zeigte unter anderen Voraussetzungen hingegen, dass Passanten mit einem schwulen Paar mitfühlen können.

"Beispiellose Unterdrückung" in Aserbaidschan

Der nach Deutschland geflohene Aktivist Cavid (r. mit Sonnenbrille) mit Mitstreitern beim diesjährigen CSD in Köln
Der nach Deutschland geflohene Aktivist Cavid (r. mit Sonnenbrille) mit Mitstreitern beim diesjährigen CSD in Köln (Bild: Norbert Blech)

Dass ein Video Homophobie zeigt, um eine homophobe Botschaft zu verbreiten, passt durchaus nach Aserbaidschan. Die Lage für LGBT in dem Land bleibt äußerst prekär: Im letzten Monat hatte das Europäische Parlament eine "beispiellose Unterdrückung der Zivilgesellschaft" kritisiert und dabei auch die Lage von Lesben und Schwulen unter die Lupe genommen: So verurteilte das Parlament "politische Hassreden aus den höchsten Kreisen gegen LGBTI-Personen" und forderte die Regierung auf, "Menschenrechtsverfechter, die sich für die Rechte von LGBTI-Personen einsetzen, nicht länger zu behindern und einzuschüchtern" (queer.de berichtete).

Anfang 2014 hatte sich der erst 20-jährige Vorsitzende einer neuen LGBT-Organisation in deren Büro mit einer Regenbogenflagge erhängt; sein offener Umgang mit seinem Schwulsein in den Medien und die vergleichsweise unerschrockene Arbeit seiner Organisation galten zuvor als Hoffnungsschimmer (queer.de berichtete).

Letztes Jahr hatte eine weitere neue LGBT-Organisation, "Nefes", angekündigt, die Medienöffentlichkeit rund um die Europaspiele in Baku in diesem Sommer nutzen zu wollen. Doch dazu kam es nicht: Der Vorsitzende Cavid Nabiyev sah sich stattdessen im Frühjahr gezwungen, nach Deutschland zu fliehen und Asyl zu beantragen. Wie er der aktuellen Ausgabe des NRW-Magazins "Fresh" sagte, hätten ihm eine Vernehmung durch die Polizei, eine Brandmarkung als Regierungsgegner in den Staatsmedien und Morddrohungen keine andere Wahl gelassen.

Der 26-Jährige sagte, er sei als Aktivist und Blogger unzähligen Repressalien ausgesetzt gewesen. "Ich kann mich gar nicht erinnern, wie oft ich im Gefängnis saß", so Cavid in dem Magazin. Er hoffe auf einen baldiges Ende seines Asylverfahrens, auch um sich wieder besser in Baku engagieren zu können: "Mit deutschen Papieren können sie mich in Aserbaidschan nicht so einfach festnehmen."

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Tags: aserbaidschan, baku, homophobie, gewalt, versteckte kamera
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Reaktionen zu "Neues Video-Experiment zeigt homophobe Gewalt in Baku"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
17.10.2015
08:43:08


(+2, 6 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Was für ein Scheißland bzw. was für ein ekelhafter Macho-Kult.

Hoffentlich hat der mutige Schnuckel nicht allzu schmerzhafte Erfahrungen sammeln müssen - wäre auch interessant, ob ihm mal einer begegnet ist, der sich angetan auf die Anmache eingelassen hat?


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#2
17.10.2015
09:06:01


(-2, 8 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mal sehen, in welchen Ländern das Experiment mit versteckter Kamera durchgeführt wird. Am besten macht man mit Armenien, Georgien, Moldawien, Weißrußland, Kasachstan, Turkmenistan, Kirgisien und Tadschikistan weiter, um dort die Reaktionen einzufangen.


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#3
17.10.2015
09:06:35
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von thysonrex
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 30.07.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Petrillo


Vielleicht hast du den Artikel gar nicht gelesen. Aber der "mutige Schnuckel" freut sich nur drüber dass der elegant im Kampfsport-Studio geübte Schulterwurf so gut funktioniert hat. Er ist der Meinung, dass echte Kerle so reagieren sollen. Dafür darf er sich schon den einen oder anderen Blauen Fleck einfangen. Unfassbares Pack.


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#4
17.10.2015
09:16:36


(-9, 11 Votes)

Von OrlandoZH


Selber Schuld. Ich würde mich auch belästigt fühlen. Wenn jemand einen anderen "anflirtet", ist meist Geld und Handy weg.


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#5
17.10.2015
09:32:33


(+3, 7 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von thysonrex


Ich weiß nicht, auf welchen Artikel Du Dich beziehst, hier steht nichts von dem von Dir behaupteten.

Aserbaidschanisch kann ich weder lesen noch verstehen, wenn's also im Video vorkam wäre eine Übersetzung nett.


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#6
17.10.2015
10:39:43
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von thysonrex
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 30.07.2015
Antwort zu Kommentar #5 von Petrillo


"Wir haben das aufgenommen, um die negative Haltung gegenüber gleich­ge­sch­lecht­lichen Beziehungen zu bestätigen", heißt es im Abspann. "Und wir sind froh, dass die Leute in Baku so reagiert haben."

Wenn das nicht nach Freude über Gewalt gegenüber homosexuellen klingt, ist es wohl sehr missverständlich formuliert.


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#7
17.10.2015
10:52:24


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Das ist schlicht und ergreifend der Spiegel unserer heutigen weltweiten Gesellschaft.
Der Hass wird von den jeweiligen religionen verursacht dann von den jeweiligen Machthabern aufgegriffen um noch mehr diskriminierung zu verursachen nur um die Macht mit allen Mitteln zu befestigen.


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#8
17.10.2015
11:32:07
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von miepmiep
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von OrlandoZH


Oh was für ein freudloses Leben.


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#9
17.10.2015
11:41:51


(-4, 10 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


"Diese Intention lässt auch die Frage aufkommen, ob die Szenen nicht doch inszeniert waren, gelegentlich wirken sie so."
Das ist inszenierte Hasspropaganda... Die Intention ist, Menschen gegen bi- und homosexuelle Männer aufzuhetzen und Hass zu säen, was ja selbst hier in diesem Thread im westlichen Europa allem Anschein nach bestens funktioniert.


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#10
17.10.2015
12:06:29


(+8, 10 Votes)

Von Sebi


Jeder normale Mensch freut sich, wenn andere ihn attraktiv finden - egal ob das Männer oder Frauen sind, die einen anflirten. Das heißt ja nicht, dass man mit jedem auch ins Bett springt, aber zumindest freuen kann man sich doch.

Aber diese Homohasser sind einfach nur Idioten, die Angst haben, dass sie vielleicht selbst auch mal jemanden vom eigenen Geschlecht attraktiv finden könnten... Die haben einfach nur panische Angst und wollen das so überspielen...


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