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  • 17.10.2015, 16:15h           2      Teilen:   |

Filmfestival

Viele queere Perlen beim 10. Pornfilmfest Berlin

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"So schön war schwuler Sex auf der Leinwand selten", heißt es im Katalog zur Premiere von "a.k.a. Fuck", dem ersten Langfilm des Projekts "Pretty Vacant Boys" (Bild: PVB)

Vom 21. bis 25. Oktober zeigt das Kreuzberger Kino Moviemento 26 Spielfilme und 13 Dokus rund ums Thema Sex.

Als sich der schwule Filmproduzent Jürgen Brüning im Jahr 2006 an das Experiment eines von jeder Förderung und Einflussnahme unabhängigen Pornfilmfestivals Berlin wagte, ahnte er nicht, welche Erfolgsstory er auslösen würde. Wegen Titel und Inhalt zunächst skeptisch von den Medien und zögerlich von Gästen besucht, kam mit dem Umzug ins Kreuzberger Kino Moviemento im Jahr 2009 der Durchbruch.

Das Festival, das von Anfang an eher wenig mit klassischer Pornografie, sondern vielmehr mit allen Themen rund um Sexualität, Geschlechter-Identitäten, Körper, Sexarbeit und vor allem Feminismus zu tun hat, kann mittlerweile über 7.000 verkaufte Tickets pro Ausgabe verbuchen und gilt weltweit als eine der zukunftsweisendsten und tabubrechendsten Kulturveranstaltungen überhaupt.

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Hetero-Hausfrau trifft auf polyamouröse Hipster

Zum zehnten Jubiläum freuen sich die ehrenamtlich arbeitenden Organisator_innen auf eine bunte Mischung aus Hetero/Homo/Queer-Publikum. Das Festival hat im Laufe der Jahre eine kommunikative Diskussions- und Begegnungskultur zwischen allen sexuellen Identitäten, Geschlechtern und sexuellen Vorlieben geschaffen – einen Raum wo sich die heterosexuelle Hausfrau, die auf "Blümchensex" steht, genauso wohl und ernstgenommen fühlt wie der Gummifetischist, die feministisch-sexpositive Lesbe oder der polyamouröse Hipster.

Das Programm umfasst in diesem Jahr 26 Spielfilme, 13 Dokumentarfilme sowie rund 90 Kurzfilme, die in elf Kurzfilmprogrammen wie "Lesbian Porn", "Fetish Porn" oder "Experimental Porn" zusammengefasst werden. Neu dabei sind Programme wie "Berlin Porn" und "Political Porn". Begleitet wird das Festival von mehreren Workshops, Performances, Vorträgen, Buchpräsentationen sowie Partys und Get-togethers.

Der Eröffnungsfilm ist erstmals ein deutscher Spielfilm, die Sex-Komödie "schnick, schnack, schnuck" von Maike Brochhaus aus Köln. Den Abschluss bildet das lesbische SM-Drama "The Duke of Burgundy" von Peter Strickland aus Großbritannien.

Youtube | Trailer zum lesbischen SM-Drama "The Duke of Burgundy"

"Rocky Horror Picture Show" und "Hustler White" feiern Jubiläum

Als Blick zurück auf Filme, die in ihrem Umgang mit Sexualität ihrer Zeit weit voraus waren, läuft zum 40-jährigen Jubiläum erneut die "Rocky Horror Picture Show". Gefeiert werden auch 20 Jahre "Hustler White" – der Film über die Sexindustrie in L.A. wird in Anwesenheit von Regisseur Bruce LaBruce wieder aufgeführt.

Eine Auferstehung im Rahmen des Festivals feiert das gute alte Bahnhofskino: mit der Doku "Cinema Perverso – Die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofkinos" sowie mit dem Film "Ich – Ein Groupie" mit Ingrid Steeger von 1970 und dem Beitrag zum Tode des Regisseurs Lasse Braun "Sensations" von 1975. Noch weiter zurück in die Zeit schaut ein Programm mit Pornostummfilmen aus den 1910er bis 1920er Jahren, die mit Live-Musik aufgeführt werden.

Einen zukunftsweisenden Blick bietet der thematische Schwerpunkt "Sex mit Behinderung". Hierzu laufen unter anderem Filme wie die deutsche Doku "Die Menschenliebe", "Margarita with a Straw", "Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" und die spanische Doku "Yes we fuck" sowie diverse Kurzfilme.

Mit dem schwulen Episoden-Drama "Like Cattle Towards Glow" freut sich das Festival, den ersten gemeinsamen Film von Zac Farley und Dennis Cooper zeigen zu können.

Wie jedes Jahr und anders als bei den meisten Filmfestivals sind beim Pornfilmfestival fast die Hälfte aller Filme von Frauen gemacht. Verdeutlicht wird dies zum Beispiel in der Reihe "Filmmaker in Focus", hier präsentieren dieses Jahr die Künstlerin und Filmemacherin Catherine Corringer aus Frankreich sowie die Pariser Fotografin und queer-feministische Pornofilmerin Emilie Jouvet ihre Kurzfilme.

Der Festival-Abschluss mit Preisverleihung findet am Sonntag, den 25. Oktober statt. Erstmals werden die drei Preise des Festivals – bester Spielfilm, bester Dokumentarfilm und bester Kurzfilm, jeweils mit je 500 Euro dotiert und ermittelt von je einer dreiköpfigen international besetzen Jury – beim Abschlussabend im Südblock vergeben. (cw/pm)

Vimeo | Trailer zum schwulen Episoden-Drama "Like Cattle Towards Glow"
Links zum Thema:
» Homepage des Pornfilmfestivals Berlin mit detailliertem Programm
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Tags: pornfilmfest, moviemento, filmfestival, berlin
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18.10.2015
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18.10.2015
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