Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 20.10.2015, 11:34h           7      Teilen:   |

Neue Single

Musikvideo: Will Young macht Transmann Mut

Mit dem Video zu "Brave Man" feiert der britische Sänger den Kampf, für sich selbst einzutreten.



Der britische Singer-Songwriter Will Young hat am Montag das Video zu seiner neuesten Single "Brave Man" veröffentlicht. Der 36-Jährige, der 2002 die TV-Castingshow "Pop Idol" gewonnen und sich kurz nach der Veröffentlichung seines ersten Albums als schwul geoutet hatte, greift in dem Video den Kampf um Anerkennung von Transsexuellen auf.

In dem Song, Teil des im Mai erschienen Albums "85% Proof", spricht sich der Ich-Erzähler allgemein Mut zu: "I'm a brave man (…) Not afraid to tumble (…)
Not afraid to fall". Es ist eine Hymne für Minderheiten, für Ausgestoßene.

Auf Facebook schrieb Young zu dem Video, er habe ursprünglich eine andere Idee für die Umsetzung des Liedes verfolgt. Dann habe er gedacht, wie mutig es sei, seine Gender-Identität zu entdecken und daraus Konsequenzen zu ziehen. Und Frau-zu-Mann-Transsexuelle würden im Vergleich zu Transfrauen kaum in den Medien gezeigt.

Durch Casting habe man Finn gefunden. "Die Verletzlichkeit, Stärke und Intelligenz, die er besitzt, ist so stark vor der Kamera. Ich habe nie jemanden wie ihn getroffen. Jemand, der eine innewohnende Stärke und Entschlossenheit hat und gleichzeitig eine solche Verletzlichkeit in sich trägt. Verletzlich zu sein, ist stark zu sein."


Das Video bei Vevo

"Ich weiß, dass Transpersonen nicht gerne 'mutig' genannt werden", so Young weiter. "Das ist etwas angeborenes, keine Wahl, sondern vorausgesetzt. Als schwuler Mann fühle ich das auch so. Mein Coming-out war nicht 'mutig', sondern etwas, was ich einfach tun musste."

Doch er kenne Vorurteile. Und indem er anerkannt habe, "anders" zu sein, habe er gelernt, die Unterschiede in Anderen zu schätzen, "ihre Kämpfe wie ihre Stärke". An den Kampf von Personen, ihr authentisches Selbst zu sein, habe er beim Schreiben von "Brave Man" gedacht.

Er hoffe, dass das Video als ehrlich gemeint verstanden werde, als nicht zum Aufsehen erregend gedacht, so Young weiter. Es zeigt neben Anfeindungen auch, wie sich Menschen der puren Sensation wegen auf den Hauptdarsteller stürzen. "Das Video zeigt einen Teil der Gesellschaft, der für sich selbst kämpft", so Young. "Es erzählt eine eine Geschichte und eröffnet durch Musik einen Blick auf das Leben einer Person." (nb)

Links zum Thema:
» Webseite von Will Young
» Will Young bei Facebook
» "Brave Man" als MP3 bei amazon
» Das Album "85% Proof" bei amazon
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 7 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 166             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: will young, transmann, musikvideo
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Musikvideo: Will Young macht Transmann Mut"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.10.2015
12:20:16


(+5, 5 Votes)
 
#2
20.10.2015
13:15:42


(+1, 5 Votes)

Von Kim Schicklang


"seine Gender-Identität"... warum wird denn immer wieder ein Körper mit einer Identifizierung mit einem sozialen Geschlecht verwechselt? Homosexuelle Menschen definieren ihr Schwul- und Lesbischsein ja auch nicht über eine soziale Identifikation, so frei nach dem Motto: "Ich bin eigentlich biologsich hetero, identifiziere mich aber als schwul, da ich mich der Gruppe der Schwulen zugehörig fühle."...

Ginge das, auch mal ohne "Gender-Identfizierung" einen Menschen in seinem Selbstverständnis anzuerkennen? Wäre das machbar? Wir reden ja auch nicht von hetero-zu-homo.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
20.10.2015
13:48:36


(+4, 4 Votes)

Von Just me
Antwort zu Kommentar #2 von Kim Schicklang


Ich vermute einfach, dass viele Menschen das 'wahre Geschlecht' anhand des Körpers zu erkennen glauben. Ein Mensch mit Penis ist ein Mann, ein Mensch mit Scheide eine Frau. Das geschlechtliche Selbstwissen spielt hier für sie schlicht keine Rolle bzw. wird nicht ernst genommen. So werden aus Frauen mit vermännlichten Körpern 'Männer mit weiblicher Geschlechtsidentität', aus Männern mit verweiblichten Körpern 'Frauen mit männlicher Geschlechtsidentität'. Letztlich eine Machtfrage der Definitionshohheit.

Dabei kommt keine_r darauf zu fragen, was denn eigentlich eine männliche oder weibliche Geschlechtidentität ausmacht. Und wenn doch, dann wird einer/m der ganze stinkende Kübel an Stereotypen und Vorurteilen vor die Füße gekippt. Jungs lieben alle Autos, Mädchen Puppen. Jungs lieben Blau, Mädchen Rosa. Traurig aber wahr.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
20.10.2015
19:45:07


(+3, 3 Votes)

Von Sebi


Nicht nur gut, sondern auch wichtig, da Transidentische nochmal weniger mediale Präsenz erfahren als wir Schwulen und Lesben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
21.10.2015
01:12:34


(+1, 3 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #3 von Just me


."Dabei kommt keine_r darauf zu fragen, was denn eigentlich eine männliche oder weibliche Geschlechtidentität ausmacht. Und wenn doch, dann wird einer/m der ganze stinkende Kübel an Stereotypen und Vorurteilen vor die Füße gekippt."

Das ermuntet natrlich nicht zu einer Diskussion.
Mir hat ein Transmann mal gesgt, er sei aufgrund des Unverstädnisses sehr verletzlich und sensibel bei dummen Fragen. Ich kann das verstehen, aber nur teilweise nachempfinden.

Mir war es als schwulem Mann lieber, die Menschen fragten mich, was einen schwulen Mann ausmacht, auch wenn sie dabei klischeehafte Ideen äußerten, als wenn sie nicht fragten. (und ihre klischeehaften stereotypen Ideen dadurch auch nicht im Gesprärch verändern konnten)

Daher stimme ich Dir darin zu, dass wir uns insgesamt untereinander mehr fragen könnten, wie sich eine die eigene weibliche / männliche Geschlechtsidentität äußert.

Gar nicht so einfach ... Für jemandnen, der nach dem Äußeren geht, bin ich ein Mann, für den, der die Orientierung als mitentscheidend anssieht, bin ich ein weiblicher Mann, für den , der besimmte Aspekte (Vorliebe für Madonna, Leidenschaft für Fußball, Hüftschwung und Sprachmelodie) als wichtig ansieht, bin ich ein weiblicher Mann mit z.T. weiblichen, z.T männlichen Eigenschaften etc. Das Spiel kann man lange weiter treiben. Ich denke es ist soweit nichts dabei, solange man nicht auf den Gedanken kommt, herausstechende weibliche Eigenschaft(en) an einem Mann seien etwas schlechtes oder umgekehrt.

Ein großes Problem im Umgang mit Genderfragen ist, dass wir keinen volkstümlichen Sprachgebrauch für die Erkenntnis haben, dass der Mensch im Prinzip ein genetisch-kulturelles Mosaik aus männlichen und weiblichen Eigenschaften ist, und trotzdem in der Gesamtheit dieser Eigenschaften sich meist als Mann oder Frau definiert, bzw. erkennt. (Anders, als es die Genderkritiker denken, geht es um ein Erkennen und nicht um ein Wählen nach Lust und Laune) Das Bedürfnis und die Notwendigkeit, sich wirklich klar zu definieren, schient mir bei Transgendern und Heteros am größten, sie möchten gern stolze Männer oder eben stolze Frauen sein, während ein Teil (!) der Schwule und Lesben gerade das "uneindeutige" ihrer Identität als ihre Identität begreifen und gerade darauf stolz sind.

Ich vermute wir Menschen brauchen manche Stereotypen einfach, um uns kurz und knapp verständigen zu können, aber es müssen ja nicht immer die selben sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
21.10.2015
12:36:45


(+3, 3 Votes)

Von Just me
Antwort zu Kommentar #5 von Lars


Zum Thema Fragen: Vielleicht hätte ich eher schreiben sollen, "keine_r käme darauf SICH zu fragen". Letztlich geht es mir hier mehr um ein generelles Hinterfragen, als darum, 'betroffene' Personen auszufragen.

Aber ich kann beide von dir beschriebenen Standpunkte nachvollziehen. Einerseits hilft die eigene Offenheit dabei, Vorurteile abzubauen. Andererseits ist es problematisch, diese Aufklärungsarbeit immer nur von den jeweiligen 'Betroffenen' zu verlangen. Oft wird diese mit einer Selbstverständlichkeit eingefordert, die ich absolut zum Kotzen finde, zumal die Fragen nicht selten einen echt intimen Bereich des Lebens berühren. NIEMALS käme ich darauf, einen intersexuellen Menschen, eine transsexuelle Frau oder einen transsexuellen Mann nach ihren_seinen Geschlechtsteilen zu fragen. NIEMALS würde ich Lesben, Schwule, Bi- oder Pansexuelle - ebenso wie Heteros - danach fragen, was sie so im Bett machen. Erstens ist die Frage an sich irrelevant für die Beurteilung einer Person (oder sollte es zumindest sein), zweitens suggeriert sie meist eine Gemeinsamkeit einer ganzen Menschengruppe, die so schlicht nicht existiert. Pauschalisierungen dieser Art lösen Vorurteile nicht zwangsläufig auf, sondern verschieben nur deren Inhalte. Solange der_die Fragende die Antwort für repräsentativ für die ganze Gruppe hält, solange senkt er_sie in Stereotypen.

Außerdem möchte ich schon das Recht haben, darüber zu bestimmen, wann ich welche Details von mir preisgebe. Einmal lief ich Hand-in-Hand mit meinem Partner durch die Straße, als drei junge (augenscheinlich cis-hetero) Männer mir versuchten intime Fragen zum Schwulsein zu stellen. Als ich ihnen auf ihre distanzlose Aufdringlichkeit nur den Mittelfinger zeigte, waren sie schwer beleidigt. "Da signalisiert man schon mal Interesse und dann sowas..." Cry. me. a. river.

Ich möchte mich und meinen Partner einfach mal als ganz 'normales' Paar erleben können, so wie es die meisten Cis-Heten-Paare auch tun. Kein permanentes Reduzieren auf eine vermeintliche 'Andersartigkeit'. Klar spiele ich auch mal den Erklärbär, aber den Ort und Zeitpunkt bestimme ich.

Zum Thema Geschlechtsidentität: Ich glaube langsam gar nicht mehr, dass sie sich durch bestimmte Eigenschaften zeigt. Weder ist eine Vorliebe für Madonna besonders weiblich, noch ist ein Interesse für Fußball besonders männlich. Bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Hellblau die Farbe für kleine Mädchen, Rosa hingegen für kleine Jungs. Eine Vorliebe für Rosa bei Jungs wäre damals also als Indiz für seine Männlichkeit gelesen worden, heute wird daraus ein Widerspruch konstruiert. Warum sollte es mit anderen Vorlieben anders sein?

Alles worauf wir uns bei der Einordnung von Menschen in ein Geschlecht wirklich stützen können, ist seine_ihre eigene Aussage. Wahrscheinlich besitzt jede_r von uns ein geschlechtliches Selbstwissen. Dies kann teils stark von dem abweichen, was wir zu sehen glauben. Und doch gibt es keinen anderen Anhaltspunkt. Dass wir trotzdem noch dafür kämpfen müssen, dass angeblich 'geschlechtsatypisches Verhalten' nicht mehr negativ bewertet und sanktioniert wird, versteht sich angesichts der gegenwärtigen Gesellschaftsstrukturen natürlich von selbst.

Zitat "Das Bedürfnis und die Notwendigkeit, sich wirklich klar zu definieren, schient mir bei Transgendern und Heteros am größten, sie möchten gern stolze Männer oder eben stolze Frauen sein, während ein Teil (!) der Schwule und Lesben gerade das "uneindeutige" ihrer Identität als ihre Identität begreifen und gerade darauf stolz sind."

Ich fürchte, da kommen wir wieder ins Pauschalisierungsfahrwasser. Sicher gibt es Tendenzen zur geschlechtlichen Vereindeutigung unter Menschengruppen, doch was bringt uns diese Einordnung? Wollen wir sie als Grundlage nutzen, um eine Korrelation oder gar eine Kausalität herzuleiten? Auch fürchte ich, machen wir alle andere Erfahrungen. Es ist nicht ratsam, diese als allgemeingültig zu verstehen. Witzigerweise habe ich gerade schwule/bisexuelle Cis-Männer - ebenso wie Cis-Hetero-Männer- als besonders auf ihre Männlichkeit bedacht erlebt, während die Transmänner hier nicht selten ziemlich locker waren. Doch ist meine Erfahrung repräsentativ? Nicht wirklich.
Btw, Non-Binary-Menschen können sich übrigens auch als "Transgender" identifizieren...

Zitat "Ich vermute wir Menschen brauchen manche Stereotypen einfach, um uns kurz und knapp verständigen zu können, aber es müssen ja nicht immer die selben sein."

Da gebe ich dir absolut recht. Und eine Lösung für dieses Problem weiß ich leider auch nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
23.10.2015
10:34:22


(+3, 3 Votes)

Von Carsten AC


Die Musik von Will Young ist zwar nicht so ganz mein Fall, aber das Video ist gut gemacht. Und ich schätze ihn für sein Engagement und dass er sich bereits zu Beginn seiner Karriere geoutet hat.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 Queer.de-Blog

Top-Links (Werbung)

 MEINUNG



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Die Große Koalition kommt bei queer.de-Lesern nur auf 17,5 Prozent Mexiko: Papst unterstützt Homo-Gegner Paragraf 175: Schwule Senioren kritisieren Union Magdeburg: Demo für LGBTI-Aktionsplan am Freitag
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt