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Keegan Allen und James Franco (r.) posieren in ihrem "Kostüm" beim Dreh von "King Cobra" (Bild: instagram / jamesfrancotv)

Hollywood will die Geschichte des 2007 ermordeten Bareback-Produzenten Bryan Kocis verfilmen. Mit dabei sind auch die Stars James Franco, Christian Slater und Molly Ringwald.

James Francos Faszination mit schwulen Filmrollen hält an: In dieser Woche haben die Dreharbeiten für den Film "King Cobra" begonnen, der die Geschichte vom Mord des umstrittenen schwulen Pornoproduzenten Bryan Kocis erzählt. Neben Franco, der den Film produziert und selbst eine Rolle übernimmt, sollen laut "Event Films" unter anderem Hollywoodstar Christian Slater ("Robin Hood – König der Diebe") und Keegan Ellen ("Pretty Little Liars") mitspielen. Auf ihrer Twitter-Seite kündigte außerdem Achtzigerjahre-Teeniestar Molly Ringwald ("Der Frühstücksclub", "Pretty in Pink") an, eine Rolle bei "King Cobra" zu übernehmen.

Der Tod von Kocis hatte vor acht Jahren die Community schockiert: Der Gründer des schwulen Pornolabels "Cobra Video" wurde am 24. Juni 2007 in seinem Haus in Pennsylvania brutal ermordet. Weil das Haus nach dem Mord angezündet wurde, konnten ihn die Behörden nur anhand seiner Zähne identifizieren. Insgesamt wies der Körper 28 Messerstiche auf, außerdem war sein Hals fast vollständig durchtrennt worden.

Zunächst war unklar, wer als Täter in Frage kommt: Kocis war zu dieser Zeit höchst umstritten, weil er in seinen Filmen stets Bareback-Sex mit sehr jungen Darstellern zeigte. Er war mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten, da manche seiner Darsteller zum Zeitpunkt des Drehs noch keine 18 Jahre alt waren.

Als Täter wurden schließlich die beiden Pornodarsteller Harlow Cuardra und dessen Lebenspartner Joseph Kerekes verhaftet und jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt (queer.de berichtete). Grund für den Mord war offenbar, dass Cuadra für eine eigene Pornoproduktion am damals 18-jährgigen Darsteller Brent Corrigan interessiert war, der aber einen Exklusivvertrag mit Cobra Video hatte. Kocis musste offenbar sterben, weil er abgelehnt hatte, Corrigan aus dem Vertrag zu entlassen.

Disney-Star wird Bareback-Idol

Noch ist unbekannt, welche Rollen die prominenten Schauspieler im neuen Film übernehmen sollen. Am Dienstag wurde lediglich gemeldet, dass der 24-jährige Garrett Clayton Pornodarsteller Brent Corrigan spielen soll. Clayton ist in den letzten Jahren durch Disney-Produktionen unter amerikanischen Jugendlichen zum Star aufgestiegen, seinen Durchbruch hatte er mit dem Disney-Channel-Film "Teen Beach Movie".


Disney-Star Garrett Clayton, Ex-Pornostar Brent Corrigan

Auf Twitter erklärte der 28-jährige Corrigan, der sich seit fünf Jahren als seriöser Schauspieler und Regisseur versucht, dass ihm selbst eine Rolle als Berater für den Film angeboten wurde: "Ich sollte auch eine kleine Rolle spielen, habe das aber abgelehnt". Er wolle lieber eigene Projekte durchführen, "anstatt dabei zu sein, wie jemand anders die Ereignisse aufarbeitet, durch die ich als junger Erwachsener gegangen bin."

Bislang landete Corrigan mehrere Rollen in schwulen Low-Budget-Produktionen wie "Welcome in New York" oder "Truth" und führte Regie beim Sex-Thriller "Triple Crossed", der außerhalb der Szene kaum beachtet worden ist. Während seiner aktiven Pornozeit, die er bei Cobra als 17-Jähriger begonnen hatte, erhielt unter anderem einen Preis als "Best Twink Performer, Bottom". 2010 entschuldigte er sich dafür, Bareback-Filme gedreht zu haben, und wirbt seither für Safer Sex (queer.de berichtete).

Ein Starttermin für "King Cobra" steht bislang noch nicht fest. (dk)



#1 JochensAnonym
  • 21.10.2015, 23:48h

  • Apropos Filme mit queerer Thematik.
    Heute lief die der Film über ein lesbisches Pärchen " ich will dich" zur Prime Time um 20:15 Uhr in der ARD.
    Sehr gut, je mehr queere Sichtbarkeit desto besser.
    Aber im Vergleich dazu lief das TV Debüt des Films mit schwulem Pärchen " der freie Fall" in der ARD erst um 22:45 Uhr.
    Ob es Zufall ist oder die ARD unterschiede zwischen lesbischer und noch tabubesetzterer schwuler Liebe macht, weiß ich nicht.
    Aber das bei mann- männlicher Liebe prüder reagiert wird als bei weiblicher oder heterosexueller Liebe ist in unserer Gesellschaft, in der Männer schon schief angeguckt werden wenn sie Zuneigung zeigen oder Hand in Hand gehen, ja leider verankert.
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#2 Just meAnonym
  • 22.10.2015, 01:40h
  • Antwort auf #1 von Jochens
  • Ich habe den Film in der ARD nicht gesehen, finde es aber natürlich auch gut, dass queere Menschen (besonders medial) sichtbarer werden. Und dabei sind gerade nicht mal 'Toleranz-Wochen'...

    Was du schreibst, deckt sich tatsächlich auch stark mit meinen Beobachtungen. Es gibt eindeutig große Unterschiede bei der Darstellung lesbischer und schwuler Liebe/Sexualität. Es ist nur eine Theorie, aber dieser Unterschied beruht möglicherweise auf der sexistischen Unterscheidung in sexualisierte Körper (ohne Penis, meist weiblich gelesen) und sexualisierende Körper (mit Penis; meist männlich gelesen). Letztere werden von Hetero-Männern als Bedrohung der eigenen Männlichkeit verstanden, die sich nach heteronormativer Logik ausschließlich in 'aktiv-dominantem' (aka penetrierendem) Sexualverhalten manifestiert. Diese Männlichkeit gibt sich robust, ist in Wirklichkeit aber extrem fragil, kann nur im entsprechenden System - und nicht aus sich selbst heraus - existieren, und lässt sich folglich mit einem Fingerschnipsen dekonstruieren. Jede Berührung unter Männern stellt sie potenziell in Frage und wird daher marginalisiert, was sich wiederum in späteren Ausstrahlungszeiten zeigt. War schon damals bei Queer as Folk vs. The L-Word so, und ist bis heute nicht anders.

    Liebe und Zärtlichkeit unter Frauen wird hingegen oft gar nicht sexualisierend gelesen und ist daher weit weniger 'bedrohlich' für die eigene Männlichkeit. Nicht selten werden lesbische Paare einfach als gute Freundinnen uminterpretiert. Das mag einem als schwuler Mann im Alltag erstmal praktisch erscheinen, doch führt dieser weitere Spielraum an Ausdrucksmöglichkeiten bzgl. körperlicher Nähe auch zu Unsichtbarkeit lesbischen Begehrens und damit paradoxerweise ebenfalls zu Marginalisierung. Hinzu kommt die Tatsache, dass das 'Nicht-Ernstgenommenwerden' lesbischer/weiblicher Sexualität auch zu massiven körperlichen Grenzüberschreitungen seitens der Männer führt (bis hin zu Vergewaltigungen). Alles in allem hat beides seine Vor- und Nachteile. Trotzdem freue ich als schwuler Mann mich für jedes lesbische Paar, das seine Liebe offen zeigen kann.
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#3 TalismannProfil
  • 22.10.2015, 08:58hSingen
  • Antwort auf #1 von Jochens
  • Das kann ich nicht bestätigen. Freier Fall lief als Erstausstrahlung um 20 Uhr 15 in der ARD. und seit dem gefühlte 100 Mal als Wiederholung in EinsPlus EinsFestival und auch ARD - oft später, aber auch wieder mal um 20 Uhr 15 !!
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#4 ShadesofgayAnonym
#5 GLAAD neededAnonym
  • 22.10.2015, 11:17h
  • Antwort auf #1 von Jochens
  • Welche regelmäßige schwule Hauptrolle, welche schwule Liebe, Partnerschaft, Freundschaft usw. zur Primetime gibt es überhaupt im so genannten öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dem gesetzlichen Bildungsauftrag, insbesondere bei ARD und ZDF?

    Schwule Jugendliche und junge Erwachsene?

    Vielleicht auch mal ohne die etablierten homophoben "Am Ende ist der Schwule tot oder todunglücklich"-Narrative oder Umpolungsfantasien.

    Es ist im internationalen Vergleich ein Skandal, was in diesen Programmen, zu nahezu 100% gemacht von der weißen heterosexuellen Oberschicht für die weiße heterosexuelle Oberschicht und obere Mittelschicht, transportiert wird.

    Wenn sie mit ihren Milliarden Euro an Gebührengeldern nicht in der Lage sind, selbst entsprechende Programme zu produzieren, dann müssen sie dazu verpflichtet werden, vielfacha ausgezeichnete internationale Erfolgsprogramme mit jahrelangen schwulen und lesbischen und Trans*-Hauptrollen sowohl im Tages- als auch Hauptabendprogramm auszustrahlen!

    Von gleichberechtigter und selbstverständlicher Sichtbarkeit für LGBTI-Menschen, für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe usw. kann bislang nicht einmal ansatzweise die Rede sein. Stattdessen werden in nahezu jeden zweitem Satz dümmlichste Sexismen aufgewärmt und Homo-Hasser in Talkshows hofiert.
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#6 frageAnonym
#7 thorium222Profil
  • 22.10.2015, 16:18hMr
  • Ich würde wirklich gerne wissen, woher Francos Faszination von Schwulensex kommt. Ich glaub ihm ja, dass er hetero ist, aber gleichzeitig versteh ich es nicht. Ich hab z. B. kein Verlangen, ständig Filme über die Lesbenszene zu machen. Nichts gegen Lesben, aber als Schwuler interessieren mich halt Männer mehr und als Hetero sollte ihn Männersex ja nicht so interessieren. Wie gesagt, ich verstehs nicht.
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#8 OllosyAnonym