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Familiensynode der katholischen Kirche

Deutschsprachige Bischöfe bitten Homosexuelle um Verzeihung


Der Chef der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, dämpft die Erwartungen

Bei der Familiensynode entschuldigen sich die deutschsprachigen Vertreter zwar bei "homosexuell orientierten Menschen", dämpfen aber auch die Hoffnung auf Reformen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht räumt die deutsche Sprachgruppe bei der katholischen Familiensynode im Vatikan Fehler im Umgang mit Geschiedenen, nicht veheirateten heterosexuellen Paaren und deren Kindern sowie Schwulen und Lesben ein. In der von den Bischöfen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz getragenen Erklärung heißt es: "Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu harten und unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben, insbesondere über ledige Mütter und außerehelich geborene Kinder, über Menschen in vorehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, über homosexuelle orientierte Menschen und über Geschiedene und Wiederverheiratete. Als Bischöfe unserer Kirche bitten wir diese Menschen um Verzeihung."

Gleichzeitig wird in dem Papier betont, dass die Kirche nicht-heterosexuelle Beziehungen weiterhin ablehnt. So seien Theorien, die eine "willkürliche Auswechselbarkeit" des Geschlechts gesellschaftlich durchsetzen wollten, "Ideologien", die man ablehnen müsse. Außerdem wird in dem Papier dem demokratischen Staat abgesprochen, die Ehe selbst zu definieren, weil "Ehe und Familie dem Staat vorausgehen" würden.

Marx an Schwule und Lesben: Macht euch auf eine Enttäuschung gefasst

Der Chef der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, erklärte am Mittwoch vor Journalisten, dass seiner Ansicht nach das Thema Homosexualität nur unzureichend erörtert wurde. Nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur sagte der 62-Jährige: "Da sind manche Erwartungen jetzt enttäuscht worden oder werden enttäuscht." Nach der Synode müsse die katholische Kirche dieses Thema "intensiver aufgreifen und intensiver anschauen."

Allerdings geht der deutschsprachige Zwischenbericht selbst nicht weiter auf das Thema Homosexualität ein. Bereits in ihrer Zusammenfassung der Rückmeldungen aus den Bistümern zum Vatikan-Fragebogen zur Synode hatte die deutsche Bischofskonferenz vieles Positive zu homosexuellen Paaren weichgespült, aber immerhin noch betont, dass eine "große Mehrheit" der Gläubigen eine "differenziertere moraltheologische Bewertung" der Frage erwarte und homosexuelle Beziehungen akzeptiere (queer.de berichtete). Eine Forderung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, wurde von der Bischofskonferenz abgelehnt (queer.de berichtete).

Marx hat sich bislang beim Thema Homosexualität als Hardliner gegeben: Erst im vergangenen Monat hatte er in einer Rede vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel erklärt, dass der Staat nicht das Recht habe, Schwule und Lesben im Eherecht gleichzustellen (queer.de berichtete). 2011 hatte er für Aufregung gesorgt, als er Homosexuelle als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

Bei der Synode haben insbesondere erzkonservative Geistliche aus Afrika darauf beharrt, dass die Kirche weiterhin Schwule und Lesben ausschließt. So erklärte Kurienkardinal Robert Sarah, Homosexuelle seien gegenwärtig so gefährlich wie Adolf Hitlers Nationalsozialismus im vergangenen Jahrhundert (queer.de berichtete).

Die Familiensynode wird am Sonntag zu Ende gehen. Zuletzt brodelte im Umfeld die Gerüchteküche, was auf Machtkämpfe im Vatikan hindeutet. So wurde etwa am Mittwoch die Nachricht gestreut, dass bei Papst Franziskus ein Gehirntumor entdeckt worden sei, was sogleich von einem Vatikan-Sprecher dementiert wurde. (dk)



#1 PeerAnonym
  • 22.10.2015, 11:38h
  • Die katholische Kirche hat so viel Leid über die Welt gebracht und so viel Menschen in den Tod getrieben (entweder direkt durch Selbstmord oder indirekt durch Mobbing) - die können sich ihre Entschuldigung in den Allerwertesten schieben.

    Das was die angerichtet haben, können die niemals wiedergutmachen. Aber wenn die sich wenigstens in Zukunft nicht noch weiter versündigen wollen, dann sollen sie endlich aufhören, sich in Politik einzumischen.
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#2 HeinerAnonym
#3 HeinerAnonym
#4 AntipapstAnonym
  • 22.10.2015, 11:43h
  • Die Frauenkleider tragenden Greise bitten sich selbst um Verzeihung und geißeln weiterhin alle nichtheterosexuellen Menschen. So krank.

    Kichenaustritt.de
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#5 TimonAnonym
  • 22.10.2015, 11:48h
  • Wahrscheinlich wollen die wieder für uns beten, dass wir wieder "auf den rechten Weg finden" und Mitleid für uns empfinden.

    Die reden ja immer gerne von Barmherzigkeit auch LGBTI gegenüber, aber nur, solange wir uns denen anbiedern und uns deren Regeln beugen.

    Und bei der nächsten Gelegenheit geht dann wieder erneut die Hetze los. So, wie gerade die deutschen Bischöfe noch vor kurzem munter gegen uns gehetzt haben. Und da sollen wir jetzt auf diese altbekannte Taktik reinfallen? Für wie dumm halten die uns? Wir haben uns noch nicht von denen verdummen lassen...

    www.kirchenaustritt.de/
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#6 PR-GagAnonym
  • 22.10.2015, 11:49h
  • Na, diese "Entschuldigung" macht die von den Katholiban aktiv geförderte Herabwürdigung und Entrechtung bis hin zur Verfolgung überall dort, wo man es sich erlauben kann, doch gleich viel netter und kuscheliger.
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#7 Carsten ACAnonym
  • 22.10.2015, 11:53h
  • Die wollen sich doch nur wieder selbst auf die Schulter klopfen, wie "barmherzig" sie doch angeblich sind.

    Und wir sollen jetzt wahrscheinlich auf die Knie fallen und ihnen die Füße küssen und versprechen, dass wir mit unseren angeblichen "Sünden" aufhören.

    Und wenn dann die Öffentlichkeit wieder mal gesehen hat, wie "barmherzig" die Katholen doch sind, kann hinter den Kulissen wieder munter die Hetze weitergehen. So läuft das doch immer.
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#8 KirchenaustrittAnonym
  • 22.10.2015, 11:54h
  • Die Erde ist eine Scheibe.

    Die Sonne umkreist die Erde.

    Hexen müssen verbrannt werden.

    Frauen sind minderwertig und haben dem Mann zu gehorchen.

    Homosexualität ist eine Krankheit, die ausgeschwitzt werden muss.

    Kondome verschlimmern das Aids-Problem in Afrika.

    Vergewaltigte Frauen dürfen nicht abtreiben.

    Geschiedene, gleichgeschlechtlich Liebende und andere werden fristlos entlassen, wenn es die Kirche erfährt.

    Der Papst hat einen direkten Draht zum imaginären gottwesen und ist unfehlbar.

    Die Kirche fordert Nachzahlungen von Zehntausenden Euro Kirchensteuer mit Kalkül von denjenigen, die schon vor Jahrzehnten aus der Kirche ausgetreten sind und ihre kirchenaustrittsbescheinigung nicht aufbewahrt haben.

    Und diese Sekte reklamiert den Anspruch die moralinstanz der Welt zu sein.

    Kirchenaustritt.de
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#9 UnglaubwürdigAnonym
  • 22.10.2015, 11:55h
  • "dämpfen aber auch die Hoffnung auf Reformen."

    Wie glaubwürdig ist schon eine Entschuldigung, wo die Relativierung im selben Atemzug erfolgt...
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#10 Nein dankeAnonym
  • 22.10.2015, 11:56h
  • "Deutschsprachige Bischöfe bitten Homosexuelle um Verzeihung"

    Bekommen sie aber nicht.

    Das kommt zu spät, ist zu wenig und noch dazu nicht aufrichtig.
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