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  • 22.10.2015, 17:51h           9      Teilen:   |

"Statement on Transgender People"

Weltärztebund: Transgeschlechtlichkeit ist keine Krankheit

Der Weltärztebund (World Medical Association) wurde 1947 in Paris gegründet
Der Weltärztebund (World Medical Association) wurde 1947 in Paris gegründet

Die Generalversammlung des Weltärztebundes hat auf Initiative der deutschen Bundesärztekammer am vergangenen Wochenende in Moskau beschlossen, Transgeschlechtlichkeit nicht länger zu pathologisieren.

Die internationale Vereinigung von über 100 nationalen Ärzteverbänden verabschiedete das "Statement on Transgender People", in dem Mediziner aufgefordert werden, für eine diskriminierungsfreie gesundheitliche Versorgung von Transsexuellen und Transgendern zu sorgen.

In der Internationalen Klassifikation von Krankheiten und Gesundheitsproblemen (ICD-10) ist Transsexualität derzeit noch in der Liste von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgeführt. Die Weltgesundheitsorganisation plant diese Klassifikation in der neuen Liste, die 2017 in Kraft treten soll, zu ändern.

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte am Donnerstag die Stellungnahme des Weltärztebundes. Gleichzeitig warnte die LGBT-Organisation aber, die Neubewertung dürfe nicht dazu führen, dass Krankenkassen in Zukunft die Bezahlung von geschlechtsangleichenden Operationen mit der Begründung ablehnten, dass keine Krankheit vorliege. "Für die weit überwiegende Mehrheit der Trans*-Personen sind geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen zwingende Voraussetzung für ihr Wohlbefinden und ihre mentale Gesundheit", erklärte LSVD-Sprecherin Uta Schwenke.

Der Weltärztebund hatte vor zwei Jahren eine Stellungnahme verabschiedet, nach der die "Heilung" von Homosexuellen ein Verstoß gegen die Menschenrechte darstelle (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Website Weltärztebund
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Tags: weltärztebund, transsexualität, transgender, transgeschlechtlichkeit, moskau
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Reaktionen zu "Weltärztebund: Transgeschlechtlichkeit ist keine Krankheit"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
22.10.2015
18:39:27
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User Mausmops


Natürlich ist Trans* keine Krankheit sondern eine Normvariante des Lebens. Wusste ich schon immer. Ich frage mich nur, ob Schwangerschaft auch eine Krankheit ist, denn dort wird ja auch die medizinische Versorgung von den Krankenkassen übernommen.


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#2
22.10.2015
19:32:20


(+1, 3 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das ist zwar reichlich spät, doch besser jetzt als nie!


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#3
23.10.2015
09:12:20
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Alice


"Gleichzeitig warnte die LGBT-Organisation aber, die Neubewertung dürfe nicht dazu führen, dass Krankenkassen in Zukunft die Bezahlung von geschlechtsangleichenden Operationen mit der Begründung ablehnten, dass keine Krankheit vorliege."
Ich hoffe auch, dass dies keine Folge der Neubewertung wird. Sonst kann ich wohl meine Hoffnung auf eine GAOP erstmal aufgeben :/


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#4
26.10.2015
02:12:20


(+3, 3 Votes)

Von Aranos


Das war auch höchste Zeit. Leider wird der Masse mal wieder nicht erklärt, WARUM das keine Krankheit ist. Und so bleiben alle schön doof, die Rechten können weiter hetzen und die betroffenen sich nicht argumentativ wehren. Schade.


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#5
26.10.2015
10:34:42


(+3, 3 Votes)

Von J-man
Antwort zu Kommentar #3 von Alice


Hallo Alice,
da kann ich dich beruhigen: in Deutschland gilt Transsexualität schon seit Langem nicht mehr als Krankheit. Die Kosten müssen durch die Krankenkassen übernommen werden, weil der Leidensdruck, der durch die Inkongruenz zwischen Körper und Geschlecht entsteht, Krankheitswert besitzt (Urteil des Bundessozialgerichtes irgendwann Anfang der 80er).
Viel Glück auf deinem Weg!


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#6
27.10.2015
18:33:20


(+1, 1 Vote)

Von Shadesofgay


Wichtige Petition zur Gleichbehandlung von LGBTI im Gesundheitswesen:

Link:
secure3.convio.net/hrc/site/Advocacy?cmd=display&p
age=UserAction&id=2249


Gerade unterzeichnet!


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#7
29.10.2015
09:25:02


(0, 2 Votes)

Von Lexi
Antwort zu Kommentar #1 von Mausmops


Muss wohl so sein.
Stimmungsschwankungen, Depression, physische Beeinträchtigungen, neue Allergien, Inkontinenz welche für den Rest des Lebens anhalten kann, dann noch die Begrifflichkeit an sich - "andere Umstände" ... Also wenn das nicht nach einer behandlungsdürftigen Krankheit klingt? :p


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#8
29.10.2015
10:01:33


(+2, 2 Votes)

Von Kim Schicklang


Der Text des Weltärztebundes meint "Transsexualität" gar nicht, sondern bezieht sich auf "Gender Identity". Seit Jahrzehnten wird hier ja Transsexualität (Körper weicht ab) mit Transidentität (Identität weicht ab) verwechselt. Beides gibt es, aber gemeint war im ICD bislang nur "Gender Identity". Im ICD 10 sagte man: Menschen mit abweichender "Gender Identity", also der Idee nach Männer, die sich als Frauen identifizieren oder Frauen, die sich als Mann identifizieren seien psychisch krank. Die Diagnose "Gender Identity Disorder" wurde dann vergeben.

Nun gelten Männer, die sich als Frau identifizieren oder Frauen, die sich als Mann identifizieren, nur noch als "gender inkongruent", was - so der Text des Weltärztebundes - keine Krankheit mehr sei. Erst in schlimmen Fällen, also, wenn - so die Idee dahinter - wenn z.B. dann Menschen unter ihrer Gender-Inkongruenz leiden, soll das dann als "Gender Dysphorie" gelten, die dann z.B. medizinische Massnahmen notwendig werden lassen kann.

Der Weltärztebund setzt also das um, was bestimmte - häufig auch schwul-lesbische Gruppen und Vereine - ja schon länger wollen: Dass "Trans*Identität" - was in der schwul-lesbischen Community sehr verbreitet ist - nicht mehr als psychisch krank gilt.

Was der Weltärztebund veröffentlicht hat, ist das Ergebnis eines mehrere Jahre andauernden Lobbyings (da fliessen auch eine Menge Gelder), "Trans*Identitäten" nicht mehr als psychisch krank anzusehen.

Dummerweise ist Ihnen dabei aber eines gar nicht bewusst: Dass es so etwas wie "Transsexualität" gibt, also das Abweichen von körperlichen Merkmalen vom eigenen Geschlecht. Diese Transsexualität wurde in Vergangenheit nur fehlgedeutet behandelt, nämlich umgedeutet zu einem "Gender Identity"-Thema. Seit Jahren ist absehbar, dass die Entpsychopathologisierung (die ja richtig ist... warum sollen Gender-Identitäten als psychisch krank gelten?) von "Trans*Identitäten" leider nebenbei auch eine neue Situation für Menschen mit Transsexualität erzeugt: Nämlich die Frage, wie denn dann die körperlichen Massnahmen weiterhin finanziert werden sollen.

Eine Lösung dieser Fragestellung ist: Endlich anzuerkennen, dass es Transsexualität - im Sinne der Abweichung von körperlichen Merkmalen vom eigenen Gechlecht - überhaupt gibt. Und dafür zu sorgen, dass dann Menschen rechtlich umgehend anerkannt werden, damit sie den Schutz des Gesetzes geniessen, um dann auch ihren abweichenden Körper behandeln zu lassen, wenn sie unter diesem leiden.

Es gibt nun Leute, die genau auf das seit Jahren hinweisen, und deswegen sagen, dass neben "Trans*Identität" auch "Transsexualität" anerkannt sein muss, damit kalr ist, dass sich das eine auf Identität, das andere auf den Körper bezieht. Wäre der Körper kein Thema, bräuchte niemand Hormone nehmen oder an eine genitale OP denken. Leider aber werden transsexuelle Menschen zur Zeit sehr unsichtbar gemacht und "Transsexualität" verstärkt zu einer Form der "Trans*Identität" umgedeutet. Und das ist das, was dann am Ende dazu führen könnte, dass irgendwer sagt: "Ist doch ok, wenn sich ein Mann als Frau fühlt" (im Sinne von "Transidentität")... "aber wozu braucht er denn dann körperliche Veränderungen? Wir akzeptieren ihn auch so als Frau". ...

Deswegen: LSBTTIQ anerkennen!

(Ach so: Natürlich ist "Transsexualität" auch keine Krankheit... aber eine körperliche Variation, die dann Krankheitswert hat, wenn jemand unter der Abweichung der körperlichen Merkmale leidet)


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#9
31.10.2015
09:30:36


(+1, 1 Vote)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Das Stichwort : Leid, Leiden ist ja das derzeit wichtigste Definitorium, wenn es um Krankheit geht, also ist Jemand, der nicht leidet, auch nicht als krank zu sehen, denkt man.

Die Schwierigkeit bei alteristischen Lebensformen, also 'Normvarianten' ist es, dass eventuelles Leid und Leiden dadurch entstehen kann, dass das Umfeld nicht supportiv ist und über negative Einflüsse, sei es Mobbing, sei es Abwendung, sei es Ignoranz oder Ausgrenzung, verursacht,

Das hat man früher selbst in der Psyhologie nie oder nicht klar genug getrennt vom objektiv erfassten 'Leid' oder einem schlichtweg unterstellten Leid rückgeführt auf die Problemkomplexe der Selbstfindung und Selbstverwirklichung bei sog. Transsexuellen. Ich habe einige menschen erlebt, die an dem lebensbegleitenden Psychpathologisierungstreiben selbstherrlicher Therapeuten seelisch zerbrochen sind, hier kann man von einem zugefügten Leid sprechen.

Man kann nur froh sein, wenn sich auch in der Psychotherapielandschaft allmählich der Verstand gegen methodisch erwogene Begrenzungen durchsetzt, und die so langsam mal mitkriegen, dass sie es mit Menschen zu tun haben, die nichts Weiteres wollen, als sie selbst zu sein, innerlich wie auch äußerlich Balance zu erreichen, wie auch immer der oder die Einzelne das dann für sich haben möchte.

Und Aufgabe eines Therapeuten ist es, sie darin zu unterstützen, ggf zu begleiten, wenn der Wunsch danach vorhanden ist.

Wenn Jemand nicht krank ist, bedarf es aber auch keiner Therapeuten. Gut, dass die oft lebenslange Evaluation eines Transpersonenlebens durch irgendwelche Fachleute endlich ein Ende hat!


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