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In Aceh sollen Schwule und Lesben künftig öffentlich ausgepeitscht werden

In der indonesischen Provinz kann gleichgeschlechtliche Liebe ab sofort mit 100 Peitschenhieben bestraft werden.

Am Freitag ist nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in Aceh ein umstrittenes Gesetz in Kraft getreten, mit dem alle Muslime künftig für homosexuelle Handlungen bestraft werden können. Das Scharia-Gesetz, das für indonesische und ausländische Muslime gilt, sieht künftig 100 Peitschenhiebe für Analverkehr unter Männern vor. Auch Frauen, die "Körperteile zur sexuellen Stimulation aneinander reiben", droht laut Gesetz diese Folterstrafe, die stets öffentlich ausgeführt werden soll. In Aceh gehören nach offiziellen Angaben über 98 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubensgemeinschaften an.

Das Gesetz war im vergangenen Jahr vom Regionalparlament beschlossen worden (queer.de berichtete). Damals war es zu scharfen Protesten gekommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte das Gesetz etwa als einen "gewaltigen Rückschritt für die Menschenrechte". Auch indonesische Menschenrechtler forderten die Abschaffung des Gesetzes, während sich die Tourismusindustrie Sorgen um das Image des bevölkerungsreichsten muslimischen Landes der Welt machte.

Freikauf aus Strafe möglich

Betuchte Verurteilte haben laut dem neuen Gesetz in Aceh die Möglichkeit, sich mit der Zahlung von einem Kilogramm Gold freizukaufen. Das entspricht nach dem augenblicklichen Kurs rund 34.000 Euro. Alternativ können sie auch gut acht Jahre im Gefängnis verbringen.

Der Verantwortliche der Provinz für die Scharia-Rechtsprechung, Syahrizal Abbas, erklärte am Donnerstag, das Gesetz schütze die "menschliche Würde": "Es soll die Muslime von Aceh davor schützen, unmoralische Dinge zu tun", so Abbas. Auch bei vor- oder außerehelichem Sex zwischen Heterosexuellen drohen hundert Peitschenhiebe. Allein ein Kuss zwischen Unverheirateten kann mit dreißig Schlägen geahndet werden. Mit Peitschenhieben werden in Aceh auch Menschen wegen Ehebruchs, Glücksspiel und Alkoholkonsum bestraft.

Die an der Nordwestspitze der Insel Sumatra gelegene Provinz ist der einzige Teil Indonesiens, der Homosexualität unter Strafe stellt. Aceh hat das Recht auf Sondergesetze, weil der Provinz nach jahrzehntelangen separatistischen Bestrebungen Anfang des Jahrtausends größere Autonomie zugestanden wurde.

Während LGBT-Aktivisten eine weitere Stigmatisierung und Verfolgung von Schwulen und Lesben befürchten, bleibt unklar, inwieweit die neuen Gesetze in der Praxis angewandt werden. Für die Verfolgung sind Augenzeugen der Tat und Beweise nötig. Wer jemand fälschlicherweise einer Tat nach Scharia-Recht beschuldigt und keine Beweise vorlegt, kann selbst mit Peitschenhieben bestraft werden. (cw)



#1 goddamn liberalAnonym
#2 hugo1970Profil
  • 23.10.2015, 15:32hPyrbaum
  • "Es soll die Muslime von Aceh davor schützen, unmoralische Dinge zu tun",

    Haha?!, echt?, dann müßen sie gleich bei sich selber anfangen die verfluchten verdammten religiösen menschenhasser, denn sie praktizieren genau das, was sie der Bevölkerung vorenthalten, die scheiß verdammten Ar...er.
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#3 panzernashorn
#5 YannickAnonym
  • 23.10.2015, 18:24h
  • "Freikauf aus Strafe möglich"

    Da sieht man wieder mal, dass es nur ums Geld geht.
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#6 RobinAnonym
  • 23.10.2015, 18:47h
  • Ausgerechnet diese Region, die vor Jahren so sehr von einer Katastrophe getroffen wurde und der aus der ganzen Welt (auch von LGBTI) geholfen wurde, dankt es heute so...
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#7 TimonAnonym
#8 aLuckyGuyProfil
  • 23.10.2015, 19:15hPeine
  • Man kann es immer nur wieder betonen, religiöse Dogmen sind meines Erachtens derzeit die grösste Gefahr auf der Erde überhaupt.
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