Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.10.2015, 17:03h           92      Teilen:   |

Homophobie

Russische Kommunisten wollen Coming-out verbieten

Artikelbild
Wenn es um Homophobie geht, wollen die russischen Kommunisten Putin noch überholen

Das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" geht der Partei am linken Rand nicht weit genug: Zum Schutz der heterosexuellen Jugend sollen Repressionen gegen Schwule verschärft werden.

Kommunistische Duma-Abgeordnete haben in Moskau einen Gesetzentwurf vorgestellt, mit dem die Verfolgung Homosexueller verstärkt werden soll. Die Abgeordneten Iwan Nikitschuk und Nikolaj Arjefyjew wollen künftig jegliches öffentliche Bekenntnis zur männlichen Homosexualität unter Strafe stellen.

Wer gegen das Anti-Coming-out-Gesetz verstößt, soll eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Rubel (75 Euro) zahlen müssen – oder bis zu 15 Tage Arrest erhalten, wenn das Coming-out in einer Erziehungseinrichtung, in Kulturinstitutionen oder in Behörden geschehe.

Gegenüber der Zeitung "Iswestija" erklärte Nikitschuk, dass er mit dem Gesetz gegen eine "soziale Krankheit in unserer Gesellschaft" vorgehen wolle, weil das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" nicht effektiv genug sei. Homosexualität sei "eine schwerwiegende Gefahr für jede normale Person und für die Gesellschaft als Ganzes". Würde Homosexualität akzeptiert werden, würden sich Menschen nicht mehr fortpflanzen, erklärte der Abgeordnete.

Fortsetzung nach Anzeige


Kommunisten drücken bei Lesben ein Auge zu

Die Kommunisten, die nach Putins "Einiges Russland" die zweitgrößte Fraktion in der Duma stellen, haben dabei offenbar kein Problem mit lesbischen Beziehungen. Laut Nikitschuk seien Frauen in dieser Frage "vernüftiger". Außerdem würde männliche Homosexualität bei Russen – speziell bei orthodoxen Gläubigen – eher "Ekel" auslösen als weibliche Homosexualität. Er selbst habe bärtige Männer aus Berlin gesehen, die sich umarmt und geküsst hätten. "Das sieht ekelhaft aus", so sein Urteil.

In der Begründung des Gesetzentwurfs erklärten die Kommunisten, dass das Homo-Verbot in der Sowjetunion einen positiven Effekt auf die Gesellschaft gehabt habe. Seit der Stalinzeit war Homosexualität in der UdSSR mit langjährigen Haftstrafen und Zwangsarbeit geahndet worden. Doch die Autoren des Gesetzes gingen in einer offizilellen Anmerkung zu ihrem Entwurf noch weiter zurück in die Geschichte: Auch Homo-Verbote in Griechenland vor über 2.000 Jahren – beispielsweise in Sparta – seien laut dem Entwurf ein gutes Beispiel gewesen, wie Gesellschaften sich vor Schwulen geschützt hätten.

Paradoxerweise geht der Gesetzentwurf sogar dem homophoben Haudegen Witali Milonow zu weit, der Schwule und Lesben regelmäßig als "pervers" oder "krank" bezeichnet. Auf Initiative des St. Petersburger Stadtrats war das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" erlassen worden. Am Freitag erklärte er aber gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der Staat Menschen nicht ins Gefängnis stecken könne, wenn sie ihre sexuelle Orientierung "zugeben" würden. Gleichzeitig schränkte er ein: "Wenn es Propaganda ist, ist das eine andere Sache". Russische LGBT-Aktivisten sagten am Freitag gegenüber Medien, sie rechneten nicht mit einer Verabschiedung des Gesetzes. (dk)

nachträglich aktualisiert: Strafen näher aufgeschlüsselt

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 92 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 1395             15     
Service: | pdf | mailen
Tags: russland, homophobie
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Russische Kommunisten wollen Coming-out verbieten"


 92 User-Kommentare
« zurück  12345...910  vor »

Die ersten:   
#1
23.10.2015
17:34:54


(+10, 16 Votes)

Von goddamn liberal


Die Kollontai würde im Grab rotieren und das mit Sparta haben die Russen wohl nicht ganz verstanden.

Ihre eigenen orthodoxen Landsleute verstehen die finsteren Gestalten anscheinend auch besser als Klassiker der Arbeiterbewegung wie Lassalle.

Schon Marx und Engels nannten Russland gerne eine 'orientalische Despotie'. Sie hatten und haben recht - bis heute.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.10.2015
18:21:11


(+9, 13 Votes)

Von Yannick


"Kommunisten drücken bei Lesben ein Auge zu"

Klar, an Lesben können die sich aufgeilen.

Das wird echt immer schlimmer dort.

Und man sieht auch wieder mal, wie strohdumm die sind:
die gehen davon aus, dass Jugendliche nicht schwul werden, wenn sie keine Schwulen sehen und nichts darüber erfahren. Aber nach der "Logik" hätte es früher auch in Deutschland keine Schwulen geben dürfen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.10.2015
18:23:01


(+8, 20 Votes)

Von objektiv


das sind gewiss keine kommunisten.

kommunist*innen verstanden schon vor 100 jahren und auch in russland, dass kommunismus die klassenlose gesellschaft ist, in der alle formen der unterdrückung des menschen durch menschen beseitigt sind. maximale indidviduelle und kollektive autonomie und freiheit.

kommunist*innen berufen sich auf objektive wissenschaft (nicht auf "tradition", religion, nation usw., wie es die "k"prf immer wieder tut), insbesondere den historischen materialismus, der in aller deutlichkeit aufzeigt, dass heteronormativität und die unterdrückung von homosexualität das ergebnis der herrschenden produktions-/ausbeutungsverhältnisse sowie der klassenunterdrückung der breiten masse der menschen in der (nun) kapitalistischen gesellschaft sind.

wer die arbeiter*innenklasse und gerade die jugend mittels homophobie unterdrückt, verhindert aggressiv deren emanzipation und erhebung und tut damit das gegenteil dessen, was marxisten, sozialisten und kommunisten - der tat, nicht als etikettenschwindel - tun.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.10.2015
18:43:05


(-20, 28 Votes)

Von Markus45


Soviel zum Thema, das linke Parteien und das linke Spektrum die Rechte homosexueller Paare voranbringen und unterstützen.

Es sind fast immer liberale und grüne Parteien und manchmal (!!!) die sozialdemokratischen Parteien, die homosexuellen Paaren helfen und für die Gleichstellung kämpfen.

In Deutschland sind die vor allem die FDP, die Grünen/Bündnis 90 und in Teilen die SPD.

Es ist übrigens in diesem Zusammenhang auch kein Zufall, dass die beiden ehemaligen Piratenparteivorsitzenden Sebastian Nerz und Bernd Schlömer zur FDP gewechselt sind.

*
Link zu www.spiegel.de

Wer FDP wählt, bekommt die Gleichstellung !!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
23.10.2015
18:47:40


(0, 12 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von objektiv


Objektiv magst Du recht haben.

Aber sag das mal nicht uns, sondern den lieben 'Genossen' im 3. Rom.

Bild-Link:
137110.jpg


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
23.10.2015
18:48:56


(+10, 14 Votes)

Von Robin


Es wird Zeit, dass die sexuelle Orientierung endlich als genereller Asylgrund anerkannt wird.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
23.10.2015
19:02:51


(-1, 15 Votes)

Von I Kon
Antwort zu Kommentar #3 von objektiv


Interessant, wenn ein Deutscher (Kommunist?) die Deutungshoheit übernimmt und die KPRF einfach mal umdefiniert ... Ob denen das gefällt?

Fakt ist, dass auch unter der KPdSU Schwule mit Lagerhaft und Zwangsarbeit bestraft wurden und dass das sowjetische Gesetz männliche Homosexualität bestrafte (weibliche jedoch nicht). Die KPRF will einfach nur den Zustand wiederherstellen, der in der kommunistischen UdSSR bereits geherrscht hat.

Durch die von dir zitierte objektive Wissenschaft haben sich die sowjet(russ)ischen Kommunisten schon damals nicht irritieren lassen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
23.10.2015
19:05:35


(+9, 17 Votes)

Von aLuckyGuy
Aus Peine (Niedersachsen)
Mitglied seit 28.08.2015
Antwort zu Kommentar #4 von Markus45


@Markus45
Ich fürchte, da hast Du einige Dinge gründlich missvestanden. Die angeblichen Kommunisten Russlands sind in Wahrheit eher Alt-Stalinisten der schlimmsten Sorte. Sie haben mit linker Politik wie sie hier bei uns in Deutschland betrieben wird, nicht das Geringste zu tun. Ich fürchte, diese Leute wissen nicht mal wie man das Wort Demokratie und Freiheit überhaupt schreibt.

Und die FDP ist nun auch nicht gerade ein Vorkämpfer für mehr Gerechtigkeit. Westerwelle hat man damals auch eher zwangsgeoutet. Rechte für Homosexuelle gehen Westerwelle doch am Allerwertesten vorbei.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
23.10.2015
19:14:23


(+8, 14 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Markus45


MarkusLukasJohannes: "Wer FDP wählt, bekommt die Gleichstellung !!!"

Klar, Mensch, wie konnte ich das nur vergessen? Hat ja schon einmal glänzend geklappt: Als die "F"DP feste in der Regierung mitgemerkelt hat, hatten wir ja schon mal die totale Gleichberechtigung.

Wenn du so grenzenlos dämlich bist, heißt das nicht, dass wir es auch sind, Tinnitus.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
23.10.2015
19:15:41


(+7, 17 Votes)

Von Internationalist
Antwort zu Kommentar #7 von I Kon


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Internationalismus


"Auf Initiative Lenins wurde 1919 die Kommunistische Internationale bzw. dritte Internationale gegründet. Diese wurde 1943 von Stalin aufgelöst."

"Im Sinne des staatlichen Organisationsprinzips ist der marxistische Begriff Internationalismus gleichbedeutend mit dem Weltföderalismus. Lenin konzipierte in diesem Sinne die erste Verfassung der UdSSR, die als Rumpf eines Weltstaates gedacht war.

Im Stalinismus wurde diese Vorstellung aufgegeben und die Sowjetunion nunmehr als erweiterter russischer Nationalstaat betrachtet (vgl. "Sozialismus in einem Land")."

usw. usf.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...910  vor »


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung 25 Jahre "Schwulen-Verrat" im Fernsehen LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt