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Bischof Rudolf Voderholzer, Mitglied der Glaubenskongregation, warnt vor einer "Wertschätzung" von Homosexualität (Bild: Bistum Regensburg)

In einem seitenlangen Elaborat empört sich Rudolf Voderholzer über einen moderaten Leitfaden der Bischofskonferenz zum "Gender Mainstreaming".

Von Norbert Blech

Nur zwei Tage, nachdem sich die Deutsche Bischofskonferenz für "harte und unbarmherzige Haltungen" u.a. gegenüber Homosexuellen entschuldigt hatte, erlaubt sich der erste deutsche Bischof wieder einen homophoben Ausfall.

Der Ende 2012 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Regensburg ernannte Dogmatiker und Theologe Rudolf Voderholzer kritisiert auf der Webseite des Bistums einen Flyer zum Thema "Gender Mainstreaming" (PDF), der von den katholischen Arbeitsstellen für Männer- und Frauenseelsorge erstellt und am Donnerstag von der Bischofskonferenz verbreitet wurde.

Die Broschüre erklärt nüchtern, warum eine Gleichstellung von Mann und Frau aus kirchlicher Sicht geboten sei. Thema ist auch, dass es ein soziales Geschlecht durchaus gebe, dieses aber nicht komplett vom biologischen Geschlecht zu trennen sei. Man wolle zur "Versachlichung der Debatte beitragen", schreiben die Autoren, da die Auseinandersetzung zum Thema Gender oft "unfair geführt wird und mit Drohungen oder Diffamierungen daher kommt".

Bereits das war zuviel für Voderholzer: Der Flyer gebe keine Belege für diese Diffamierungen, kritisiert er, unterschlage aber, dass es gerade "die gendersensiblen Theologinnen und Theologen" seien, "die die Kritiker des Gender-Mainstreaming in die Nähe von AfD, Pegida und dem 'rechten Rand' bringen".

"Keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung"


Mit Bildern wie diesem preist das Bistum Voderholzer auf seiner Webseite als volksnah. Eine andere Galerie zeigt ihn beim "Marsch für das Leben" in Berlin.

Voderholzer, von Papst Franziskus im Mai 2014 zum Mitglied der Glaubenskongregation ernannt, empört sich weiter, dass der Flyer in einem Nebensatz von der "Wertschätzung eines jeden Menschen unabhängig von der sexuellen Orientierung" als Ziel der Kirche spricht. "Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Homosexuellen gilt, beinhaltet keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung", kommentiert er kühl. "Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung."

Der 56-Jährige meint weiter, es sei "naiv und irreführend" zu glauben, "dass das Gender-Mainstreaming eine Strategie ist, die zur Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern beitragen möchte". Vielmehr gehe es "um die soziale und politische Akzeptanz der Homosexualität und darüber hinaus um die Durchsetzung des Diversity-Mainstreaming, in dem alle sexuellen Orientierungen als gleichrangig gelten", und letztlich "um die Infragestellung der Heterosexualität als das Normale und Schöpfungsgemäße".

Zum Thema Intersexualität merkte der Bischof an, dass es sich dabei um einen "Defekt" handle, "der aber äußerst selten vorkommt".

Voderholzers Alternative: Reinste Hetze


Zwei sehr unterschiedliche "Gender"-Broschüren aus der katholischen Kirche. Der Bischof hat eine klare Präferenz.

Gläubige sollten statt dem kritisierten Flyer den "Leitfaden 'Gender-Ideologie'" (PDF) von "Kirche in Not" lesen, empfiehlt Voderholzer. In dem "Glaubens-Kompass" werden gleichgeschlechtliche Ehen als "Zerstörung der bislang gültigen familiären Ordnung" bewertet und der Begriff "Homophobie" kritisiert als "Totschlag-Argument gegen Andersdenkende, die praktizierte Homosexualität nicht als natürliche Form menschlicher Geschlechtlichkeit anerkennen".

Weiter heißt es in dem Werk, "Genderisten" wollten "jedwede sexuelle Orientierung – wie zum Beispiel Homosexualität; die Pädophilie ist in dieser Hinsicht zurzeit noch umstritten – als gesellschaftlich akzeptierte geschlechtliche Identität etablieren" und jede Orientierung als "völlig normal, gleichwertig und gleichberechtigt" festsetzen.

Das mutmaßlich von Gabriele Kuby inspirierte anonyme Büchlein meint noch: "Für die Genderisten gibt es keinerlei Geschlechtsidentitätsstörungen, sondern jegliche sexuelle Orientierung gilt ihnen als gleich gut und sollte daher auch ausgelebt werden." Damit würden Naturgesetze in Frage gestellt. "Kirche in Not", durch Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert mehrfach auf der "Demo für alle" vertreten, kritisiert sogar die Bundesregierung, weil sie sich im Koalitionsvertrag "anerkennend zu gelebter Homosexualität" äußere. Die Gender-Ideologie sei letztlich atheistisch – und "teuflisch".



#1 ShadesofgayAnonym
#2 hugo1970Profil
  • 24.10.2015, 09:39hPyrbaum
  • Ein besseres Beispiel gibt es gar nicht, was zeigt, das die katholische kirche nicht reformierbar ist und sie will gar nicht sich reformieren.
    Man kann auch leider nichts dagegen tun, ausser austreten aus der menschenunwürdigen rechts hetzerischen sekte.
    Wie kann man nur antiken Werten nachtrauern, wenn mann genau weis, das das schon längst überholte falsche Vorstellungen sind.
    Mann kann doch auch an der Macht bleiben wenn man sich den zukünftigen Problemen öffnet und jedwelche Lebensform akzeptiert.
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#3 hugo1970Profil
  • 24.10.2015, 09:44hPyrbaum
  • Es sieht so aus, das heftige Grabenkämpfe in der katholischen kirche geführt werden, zwischen Faschisten und den Kräften, die wissen das man die Geschichte auf Dauer nicht beherschen kann.
    Kein einziges Imperium der Weltgeschichte hat ewig gedauert und das Ende der katholischen kirche kommt auch irgendwann.
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#4 hugo1970Profil
  • 24.10.2015, 09:46hPyrbaum
  • "Zum Thema Intersexualität merkte der Bischof an, dass es sich dabei um einen "Defekt" handle, "der aber äußerst selten vorkommt".

    Defekt sind alle fas...ten, die meinen alle Menschen müßten ihren kranken vorstellungen und ideen unterworfen werden
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#5 SebiAnonym
  • 24.10.2015, 10:10h
  • Erstens sind Begriffe wie "teuflisch", "krank", "Zerstörung der Ordnung", "Gefahr für Familien", etc. keine Kritik, sondern pure Hetze.

    Und zweitens: was bildet der sich ein, die Identität und das Leben anderer Menschen kritisieren zu dürfen. Das ist so, als würde man sagen "Man darf Kritik an Rothaarigen üben". Oder "Man wird Schwarze doch wohl noch kritisieren dürfen."

    Natürlich darf man im Einzelfall auch einen Schwulen, einen Schwarzen, etc. kritisieren. Aber eben für bestimmte Handlungen und Ansichten, aber nicht aufgrund seiner Hautfarbe oder sexueller Orientierung. Und erst recht nicht alle Schwarzen oder alle LGBTI nur aufgrund ihrer Hautfarbe oder sexuellen Orientierung.
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#6 American_alienProfil
  • 24.10.2015, 10:14hHannover
  • Sexualiät kritisieren?
    Oh, bitte, wie kann man etwas Natürliches kritisieren, von dem der Typ (rein offiziell) keine Ahnung hat...
    "Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung."
    Ja ne, ist klar.
    Das ist doch nur eine Herunterspielung der Diskriminierung, nichts weiter.
    Da kann sich dieser hässliche Pfaffe mit rosa Käppi und widerlichem Gesichtsausdruck totkritisieren, Homosexualität hat es schon immer gegeben, gibt es und wird es auch weiterhin geben.

    Genau, immer diese "Totschlagargumente" gegen "Andersdenkende", Täter-Opfer-Umkehr ist das, nichts weiter...

    Oh ja, und natürlich die Gleichsetzung von Homosexualität und Pädophilie, bzw. dieses -könnte-dann-auch- legalisiert-werden Gelabere, ein Klassiker...

    Ich würde sagen, der Einfluss der katholischen Kirche zerstört Familien, bzw. Menschen und bestimmt keine gleichgeschlechtlichen, einvernehmlichen Beziehungen...

    Ich verfolge hier ja aktiv das Forum, ich meine, nicht wenige der etwas älteren User hier können ein Lied davon singen...

    Die Nettiquette verbietet es mir leider, zu schreiben, was ich über diesen "Menschen" wirklich denke...
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#7 HeinerAnonym
  • 24.10.2015, 10:16h
  • Ist doch klar, dass die Kinderschänder-Sekte weiter das Recht haben will, gegen andere zu hetzen, um so von ihren Verbrechen abzulenken.

    Deren Geschäftsmodell basiert auf Unterdrückung und Hetze, um ihre Anhänger auf Linie zu bringen. Vielfalt und Freiheit sind eine Gefahr für deren Geschäftsmodell und deren Allmachtsanspruch.
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#8 TimonAnonym
  • 24.10.2015, 10:21h
  • Das ist die klassische "Man wird doch wohl noch sagen dürfen"-Mentalität.

    Nein:
    das Herabwürdigen von Menschen, die anlasslose Diskriminierung von Menschen, das Verbreiten von Lügen, das Brechen von Grundrechten, etc. sind keine "Kritik", sondern Hetze.

    Hass ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
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#9 ollinaieProfil
  • 24.10.2015, 10:21hSeligenstadt
  • Antwort auf #2 von hugo1970
  • "Mann kann doch auch an der Macht bleiben wenn man sich den zukünftigen Problemen öffnet und jedwelche Lebensform akzeptiert."

    Kann Kirchen-"man" nicht, deswegen rumpelstilzt er ja.

    @Voderholzer, Huander & Co.
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#10 RobinAnonym
  • 24.10.2015, 10:24h
  • "Damit würden Naturgesetze in Frage gestellt."

    Immer wieder peinlich, wenn ausgerechnet die Kirche von ihren angeblichen Naturgesetzen spricht.

    Naturgesetze gibt es in den Naturwissenschaften, aber nicht in der Religion. Deren erfundene Regeln sind das genaue Gegenteil von Naturgesetzen.
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