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Freunde trauern um Michail Pischtschjewskij, der 17 Monate nach einer brutalen Attacke starb (Bild: FB)

Michail Pischtschjewskij war vor über einem Jahr von einem homophoben Schläger auf offener Straße verprügelt worden. Jetzt erlag er seinen Verletzungen, während der Täter wieder auf freiem Fuß ist.

Am Dienstag ist Michail Pischtschjewskij in einem Krankenhaus in der weißrussischen Hauptstadt Minsk gestorben. "Mischa weilt nicht mehr unter uns. Jemand hat ihn aus dem Leben gerissen", teilte LGBT-Aktivist Sergej Androsjenko auf sozialen Netzwerken mit.

Pischtschjewskij war im Mai 2014, als er gerade eine schwule Party in einem Nachtclub verlassen hatte, von Dmitrij L. in Minsk zunächst verbal wegen seiner Homosexualität angegriffen worden. Schließlich schlug der Täter zu und fügte seinem damals 33 Jahre alten Opfer schwere Kopfverletzungen zu. Die Ärzte mussten Pischtschjewskij mehrfach wegen Gehirnblutungen operieren und dabei rund 20 Prozent seines Gehirns entfernen. Schließlich wachte er nicht mehr aus dem Koma auf.

In zwei Verfahren – zuletzt im Januar – war der Täter wegen "unabsichtlich zugefügter schwerer Körperverletzung" zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Außerdem wurde er verurteilt, dem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von umgerechnet 7.500 Euro zu überweisen. Zusätzlich sollte er 3.000 Euro an die Mutter des Opfers bezahlen.

Laut Gericht kein Hassverbrechen

Unter LGBT-Aktivisten sorgte insbesondere die Weigerung der Staatsanwaltschaft, L. wegen eines Hassverbrechens anzuklagen, für Unverständnis. Denn eigentlich war die Motivation klar: Es hat mehrere Zeugen für die homophoben Tiraden des Täters gegeben, der gegenüber der Polizei selbst zugab, dass er aus Hass auf Schwule Pischtschjewskij angegriffen hatte.

Dmitrij L. musste nicht einmal die milde Gefängnisstrafe absitzen: Bereits im August kam er wegen einer Amnestie wieder auf freien Fuß, nachdem er nur rund ein Drittel seiner Haftzeit verbüßt hatte. Die Menschenrechtsaktivistin Tatsiana Rewiaka erklärte gegenüber Euroradio.fm, dass es nach dem Tod von Pischtschjewskij keine rechtliche Möglichkeit gebe, den Fall erneut aufzurollen.

Weißrussland ist eines der homophobsten Länder Europas. Zwar wurde Homosexualität 1994 legalisiert, allerdings geht die Regierung immer wieder gegen Homosexuelle vor (queer.de berichtete). Der autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko fiel wiederholt durch abfällige Äußerungen über Schwule auf. 2013 sagte er: "Den Frauen vergebe ich ihr Lesbentum, aber Männern nie im Leben ihr Schwulsein. Die Frauen werden lesbisch, wenn wir Männer erbärmlich sind." Von ihm stammt auch die Bemerkung: "Lieber Diktator sein als schwul" (queer.de berichtete). (dk)



#1 JarJarAnonym
  • 27.10.2015, 16:48h
  • Das ist also ein Leben Wert in Weißrussland. Schreckliches Schicksal, macht einen betroffen.
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#3 panzernashorn
  • 27.10.2015, 17:47h
  • Wegen eines solchen homophoben Idioten musste ein liebenswerter, sympathischer junger Mann sein Leben auf derart brutale Weise und grundlos verlieren.

    Wo bleiben da die ach so möchtegern guten Christenmenschen, um dieses infame Verbrechen gebührend anzuprangern?

    Einfach nur abgrundtief traurig und beschämend!
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#4 Patrick1988
  • 27.10.2015, 19:43h
  • Hallo, es ist erschreckend, was z.Zt.in Russland abgeht.Dazu habe ich auf
    "www.freitag.de" vom 24.08.15
    ein Video gefunden: Nackte Angst-Jagd auf homo-
    sexuelle Menschen.
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#5 PeerAnonym
  • 27.10.2015, 19:58h
  • Schlimm.

    Und dieses perverse Stück Scheiße, das den ermordet hat, ist schon wieder auf freiem Fuß...
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#6 ollinaieProfil
#7 goddamn liberalAnonym
#8 JadugharProfil
  • 28.10.2015, 01:26hHamburg
  • Es scheint tatsächlich das ganze Milieu in Weißrußland homophob zu sein, wo ein Mord an einen Homosexuellen zu einem Kavaliersdelikt wird. Dadurch sinkt die Barriere bei homophoben Ganoven, Schwule zu erschlagen. Womöglich wird dieser Mörder noch zum Held und bekommt Unterstützung von der homophoben Gemeinde, die seine Strafe abmildern durch solidarische Gaben ähnlich wie in den USA einer zu Bußgeld verurteilter Bäcker, der durch Homophobie auch noch reich wurde!

    Die Hinterbliebenen schämen sich, und protestieren nicht gegen diese Gewalt. Ich befürchte sogar, daß die Ärzte ebenso homophob sind und vielleicht absichtlich Michails Gehirn verstümmelten! Einen sehr qualvollen Tod mußte er erleiden! Doch wenn man dieses in diesen Land anprangert, dann wird man wohl wegen Homo-Propaganda bestraft.
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#9 ollinaieProfil
  • 28.10.2015, 08:19hSeligenstadt
  • Antwort auf #8 von Jadughar
  • "Ich befürchte sogar, daß die Ärzte ebenso homophob sind und vielleicht absichtlich Michails Gehirn verstümmelten!"

    Zugegeben kam mir auch der Gedanke. Aber erstens kennen die Chirurgen in der Regel zumindest beim Ersteingriff den Hintergrund gar nicht und zweitens gibt es dafür keinerlei Belege.

    Eine Ausbildung zum Arzt verbessert nicht automatisch den Charakter oder die ethische Einstellung eines Menschen, auch wenn TV und Regenbogenpresse permanent das Gegenteil suggerieren. In Deutschland sind ja auch komische Gestalten unterwegs:

    www.bkae.org/index.php?id=439&L=0

    Es währe daher nicht ausgeschlossen, bleibt aber trotzdem reine Spekulation.

    Ich möchte meine Mitdiskutanten höflich darum bitten, das Feld der Verschwöhrungstheorien den von Beverfoerdes und anderen "Besorgten" zu überlassen.
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#10 ShadesofgayAnonym
  • 28.10.2015, 09:35h
  • Daß der Täter nach einer solchen lächerlich kurzen Haftstrafe wieder auf freiem Fuß ist, ist unfaßbar! Nicht nur er, sondern auch Diktator Lukaschenko haben das Leben dieses jungen schwulen Mannes auf dem Gewissen!
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