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  • 31.10.2015, 09:09h           52      Teilen:   |

Diskriminierendes Job-Inserat

Buchhalter gesucht, aber bitte "keine Tunte"

Artikelbild
Ausgrenzung im Job-Inserat: Die Bewerbungen sollen per Email an goodjob@gmx.ch geschickt werden

Das Schweizer Schwulenmagazin "Display" macht in seiner November-Ausgabe Ausgrenzung in der Szene zum Thema – und druckt selbst eine diskriminierende Stellenanzeige ab.

"Zu alt, zu dick, zu arm, zu tuntig" – mit einem Interview beschäftigt sich das Schweizer Schwulenmagazin "Display" in seiner neuen Ausgabe mit "Ausgrenzung in der Family". Der Text sollte Pflichtlektüre für die eigenen Mitarbeiter sein: Denn im selben Heft wurde eine Stellenanzeige für einen Buchhaltungs-Assistenten veröffentlicht, in dem ein "ganz normaler Gay (keine Tunte)" gesucht wird. Als "Muttersprache" wird "Schweizerdeutsch" verlangt.

Nach Beschwerden u.a. des Schweizer DJs Luca Papini auf der Facebook-Seite des Magazins reagierte zunächst die Redaktion. Mit dem Inhalt der Anzeigen im Heft habe sie nichts zu tun, heißt es in einer Antwort auf einen User-Kommentar: "Die Display-Redaktion distanziert sich von diesem abwertenden Begriff, der in einer Last-Minute-Anzeige auftaucht. Er entspricht in keiner Art und Weise unseren Vorstellungen von der Art, in der in der Community übereinander geredet werden sollte."

Fortsetzung nach Anzeige


Katastrophales Krisenmanagement

Auf dem Cover der November-Ausgabe wird das Interview zum Thema "Ausgrenzung innerhalb der Community" angekündigt
Auf dem Cover der November-Ausgabe wird das Interview zum Thema "Ausgrenzung innerhalb der Community" angekündigt

Ein Indiz, dass die Anzeige tatsächlich in letzter Minute ins Heft kam, ist der peinliche Tippfehler im Wort "Buchhaltung". Doch eine offizielle Stellungnahme, Erklärung und Entschuldigung des Magazins wurde bislang weder auf der Facebook-Seite noch auf der Homepage veröffentlicht.

Im Facebook-Thread zu anderen Themen reagierte allerdings auch Verleger Alexander P. Huser auf die zunehmende Kritik und sprach von einem "Fauxpas", der nie wieder vorkommen werde: "Das Inserat kam nach Redaktionsschluss und wurde von uns zu wenig kontrolliert – resp. ich war über den Inhalt nicht informiert." Er selbst hätte dem Kunden "sicher einen anderen Weg aufgezeigt".

Zu Konsequenzen im Verlag scheint die Veröffentlichung der diskriminierenden Stellenanzeige nicht zu führen: "Wo gearbeitet wird, passieren leider Fehler", meinte Alexander P. Huser – und reagierte in der Facebook-Diskussion zunehmend genervt: "Und klar kannst du in 35 Jahren 1 Million wohlwollende und kämpferische Worte zugunsten der Community schreiben. Das alles ist nichtig, wenn ein Inserent ein five-letter-word wie 'tunte' schreibt."

In Deutschland hat die Präventions-Kampagne "Ich weiss was ich tu" (IWWIT) bereits vor einem Jahr die Aktion "Jeder wie er will. Für mehr Akzeptanz in der Szene" gestartet. In Anzeigen und Bannern ist u.a. die Dragqueen Barbie Breakout mit dem Spruch "Seid tuntig!" zu sehen. (cw)

Wochen-Umfrage: Wie tolerant ist die queere Community? (Ergebnis)

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Tags: schweiz, tunte, stellenanzeige, display, alexander p. huser, medien, journalismus
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Reaktionen zu "Buchhalter gesucht, aber bitte "keine Tunte""


 52 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
31.10.2015
09:36:39


(+7, 11 Votes)

Von UrsaMajor


Tja: der "ganz normale Gay" hat eben heutzutage heterolike zu sein.

Link:
hessen-ist-geil.de/heterolike/


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#2
31.10.2015
10:04:10


(+12, 14 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Ich vertrete die Ansicht, daß Leute, die sich verbiegen, um eine bestimmte Rolle zu erfüllen, letztenendes Schiffbruch erleiden.
Ein Macho, der ständig seine innere Prinzessin wegsperrt, wirkt unecht, um es mal platt auszudrücken und so kann auch eine Tunte nicht dauerhaft als jemand anderes auftreten.

Solche Manöver kosten zuviel Energie, behindern die persönliche Entfaltung und schaden dadurch nicht nur dem Einzelnen sondern der gesamten Gesellschaft.


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#3
31.10.2015
10:06:17


(+7, 9 Votes)

Von willie


Ich finde es gut, dass das hier berichtet wird, und dass der Redakteur sich dafür entschuldigt.
Aber man muss jetzt nicht endlos auf ihm rumhacken, er kann es ja nicht rückgängig machen.


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#4
31.10.2015
10:27:58
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Samuel


Blöder Fehler. Man kann Bewerber, die man nicht will, auch anders ablehnen.


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#5
31.10.2015
10:53:16


(+7, 9 Votes)

Von vulkansturm


Wieso fällt queer.de eigentlich bei dieser Anzeige nur auf, dass "Tunten" diskriminiert werden. Genau so unmöglich ist es, nur Bewerber mit Muttersprache Schweizerdeutsch zu akzeptieren.
Wohlgemerkt reicht es also nicht, perfekt Schweizerdeutsch zu können, wenn die Eltern Migranten sind oder aus dem französichsprachigen, italienischsprachigen oder rätoromanischen Teilen der Schweiz kommen. Auch Kinder von Deutschen, die in der Schweiz geboren sind und schon im Kindergarten perfektes Schweizerdeutch lernten, werden hier ausgeschlossen, nur wiel ihr Schweizerdeutsch, egal wie gut sie es beherrrschen, halt nicht ihre Muttersprache ist.


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#6
31.10.2015
11:29:01


(-12, 16 Votes)

Von Leberwurstparty


Scheinheiliges Getue wie gehabt, kein Schwuler will bekanntlich selbst mit Tunten ins Bett, außer neugierigen und betrunkenen Heteros oder Bi´s, aber jetzt wird wieder auf die Empört euch! Taste gedrückt. Über etwas, was in etlichen schwulen Kontaktgesuchen schon immer Gang und Gebe war. Ihr wollt halt einfach auch permanent belogen werden und des Kaisers neue Kleider spielen (es darf bloß kein Kindermund oder Betrunkener in der Runde sein). Deswegen die regelmäßige Hysterie über ein schlechtgeschriebenes Buch, die kläglichen Auftritte irgendwelcher verwirrten Christenmenschen oder einen falschen Kommentar auf twitter. Alleine die Erwähnung einer möglichen Neurose, triggert mittlerweile schon heftig beleidigtes Abwehrverhalten wegen irgendwelcher Pupsigkeiten, wie halt auch bei gestörten, überdominanten Muttis. Solange es noch wirkt, mag das ja alles irgendwie funktionieren. Was aber, wenn es einfach keinen wirklich schert, ob ihr (die selbsternannte "Homo-Lobby") halt mal wieder die eingeschnappte, mopsige Diva gebt, oder nicht? Machtausübung über die Märyter- und Opfertour funktioniert nämlich nur so lange, wie sie nicht als das erkannt wird, was sie ist. Eine simple Manipulationsmethode.
Ihr wollt Büßerbekundungen einsammeln,wie verkrachte Feldwebel Unterwerfungsgesten von kleinen Rekruten, frustrierte Lehrer die Bloßstellung an der Tafel von lästigen Schülern und beleidigte Muttis üppige Entschuldigungsgeschenke, aber überseht dabei völlig, dass noch niemand irgendwelche dauerhaften Sympathien durch die öffentliche Demütigung anderer gewonnen hat. Doch es ist auf jeden Fall eine idiotensichere Strategie, um sich Feinde fürs Leben zu machen. Prominente "Homohasser" wie Kelle und Konsorten haben das übrigens mit typisch weiblicher Intuition längst geblickt (die lesen hier nämlich fleißig mit) und setzen es schon ziemlich erfolgreich gegen euch ein, Männekens. Ihr treibt ihnen eure zukünftigen Gegner geradezu in die weit geöffneten, scheinbar so verständnisvollen ideologischen Arme.


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#7
31.10.2015
11:35:48


(+8, 10 Votes)

Von Mariposa


Zum Thema "Ausgrenzung innerhalb der Szene" fällt mir leider so einiges ein, ich habe auch persönliche Erfahrungen gemacht....

Es gilt bisweilen als verpönt, wenn man keinen tollen Job hat, mit dem man viel Geld scheffelt und Karriere macht. Es gibt ja dieses blöde Gerücht, daß die Schwuppen alle so viel Geld haben.... Wer hat das eigentlich in die Welt gesetzt??
Das gewisse "Schönheitsideal" und diesem entsprechen zu wollen ist ja auch noch so ein Fall für sich.... abgesehen. Ich fand die Schwulen in den 70ern optisch nunmal viel interessanter, da hat man sich noch nicht bürgerlichen Konventionen unterworfen. In der Regel wird eher die Nase gerümpft, wenn man sich ein bißchen "nostalgisch" gibt...


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#8
31.10.2015
11:42:00


(-1, 9 Votes)

Von Reto77
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Das Inserat ist unseriös und unprofessionell. Wer mit Verstand schickt seine Bewerbung an eine Gmx-Adresse (jeder kann dort unter falschem Namen gratis ein Konto eröffnen). Die Forderung "Schweizerdeutsch als Muttersprache" würde kein echtes grösseres Unternehmen schreiben. Eine kleine Firma mit einem SVP-Chef, dem ich die Forderung nach der Schweizerdeutsch-Muttersprache und das Tunten-Verbot zutrauen würde, braucht keinen Buchhalter. Die lässt sich den rechtlich verbindlichen Abschluss von einem Treuhänder machen. Um Rechnungen zu tippen, würde man einen Sachbearbeiter/in Buchhaltung oder dergleichen suchen.

Fazit: Derjenige, der das Inserat geschrieben hat, verfügt über keinerlei kaufmännische Kenntnisse. Deshalb fürchte ich, die Display-Redaktion ist einem pubertären Faker auf den Leim gekrochen, der sich über uns alle lustig macht. Dank queer.de findet er nun ein noch grösseres Publikum. Musste das sein?


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#9
31.10.2015
12:20:53


(+5, 5 Votes)

Von no_name_01
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Diese große Empörung ist erstaunlich, zumal in Szeneportalen und in der allgemeinen Szene der gemeine Schwule gerne über Tunten, femine Schwule etc herablassend äußert, weil sie nach seiner Definition nach nicht der "Norm" entsprechen.. und sich lieber mit Worthülsen wie "männlich", "heterolike" etc. schmückt. Selbstreflexionen und Empörungen in diesen Portalen sollten schon häufiger stattfinden und dieses grasiernde Problem schon an der Wurzel anpacken.


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#10
31.10.2015
13:52:24


(-13, 19 Votes)

Von YoungHeterolike


Man kann der Realität ins Auge blicken oder man kann es lassen. Die Entwicklung geht ganz klar Richtung Anpassung. Warum auch nicht? Wir genießen immer mehr Rechte und Akzeptanz und es gibt keinen Grund mehr sich abzugrenzen. Ich bin Anfang 20 und von den Schwulen in meiner Generation will kaum noch jemand krampfhaft "anders" sein. Der Akzeptanz von Schwulen wird diese Entwicklung guttun.


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