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Tavecchio war schon umstritten, als er im letzten Jahr zum Präsidenten gewählt wurde (Bild: Nazionale Calcio)

Carlo Tavecchio meinte in einem Interview, man solle Schwule von ihm fernhalten: "Ich bin sehr normal."

Der von der FIFA bereits wegen rassistischer Äußerungen gerügte umstrittene Fußball-Verbandspräsident Italiens, Carlo Tavecchio, hat mit am Sonntag bekannt gewordenen Äußerungen für einen weiteren Skandal gesorgt.

Die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtete, der 72-Jährige habe bei einer Veranstaltung der Online-Sportzeitung "Soccerlife" im Juni gesagt, er habe gehört, dass ein Amtsvorgänger schwul gewesen sein soll. "Ich habe nichts dagegen, aber haltet sie [Schwule] fern von mir. Ich bin sehr normal."

Im gleichen Interview hatte er laut einem Audio-Mitschnitt über eine andere Person als von "diesem Juden" gesprochen. Tavecchio weiter: "Ich habe nichts gegen die Juden, aber es ist besser, sie sich vom Leib zu halten."

Rassismus und Misogynie

Tavecchio war im letzten November von der FIFA für sechs Monate von sämtlichen Ämtern ausgeschlossen worden, nachdem er mit Äußerungen über Bananen essende ausländische Profis einen Eklat ausgelöst hatte. Zuvor hatte er einmal in Bezug auf Frauenfußball gesagt, dass man Frauen im Vergleich zu Männern lange als "Behinderte" angesehen haben, dabei seien sie sich "sehr ähnlich".

Der frühere christdemokratische Bürgermeister von Ponte Lambro, der zwischen 1970 und 1998 wegen Vergehen wie Steuerhinterziehung oder Nicht-Zahlung von Sozialbeiträgen insgesamt fünf Mal verurteilt worden war, war im letzten August in sein Amt bei der FICG gewählt worden, der er bereits seit 2007 als stellvertretender Präsident diente. Zuvor war er Chef der Amateurliga.

Die italienische LGBT-Organisation Arcigay forderte am Sonntag, man müsse Tavecchio "fernhalten von Positionen und Verantwortung im Sport". Während der israelische Botschafter betonte, dass er sich auf FIFA-Ebene für Israel eingesetzt habe, gab es auch Kritik von der jüdischen Gemeinde Roms und vom Verband der italienischen Juden. Dessen Präsident Renzo Gattegna meinte, der Funktionär habe der Glaubwürdigkeit des Sports immensen Schaden zugefügt. Die Bürgerrechtsorganisation Equality Italia forderte seine umgehende Absetzung.

Tavecchio selbst bezeichnete sich am Sonntag als Opfer eines Erpressungsversuchs und sprach von einem Versuch, ihn zu diskreditieren. Er könne sich nicht an die Äußerungen erinnern, die auch manipuliert sein könnten, und habe gute Beziehungen zur jüdischen Community. Auf LGBT ging er in seinem Statement nicht ein.

 Update  03.11.: Taveccio: Aufnahmen manipuliert
Als Reaktion auf die Vorwürfe erklärte Carlo Tavecchio am Montag, dass die Aufnahmen manipuliert worden seien und er sich nicht homophob oder antisemitisch geäußert habe. Außerdem sei das Interview mit autorisiert worden, sondern habe es sich lediglich um ein privates Gespräch gehandelt. Der Journalist Massimiliano Giacomini, der die Aufnahmen gemacht hatte, wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der Verbandspräsident sei ein Lügner.



#1 Belle EpoqueAnonym
  • 01.11.2015, 20:46h
  • Es wird Zeit, daß diese miese Type aus seinem Amt entfernt und wegen Volksverhetzung vor Gericht gestellt wird!!
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#2 BurkhardAnonym
#3 Roman BolligerAnonym
  • 02.11.2015, 12:53h
  • Es ist immer wieder interessant festzustellen, dass im christdemokratisch-dominierten italienischen Gesellschaftskontext immer wieder Kriminelle zu Macht und Würden gelangen.
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#4 goddamn liberalAnonym
#5 AlexDProfil
#6 remixbeb
  • 01.11.2016, 10:24h
  • lol. ich glaube nicht, dass er lange drum bitten muss, dass sich Schwule fern von ihm halten.
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